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Franz Grillparzer

österreichischer Schriftsteller (1791 - 1872)

301 Zitate, Sprüche & Aphorismen

  • ,s ist möglich, daß in Sachsen und beim Rhein / es Leute gibt, die mehr in Büchern lasen; / allein, was not tut und was Gott gefällt, der klare Blick, der offne, richt'ge Sinn, / da tritt der Österreicher hin vor jeden, / denkt sich sein Teil und läßt die andern reden!

  • Geschwister sind ja Schweigen und Verdienst.

  • Der Mann tut durch Untreue seiner Frau ein Unrecht, die Frau, indem sie untreu ist, dem Mann einen Schimpf. Die Frau eines untreuen Mannes bedauert man; über den Mann einer untreuen Frau spottet man.

  • Eines nur ist Glück hienieden, / eins: Des Innern stiller Frieden / und die schuldbefreite Brust!

  • Lieben! Hassen! / Gibt es kein Drittes mehr? Du warst mir wert / und bist es noch und wirst mir's immer sein, / gleich einem lieben Reis genossen, den auf kurzer Überfahrt des Zufalls Laune in unsern Nachen führte, bis das Ziel erreicht / und scheidend jeder wandelt seinen Pfad.

  • Essen muß der Mensch, das weiß ein jeder, / und was er ißt, fließt ein auf all sein Wesen. / Eßt Fastenkost, und ihr seid schwachen Sinns; / eßt Braten, und ihr fühlet Kraft und Mut.

  • Von der Humanität über die Nationalität zur Bestialität.

  • Alle Unruhe im Menschen entspringt aus der Phantasie.

  • Suche selbst deine Fehler zu erkennen; denn die Wohlwollenden machen dich nicht darauf aufmerksam, um dir nicht weh zu tun, die Feindseligen nicht, weil sie sich über diese Fehler freuen.

  • Die Schönheit ist die vollkommene Übereinstimmung des Sinnlichen mit dem Geistigen.

  • Man sage nicht, das Schwerste sei die Tat! / Da hilft der Mut, der Augenblick, die Regung. / Das Schwerste dieser Welt ist der Entschluß.

  • Das eben ist der Liebe Zaubermacht, / daß sie veredelt, was ihr Hauch berührt, / der Sonne ähnlich, deren goldner Strahl / Gewitterwolken selbst in Gold verwandelt.

  • Was bist denn du, der du dem Bruder lügst, / den Freund betrügst, dein Nächstes hintergehst? / Du bist kein Tier, denn das ist wahr, / kein Wolf, kein Drach', kein Stein, kein Schierlingsgift: / Ein Teufel bist du; der allein ist Lügner, / und du ein Teufel, insofern du lügst.

  • Der Verstand und die Fähigkeit, ihn zu gebrauchen, sind zwei verschiedene Gaben.

  • Auch müßte jederzeit der Unterschied zwischen philosophischer und poetischer Idee im Auge behalten werden, von denen die erste auf einer Wahrheit beruht, die zweite auf einer Überzeugung. Denn es ist die Aufgabe der Philosophie, die Natur zur Einheit des Geistes zu bringen. das Streben der Kunst, in ihr eine Einheit für das Gemüt herzustellen.

  • Das Unmögliche wollen, / das Undenkbare denken / und das Unsägliche sagen, / haben stets gleiche Früchte getragen: / Du mußt, wenn die Träume sich scheiden, / zuletzt das Unleidliche leiden.

  • Es lügt der Mensch mit Worten nicht allein, / auch mit der Tat.

  • Ach, und wo kein Schatten, / da ist auch kein Licht; / Lust muß doch ermatten, / reizt Entbehrung nicht.

  • Wer seine Schranken kennt, der ist der Freie, / wer frei sich wähnt, ist seines Wahnes Knecht.

  • Es binden Sklavenfesseln nur die Hände. / Der Sinn, er macht den Freien und den Knecht.

  • An diesem Bangen, an diesem Verwelken der Sinne, / an dieser Grabessehnsucht fühl' ich es, / daß mir nicht fern das Ende der Tage!

  • Sie legen Lipp' an Lippe / - ich sah es wohl - und flüstern so sich zu, / was zu geheim für die geschwätz'ge Luft. / Mein Mund sei Mund, der deine sei dein Ohr! / Leih mir dein Ohr für meine stumme Sprache!

  • Die Kunst verhält sich zur Natur wie der Wein zur Traube.

