Zitate mit "poet"

60 Fundstellen

All deine poetischen Siebensachen, / ich schätze sie nicht ein Pfifferlein. / Nicht sollen die Frauen Gedichte machen, / sie sollen versuchen, Gedichte zu sein.

Sittlich sei der Poet, kein Sittenprediger.

Wirken will der Poet wie der Redner. Aber das Höchste / bleibt ihm die Schönheit doch, die er zu bilden sich sehnt. / Jener behält den Erfolg im Blick stets, dieser erreicht ihn, / wenn er ihn über dem Drang seligen Schaffens vergißt.

Der hat's wahrhaftig als Poet / nicht hoch hinausgetrieben, / in dessen Liedern nicht mehr steht, / als er hineingeschrieben.

Ich habe daraus gelernt, wie ein Autor durch eine zweite veränderte Ausgabe seiner Geschichte, und wenn sie poetisch noch so besser geworden wäre, notwendig seinem Buche schaden muß. Der erste Eindruck findet uns willig, und der Mensch ist gemacht, daß man ihn das Abenteuerlichste überreden kann. Das haftet aber auch gleich so fest, und wehe dem, der es wieder auskratzen und austilgen will.

Die Germanen brachten uns die Idee der persönlichen Freiheit, welche diesem Volke vor allem eigen war. Die Reformation kam aus dieser Quelle wie die Burschenverschwörung auf der Wartburg, Gescheites wie Dummes. Auch das Buntscheckige unserer Literatur, die Sucht unserer Poeten nach Originalität und daß jeder glaubt, eine neue Bahn machen zu müssen, sowie die Absonderung und Verisolierung unserer Gelehrten, wo jeder für sich steht und von seinem Punkte aus sein Wesen treibt.

Alfons: Dich führet alles, was du sinst und treibst, / rief in dich selbst. Es liegt um uns herum / gar mancher Abgrund, den das Schicksal grub; / doch hier in unserm Herzen ist der tiefste, / und reizend ist es, sich hinabzustürzen. / Ich bitte dich, entreiße dich dir selbst! / Der Mensch gewinnt, was der Poet verliert. / Tasso: Ich halte diesen Drang vergebens auf, / der Tag und Nacht in meinem Busen wechselt. / Wenn ich nicht sinnen oder dichten soll, / so ist das Leben mir kein Leben mehr. / Verbiete du dem Seidenwurm zu spinnen, / wenn er sich schon dem Tode näher spinnt: / Das köstliche Geweb entwickelt er / aus seinem Innersten und läßt nicht ab, / bis er in seinen Sarg sich eingeschlossen.

Der Dichter wird als Mensch und Bürger sein Vaterland lieben, aber das Vaterland seiner poetischen Kräfte und seines poetischen Wirkens ist das Gute, Edle und Schöne, das an keine besondere Provinz und an kein besonderes Land gebunden ist und das er ergreift und bildet, wo er es findet. Er ist darin dem Adler gleich, der mit freiem Blick über Ländern schwebt und dem es gleichviel ist, ob der Hase. auf den er hinabschießt, in Preußen oder in Sachsen läuft.

Ein gewisser mittlerer Zustand ist dem Talent bei weitem zuträglicher; weshalb wir denn auch alle großen Künstler und Poeten in den mittleren Ständen finden. Byrons Hang zum Unbegrenzten hätte ihm bei einer geringeren Geburt und niederem Vermögen bei weitem nicht so gefährlich werden können. So aber stand es in seiner Macht, jede Anwandlung in Ausführung zu bringen, und das verstrickte ihn in unzählige Händel.

Hätte Byron Gelegenheit gehabt, sich alles dessen, was an Opposition in ihm war, durch wiederholte derbe Äußerungen im Parlament zu entledigen, so würde er als Poet weit reiner dastehen. So aber, da er im Parlament kaum zum Reden gekommen ist, hat er alles, was er gegen seine Nation auf dem Herzen hatte, bei sich behalten, und es ist ihm, um sich davon zu befreien, kein anderes Mittel geblieben, als es poetisch zu verarbeiten.

Neuere Poeten tun viel Wasser in die Tinte.

So finden sich zum Beispiel im Grafen Platen fast alle Haupterfordernisse eines guten Poeten: Einbildungskraft, Erfindung, Geist, Produktivität besitzt er im hohen Grade. Auch findet sich bei ihm eine vollkommene technische Ausbildung und ein Studium und ein Ernst wie bei wenigen anderen. Allein ihn hindert seine unselige polemische Richtung. Daß er in der großen Umgebung von Neapel und Rom die Erbärmlichkeiten der deutschen Literatur nicht vergessen kann, ist einem so hohen Talent gar nicht zu verzeihen.

