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Jonathan Swift

irischer Schriftsteller und Satiriker (1667 - 1745)

31 Zitate, Sprüche & Aphorismen

  • Hat man eine erste Demütigung stillschweigend hingenommen, wird man künftig mit weiteren rechnen müssen. Die Verachtung wächst, und die Skrupel unserer Widersacher schwinden dahin. Wie eine Dirne sinken wir von Stufe zu Stufe.

  • Kein kluger Mensch hat jemals gewünscht, jünger zu sein.

  • Alte Herren und Kometen werden aus dem gleichen Grund verehrt: Wegen ihrer langen Bärte und der Behauptung, daß sie die Ereignisse voraussagen.

  • Gesetz ohne Freiheit ist Despotismus, Freiheit ohne Gesetz Anarchie.

  • Die Selbstliebe mancher Menschen macht sie geneigt, anderen Freude zu bereiten. Die Selbstliebe anderer Menschen wieder beschränkt sich völlig darauf, sich selbst Freude zu bereiten. Dies macht den großen Unterschied zwischen Tugend und Laster.

  • Genau genommen, leben sehr wenige Menschen in der Gegenwart. Die meisten bereiten sich vor, demnächst zu leben.

  • Wo ein Genie auftaucht, verbrüdern sich die Dummköpfe.

  • Die Lehre der Stoiker, daß wir unseren Bedürfnissen durch Ausrottung unserer Begierden abhelfen sollen, kommt mir ebenso vor, als wenn wir uns die Füße abschneiden sollten, damit wir keine Schuhe brauchen.

  • Wir haben gerade Religion genug, um einander zu hassen, aber nicht genug, um einander zu lieben.

  • Zum Segen des Glücks bekennen sich nur die Unglücklichen; die Glücklichen führen alle ihre Erfolge auf Klugheit und Tüchtigkeit zurück.

  • Man wirft den Menschen immer vor, daß sie ihre Mängel nicht erkennen. Noch weniger aber kennen sie ihre Stärken. Sie sind wie das Erdreich. In vielen Grundstücken sind Schätze verborgen, aber der Besitzer weiß nichts von ihnen.

  • Das Leben ist eine Tragödie, in der wir eine Weile als Zuschauer sitzen und dann unsre Rolle spielen.

  • Euch Bedienten, deren Herrschaften auf dem Lande wohnen, gebe ich den guten Rat, daß, wenn ihr von fremden Besuchern Trinkgelder haben wollt - ohne wel he ein Bedienter wohl nicht leben kann -, ihr euch allezeit, wenn der Besuch sich wieder empfiehlt, in zwei Reihen hinstellt, so daß er schlechterdings zwischen euch hindurchpassieren muß. Er müßte äußerst unverschämt sein oder weniger Geld als üblich bei sich haben, wenn er alsdann einem von euch entwischen sollte.

  • Gewalttätiger Eifer für die Wahrheit ist entweder Unbeherrschtheit, Ehrgeiz oder Überheblichkeit.

  • Jeder Mensch besitzt gerade soviel Eitelkeit, wie ihm an Verstand und Urteilskraft fehlt.

  • Niemand, der sein inneres Bewußtsein aufrichtig fragt, wird seine Rolle auf der Welt wiederholen wollen.

  • Eitelkeit ist eher ein Zeichen der Demut als des Stolzes.

  • Wer kann erwarten, die Menschheit werde gute Ratschläge befolgen, wenn sie nicht einmal Warnungen zur Kenntnis nimmt?

  • Bekommt ihr eines Versehens wegen einen Verweis, so brummt, wenn ihr zum Zimmer hinaus- und die Treppe hinuntergeht, so laut darüber, daß es eure Herrschaft deutlich hören kann! Dies wird sie von eurer Unschuld überzeugen.

  • Ein bekanntes Talent niedriger und kleiner Geister, stets den Namen eines großen Mannes im Munde zu führen.

  • Was Männer und Frauen im Himmel tun, wissen wir nicht; sicher ist nur, daß sie sich nicht heiraten.

  • Gleich dem Besitzer eines Terrains, der nichts von den darin schlummernden Bodenschätzen ahnt, bleiben auch dem Menschen seine geheimen Qualitäten meist unbekannt.

  • Im Leben ist es besser zu wollen, was man nicht hat, als zu haben, was man will.

  • Mitunter las ich ein Buch mit Vergnügen und verwünschte den Autor.

  • Brotrinden und Versprechungen sind dazu da, gebrochen zu werden.

  • Ihr könnt Menschen durch Gewinn oder Strafen dazu zwingen, daß sie sagen oder schwören, sie glaubten, und daß sie so tun, als ob sie glaubten. Aber weiter könnt ihr nichts.

  • Jeder möchte lange leben, aber keiner will alt werden.

  • Die besten Ärzte der Welt sind Dr. Diät, Dr. Ruhe und Dr. Fröhlich.

  • Gesetze sind wie Spinnweben, die kleine Fliegen fangen, aber Wespen und Hornissen entkommen lassen.

  • Ich liebe gute, ehrenwerte Bekanntschaft; ich liebe es, der Schlechteste in einer Gesellschaft zu sein.

  • Und schließlich gleicht der wahre Kritiker beim Lesen eines Buches einem Hunde beim Festmahl, dessen Sinnen und Trachten einzig auf das gerichtet ist, was die Gäste fortwerfen, und der daher dort am meisten knurren wird, wo die wenigsten Knochen abfallen.

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