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Ignaz Felner

deutscher katholischer Theologe und Lyriker (1754 - 1825)

55 Zitate, Sprüche & Aphorismen

  • Weder zur Hausmutter allein noch zur Denkerinn hat die Natur das Weib gerufen; sondern zur Gesellschafterinn des Mannes

  • Königreiche lassen sich erben; Länder erfechten; Verdienste kaufen: – aber mein Zutrauen schenk' ich nur dem, dem ich es schenken will

  • Koketterie verschlimmert das Herz

  • Geld ist das leichteste Mittel gegen Unglükk; aber manchmal das unschikklichste. Um des Elenden recht bald los zu werden, werfen die Reichen und Grossen mit weggewendetem Blikke todtes Metall hin. – O das findet sich auch in der Erzgrube! aber ein wohlthätig, mitleidig Herz sucht der Elende, das mit ihm traure, das ihm rathe, das ihn schüze. Kann das Gold?

  • wo ist ein Laster, zu dem das Weib nicht schon den Mann gereizt, aufgemuntert verleitet hat?

  • In einer Familie, wo Kinder bessere, oder heimlichere Vertraute suchen als Mutter oder Vater - da muß es grob fehlen.

  • Ein Mann ohne Religion ist zu jedem Bubenstreich fähig, wenn er übrigens Kopf hat: aber ein Weib ohne Religion – macht Heilige zu Schurken.

  • Selbst Schmetterlinge fesselt die Tulpe nicht: umflattert wird sie, berochen, und verlassen.

  • Reichthum nährt zwar die Lüsternheit, aber zeugt sie nicht: denn es giebt auch Bettler, die Wollüstlinge, Prasser, und Schurken sind.

  • Aufrichtigkeit und Verstellung sind beim ersten Anblikke ganz widersprechende Dinge; und sind doch so enge verbunden, daß ein auf richtiger Mann oder ein aufrichtiges Weib ohne Verstellung dumm, und im Gegentheile Leute von Verstellung ohne Aufrichtigkeit falsch und gefährlich müssen genennet werden.

  • Wer einmal aufgehöret hat, im Innersten seines Herzens zu empfinden, was Ehre sei der hat zu jedem Verbrechen schon den ersten Schritt gethan. Das Gefühl von Ehre hat aber der Eigennüzige lange verlohren.

  • Toleranz! dieß ist das allgemeine Loosungswort - aber auch meistens mehr nicht, als ein Wort, das von Mund zu Mund zwar, aber nicht vom Herzen zum Herzen geht.

  • Kein Zutrauen ist natürlicher und heilsamer, als jenes, das unter Kindern gegen Eltern herrschen sollte, und leider! nirgends weniger gefunden und nirgends schlechter unterhalten wird.

  • O Moralität, Moralität! wo hat Dich unsre Aufklärung hingetrieben?

  • Der Leidenschaften edelste ist unstreitig die Liebe: das meiste Unheil, das Menschen elend macht ist eben ?o unstreitig auch die Liebe: und wird es so lange bleiben, und immerhin noch mehr werden; so lange man die Gränzen zwischen Wollust und Liebe junge Seelen nicht kennen lehrt, sondern beide unter Einem Begriffe dorthin erniedriget, wo Liebe aufhört Liebe zu sein.

  • Kann Freundschaft, kann Liebe unbeständig sein? – Wird es Freundschaft; so war Eigennuz, ihre Grundlage: wird es Liebe; so war Sinnlichkeit ihr Zunder: und beide waren in ihrem Anfange nichts weniger als Freundschaft und Liebe.

  • Schadet der Zölibat nicht der Reinigkeit der Sitten? / Widerspricht ihm nicht laut die Natur? nicht Christusreligion?

  • Betrug und Eigennuz sind unzertrennliche Gefährten

  • Wer schrieb den Zölibat vor? [...] Können Menschen das verbieten, was Gott allen freistellt?

  • Was Kronen nicht vermögen, das vermag Genügsamkeit: sie macht ruhig und zufrieden.

  • Und die Söhne und Männer unserer Ahnen waren Deutsche: waren stolz ohne Hochmuth; hatten Grundsäze ohne Zügellosigkeit; waren Freunde - nicht Schmeichler; liebten Freude, flohen die Wollust; liebten das Weib, und nicht des Weibes - Larve. -

  • Wenn Aufrichtigkeit unter Eheleuten mangelt, da mangelt auch Schäzung und Liebe.

  • Aus Ungenügsamkeit entsteht Lüsternheit, jene Feindinn der Tugend des gesellschaftlichen Vergnügens, des ehelichen Glükkes.

