Zitate mit "r"
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Auch kann ihn kein Mensch zum Lachen bringen. Aber das ist kein Wunder: Er trinkt keinen Wein.
Das dünne Getränk und die vielen Fischmahlzeiten kühlen ihr Blut so übermäßig, daß sie in eine Art von männlicher Bleichsucht verfallen, und wenn sie dann heiraten, zeugen sie nichts wie Dirnen.
Ein guter spanischer Sekt hat eine zwiefache Wirkung an sich. Er steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle die albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus. Die zweite Eigenschaft unsers vortrefflichen Sekts ist die Erwärmung des Bluts, welches zuvor kalt und ohne Bewegung die Leber weiß und bleich läßt, was das Kennzeichen der Kleinmütigkeit und Feigheit ist: Aber der Sekt erwärmt es und bringt es von den innern bis zu den äußersten Teilen in Umlauf. Er erleuchtet das Antlitz, welches wie ein Wachfeuer ruft; und dann stellen sich alle die Insassen des Leibes und die kleinen Lebensgeister aus den Provinzen ihrem Hauptmann, dem Herzen, welches, durch dies Gefolge groß und aufgeschwellt, jegliche Tat des Mutes verrichtet.
Guter Wein ist ein gutes, geselliges Ding, wenn man mit ihm umzugehen weiß.
Wenn ich tausend Söhne hätte, der erste menschliche Grundsatz, den ich ihnen lehren wollte, sollte sein, dünnes Getränk abzuschwören und sich dem Sekt zu ergeben.
Es ist ein gefährlich Ding; es macht einen zur Memme. Man kann nicht stehlen, ohne daß es einen anklagt; man kann nicht schwören, ohne daß es einen zum Stocken bringt; man kann nicht bei seines Nachbars Frau liegen, ohne daß es einen verrät. Es ist ein verschämter blöder Geist, der einem im Busen Aufruhr stiftet. Es macht einen voller Schwierigkeiten. Es hat mich einmal dahin gebracht, einen Beutel voll Geld wieder herzugeben, den ich von ungefähr gefunden hatte. Es macht jeden zum Bettler, der es hegt. Es wird aus Städten und Flecken vertrieben als ein gefährlich Ding, und jedermann, der gut zu leben denkt, verläßt sich auf sich selbst und lebt ohne Gewissen.
Gewissen ist ein Wort für Feige nur, / zum Einhalt für den Starken erst erdacht: / Uns ist die Wehr Gewissen, Schwert Gesetz.
Verdacht wohnt stets im schuldigen Gemüt. / Der Dieb scheut jeden Busch als einen Häscher.
Den wilden Gram macht die Gewohnheit zahm.
Der Teufel Angewöhnung, der des Bösen / Gefühl verschlingt, ist hierin Engel doch: / Er gibt der Übung schöner, guter Taten / nicht minder eine Kleidung oder Tracht, / die sich gut anlegt.
Gewohnheit stören, heißt alles stören.
Tilg Abstufung, verstimme diese Saite, / und höre dann den Mißklang! Alles träf' / auf offnen Widerstand. Empört dem Ufer / erschwöllen die Gewässer über's Land, / daß sich in Schlamm die feste Erde löste. / Macht würde der Tyrann der blöden Schwäche. / Der rohe Sohn schlüg' seinen Vater tot. / Kraft hieße Recht. Nein, Recht und Unrecht, deren / endlosen Streit Gerechtigkeit vermittelt, / verlören wie Gerechtigkeit den Namen. / Dann löst sich alles auf nur in Gewalt, / Gewalt in Willkür, Willkür in Begier, / und die Begier, ein allgemeiner Wolf, / zwiefältig stark durch Willkür und Gewalt, / muß dann die Welt als Beute an sich reißen / und sich zuletzt verschlingen.
Du warst, / als littst du nichts, indem du alles littest, / ein Mann, der Stöß' und Gaben vom Geschick / mit gleichem Dank genommen: Und gesegnet, / wes Blut und Urteil sich so gut vermischt, / daß er zur Pfeife nicht Fortunen dient, / den Ton zu spielen, den ihr Finger greift.
Jeder kann den Schmerz bemeistern, / nur der nicht, der ihn fühlt.
Menschen, / sie raten, trösten, heilen nur den Schmerz, / den sie nicht selber fühlen. Trifft er sie, / dann wird zur wilden Wut derselbe Trost, / der eben noch Arznei dem Gram vorschrieb.
Glücklich, weil wir nicht überglücklich sind. Wir sind der Knopf nicht auf Fortunas Mütze.
Schweigen ist der beste Herold der Freude. Ich wäre nur wenig glücklich, wenn ich sagen könnte, wie sehr ich es bin.
Ein jeder Platz, besucht vom Aug' des Himmels, / ist Glückes-Hafen einem weisen Mann.
