William Shakespeare

995 Zitate, Sprüche & Aphorismen Autor

Seine vernünftigen Gedanken sind wie zwei Weizenkörner in zwei Scheffeln Spreu versteckt: Ihr sucht den ganzen Tag, bis ihr sie findet, und wenn ihr sie habt, so verlohnen sie das Suchen nicht.

Sei’s bloß dein Bild, sei’s Liebe tief hier drinnen, / bist du nicht da, so bist du doch bei mir.

Selbstgeschlagene Wunden heilen schwer.

Selbstliebe hätte nicht ertränkt Narziss.

Selbstliebe, Herr, ist nicht so schnöde Sünde / als Selbstversäumnis.

Sie hielt sich fern und angelte nach mir / und schürte meine Glut durch Sprödigkeit, / wie jede Hemmung in der Liebe Bahn / die Liebe nur entflammt.

Sie ist ein Weib, drum darf man um sie werben. / Sie ist ein Weib, drum kann man sie gewinnen.

Sie ist mein Landgut, ist mein Haus und Hof, / mein Hausgerät, mein Acker, meine Scheune, / mein Pferd, mein Ochs, mein Esel, kurz mein Alles.

Sie kann nicht lieben, / noch Bild und Form der Neigung in sich prägen, / so ist sie in sich selbst vergafft.

Sie liebte mich, weil ich Gefahr bestand; / ich liebte sie um ihres Mitleids willen: / Das ist der ganze Zauber, den ich brauchte.

Sie loben mich und machen einen Esel aus mir. Meine Feinde hingegen sagen mir grade heraus, daß ich ein Esel bin: Also nehme ich durch meine Feinde in der Selbsterkenntnis zu, und durch meine Freunde werde ich hintergangen.

Sie sagen, immer, wann die Jahreszeit naht, / wo man des Heilands Ankunft feiert, singe / die ganze Nacht durch dieser frühe Vogel. / Dann darf kein Geist umhergehn, sagen sie, / die Nächte sind gesund. Dann trifft kein Stern, / kein Elfe faht, noch mögen Hexen zaubern: / So gnadenvoll und heilig ist die Zeit.

Sie sind auf einem großen Schmaus von Sprachen gewesen und haben sich die Brocken gestohlen.

Sieh, dort die ziere Dame! / Ihr Antlitz weissagt Schnee in ihrem Schoß. / Sie spreizt sich tugendlich und dreht sich weg, / hört sie die Lust nur nennen. / Und doch sind Iltis nicht und hitzige Stute / so ungestüm in ihrer Brunst. / Vom Gürtel nieder sind's Centauren.

Sieh, wie die Himmelsflur / ist eingelegt mit Scheiben lichten Goldes! / Auch nicht der kleinste Kreis, den du da siehst / der nicht im Schwunge wie ein Engel singt / zum Chor der hellgeaugten Cherubim. / So voller Harmonie sind ewige Geister. / Nur wir, weil dies hinfällige Kleid von Staub / ihn grob umhüllt, wir können sie nicht hören.

Siehst du nicht, sag' ich, was für ein mißgestalter Schelm diese Mode ist? Wie schwindlichter alle das hitzige junge Blut zwischen vierzehn und fünfunddreißig herumdreht? Bald stutzt er sie dir zu wie Pharaos Soldaten auf den schwarz geräucherten Bildern, bald wie die Priester des Bel zu Babel auf den alten Kirchenfenstern, bald wie den kahl geschornen Herkules auf den brauen wurmstichigen Tapeten, wo kein Hosenlatz so groß ist als seine Keule.

Sittsamkeit, die Seele Eurer Züge, wird Euch auch immer schön erhalten.

So eng verwachsen sind ihm Freund und Feind, / daß, wenn er reißt, den Gegner zu entwurzeln, / er einen Freund auch los und wankend macht, / so daß dies Land ganz wie ein trotzend Weib, / das ihn erzürnt, mit Streichen ihr zu drohn, / wie er nun schlägt, sein Kind entgegen hält / und schweben macht entschloßne Züchtigung.

