Christa Schyboll

678 Zitate, Sprüche & Aphorismen Autorin

Weil sich das Gute erst durch das Böse definiert, tun Menschen oft das Böse und geben damit dem Guten die Chance zu Wachstum und Reife.

Weil wir das Vergangene nicht durchschauen, gestalten wir unsere Zukunft weiter so gefährlich dilettantisch in der Gegenwart.

Weiße Flecken sind vor allem auf der Landkarte der Wahrheit zu finden.

Welche Krankheiten hingegen uns auch immer umbringen werden, eines ist klar: Am Tod an sich stirbt fast niemand mehr.

Wem Recht schaffende Bosheit aus den Augen strahlt, qualifiziert sich für bestimmte Jobs sicherer als jemand, der lediglich mit offenem Blick naiv dreinschaut.

Wem zu strahlen bestimmt ist, strahlt auch durch die dicken Schichten von Armut, Krankheit und Not.

Wen das Brummen einer Fliege noch stört, hat bei seiner Meditation noch nicht das Brummen von zwei Fliegen in verschiedenen Ecken eines Zimmers gleichzeitig gehört.

Wendet sich im Land die kreative Wirtschaftsstimmung in eine kriegerische, so zieht damit tiefer Frieden in die Waffenlobby ein angesichts der neuen vielversprechenden Entwicklungen.

Wenn Chaos Gottes eigen-sinniger, unergründlicher Wille ist - Ist Ordnung dann vielleicht Gottes menschenfreundliche Zugeständnis an unseren kleinen Verstand?

Wenn das eigene Gewissen eine plötzliche Attacke verspürt, von dort zum Hirn wandert und auf aufmerksame Gedanken trifft, ist Handlung im Verzug.

Wenn das Gute eintritt, ist es durchaus sinnvoll, das noch Bessere in Betracht zu ziehen.

Wenn das Ideenhafte die Basissubstanz der Wirklichkeit ist, sollte die Phantasie ihre schönste Garnierung sein.

Wenn das Jetzt altert verjüngt sich das Später um seine Zukunft und bleibt niemals im Vergangenen stehen.

Wenn das Wort, schärfer ist als ein Schwert, ist ein Satz dann potenter als ein Heer? Und sind Seiten weiser Sätze dann gefahrvoller als entfesseltes Atom? / Wenn das Wort aber nur ein Schatten ist vom wahren Gefühl, ist das wahre Gefühl, dann nur ein Schatten einer ersten Idee? / Fühlte sich die Idee ins Sein oder dachte sich das Sein ins Gefühl und schuf dabei das Wort, das schärfer ist als ein Schwert?

Wenn deine ausgebuffte Rhetorik so in die Dialektik übergeht, dass keiner mehr etwas versteht, dürfen deine Argumente ruhig auch ein wenig irre sein.

Wenn der Patient lernt, fest an seine Gesundheit zu glauben, steigen seine Chancen auf Heilung entsprechend an.

Wenn die familiäre Atmosphäre so dicht geworden ist, dass Eisen darin schwimmen kann, ist es an der Zeit, die emotionalen Zimmer zu lüften.

Wenn die Uhren so schnell zu laufen scheinen, dass die Konturen der Zeiger verschwimmen, ist es an der Zeit, zu entstressen.

Wenn du dich am sicheren Ufer fühlst, kann es sein, dass der Strom sein Bett schon wieder verändert hat.

Wenn Du dich jetzt auf der Höhe deines Verstandes glaubst, hast du keine Vorstellung von der Tiefe deines Nichtwissens.

Wenn du dich schon wieder unverstanden fühlst, tröste dich damit, dass ein umfassendes Verstehen deiner selbst den Nächsten immer überfordern muss.

Wenn du hungrig nach Erfahrung bist, dann werde still und höre, wie die Erfahrung deiner eigenen Stille dich in ungeahnte innere Abenteuer führt.

Wenn du mit deinem Partner haderst, dann schau in den Spiegel und sieh durch seine Augen einmal neu dein eigenes Sein.

Wenn du unzufrieden mit dir selber bist, schau in die Augen derer, die sich selbst nicht lieben können. Und schon siehst du dich im neuen Lichte.

Wenn Dummheit mit Raffinesse paktiert, hat das Dream-Team Weisheit und Würde einfach keine Chance!

Wenn es ein Atom schafft, an zwei Orten gleichzeitig zu sein, was sollte meine Gedanken dann daran hindern, etwas gleichzeitig zu bejahen und zu verneinen?

