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Charles Baron de Montesquieu

französischer Schriftsteller, Philosoph und Staatstheoretiker (1689 - 1755)

67 Zitate, Sprüche & Aphorismen

  • Man will nicht nur glücklich sein, sondern glücklicher als die anderen. Das ist deshalb so schwer, weil wir die anderen für glücklicher halten, als sie sind.

  • Es ist eine ewige Erfahrung, daß jeder Mensch, der Macht in Händen hat, geneigt ist, sie zu mißbrauchen. Er geht soweit, bis er Schranken findet.

  • Wie schade, daß so wenig Raum ist zwischen der Zeit, wo man zu jung, und der, wo man zu alt ist!

  • Die Blätter fallen jeden Winter von den Bäumen. Fünf oder sechs bleiben am Baum hängen und werden zum Spielball der Winde.

  • Wenn es nicht notwendig ist, ein Gesetz zu machen, dann ist es notwendig, kein Gesetz zu machen.

  • Wenn Dreiecke einen Gott hätten, würden sie ihn mit drei Ecken ausstatten.

  • Glück ist Menschen gefährlicher als Unglück. Dieses hält ihn wachsam, jenes macht ihn gleichgültig.

  • Es gibt keine grausamere Tyrannei als die, welche unter dem Deckmantel der Gesetze und mit dem Scheine der Gerechtigkeit ausgeübt wird; denn das heißt sozusagen Unglückliche auf der Planke ertränken, auf die sie sich gerettet haben.

  • Die meisten Dinge, die uns Vergnügen bereiten, sind unvernünftig.

  • Das Glück ist unsere Mutter, das Mißgeschick unser Erzieher.

  • Man sagt, daß der Mensch ein geselliges Tier sei. Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet, scheint es mir, daß der Franzose mehr Mensch sei als ein anderer. Er ist der Mensch par excellence; denn er scheint einzig für die Gesellschaft gemacht zu sein.

  • Glücklich das Volk, dessen Geschichte sich langweilig liest.

  • Heute erhalten wir drei verschiedene oder widersprechende Erziehungen: Einmal von unseren Eltern, dann von unseren Lehrern und endlich durch Gesellschaft. Was wir in dieser hören, wirft alle Vorstellungen, welche die beiden ersten Erziehungen uns eingepflanzt haben, über den Haufen.

  • Die Freiheit ist ein Gut, das alle anderen Güter zu genießen erlaubt.

  • Die Mehrzahl der Gesetzgeber waren beschränkte Menschen, welche der Zufall an die Spitze der andern stellte und welche fast nichts anderes zurate gezogen haben als ihre Vorurteile und ihre Narrheiten.

  • Die Eigenliebe, die Liebe zur Selbsterhaltung, nimmt soviele Gestalten an und handelt aus so entgegengesetzten Gründen, daß sie uns dazu bringt, unser Sein aus Liebe zu unserm Sein zu opfern. Und die Achtung, die wir vor uns selbst hegen, ist derart, daß wir infolge eines dunklen Naturtriebs, demgemäß wir uns mehr lieben als selbst unser Leben, freiwillig in den Tod gehen.

  • Da die Menschen zu allen Zeiten dieselben Leidenschaften gehabt haben, so sind zwar die Anlässe, welche große Veränderungen hervorbringen, verschieden, die Ursachen sind immer die nämlichen.

  • Zwischen den Gesetzen und den Sitten besteht der Unterschied, daß die Gesetze mehr die Handlungen des Bürgers und die Sitten mehr die Handlungen des Menschen regeln. Zwischen den Sitten und Gebräuchen besteht der Unterschied, daß erstere mehr das innere Verhalten, letztere mehr das äußere betreffen.

  • Es ist gut, in Bedrängnis zu leben. Das wirkt wie eine gespannte Feder.

  • Wir sind höflich aus Stolz.

  • Der Geist der Mäßigung muß der Geist des Gesetzgebers sein.

