Christa Schyboll

678 Zitate, Sprüche & Aphorismen Autorin

Revolutionäre Gedanken, die nie in politische Aktionen detonierten, sind Blindgänger der Historie.

Richtig ist das Falsche nur dann, wenn es so gründlich falsch ist, dass wirklich nichts Richtiges mehr daran zu erkennen ist.

Schafft man einen gesunden Abstand zur eigenen Erwartungshaltung, zieht in die werdende Liebe auch die Freiheit ein.

Scharfsinn ist das schneidende Messer des Intellekts, der zwar alles messerscharf trennen kann, jedoch keinem seiner Schnittobjekte nach der Denk-Sezierung wieder Leben einhaucht.

Schaut man sich die globale Wirklichkeit an, ist nur festzustellen, dass die Menschheit ihre eigenen Psychosen geradezu leidenschaftlich liebt!

Scheinbar Unmögliches erreicht man nur dann, wenn man es paradoxerweise mit der gegebenen Realität weise zu verknüpfen weiß.

Schlechtes ist insofern nicht immer grundsätzlich schlecht, weil es ja die Möglichkeit zum Guten bietet, das eben noch nicht ist.

Schlimme Ereignisse sollten uns nicht verführen zu denken, es könne nicht noch viel schlimmer kommen.

Schmerz mit vorübergehend mehr Schmerz zu behandeln, erscheint abartig, aber es hilft in vielen Fällen.

Schulen sind Erinnerungsstätten des Alters, in denen Milde und Güte zu jeder Verzerrung bereit ist.

Schwindelerregend schnell ist die Anpassungsfähigkeit an das Diktat einer Terrorwirtschaft die sagt, was gesund ist und schmeckt, was richtig ist und falsch , was in ist und out. Und in stillen Augenblicken ahnst du die dünnen Fäden, an denen du schon lange klebst und funktionierst zu Glück und Freude vieler Wirtschaftszweige.

Sei wirklichkeitsgemäß und behaupte den Kaiser nackt, wenn er es ist!

Sich frei für etwas entscheiden zu können, da beginnt der freie Wille.

Sich vorzustellen, alle Wahlkampfversprechen würden erfüllt, weil sich am Ende alle einig sind, käme einem kollektiven Denkkollaps gleich, mit dessen Möglichkeit man nur deshalb so schön spielen kann, weil seine Realisierung niemand ins Auge fasst.

Sie [die Angst] ist weder zu meiden noch zu vermeiden, sondern sie ist zu meistern, wenn sie einmal im Leben auftritt. Sie kommt nie ohne Grund.

Sieht ein Hellseher schwarz für die Zukunft, legt sich ein verdunkelnder Dämmerschein bereits über die Gegenwart.

Sind besondere »Momente« jene Augenblicke, die Kürze suggerieren und Ewigkeiten meinen?

Sind Entscheidungen im Stress so schnell zu treffen, dass nicht einmal einen Augenblick für eine mögliche Reue bleibt, setzt man sich der Gefahr aus, sich selbst auf dem Zeitaltar als Opfer zu bringen.

Sind sich die Werktätigen als Schmiere im Achslager der globalen Märkte erst einmal ihrer wirklichen Macht bewusst, können sie ihre Forderungshebel völlig neu ansetzen.

So der Wandel edler ist als die Stetigkeit, so ist die Bewegtheit einer Ruhe vorzuziehen. Schöpft man dann aber wieder aus der Ruhe die Kraft für den notwendigen Wandel, so bleibt die Stetigkeit eine Voraussetzung für die Bewegtheit.

So lange Einsicht noch Elemente von Verblüffung enthält, ist sie in der Regel noch nicht fest zentriert, sondern noch zart und schwankend in ihrem Werde-Prozess.

So lange Leben noch stirbt, ist Leben noch nicht als Leben geboren, sondern treibt als Dämmerfötus in den Grenzen der Raumzeit

So manch einem tapferen Vorsorger ist die Überdosis von Entsetzen ins Gesicht gezeichnet, wenn er bei der Nachsorge feststellt, dass die Sorgen nun erst richtig beginnen.

