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Ludwig Marcuse

deutsch-amerikanischer Philosoph und Schriftsteller (1894 - 1971)

62 Zitate, Sprüche & Aphorismen

  • Zynismus kann ein Präludium echter Moral sein.

  • Denken ist eine Anstrengung, Glauben ein Komfort.

  • Es ist immer die Leistung, die bestimmt, wer zur Elite zählt.

  • Der Elfenbeinturm ist heute überfüllt mit Aktivisten. Sie sitzen dort aktiv.

  • Ein Führer entsteht nur, wenn eine Gefolgschaft bereits da ist.

  • Und was ist nicht die geheime Diplomatie? Man sieht, wie die Partner ins Konferenzzimmer gehen und wieder herauskommen - und man erfährt das Resultat: zum Beispiel, daß beide friedliebend sind.

  • Wer bereut, hat die Chance, daß er eine Gegenwart haben wird, deren er sich in Zukunft nicht ganz so sehr zu schämen braucht.

  • Nicht alle Sterne lernten wir durch Aufblicken kennen. Mit manchen waren wir auf Du und Du, bis wir merkten, daß sie Sterne sind.

  • Daß zwei Menschen zusammen leben können, ist eines der größten Wunder. In den meisten Fällen können sie es auch gar nicht, was dadurch verdeckt wird, daß sie auch nicht auseinander können.

  • Diplomatie und Öffentlichkeit gehen eine Verbindung ein wie Feuer und Wasser: Die Diplomatie zischt und wird zu Wasser.

  • Die große Mode ist jetzt pessimistischer Optimismus: Es ist zwar alles heilbar, aber nichts heil.

  • Nur wer im Wohlstand lebt, schimpft auf ihn.

  • Weltanschauung ist nicht selten Mangel an Anschauung.

  • Trost und Rat sind oft die Abwehr eines Nichtbetroffenen gegen das Leid eines Betroffenen.

  • Demut soll nie etwas anderes sein als die Verneinung von Hochmut. Sonst wird sie Kleinmut.

  • Technik - das sind auch die aufgespeicherten Resultate der langen Kämpfe gegen die Feinde der Menschen. Insofern ist sie zu preisen.

  • Wissenschaft steht im Dienste eines Ideals oder im Dienste einer herrschenden Gruppe.

  • Aufklärung: Die Vernunft macht immer heller, in welchem Dunkel wir leben.

  • Neu - das ist in der Regel nur, was einer Generation neu vorkommt.

  • Ich wünschte, die Menschheit könnte sich eine Anarchie leisten. Sie kann es nicht, leider. Vergessen wir aber nie das Ideal: so viel Anarchie wie möglich.

  • Es wäre nicht so schlimm zu altern, wenn alle ersten Lieben in ewiger Jugend blühten.

  • Du sollst nicht vor einem Argument in die Knie brechen. Vielleicht überzeugt es nur, beweist aber nichts.

  • Ein heißes Eisen, durch Abstrakta sublimiert, wird kalter Kaffee.

  • Das Gedruckte übt einen mächtigen Druck aus, der besondere Glaube ans Gedruckte ist einer der mächtigsten Aberglauben.

  • Für die Gesellschaft ungefährlich ist noch, wer sich nur ärgert, nicht mehr, wer Ärgernis nimmt.

  • Ein Philosoph ist, unter anderem, auch ein Mann, der nie um Argumente verlegen ist.

  • Der blanke Atheismus ist nicht so gefährlich, wie die meinen, deren Position durch ihn angeblich gefährdet wird. Man hatte sowieso immer nur wenig Zeit, an Gott zu denken oder an seine Abwesenheit.

  • Brauchbarkeit wiegt schwerer als Begabung, vielleicht nicht vor Gott, aber vor dem Personalchef.

  • Jugendgefährdend heißt: Die Alten sind so gefährdet, dass sie sich hinter der Jugend verstecken müssen.

  • Zukunft ist die Ausrede derer, die Vergangenheit und Gegenwart zu verbergen trachten.

  • Jede Unähnlichkeit mit Lebenden oder Verstorbenen ist nicht beabsichtigt.

  • Der Abenteurer ist unentbehrlich, das wird allerdings erst erkannt, wenn sich herausstellt, dass er Amerika entdeckt hat.

  • Ein Friedlicher ist einer, der sich totschießen lässt, um zu beweisen, dass der Andere der Aggressor gewesen ist.

  • Der Atheismus des neunzehnten Jahrhunderts ist tot. Man sollte ihn nicht scheinlebendig machen, indem man ihn noch mit Argumenten bekämpft.

  • Man arbeitet zunächst aus Notwendigkeit oder Lust, dann vielleicht nur, weil man es sich angewöhnt hat. Name dafür: Arbeitsbesessenheit.

  • Ein Wort ist noch nicht dadurch erledigt, dass es, in aller Munde, breiig geworden ist.

  • Marx hat das Glück, für das seine Lehre gemacht ist, so gründlich verschwiegen, dass viele seiner Anhänger "Glück" (unter dem Taufnamen "kulinarisch") für eine konterrevolutionäre Vokabel halten.

  • Einer regt sich auf, weil er annimmt, dass andere sich aufregen werden, oder weil er will, dass sie es tun.

  • Leautauds "Es gefällt mir oder gefällt mir nicht" hat oberstes Prinzip jeder Ästhetik zu sein. Kommentar: Das Warum ist zweitrangig.

  • Der Aphorismus: die Kunst der Kürze. Kann auch die Kunst der Zu-kurz-Gekommenen sein.

  • Bescheidenheit ohne Selbstgefühl, Selbstgefühl ohne Bescheidenheit sind nichts wert.

  • In Kants Jahren konnte der Aufklärer nicht aufklären, weil man ihn nicht ließ, zu unserer Zeit nicht, weil man ihn nicht liest.

  • Versuch einer Definition Deutschlands: Nur auf der Autobahn weicht man nicht aus.

  • Bequemlichkeit hindert uns oft genug Bindungen zu lösen - mancher verdorrt, dessen Wurzeln nicht nähren, nur festhalten.

  • Die Medizinen gegen Unglück sind bitter in allen Apotheken - selbst bei den Epikuräern.

  • Mut ist nur daran zu messen, wen man und wen man nicht auf seiner Seite hat.

  • Aufwendige Formulierungen helfen nicht gegen abgedroschene Begriffe.

  • Auf welcher Gesetzestafel steht: Die heiligen Gefühle der Theisten müssen respektiert werden, die heiligen Gefühle der A-Theisten aber nicht?

  • Es ist unfair, den Menschen nach seinem Beruf abzustempeln, der ihn nicht abstempelt.

  • Autokraten lieben meist kleine Kinder. Sie schränken ihre Macht nicht ein, dafür sind sie ihnen dankbar.

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