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Jeremias Gotthelf

schweizerischer Pfarrer und Schriftsteller (1797 - 1854)

39 Zitate, Sprüche & Aphorismen

  • Es ist mit der Liebe wie mit den Pflanzen: Wer Liebe ernten will, muß Liebe säen.

  • Die Menschen sind da, um einander zu helfen, und wenn man eines Menschen Hülfe in rechten Dingen nötig hat, so muß man ihn dafür ansprechen. Das ist der Welt Brauch und heißt noch lange nicht betteln.

  • Es ist freilich eine schwere Sache, sich selbst zu vergessen und so in ein Kinderköpfchen hinein sich zu denken, da sich umzuschauen, was alles darin und nicht darin sei. Aber wer es versteht, das Kinderherz sich offen zu erhalten, sieht auch in den Kopf hinein und erkennt, was er bedarf. Und zu seiner Ausfüllung arbeitet er dann stets vorsichtig wie die Biene in ihrem Korbe, die mit bewundernswürdiger Kunst erst die Waben anzuheften, dann die Zellen aufzubauen und dann endlich mit Honig...

  • Besänftigen ist eine rare Kunst. Um sie zu üben, muß man das Herz, welches man besänftigen will, vollständig kennen und aller seiner Schwingungen Meister sein.

  • Ein freundlich Wort findet immer guten Boden.

  • Wie oft verglimmen die gewaltigsten Kräfte, weil kein Wind sie anbläst!

  • Dem Mutlosen gilt alles nichts, dem Mutigen wenig viel.

  • Das meiste Unglück der Menschen besteht eigentlich nur darin, daß sie sich mit Händen und Füßen gegen das Kreuz, das sie tragen sollen und tragen müssen, stemmen und wehren.

  • Es gibt Worte, die gehen in den Kopf wie Splitter ins Fleisch: Man merkt es nicht. Erst nach einer Weile fangen sie an zu schmerzen und zu eitern, und oft hat man seine liebe Not, ehe man sie wieder rauskriegt.

  • Ein guter Name geht in Augenblicken verloren; ein schlechter wird in Jahren nicht zu einem guten.

  • Schwerer Anfang ist zumeist zehnmal heilsamer als leichter Anfang.

  • Die dummen Leute glauben immer, die Liebe sei nur eine Tugend, während sie die Kraft ist, welche einzig zur Ausübung der Tugenden befähigt.

  • Fürchtet einer das Feuer, so riecht er allenthalben Rauch.

  • Wir halten Eifersucht immer für den Ausbruch des Bewußtseins der eigenen Schwäche oder der eigenen Unliebenswürdigkeit.

  • Je tiefer vor einem gekniet wird, desto höher bäumelet man.

  • Wenn zu rechter Zeit jeder Mensch fassen würde, welche süße Gabe der Schlaf ist, es würde keiner mehr ihn so mutwillig auf das Nichtwürdigste verschleudern.

  • In aufgeregten Zeiten, wo die Meinung alles, die Sitte wenig gilt, da sieht man Menschen mit der niederträchtigsten Niederträchtigkeit Sklaven der öffentlichen Meinung werden und keine andere Meinung haben als die, welche gerade Trumpf ist und welche Leib und Leben schützen, ein Pöstlein bringen kann.

  • Wer im Kleinen untreu ist, wird der treu im Großen werden?

  • Wer Freude hat am Klagen, wird immer was zum Klagen finden.

  • Es ist, ihr möget wollen oder nicht, / das Haus der Spiegel eurer selbst.

  • Das ist auch eine Kunst, die nicht im Wirtshaus gelehrt wird: Im Kleinsten getreu sein und das Höchste im Herzen tragen.

  • Wenn die Menschen einander verstünden und Liebe hätten zueinander, so wüßte der Unmündige, was gut wäre und jeder dem andern schuldig ist, und man hätte den Irrgarten von Gesetzen nicht nötig, worin man je länger je weniger weiß, wo man ist.

  • Zuviel auf einmal wollen, das ist vom Bösen.

  • Es ist seltsam, aber es ist doch so, daß es Naturen gibt, welche in dem Maße, als ihre Gefühle zarter werden, gröberer Worte sich bedienen.

  • Es ist traurig, wenn über einem Leben keine anderen Sterne stehen als Mahlzeiten!

  • Ich fand mich sicher nie frömmer, als wenn ich so recht fröhlich im Gemüte war.

  • Leute ohne Bildung beharren desto eigensinniger bei ihrem Willen, je weniger sie dafür zu sagen wissen.

  • Was ist unsere Rede anderes als eine unsichtbare Hand, wunderbar und vielfach gefingert, mit welcher wir fahren über unserer Mitmenschen Gemüter.

  • Wer es allen treffen will, ist ein Narr oder muß einer werden.

  • Man möge bedenken, daß man andere ertragen soll, wie man selbst zu werden wünscht.

  • Es ist, als ob das Weib der dunkle Grund wäre, auf dem im Vordergrunde der helle Mann hin und hergeht, aber vom dunklen Grunde gehoben und getragen.

  • Wo die Angst im Leibe steckt, da ist auch Gefahr allenthalben.

  • Wenn doch die Leute dächten, daß nicht Gaben Gott wohlgefallen, sondern das Herz, das die Gaben gibt!

  • Im Hause muss beginnen, was leuchten soll im Vaterland.

  • Sie sind selten, die Augenblicke im Menschenleben, wo in Weh und Wonne die heiligen Fluten weit über alles Denken gehen und den Menschen versenken in den tiefen Brunnen heiliger Andacht, süßen Bangens, heißen Sehnens.

  • Das wahre Glück des Menschen ist eine zarte Blume; tausenderlei Ungeziefer umschwirret sie; ein unreiner Hauch tödtet sie.

  • Aber Gott will auch, daß der Mensch betrachte die vergangenen Zeiten; nicht als Eintagsfliege ohne Zukunft hat Gott den Menschen geschaffen, und wer die ihm geordnete Zukunft genießen will, muß sich dazu stärken an der Vergangenheit.

  • Welche Kraft kann einflußreicher, anspornender sein als die mütterliche Liebe – die sanfteste und zugleich unerschrockenste Kraft in der ganzen Naturordnung?

  • Eine rechte Mutter sein, das ist ein schwer Ding, es ist wohl die höchste Aufgabe im Menschenleben.

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