So wie ein Dichter politisch wirken will, muß er sich einer Partei hingeben, und so wie er dieses tut, ist er als Poet verloren.

Was ist da viel zu definieren! Lebendiges Gefühl der Zustände und Fähigkeit, es auszudrücken, machen den Poeten.

Wenn einer singen lernen will, sind ihm alle diejenigen Töne, die in seiner Kehle liegen, natürlich und leicht. Die anderen aber, die nicht in seiner Kehle liegen, sind ihm anfänglich äußerst schwer. Um aber ein Sänger zu werden, muß er sie überwinden; denn sie müssen ihm alle zu Gebote stehen. Ebenso ist es mit einem Dichter. Solange er bloß seine wenigen subjektiven Empfindungen ausspricht, ist er noch keiner zu nennen; aber sobald er die Welt sich anzueignen und auszusprechen weiß, ist er ein Poet. Und dann ist er unerschöpflich und kann immer neu sein.

Wir haben in der Literatur Poeten, die für sehr produktiv gehalten werden, weil von ihnen ein Band Gedichte nach dem andern erschienen ist. Nach meinem Begriff aber sind diese Leute durchaus unproduktiv zu nennen, denn was sie machten, ist ohne Leben und Dauer.

Die Poeten schreiben alle, als wären sie krank und die ganze Welt ein Lazarett. Alle sprechen sie von dem Leiden und dem Jammer der Erde und von den Freuden des Jenseits, und unzufrieden, wie schon alle sind, hetzt einer den anderen in noch größere Unzufriedenheit hinein. Das ist ein wahrer Mißbrauch der Poesie, die uns doch eigentlich dazu gegeben ist, um die kleinen Zwiste des Lebens auszugleichen.

Es liegen in den verschiedenen poetischen Formen geheimnisvolle große Wirkungen. Wenn man den Inhalt meiner Römischen Elegien in den Ton und die Versart von Byrons Don Juan übertragen wollte, so müßte sich das Gesagte ganz verrucht ausnehmen.

Ganz eigen ist's mit mythologischer Frau: / Der Dichter bringt sie, wie er's braucht, zur Schau. / Nie wird sie mündig, wird nicht alt, / stets appetitlicher Gestalt, / wird jung entführt, im Alter noch umfreit; / gnug, den Poeten bindet keine Zeit.

Unsere deutschen Ästhetiker reden zwar viel von poetischen und unpoetischen Gegenständen und sie mögen auch in gewisser Hinsicht nicht ganz unrecht haben, allein im Grunde bleibt kein realer Gegenstand unpoetisch, sobald der Dichter ihn gehörig zu gebrauchen weiß.

Der Takt kommt aus der poetischen Stimmung, wie unbewußt. Wollte man darüber denken, wenn man ein Gedicht macht, man würde verrückt.

Das poetische Talent ist dem Bauern so gut gegeben wie dem Ritter. Es kommt nur darauf an, daß jeder seinen Zustand ergreife und ihn nach Würden behandle.

"Die Flut der Leidenschaft, sie stürmt vergebens / ans unbezwungene feste Land." / Sie wirft poetische Perlen an den Strand, / und das ist schon Gewinn des Lebens.

Es war nicht Schillers Sache, mit einer gewissen Bewußtlosigkeit und gleichsam instinktmäßig zu verfahren, vielmehr mußte er über jedes, was er tat, reflektieren; woher es auch kam, daß er über seine poetischen Vorsätze nicht unterlassen konnte, sehr viel hin und her zu reden, so daß er alle seine späteren Stücke Szene für Szene mit mir durchgesprochen hat.

Wisse, daß mir sehr mißfällt, / wenn so viele singen und reden! / Wer treibt die Dichtkunst aus der Welt? / Die Poeten!

Dieses ist das Bild der Welt, / die man für die beste hält: / Fast wie eine Mördergrube, / fast wie eines Burschen Stube, / fast so wie ein Opernhaus, / fast wie ein Magisterschmaus, / fast wie Köpfe von Poeten, / fast wie schöne Raritäten, / fast wie abgehatztes Geld / sieht sie aus, die beste Welt.

Vier Epochen der Wissenschaften. Kindliche: poetische, abergläubische. Empirische: forschende, neugierige. Dogmatische: didaktische, pedantische. Ideelle: Methodische, mystische.

Die Geheimnisse der Lebenspfade darf und kann man nicht offenbaren, es gibt Steine des Anstoßes, über die ein jeder Wanderer stolpern muß. Der Poet aber deutet auf die Stelle hin.

Viele Leute betrachten die poetische Literatur als eine Art Irrenhaus, worin sie alles sagen dürfen, was ihnen anderwärts die Zwangsjacke zuziehen würde.

