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Oswald Spengler

deutscher Geschichtsphilosoph (1880 - 1936)

40 Zitate, Sprüche & Aphorismen

  • Die privaten Mächte der Wirtschaft wollen freie Bahn für ihre Eroberung großer Vermögen. Keine Gesetzgebung soll ihnen im Wege stehen. Sie wollen die Gesetze machen, in ihrem Interesse, und sie bedienen sich dazu eines selbstgeschaffenen Werkzeugs, der Demokratie, der bezahlten Partei.

  • Der Bauer ist der ewige Mensch, unabhängig von aller Kultur, die in den Städten nistet. Er geht ihr voraus, er überlebt sie, dumpf und von Geschlecht zu Geschlecht sich fortzeugend, auf erdverbundene Berufe und Fähigkeiten beschränkt, eine mystische Seele, ein trockener, am Praktischen haftender Verstand, der Ausgang und die immer fließende Quelle des Blutes, das in den Städten die Weltgeschichte macht.

  • Der Weg der Lebensgestaltung (der sog. »Entwicklungsgeschichte«) ist ein Drängen nach Freiheit.

  • Frieden ist die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln.

  • Kulturen sind Organismen. Weltgeschichte ist ihre Gesamtbiographie.

  • Der Geist denkt, das Geld lenkt.

  • Bildung kann die Zucht verfeinern, aber nicht ersetzen.

  • Willensfreiheit ist keine Tatsache, sondern ein Gefühl.

  • Demokratie ist die politische Form, in welcher vom Bauern die Weltanschauung des Stadtmenschen verlangt wird.

  • Der Grundbegriff aller lebendigen Sitte ist die Ehre. Alles andere - Treue, Demut, Tapferkeit, Ritterlichkeit, Selbstbeherrschung, Entschlossenheit - liegen darin.

  • Zahlen sind Symbole des Vergänglichen.

  • Wer Gott definiert, ist schon Atheist.

  • Zur Weltstadt gehört nicht ein Volk, sondern eine Masse.

  • Es ist selten, daß ein Mensch weiß, was er eigentlich glaubt.

  • Eine Ehe, in der Kinder nicht gewünscht oder nicht vermißt werden, ist ein Konkubinat.

  • Man erschrickt nur vor Drohungen; mit vollendeten Tatsachen findet sich der Mensch schnell ab.

  • Erfahrung bedeutet ursprünglich immer schlechte Erfahrung.

  • Eine Rezension wird geschrieben, damit ein Buch Leser findet, die gescheiter sind als der Rezensent.

  • Solange ein Volk eine Nation ist, das Schicksal einer Nation erfüllt, gibt es in ihm eine Minderheit, die im Namen aller seine Geschichte vertritt und vollzieht.

  • Natur soll man wissenschaftlich behandeln. Über Geschichte soll man dichten.

  • Hassen ist ein positiver Lebensstrom: das Verlangen nach Vernichtung, Angriff, der vom Kern ausgeht.

  • Aus der Angst (kommt) das Wissenwollen, das Bedürfnis der Fixierung des Unfixierbaren durch Zahl und Gesetz, Formel, kausale und finale Festlegung.

  • Alle Abstraktion ist anthropomorphes Zerdenken.

  • Das Weib als Mutter ist, der Mann als Krieger und Politiker macht Geschichte.

  • Der Mensch ist eine Episode, ein Augenblick im Weltschicksal.

  • Das Wissenwollen ist Angst, Angst vor dem Geheimnis, "dahinterkommen" wollen.

  • Angriff ist Betätigung des Machttriebes.

  • Organisieren heißt befehlen - Geist und Hand trennen sich.

  • Angriff ist mächtiger als Verteidigung (Wille zur Macht höher als Kampf ums bloße Dasein).

  • Bauernschlau, pfiffig, geweckt sein bedeutet, dass diese Intelligenz Tempo hat.

  • Ein Vogel, der ein Lied herausschmettert, hat ein Behagen dabei.

  • Starker Intellekt lässt den Instinkt verkümmern.

  • In der Tiefe hat man Beweise nicht nötig.

  • Der Wille bestimmt die Bewegung.

  • Ruhe ist nicht bewegungsfremd, sondern nur ein Sonderfall der Bewegung.

  • Allzu viel Bewusstheit tötet den echten Willen, den instinktiven Drang zur Tat und lässt nur das (ständige) bloße Wollen zurück.

  • Wirklichkeit ist unendliches Wirken, unaufhörliche Bewegung.

  • Bewegung und Tun (gehören zusammen).

  • Leben ist Tun und Leiden. Je wissender der Mensch, desto tiefer sein seelisches Leid.

  • Der Charakter eines Volkes ist das Ergebnis seiner Schicksale.

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