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Lucius Annaeus Seneca

römischer Politiker, Dichter und Philosoph (4 vChr - 65)

207 Zitate, Sprüche & Aphorismen

  • Der Gladiator faßt es als Schande auf, wenn man ihm einen schlechten Partner zuteilt. Er weiß, daß ein Sieg ohne Gefahr auch ein Sieg ohne Ruhm ist. Das Schicksal verfährt ebenso: Es sucht sich die Tapfersten als Partner aus.

  • Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.

  • Es ist nicht wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist viel Zeit, die wir nicht nützen.

  • Das Schicksal nimmt nichts, was es nicht gegeben hat.

  • Für einen, der nicht weiß, welchen Hafen er ansteuern will, gibt es keinen günstigen Wind.

  • Ein Verbrechen muss durch ein Verbrechen vertuscht werden.

  • Beim Schlafengehen sollten wir uns sagen: Ich habe gelebt und den mir vom Schicksal bestimmten Weg zurückgelegt. Wenn Gott uns noch einen Morgen schenkt, werden wir ihn mit dem Gefühl, daß uns unerwarteter Gewinn zufällt, freudig entgegennehmen.

  • Anführerin bei den Übeltaten aber ist die Frau; in Verbrechen ist sie Künstlerin.

  • Jeder ist so unglücklich, als er es zu sein glaubt.

  • Die Götter wenden den guten Menschen gegenüber dasselbe Prinzip an wie die Lehrer bei ihren Schülern. Sie verlangen höhere Leistungen von denen, auf die sie größere Hoffnungen setzen.

  • Fang jetzt an zu leben und zähle jeden Tag als ein Leben für sich.

  • Weise Lebensführung gelingt keinem Menschen durch Zufall. Man muß, solange man lebt, lernen, wie man leben soll.

  • Glücklich ist nicht, wer andern so vorkommt, sondern wer sich selbst dafür hält.

  • Bereite Dich auf den Tod vor. Das will sagen: Bereite Dich auf die Freiheit vor!

  • Der Einsichtige beherrscht sich selbst. Wer sich selbst beherrscht, bleibt charakterfest. Wer charakterfest ist, läßt sich nicht aus der Ruhe bringen. Wer sich nicht aus der Ruhe bringen läßt, kennt keine Traurigkeit. Wer keine Traurigkeit kennt, ist glücklich. Mithin ist der Einsichtige glücklich.

  • Es gibt wohl manches, das man annehmen muss, ohne zu Dank verpflichtet zu sein.

  • Es hat mich einer nicht freundlich gegrüßt, ein anderer nicht herzlich geküßt, ein anderer ein angeknüpftes Gespräch plötzlich abgebrochen, ein anderer mich nicht zur Tafel geladen, ein anderer eine unfreundliche Miene gegen mich gemacht. Daraus macht der Argwohn sogleich Folgerungen. Darum ist Unbefangenheit not und wohlwollende Beurteilung der Verhältnisse. Nur was in die Augen springt und offenbar am Tage liegt, dürfen wir glauben.

  • Das einzige Gut ist die Jugend, die zwischen Glück und Unglück einherwandelt und beide verachtet.

  • Es gibt ein altes Sprichwort: Ein Ermüdeter sucht Streit. Dasselbe gilt vom Hungrigen und Durstigen und überhaupt von jedem Menschen, den etwas quält. Denn wie Geschwüre bei leichter Berührung, ja schon bei dem Gedanken, sie könnten berührt werden, schmerzen, so wird ein leidendes Gemüt bei geringster Ursache gekränkt, so daß ein Gruß, ein Brief, eine Rede oder eine Frage zum Streit führen kann.

  • Ohne Gefährten ist kein Glück erfreulich.

  • Den guten Steuermann lernt man erst im Sturme kennen.

  • Man irrt, wenn man glaubt, daß Schenken eine leichte Sache sei. Es hat recht viel Schwierigkeiten, wenn man mit Überlegung geben und nicht nach Zufall und Laune verschleudern will.

  • Ich habe begonnen, mir selbst ein Freund zu sein. Damit ist schon viel gewonnen, denn man kann dann nie mehr einsam sein.

  • Bei einer Beleidigung besteht die Absicht, ein Übel zuzufügen. Ein Übel aber kann die Weisheit nicht treffen. Für die Weisheit gibt's nur ein Übel, die Schande. Diese aber kann da nicht Zutritt gewinnen, wo Tugend und Ehre schon sind. Beleidigung reicht also nicht an den Weisen heran.

  • Willst du geliebt werden, so liebe!

  • Den größten Reichtum hat, wer arm ist an Begierden.

  • Willst du eine freie Seele haben, so mußt du entweder arm sein oder wie ein Armer leben.

  • Allen zu verzeihen, ist ebensowohl Grausamkeit, wie keinem zu verzeihen.

  • Die Menschen glauben den Augen mehr, als den Ohren. Lehren sind ein langweiliger Weg, Vorbilder ein kurzer, der schnell zum Ziel führt.

  • Der hat die Weisheit erfaßt, der ebenso sorglos stirbt, wie er geboren wurde.

  • Auch wenn du mit deiner Wohltat übel angekommen bist, freue dich über sie. Der andere wird sich immer ärgern, wenn du deine Wohltat selbst in einem solchen Falle nicht bereust.

  • Die wahre Freude ist eine ernste Sache.

  • Alle Verbrechen sind auch vor dem Erfolg der Tat, soweit genug Schuld besteht, ausgeführt.

  • Es kommt nicht darauf an, wie vielen, sondern welchen du gefällst.

  • Der Gier ist nichts genug.

  • Alle Stunden umfasse mit beiden Armen. So wirst du weniger vom Morgen abhängen, wenn auf das Heute du die Hand legst.

  • Der Lohn einer guten Handlung liegt darin, daß man sie vollbracht hat.

  • Nicht wer wenig hat, sondern wer viel wünscht, ist arm.

  • Den Schlechten mißfallen heißt gelobt werden.

  • Die Menge ist für's Lernen lästig, nicht fördernd. Viel nützlicher ist es, mit wenigen Schriftstellern sich recht beschäftigen, als viele durchzublättern.

  • Aller Besitz ist vom Schicksal geborgt.

  • Viel ist daran gelegen, daß man den Kindern freundliche Lehrer und Erzieher gibt. Alles richtet sich nach seiner Umgebung, was noch nicht erstarkt ist.

  • Das meiste Unheil richtet Leichtgläubigkeit an.

  • Was das Gesetz nicht verbietet, verbietet der Anstand.

  • Jede Roheit hat ihren Ursprung in einer Schwäche.

  • Gott dienen ist Freiheit.

  • Du wirst aufhören zu fürchten, wenn du aufhörst zu hoffen.

  • Der Tod versetzt uns wieder in den Zustand der Ruhe, in dem wir uns befanden, ehe wir geboren wurden. Bedauert jemand die Gestorbenen, so muß er auch die Ungeborenen bedauern.

  • Was hindert mich, einen für den Philosophen der Zukunft zu halten, der keine Silbe lesen kann? Die Weisheit beruht doch nicht in der Fachliteratur.

  • Die Begehrlichkeit kenn keine Schranke, nur Steigerung.

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