Poetische Blätter sind Tattersalls für die Sonntagsreiter ihres Pegasus, des lammfrommen Mietsgauls der Lyrik verfertigenden Konfektionsbranche.

Das poetische Talent entsteht in lebhaften Seelen aus der Unfähigkeit, etwas verstandesmäßig zu bewältigen.

So, wie die Poesie manchmal philosophischer ist als selbst die Philosophie, so ist die Metaphysik von Natur aus poetischer als selbst die Poesie.

Die Barockpoetik behielt den Standespersonen das Trauerspiel vor, das Lustspiel den unteren Schichten. Wahrlich, es ist immer ein Trauerspiel, mitanzusehen, wie man regiert wird, und immer ein Lustspiel, mitzuerleben, wie man sich trotzdem durchschlägt.

Wie aber lässt sich das Ästhetische, das sogar für die poetische Darstellung inkommensurabel ist, überhaupt darstellen? Antwort: Indem es gelebt wird.

Du übersetzt die alten Poeten? / Das heißt wohl recht, Gestorbene töten.

Die meisten Poeten kommen erst nach ihrem Tode zur Welt.

Die Ausdrücke "Herz verschenken ", "Gunst verschenken" sind poetische Blümchen. Kein Mädchen schenkt ihr Herz weg; sie verkauft es entweder für Geld oder Ehre oder vertauscht es gegen ein anderes, wobei sie Vorteil hat oder doch zu haben glaubt.

Das Lied ist poetisch wie musikalisch ein der germanischen Muse ausschließlich angehöriges Erzeugnis, sowie die Worte Sehnsucht und Gemüt, welche seinen Bereich bezeichnen und sein Lebensmark bilden, nur der deutschen Sprache angehören und unübersetzbar bleiben. Nicht als ob andere Nationen nicht auch lyrische Gesänge besäßen. Der Charakter derselben hat aber nichts vom Lied.

Der Scherz kennt kein anderes Ziel als sein eigenes Dasein. Die poetische Blüte seiner Nesseln sticht nicht.

Dafern nur ein Poete will, / so steht der Himmel nimmer still, / die Sterne müssen tanzen. / Es springen auch die Stein' herfür, / da hüpfen Wälder, Berg' und Tier', / es zittern Wäll' und Schanzen. / Ja, was die schwarze Nacht bedeckt, / wird durch Poeten aufgeweckt.

"Wenn du im Land der Träume dich verweilet", / versetzt der Gott, "so hadre nicht mit mir! / Wo warst du denn, als man die Welt geteilet?" / "Ich war", sprach der Poet, "bei dir."

Die Poeten sollten immer nur durch Geschenke belohnt, nicht besoldet werden; es ist eine Verwandtschaft zwischen den glücklichen Gedanken und den Gaben des Glücks: Beide fallen vom Himmel.

Gegen Goethe bin ich und bleibe ich ein poetischer Lump.

Der Poet ist der Wirt und der letzte Aktus die Zeche: / Wenn sich das Laster erbricht, setzt sich die Tugend zu Tisch.

Zweierlei gehört zum Poeten und Künstler: Daß er sich über das Wirkliche erhebt und daß er innerhalb des Sinnlichen stehenbleibt.

Der Satan der italienischen und englischen Dichter mag poetischer sein; aber der deutsche Satan ist satanischer; und insofern könnte man sagen, der Satan sei eine deutsche Erfindung.

Die romantische Poesie ist eine progressive Universalpoesie. Ihre Bestimmung ist nicht bloß, alle getrennten Gattungen der Poesie wieder zu vereinigen und die Poesie mit der Philosophie und Rhetorik in Berührung zu setzen. Sie will und soll auch Poesie und Prosa, Genialität und Kritik, Kunstpoesie und Naturpoesie bald mischen, bald verschmelzen, die Poesie lebendig und gesellig und das Leben und die Gesellschaft poetisch machen.

Könnten wir in die geheime Werkstätte der Poeten sehen, so würden wir zehnmal öfter finden, daß der Gedanke zum Reim, als daß der Reim zum Gedanken gesucht wird: Und selbst in letzterem Falle geht es nicht leicht ohne Nachgiebigkeit von seiten des Gedankens ab.

Oh, gebt mir ein poetisch Wort für Runzeln: / Die Klüften des Gesichts, sagt man nicht übel.

Gute Künstler leben nur in ihren Werken, und sie sind daher als Persönlichkeit völlig uninteressant. Ein großer Dichter, ein wirklich großer Dichter, ist das unpoetischste Wesen von der Welt, aber untergeordnete Dichter sind höchst anziehend. Je schlechter ihre Reime sind, um so malerischer sehen sie selber aus.

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