Du süßer Königsmörder, edle Scheidung / des Sohns und Vaters! Glänzender Besudler / von Hymens reinsten Lager! Tapfrer Mars! / Du ewig blühnder, zartgeliebter Freier, / des roter Schein den heil'gen Schnee zerschmelzt / auf Dianas reinem Schoß! Sichtbare Gottheit, / die du Unmöglichkeiten eng verbrüderst, / zum Kuß sie zwingst! O du, der Herzen Prüfstein.
Wie schleunig die Natur in Aufruhr fällt, / wird Gold ihr Gegenstand!
Man sprengt mit stumpfem Keil / den harten Klotz.
Groß möchtest du sein. / Bist ohne Ehrgeiz nicht, doch fehlt die Bosheit, / die ihn begleiten muß.
Wahrhaft groß sein heißt, / nicht ohne großen Gegenstand sich regen, / doch einen Strohhalm selber groß verfechten, / wenn Ehre auf dem Spiel.
An sich ist nichts weder gut noch böse. / Das Denken macht es erst dazu.
Die Not ist der Gewährung bester Grund.
Je weniger sie verdienen, desto mehr Verdienst hat eure Güte.
Noch nie bereut' ich, daß ich Gutes tat.
Wie weit die kleine Kerze Schimmer wirft! / So scheint die gute Tat in arger Welt.
Wir sind dazu geboren, wohltätig zu sein.
Ein gerader Rücken wird krumm, ein schwarzer Bart wird weiß, ein krauser Kopf wird kahl, ein schönes Gesicht runzelt sich, ein volles Auge wird hohl. Aber ein gutes Herz, Käthchen, ist die Sonne und der Mond oder vielmehr die Sonne und nicht der Mond; denn es scheint hell und wechselt nie, sondern bleibt treulich in seiner Bahn.
Grasmücke solange den Kuckuck speist, / bis sein Junges ihr endlich den Kopf abbeißt
Güte, die vollblütig wird, erstirbt im eignen Allzuviel.
Man rühmt nicht, was man nicht verkaufen will.
Wohl dreimal soviel Land / gäb' ich dem wohlverdienten Freund, / doch wo's auf Handel ankommt, merkt ihr wohl, / da zank' ich um ein Neuntel eines Haars.
Zeigt wie ein Krämer erst die schlechtste Ware, / Vielleicht bringt Ihr sie an; geläng' es nicht, / Dann wird der Glanz der Bessern Euch erhöht, / Zeigt Ihr die Schlechte erst.
Die Erde gähnt, die Hölle brennt, / die Teufel brüllen, Heilige beten, / auf daß er schleunig werde weggerafft. / Vernichte, lieber Gott, ich fleh dich an, / den Pfandschein seines Lebens, daß ich noch / dies Wort erleben mag: Der Hund ist tot!
Wir hassen bald, was oft uns Furcht erregt.
Am häßlichsten ist Häßlichkeit am Spötter.
Gesinnung schändet einzig die Natur, / und häßlich heißt mit Recht der Böse nur.
Wer stets zu Haus bleibt, hat nur Witz fürs Haus.
Freien, heiraten und bereuen sind wie eine Kurante, ein Menuett und eine Pavana: Der erste Antrag ist heiß und rasch wie eine Kurante und ebenso phantastisch. Die Hochzeit manierlich, sittsam wie ein Menuett, voll altfränkischer Feierlichkeit. Und dann kommt die Reue und fällt mit ihren lahmen Beinen in die Pavana.
Du bist mir so ein Zeisig, der, sobald er die Schwelle eines Wirtshauses betritt, mit dem Degen auf den Tisch schlägt und ausruft: Gebe Gott, daß ich dich nicht nötig habe!
Ich habe wohl von einer Art Leute gehört, die mit Fleiß Händel mit andern anzetteln, um ihren Mut zu prüfen.
Die beste Hilf' ist Ruhe.
Wenn die Krankheit / verzweifelt ist, kann ein verzweifelt Mittel / nur helfen oder keins.
Hoffnung ist oft ein Jagdhund ohne Spur.
Im Elend bleibt kein anderes Heilungsmittel / als Hoffnung nur.
Der dorn'ge Stachel / der harten Not nahm von mir weg den Schein / der Höflichkeit.
Ich hatte etwas Wichtiges vor, und in einem solchen Falle tut man wohl einmal der Höflichkeit Gewalt an.
Er speiste sich mit Hoffnung, / verschlang die Luft auf zugesagten Beistand, / sich schmeichelnd mit der Aussicht einer Macht, / die kleiner ausfiel als sein kleinster Traum. / So führt' er, voll von großen Einbildungen, / dem Wahnwitz eigen, seine Macht zum Tod / und stürzte blindlings sich in das Verderben.