Wenn es eine subatomare Schwingung schafft, an zwei Orten gleichzeitig zu sein, was sollte meine Gedanken dann daran hindern, etwas gleichzeitig zu bejahen und zu verneinen?

Wenn Friede aus dem Auge scheint, der Teufel um seine Pfründe weint.

Wenn historische Strukturen zerbrechen, kann die Zukunft ihre Geburt in der Gegenwart feiern.

Wenn historische Strukturen zerbrechen, kann die Zukunft ihre Geburt in der Gegenwart feiern.

Wenn Ideen aus dem Schwarzen Loch der Ahnungen kriechen und nach Aufmerksamkeit rufen, sollte man sie zunächst einmal vertrauensvoll ins Helle neuer Gedankenüberlegungen ziehen, statt sie im Sack der alltäglichen Überforderung allzu schnell zu entsorgen.

Wenn in hingebungsvoll gepflegten Gärten Gärtner nichts Unerwünschtes am falschen Platz wachsen lassen, kann es passieren, dass an anderem Platz das Unerwünschte spontan ins Kraut schießt.

Wenn man innerlich nicht klar kommt mit dem, was man tut, aber seine Situation eben doch nicht verändert, verliert man seine Würde. Es ist ein sonderbarer Mix, für den man selbst die Verantwortung trägt.

Wenn nur dein Kopf denkt, bleibt das Ideenhafte kalt. Wenn nur dein Herz fühlt, verbrennen die Gefühle sinnerfülltes Handeln. Doch wenn dein Kopf fühlt und du dein Herz ein wenig denken lässt, vermischen sich Kälte und Hitze zu einer wohligen Temperatur des Wohlergehens.

Wenn Religion Opium fürs Volk ist, dann ist Politik der Goldene Schuss.

Wenn schon die Gedanken häufig entfesselt sind, tut man gut daran, wenigstens seine Zunge im Zaum zu halten.

Wenn sich die Brennpunkte der Zeiten überkreuzen und dabei ein neues Auge bilden baden wir im Pool zeitloser Raumenergie.

Wenn sich die Gedanken erst einmal so verdreht haben, dass man damit edlen Wein entkorken könnte, ist nicht mehr ernsthaft damit zu rechnen, dass der Gedankenanalyse noch hieb- und stichfest zu vertrauen ist.

Wenn sich die Leere im Kopf auf die Jagd nach der Nachdenklichkeit macht, sollte man sich auch von zaudernden Chefs nicht aufhalten lassen.

Wenn sich die Nacht vom Osten leise über den Westen legt und vom Westen her die Morgensonne den Osten beleuchtet, gehen sowohl im Norden wie im Süden zugleich die Lichter an und aus – je nach Fokus und Örtlichkeit.

Wenn sich Terror in Politik wandelt, sind Politiker nicht automatisch alle abgedankte Terroristen.

Wenn unüblich üble Ereignisse nichtüblen Menschen zustoßen, müssen nichtübliche Ereignisse deshalb nicht zwangsläufig den Übelsten passieren.

Wenn wir unsere Begrenzung außer Kraft setzen, sprengen wir Fluttüren für neue Weisheiten. / Weil wir uns aber vor der neuen Flut fürchten, setzen wir unsere Begrenzung nicht außer Kraft.

Wer auf eine Oder-Frage mit »Ja« antwortet, verneint damit das Nein als mögliche Zustimmung.

Wer aus nichts Gewinn schlägt, ist nicht zwangsläufig besser dran als jemand, der Gewinn aus nichts schlägt, aber immer noch besser als jemand, der keinen Gewinn aus Gewinn schlägt obschon er zunächst hoffte, Gewinn aus Gewinn schlagen zu können.

Wer bedingungslos lieben lernen will, muss zuvor das Feuer des Hasses in aller Glut durchschritten haben.

Wer bei seinem Vorstellungsgespräch die falsche Art von Intelligenz zur richtigen Zeit platziert, kann von Glück sagen, wenn der Personalchef dann im rechten Augenblick mit der Interpretation des Gehörten vollkommen daneben liegt.

Wer bereits am Rand der Welt steht und dabei mit klarem Blick in den Abgrund schaut, entdeckt nicht selten dann auch den Sinn des absichtslosen Spieles allen Seins.

Wer bereut, was er tun will, bevor er es tut, beweist neben seiner Reuefähigkeit auch einen erstaunlichen Weitblick.

Wer das Falsche richtig macht, ist wenigstens gründlich in seinen Fehlern!

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