So wie die Flüsse der Erde nicht über die Ufer treten, um die Städte neugierig zu erforschen, betreten Vorstände auch nicht die Werkhallen, um realistische Arbeitseindrucke zu sammeln, sondern haben dort dann in der Regel einen Pressetermin mit Foto-Shooting.

Sobald man einen Moment als perfekt erlebt, kann der nächste Moment nur ein Rückschritt sein.

Solange die Tradition große Bedeutung hat, verbleibt die große Bedeutung in den Fesseln der Geschichte.

Solange Leben noch stirbt, ist Leben noch nicht als Leben geboren, sondern treibt als Dämmerfötus in den Grenzen der Raumzeit.

Sprechen Männer in so scharfem Ton mit ihren Frauen, dass man sich mit ihren Worten rasieren könnte, ist anzuraten, das Gespräch mit After-Shave-Atmosphäre ein wenig zu glätten, bevor sich die Frauen ihrer eigenen Waffen besinnen.

Sprechen wir von der Kinderprostitution oder dem Missbrauch der Kleinsten, dann sprechen wir von nichts weniger als der Hölle! Kein Schattenreich kann satanischer sein als das, was wir Menschen uns in diesem Sektor leisten.

Sprudeln während des Brainstormings perlende Gedanken wie Kohlensäure, sollte man darauf achten, keinen mentalen Blähbauch im Gehirn zu bekommen oder an der falschen Stelle mit seinen Synapsen zu rülpsen.

Staatsgeschäfte prosperieren nicht selten in Zeiten kreativer Anspannung vor allem im Militärsektor.

Starke Charaktere zeichnen sich durchaus nicht allein durch Intelligenz aus, sondern bauen auch auf untrüglichen Instinkt.

Starke Winde sind die Hüte-Hunde der Wolken, die sie auf die Himmelsweide treiben.

Stellen Sie sich den Körper als eine Sinfonie vor. Jede Zelle hat darin ihren eigenen Ton, ihr eigenes Instrument. Ist man krank, ist diese Eigenmusik schräg, schrill oder sonst wie daneben.

Sterben will genauso gekonnt sein wie Leben.

Stiehl mir lieber meine Uhr, statt meine wertvolle Zeit!

Stille ist der lautlose Herzschlag des Universums in deiner Seele.

Stumpfsinn macht deshalb so vielen Menschen auch viel mehr Vergnügen als Scharfsinn, weil Scharfsinn oft so entsetzlich anstrengend ist!

Stürzen Aktien aufgrund emotional gesteuerter Börsenneurosen einmal wieder in den Keller, hat sich so etwas wie eine trockene Verdunstung ereignet.

Störungen sind dazu da, damit die Harmonie endlich auch einmal pausieren darf.

Störungen zu vermeiden bedeutet, der Ordnung keinen Urlaub zu gönnen.

Säe die Antwort, ernte die Frage. Säe die Mutkraft, ernte das Risiko. Säe das Sehen, ernte das Hören. Säe die Denkkraft, ernte das reine Gefühl. Säe den Tod, ernte die Ewigkeit.

Talentiert zum vielfachen Sterben. Immer wieder neu, ohne es auch nur einmal final zu schaffen.

Taucht die Rückenflosse der »Bad News« auf dem See der Neuigkeiten auf, stürzen sich Reporter wie Haie selbst auf völlig harmlose Bürger.

Teile unseres Denkvermögens verkriechen sich auch deshalb so gern in der Nische mancher Hirnwindung, weil sie sich mit bestimmten Gedanken vor dem eigenen Gewissen verstecken wollen.

Terror ist allein menschengemacht und kein Naturereignis.

Terror und Frieden verhalten sich zueinander wie Zeit und Ewigkeit.

Tiefsinnige Gedanken sollte man klugerweise so positionieren, dass sie nicht durch das löchrige Gitter der allgemeinen (Un-)Aufmerksamkeit des zerstreuten Vorgesetzten fallen.

Traumtänzer mögen zwar ihren Traum tanzen, aber sie tanzen sich nur selten ins Zentrum der realen Erfüllung ihrer Wünsche.

Tritt jemand endlich einmal aus seinem eigenen Kopf heraus und steht wie plötzlich neben sich, ist das Verwundern über die eigene Person nicht selten ein Schock.

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