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Sully Prudhomme

französischer Schriftsteller (1839 - 1907)

41 Zitate, Sprüche & Aphorismen

  • Man muss den Zweifel achten, denn er ist kein Fehler. Er ist wie die Rettung des Verstandes im Ozean der Doktrinen.

  • Das Lächeln wird nicht gelehrt, es trägt in sich einen gemeinverständlichen Sinn.

  • Die Empörung ist der Zorn der Gerechtigkeit.

  • Es gibt Menschen, die durch kleine Zwischenfälle aus dem Gleichgewicht geraten können, während sie die großen Schläge standhaft ertragen.

  • Das Warten ist die grausamste Vermengung von Hoffnung und Verzweiflung, durch die eine Seele gefoltert werden kann.

  • Es gibt ein untrügliches Maß für die Zuneigung: die Zeit, die man ihr widmet.

  • Die Annehmlichkeit und die Leichtfertigkeit eines auf die mechanischen Beschäftigungen beschränkten Daseins ersticken die Knospe gerechter Auflehnung.

  • Empörung macht Mut. Es gibt keine feige Empörung.

  • Man ist nur glücklich durch das, was man fühlt, und nicht durch das, was man ist.

  • Wir glauben zu leben, aber in Wirklichkeit arbeiten wir nur, um nicht zu sterben.

  • Das Urteil der Bourgeoisie in den Dingen der Kunst ist naiv und brutal.

  • Gesundheit erkennt man daran, dass das Leben seine Wurzeln gern in das irdische Element senkt und sich dort wohl fühlt.

  • Im Feingefühl hat das Herz Geist.

  • Wer sich mit niemandem überwerfen möchte, macht sich zum Sklaven aller.

  • Die Achtung, die uns die Mitmenschen einflößen, lässt sich an der Art unserer Vertraulichkeit ermessen.

  • Immer wieder findet man in den intelligentesten Menschen zugleich die liberalsten und in den Ungebildetsten die radikalsten.

  • Alle Auflehnung gegen die Natur, gegen die Seinsbedingungen ist unfruchtbar und krankhaft.

  • Was man einer anständigen Frau sagen kann, hat seine Grenzen; man kann alles durchklingen lassen, man kann nicht alles sagen.

  • Barmherzigkeit ist leichter zu üben als Gerechtigkeit.

  • Es gibt einen Stolz, der zu kriechen versteht.

  • Es ist ein Rausch, Mutter zu sein, und eine Würde, Vater zu sein.

  • Das Genie entzieht sich den Konventionen und sieht die Dinge selbst an.

  • Jedes Alter kann einen guten Gebrauch vom Leben machen, aber man kennt die Möglichkeiten nur, wenn man dieses Alter durchlebt hat.

  • Sobald man sich seiner Bescheidenheit bewusst ist, verliert man sie.

  • Handwerk ist durch Gewohnheit erlangte Geschicklichkeit.

  • Nur der Ehrgeiz, durch den keine Eitelkeit schimmert, hat Zukunft.

  • Sind Gewissensbisse nicht ein Bedauern der Freiheit, dass sie dem Laster geopfert wurde?

  • Die Aufrichtigkeit ist die erste Bedingungen jeglichen geistigen Schaffens.

  • Die Anmut ist die Geschmeidigkeit der Form.

  • Das Alter, das den Menschen der Lächerlichkeit aussetzt, nimmt ihm zugleich auch das Gefühl für diese Lächerlichkeit.

  • Feinfühligkeit beim Almosengeben ist die Anmut des Wohltuns.

  • Welch ein Anker ist die Hoffnung!

  • Das Leben ist für die unglücklichen Arbeiter nicht viel mehr als ein Kampf gegen den Tod, ein Leiden, um sich gegen das Leiden stark zu machen.

  • Ich begreife nicht, warum eine hässliche Frau auf einem Ball erscheint; das ist ein Widersinn.

  • Zur Beredsamkeit seine Zuflucht zu nehmen heißt, seine Sache als falsch erkennen.

  • Die wahre Beredsamkeit ist bewegte Logik.

  • Bewunderung ist nur überlegenen Geistern gegeben.

  • Ein echter Bildhauer kann auch aus der Büste eines Buckligen noch ein Kunstwerk machen.

  • Das Schicksal der Bücher ist geheimnisvoll.

  • Im Unglück hat der Mensch das Bedürfnis empfunden, zu Gott zu beten, im Glück jedoch nie die Notwendigkeit zu danken.

  • Das erste Mal liest man immer zu schnell, man verschlingt den Brief. Erst wenn man ihn sich wieder vornimmt, genießt man ihn, denkt darüber nach und merkt, dass einem tausend Feinheiten entgangen sind.

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