  • Dankbarkeit hört man allenthalben und sieht sie nirgends

  • Solidität fehlt den meisten Menschen, und Plan, und System und Grundsäze des Herzens. Sie halten ihr Herzchen, wie die meisten Mütter, ihr krankes Kind: all sein Wille wird ihm gestattet; dann sprudelt's bei jedem Unfalle wird nur gezogen und Despot für sich und andere.

  • Unschuld macht Menschen zu Engeln: aber wie oft hält man Einfalt und Unerfahrenheit für Unschuld?

  • Belohnung für mein Zutrauen fodre ich keine; Geschenke können nicht belohnt werden.

  • Einen Menschen gerettet, Menschenelend gelindert oder gehoben zu haben, welch eine Wonne für den, dessen Seele noch geistig genug ist, unkörperliches Vergnügen zu fühlen!

  • Unglükklichen seine Wohlthat fühlen lassen, ist Tyrannei

  • Aber das Nachdenken ist so eine Sache, die nicht jedermanns Thun ist : man geht entweder mit geschloßnem Auge den Weg getrost fort, weil er ein gebahnter Weg ist: oder man läßt mit offnem Auge sich führen, wohin die Leidenschaft will.

  • Besser ist's, wenn das Herz Wohlthaten ertheilt, als nur der Kopf: noch besser aber, wenn bei diesem edeln Geschäfte Herz und Kopf zu?ammen sich in Wirkung sezen.

  • Nichts entfernt mehr Seele von Seele, als Eigennuz.

  • Wie jede Tugend, so hat auch Bescheidenheit ihre Gränzen: einen Zug über die Linie, und sie wird – Heuchelei.

  • Duldung und Toleranz – wie wenig sagen diese Worte? und wie viel sollten sie sagen, wenn man getrachtet hätte sie eher zu lehren, als zu gebieten?

  • Genügsamkeit schüzt gegen Mangel, und Lüsternheit führt zu Mangel. Der genügsame Arme, kann nicht leicht zu arm, und der lüsterne Reiche nicht zu reich werden.

  • Wäre das Gebeth eine Kunst, wie nun viele daran künsteln wollen; so würde gar nicht gebethet: denn da könnten gerade jene nicht bethen, die bethen wollten.

  • Verstellung, die Gesinnungen borgt oder lügt die scheinen will, was sie nicht ist, wird Heuchelei, und verdient Beschämung und Verachtung.

  • Welch eine Plage muß dem Manne das Weib sein, die mehr ist, als Weib!

  • Wahre Frömmigkeit besteht in vollkommner Uebung seiner Pflichten, und geht vom Herzen aus, und nicht von den Lippen. Aber Kenntniß seiner Pflichten ist vorzüglich ein wesentlicher Theil der Frömmigkeit.

  • Aufrichtigkeit, die alles plaudert und allen plaudert, ist Schwäzerei

  • Unter allen Weibern aber sind die gefährlichsten und schädlichsten jene, die zu viel Religion, und zu wenig Gewissen haben.

  • Sie [Unsere Schriften] reden viel, und denken wenig; schreiben für die Welt, ohne Welt; geben Worte ohne Gefühl; wollen erwärmen, und sind selbst kalt; wollen lehren und könnten ihrer Gelehrtheit unbeschadet noch wohl selbst das Buch unter den Arm nehmen.

  • Stolz auf Gelehrtheit auf Kenntnisse sein, welch ein elender Stolz!

  • Tugenden müssen gepflanzt werden, wie gute Früchte.

  • Erziehung! Erziehung! wie voll werden unter deiner Hand die Köpfe; wie leer bleiben die Herzen!

  • Dienstfertigkeit ist eine schöne, aber seltne Tugend

  • Freiheit ist das allgemeine Losungswort: und wenn man die Sache genau betrachtet wornach athemlos beinahe die ganze Welt hascht – was ist es? ein Schatten. Die meisten verarbeiten jeden Augenblikk ihres Lebens – um zu leben, und der kleine Rest von Freiheit, den sie sich keuchend errungen, ängstigt sie so, daß sie nicht geschwind genug eilen können – Kette gegen Kette – zu vertauschen.

  • Freundschaft ohne Vertrauen ist eine Lüge

  • Wenn in Ehen nur die Körper sich geehlichet haben, und nicht auch die Seelen; so werden der trüben Jahre mehr werden, als der heitern Stunden.

  • Wessen Seele nicht ?elbst begeisteret ist, der wird gewiß nicht die geringste Fiber bei einer fremden Seele erzittern machen.

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