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Theodor Fontane

deutscher Apotheker, Journalist, Theaterkritiker, Dichter (1819 - 1898)

92 Zitate, Sprüche & Aphorismen

  • Kummer, sei lahm! Sorge, sei blind! Es lebe das Geburtstagskind!

  • Alles im Leben hat seinen Preis; auch die Dinge, von denen man sich einbildet, man kriegt sie geschenkt.

  • Wer glücklich ist, sollte nicht noch glücklicher sein wollen.

  • Gott, was ist Glück! Eine Grießsuppe, eine Schlafstelle und keine körperlichen Schmerzen - das ist schon viel.

  • Das Glück, kein Reiter wird's erjagen, es ist nicht dort und ist nicht hier. Lern überwinden, lern entsagen, und ungeahnt erblüht es dir.

  • Courage ist gut. Ausdauer ist besser.

  • Am Mute hängt der Erfolg.

  • Ignorieren ist noch keine Toleranz.

  • Manche Hähne glauben, daß die Sonne ihretwegen aufgeht.

  • Wer reisen will, der muß zunächst Liebe zu Land und Leuten mitbringen, mindestens keine Voreingenommenheit. Er muß den guten Willen haben, das Gute zu finden, anstatt es durch kritische Vergleiche totzumachen.

  • Es kann die Ehre dieser Welt dir keine Ehre geben. Was dich in Wahrheit hebt und hält, muß in dir selber leben.

  • Gaben, wer hätte sie nicht? Talente - Spielzeug für Kinder. Erst der Ernst macht den Mann, erst der Fleiß das Genie

  • Über Plagiate sollte man sich nicht ärgern. Sie sind wahrscheinlich die aufrichtigsten aller Komplimente.

  • Die Liebe lebt von liebenswürdigen Kleinigkeiten.

  • Der ist in tiefster Seele treu, wer die Heimat liebt wie du.

  • Das Haus, die Heimat, die Beschränkung - die sind das Glück und sind die Welt.

  • Luft und Licht heilen, und Ruhe heilt, aber den besten Balsam spendet doch ein gütiges Herz.

  • Wer schaffen will, muß fröhlich sein.

  • Bücher haben Ehrgefühl. Wenn man sie verleiht, kommen sie nicht mehr zurück.

  • Ich muß frische Luft haben, vielleicht erstes Zeichen von Hydropsie. Kann eigentlich Fremdwörter nicht leiden. Aber mitunter sind sie doch ein Segen. Wenn ich so zwischen Hydropsie und Wassersucht die Wahl habe, bin ich immer für Hydropsie. Wassersucht hat etwas so kolossal Anschauliches.

  • Es ist der Sinn der Ideale, daß sie nicht verwirklicht werden können.

  • Nur die scharfe Zeichnung, die schon die Karikatur streift, macht eine Wirkung.

  • Erst unter Kuß und Spiel und Scherzen erkennst du ganz, was Leben heißt. O, lerne denken mit dem Herzen und lerne fühlen mit dem Geist!

  • Wenn man älter wird, so lernt man eben einsehen, daß man von einem Menschen nicht alles verlangen kann und daß man zufrieden sein muß, wenn ein Weinstock Trauben trägt. In jüngeren Jahren verlangt man auch noch Erd- und Himbeeren dazu.

  • Ein bescheidenes Glück - die beste Form des Glückes.

  • Herze, willst du ganz genesen, sei selber wahr, sei selber rein! Was wir in Welt und Menschen lesen, ist nur der eigne Widerschein.

  • Wer rechnet, ist immer in Gefahr, sich zu verrechnen. Die dumme Kuh trifft immer das richtige Gras.

  • Eine Frau, die nicht rätselhaft ist, ist keine.

  • Ein Gruß aus frischer Knabenkehle, ja mehr noch eines Kindes Lallen, kann leuchtender in deine Seele als Weisheit aller Weisen fallen.

  • Unsere Prinzipien dauern gerade so lange, bis sie mit unseren Leidenschaften oder Eitelkeiten in Konflikt kommen, und ziehen dann jedesmal den kürzeren.

  • Wo Verstand befiehlt, ist der Gehorsam leicht.

  • Halte dich still, halte dich stumm, nur nicht forschen: Warum? Warum? Nur nicht bittre Fragen tauschen, Antwort ist doch nur wie Meeresrauschen.

  • Es gibt kein unbedingtes und ungetrübtes Glück, das länger als fünf Minuten dauert.

  • Heldentum ist Ausnahmezustand und meist Produkt einer Zwangslage.

  • Leichtes Leben verdirbt die Sitten, aber die Tugendkomödie verdirbt den ganzen Menschen.

  • Große Zeit ist es immer nur, wenn's beinah schief geht, wenn man jeden Augenblick fürchten muß: Jetzt ist alles vorbei.

  • Wenn unsere märkischen Leute sich verheiraten, so reden sie nicht von Leidenschaft und Liebe, sie sagen nur: .,Ich muß doch meine Ordnung haben."

  • Das, was wir ein böses Gewissen nennen, ist immer ein gutes Gewissen. Es ist das Gute, was sich in uns erhebt und uns bei uns selber verklagt.

  • Eine Treue kann die andere ausschließen. Wo die Bewährung der einen durch die Verletzung der anderen erkauft werden muß, da wird freilich immer ein bitterer Beigeschmack bleiben; aber gerade der, der diesen Beigeschmack am bittersten empfindet, wird aus den reinsten Beweggründen heraus gehandelt haben.

  • Man sieht nur das, was man weiß.

  • Aller Größe Keim, er heißt Enthaltsamkeit.

  • Wohl Keime wecken mag der Regen, der in die Scholle niederbricht, doch golden Korn und Erntesegen reift nur heran im Sonnenlicht.

  • Nachgiebigkeit gegen Unverschämtheit führt doch immer zuletzt zum Bruch, und es ist besser und anständiger, gleich zu brechen.

  • Drei Viertel meiner ganzen literarischen Tätigkeit ist überhaupt Korrigieren und Feilen gewesen.

  • Es ist nicht schwer, in diesem Lande den Propheten zu spielen, aber es bereitet wenig Vergnügen.

  • Wer immer sparen will, der ist verloren, auch moralisch.

  • Wo viel Geld ist, geht immer ein Gespenst um.

  • Geistreiche Menschen sind meistens arm an Gemüt.

  • Das Leben gleicht einer Reise, Silvester einem Meilenstein.

  • Wir hören gerne das Lob dessen, was uns verlorenging. Sonderbar, indem es uns das Gefühl des Verlustes steigert, tröstet es uns.

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