  • Europa ist nichts anderes als eine große, aus mehreren kleineren zusammengesetzte Nation. Frankreich und England brauchen den Wohlstand Polens und Rußlands, so wie eine ihrer Provincen die andere nötig hat.

  • Bereits mit der Geburt geht man seinem Vaterlande gegenüber eine Schuld ein, von der man sich niemals ganz befreien kann.

  • Große Herren haben Vergnügen, das Volk hat Freude.

  • Ich habe stets beobachtet, daß man, um Erfolg in der Welt zu haben, närrisch scheinen und weise sein muß.

  • Die Freundschaft ist ein Vertrag, durch den wir uns verpflichten, kleine Dienste zu erweisen, damit wir in den Genuß größerer kommen.

  • Herrscher sollten sich niemals rechtfertigen wollen. Entscheidungen sind ihre Stärke. Ein Versuch, sie zu begründen, schwächt meist die Wirkung.

  • Das gesellschaftliche Gespräch setzt eine Geistigkeit besonderer Art voraus: Es verlangt Kürze der Überlegung und der Einwände.

  • Fast nie kommt der Mensch aus Vernunft zur Vernunft.

  • Man muß die Menschen bei ihrer Geburt beweinen, nicht bei ihrem Tode.

  • Bei seinem Tun und Lassen sollte es dem Menschen auf Billigung und nicht auf Beifall ankommen.

  • Das Volk ist immer zu rasch oder zu langsam. Zuweilen wirft es mit hunderttausend Armen alles über den Haufen, und zuweilen kriecht es mit hunderttausend Beinen.

  • Erfolg beruht im allgemeinen auf dem Wissen, wieviel Zeit zum Erfolg nötig ist.

  • Der Handel verdirbt die reinen Sitten, und dies war der Gegenstand der Klagen Platons. Aber er verfeinert und mildert, wie wir täglich sehen, die rohen Sitten.

  • Unbedingter Gehorsam setzt bei den Gehorchenden Unwissenheit voraus.

  • Je mehr Menschen zusammen leben, umso eitler werden sie, und es entsteht in ihnen das Bestreben, sich durch allerlei Kleinigkeiten hervorzutun.

  • Überflüssige Gesetze tun den notwendigen an ihrer Wirkung Abbruch.

  • Man muß die Vorurteile seiner Zeit gut kennen, um sie weder zu sehr zu verletzen noch ihnen zu verfallen.

  • Man muß Zustimmung für seine Arbeit suchen, nicht Beifall.

  • Die Leute, welche man die gute Gesellschaft nennt, sind oft bloß jene, deren Laster raffinierter sind.

  • Geistliche sind daran interessiert, die Völker in Unwissenheit zu erhalten, man würde sonst, da das Evangelium einfach ist, ihnen sagen: Wir wissen das alles so gut wie ihr.

  • Tritt eine Idee in einen hohlen Kopf, so füllt sie ihn völlig aus - weil da keine ist, die ihr den Rang streitig machen könnte.

  • Nichts trägt zur Erhaltung guter Sitten mehr bei als die strengste Unterordnung der Jugend unter das Alter. Beide Teile werden dadurch in Schranken gehalten. Jene durch die Ehrerbietung, die sie den Alten erweisen muß, diese durch die Achtung, die sie vor sich selbst haben müssen.

  • Die glücklichsten und die allerunglücklichsten Menschen sind im gleichen Maße zur Härte geneigt.

  • Unglückliches Geschick der Menschen! Kaum ist der Geist zu seiner Reife gelangt, beginnt der Körper zu welken.

  • Man kann über alles spötteln, weil alles eine Kehrseite hat.

  • Man soll an seine Schriften keinen Essig tun. Man soll Salz hineinstreuen.

  • Der Wunsch nach Ruhm ist nicht verschieden von jenem Trieb nach Selbsterhaltung, den alle Geschöpfe besitzen.

  • Was den Rednern an Tiefe fehlt, geben sie an Weitschweifigkeit.

  • Wollen die Wilden in Luisiana Früchte haben, so fällen sie den Baum an der Wurzel und sammeln die Früchte. Das ist die despotische Regierung.

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