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Ludwig Feuerbach

deutscher Philosoph (1804 - 1872)

42 Zitate, Sprüche & Aphorismen

  • Das Leben muß wie ein kostbarer Wein mit gehörigen Unterbrechungen Schluck für Schluck genossen werden. Auch der beste Wein verliert für uns allen Reiz, wenn wir ihn wie Wasser hinunterschütten.

  • Niemand urteilt schärfer als der Ungebildete. Er kennt weder Gründe noch Gegengründe und glaubt sich immer im Recht.

  • Der Mensch ist, was er ißt.

  • Fiat justitia, pereat mundus: "Die Welt mag untergehen, wenn nur das Jus, das Recht gilt", ist ein Ausspruch der Jurisprudenz, der Gerechtigkeit. Aber in diesem charakteristischen Ausspruch der Justiz liegt gewiß kein Funke von Güte und selbst nicht von Weisheit; denn der Mensch ist nicht der Gerechtigkeit oder Justiz wegen, sondern diese Justiz ist des Menschen wegen.

  • Der Mensch ist der Anfang der Religion, der Mensch der Mittelpunkt der Religion, der Mensch das Ende der Religion.

  • Bücher sind Brillen, durch welche die Welt betrachtet wird, schwachen Augen freilich nötig, zur Stütze, zur Erhaltung. Aber der freie Blick ins Leben erhält das Auge gesunder.

  • Theologie ist Anthropologie, das heißt in dem Gegenstande der Religion, den wir griechisch Theos, deutsch Gott nennen, spricht sich nichts andres aus als das Wesen des Menschen.

  • Der Religion ist nur das Heilige wahr, der Philosophie ist nur das Wahre heilig.

  • Die einfachsten Wahrheiten sind es gerade, auf die der Mensch immer erst am spätesten kommt.

  • Der Ursprung, ja das eigentliche Wesen der Religion ist der Wunsch. Hätte der Mensch keine Wünsche, so hätte er auch keine Götter.

  • Es geht uns mit den Büchern wie mit den Menschen. Wir machen zwar viele Bekanntschaften, aber wenige erwählen wir zu unseren Freunden.

  • Es geht den Büchern wie den Jungfrauen. Gerade die besten, die würdigsten bleiben oft am längsten sitzen. Aber endlich kommt doch einer, der sie erkennt und aus dem Dunkel der Verborgenheit an das Licht eines schönen Wirkungskreises hervorzieht.

  • Wer nicht, wenn auch unabsichtlich, beleidigen oder verletzen will, dem fehlt alle Energie, alle Tatkraft. Man kann keinen Fuß bewegen, ohne Wesen zu zertreten, keinen Tropfen Wasser genießen, ohne Infusorien zu verschlucken.

  • Es gehört kein Mut, kein Charakter, keine Anstrengung, kein Opfer dazu, Christ zu sein. Christentum und weltlicher Vorteil sind identisch.

  • Nur für die Erbärmlichen ist die Welt erbärmlich, nur den Leeren leer.

  • Sonst war die Religion, ich gesteh's, die Stütze des Staates, aber jetzt ist der Staat Stütze der Religion.

  • Nur der ist etwas, der etwas liebt. Nichts sein und nichts lieben ist identisch.

  • Wenn ich so recht niedergeschlagen, rat- und hilflos und unglücklich bin, so lege ich mich ruhig zu Bette, schließe die Augen, entferne alles und träume in selige Ruhe hinein.

  • Je mehr sich unsere Bekanntschaft mit guten Büchern vergrößert, desto geringer wird der Kreis von Menschen, an deren Umgang wir Geschmack finden.

  • Wahre Religion ist gebaut auf das Wahre, das Gute in der Menschennatur, nicht auf der Sünde Morast.

  • Liebe, aber wahrhaft! Und es fallen dir alle anderen Tugenden von selbst zu.

  • Die höchste und tiefste Liebe ist die Mutterliebe.

  • Die Barmherzigkeit ist das Rechtsgefühl der Sinnlichkeit.

  • Das Auge ist himmlischer Natur. Darum erhebt sich der Mensch über die Erde nur mit dem Auge; darum beginnt die Theorie mit dem Blicke nach dem Himmel. Die ersten Philosophen waren Astronomen.

  • Das klösterliche, überhaupt das asketische Leben ist das himmlische Leben, wie es sich hienieden bewährt und bewähren kann.

  • Das Gesetz spricht nur zum Verstande und setzt sich direkt den Trieben entgegen; das Beispiel dagegen schmiegt sich an einen mächtigen, sinnlichen Trieb - an den unwillkürlichen Nachahmungstrieb an.

  • Der Mensch will in der Religion sich befriedigen; die Religion ist sein höchstes Gut.

  • Fragen und Antworten sind die ersten Denkakte.

  • Nur der Glaube betet; nur das Gebet des Glaubens hat Kraft.

  • Nur wer keine irdischen Eltern hat, braucht himmlische Eltern.

  • Gott ist kein physiologisches oder kosmisches, sondern ein psychologisches Wesen.

  • Die Mutterliebe des Sohnes ist die erste Sehnsucht, die erste Demut des Mannes vor dem Weibe.

  • Die Liebe des Sohnes zur Mutter ist die erste Liebe des männlichen Wesens zum weiblichen.

  • Wenn Gott sein Ebenbild wie sich selbst liebt, warum soll nicht auch ich das Bild Gottes wie Gott selbst lieben?

  • Es geht den Büchern wie den Jungfrauen. Gerade die besten bleiben oft am längsten sitzen.

  • Die Bitte ist der Imperativ der Liebe. Und dieser Imperativ hat unendlich mehr Macht als der despotische.

  • Bewusstsein ist Selbstbestätigung, Selbstbejahung, Selbstliebe, Freude an der eignen Vollkommenheit. Bewusstsein ist das charakterische Kennzeichen eines vollkommenen Wesens.

  • Der Blick ist die Gewissheit der Liebe.

  • Wo Bewusstsein ist, da ist Fähigkeit zur Wissenschaft.

  • Das Blatt, auf dem die Raupe lebt, ist für sie eine Welt, ein unendlicher Raum.

  • Der Sündenfall – Weißt du den Grund, warum in den Apfel gebissen hat Adam? Um der Theologie einen Gefallen zu tun.

  • Wollt ihr das Volk bessern, so gebt ihm statt Deklamationen gegen die Sünde bessere Speisen.

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