  • Die Klugheit gibt nur Rat, die Tat entscheidet.

  • Wir sind gegen keine Fehler an anderen intoleranter, als welche die Karikatur unsrer eigenen sind.

  • Man ist nie eifersüchtiger, als wenn man in der Liebe anfängt zu erkalten. Man traut dann der Geliebten nicht mehr, weil man dunkel fühlt, wie wenig einem selbst mehr zu trauen ist.

  • Gebeugt erst zeigt der Bogen seine Kraft!

  • Gescheit gedacht und dumm gehandelt, / so bin ich meine Tage durchs Leben gewandelt.

  • Auszeichnung hier erwarte nie; / denn das System verbeut's. / Man hängt das Kreuz nicht ans Genie, / nein, das Genie ans Kreuz.

  • Am Ende zwingt die Wahrheit jeden doch, / sie braucht nicht äußre Helfer und Beschützer. / Wär' sie auch Wahrheit sonst?

  • Das Volk ist aufgeregt; es liebt, als schwach, / die Schwäche gern zu prüfen an dem Schwächeren.

  • Viel Übles hab' an Menschen ich bemerkt. / Das Schlimmste ist ein unversöhnlich Herz.

  • Was war es denn, was Napoleon zu all seinen ungeheuren Unternehmungen antrieb? Frankreich, die Welt zu beglücken? Daran hat er wohl nie so eigentlich gedacht. Nachruhm? Er hat wohl nicht fest genug an die Unsterblichkeit der Seele geglaubt, als daß die Unsterblichkeit des Namens ein so gewaltiges Motiv für ihn sein konnte. Was also denn? Das Bedürfnis seines unablässig bewegten Geistes nach immer neuen, nach immer stärkeren Reizmitteln. Es fehlte ihm die Fähigkeit, zu genießen, darum...

  • Des reifen Mannes Fehltritt ist Verbrechen, / des Jünglings Fehltritt ein verfehlter Tritt.

  • Willst du mit den Kinderhänden / in des Schicksals Speichen greifen? / Seines Donnerwagens Lauf / hält kein sterblich Wesen auf.

  • Der Minister des Äußern kann sich nicht äußern; / der Minister des Innern kann sich nicht erinnern; / der Minister des Krieges ist nicht des Sieges; / nach dem Minister für Finanzen muß alles tanzen!

  • Ach die Gewohnheit ist / ein lästig Ding! Selbst an Verhaßtes fesselt sie.

  • Der Empfänger erst macht das Geschenk. / So wie das Brot, das uns die Erde spendet, / den Starken stärkt, des Kranken Siechtum mehrt, / so sind der Götter hohe Gaben alle / dem Guten gut, dem Argen zum Verderben.

  • Die Poesie will den Geist verkörpern, die Musik das Sinnliche vergeistigen.

  • Gold schenkt die Eitelkeit, der rauhe Stolz; / die Freundschaft und die Liebe schenken Blumen.

  • Die Ästhetik vor allem verpön' ich, / sie spielt ein gefährliches Spiel: / Die gute nützt sehr wenig, / die schlechte schadet sehr viel.

  • Niemand ist rein. Das Schlimme will sein Recht; / und wer's nicht beimischt tropfenweis dem Guten, / den wird's gesamt aus Eimern überfluten.

  • Der Augenblick, / wenn er die Wiege einer Zukunft ist, / warum nicht auch das Grab einer Vergangenheit?

  • Die Kraft des Stils liegt in der Überzeugung, und oft werden Unbehilflichkeiten des Ausdrucks zu Schönheiten, weil man merkt, daß der Verfasser den Inhalt lebhaft gefühlt.

  • Gesteh dir's selbst, hast du gefehlt, / füg nicht, wenn Einsicht kam, / zum falschen Weg, den du gewählt, / auch noch die falsche Scham.

  • Undank gräbt tiefer als des Totengräbers Spaten.

  • ,s wird keiner bös, / der nicht, bevor er's ward, erst gut gewesen!

  • Bei allen Kämpfen dieses Lebens / den Anspruch bändigen der eignen Brust, / nicht mild, nicht gütig, selbst großmütig nicht, / gerecht sein gegen sich und gegen andere, / das ist das Schwerste auf der weiten Erde.

  • Wo kein Maß ist, ist keine Vergeltung.

  • Die Ungebildeten haben das Unglück, das Schwere nicht zu verstehen, dagegen verstehen die Gebildeten häufig das Leichte nicht, was ein noch viel größeres Unglück ist.

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