So fand Rebellion stets ihre Strafe.

So fest sitzt keiner, ward er erst gefangen, / als der aus Witz in Torheit eingegangen.

So geschieht's, / daß, was wir haben, wir nach Wert nicht achten, / solange wir's genießen. Ist's verloren, / dann überschätzen wir den Preis.

So grenzenlos ist meine Huld, die Liebe / so tief ja wie das Meer. Je mehr ich gebe, / je mehr hab' ich: Beides ist unendlich.

So macht Bewußtsein Feige aus uns allen. / Der angebornen Farbe der Entschließung / wird des Gedankens Blässe angekränkelt, / und Wagestücke hohen Flugs und Werts, / durch diese Rücksicht aus der Bahn gelenkt, / verlieren so der Handlung Namen.

So strebt die Weisheit nur nach hellstem Glanz, / setzt sie sich selbst herab: Wie schwarze Masken / verdeckte Schönheit zehnmal mehr erheben / als Reiz, zur Schau getragen.

So wähl dir eine jüngere Geliebte, / sonst hält unmöglich deine Liebe stand. / Denn Mädchen sind wie Rosen: Kaum entfaltet, / ist ihre holde Blüte schon veraltet.

Solch Gleisnervolk / nagt oft gleich Ratten heilige Band' entzwei, / zu fest verknüpft zum Lösen, schmeichelt jeder Laune, / die auflebt in dem Busen seines Herrn, / trägt Öl ins Feu'r, zum Kaltsinn Schnee verneint, / bejaht und dreht den Hals wie Wetterhähne / nach jedem Wind und Luftzug seiner Oberen, / nichts wissend, Hunden gleich, als nachzulaufen.

Solche Beamte tun dem König den besten Dienst am Ende. Er hält sie, wie ein Affe den Apfel, im Winkel seines Kinnbackens: Zuerst in den Mund gesteckt, um zuletzt verschlungen zu werden. Wenn er braucht, was Ihr aufgesammelt habt, so darf er Euch nur drücken, so seid Ihr, Schwamm, wieder trocken.

Soll man zur Beute werden, wieviel besser, / dem Löwen zuzufallen als dem Wolf.

Sollen wir frisch dran, ohne uns zu räuspern oder auszuspeien oder zu sagen, daß wir heiser sind, womit man immer einer schlechten Stimme die Vorrede hält?

Sorge wehrt nicht, sie versehrt und zehrt.

Sowohl weises Betragen als einfältige Aufführung nimmt einer vom andern, wie Krankheiten anstecken. Deswegen mag sich jeder mit seiner Gesellschaft vorsehen.

Spaß dünkt erst hübsch, wenn er um sich nicht weiß.

Sprich zum Leben so: / Verlier ich dich, so geb' ich hin, was nur / ein Tor festhielte. Sprich: Du bist ein Hauch, / abhängig jedem Wechsel in der Luft, / der diese Wohnung, die dir angewiesen, / stündlich bedroht. Du bist nur Narr des Todes; / den durch die Flucht strebst du ihm zu entgehn / und rennst ihm ewig zu. Du bist nicht edel; / denn alles Angenehme, das dich freut, / erwuchs aus Niederm. Tapfer bist du nicht; / du fürchtest ja die zartgespaltne Zunge / des armen Wurms. Dein bestes Ruhn ist Schlaf. / Den rufst du oft und zitterst vor dem Tod, / der doch nichts weiter. Du bist nicht du selbst; / denn du bestehst durch Tausende von Körnern, / aus Staub entsprossen. Glücklich bist du nicht: / Was du nicht hast, dem jagst du ewig nach, / vergessend, was du hast. Du bist nicht stetig: / Dein Seelenzustand wechselt seltsam launisch / mit jedem Mond. Reich, bist du dennoch arm. / Dem Esel gleich, der unter Gold sich krümmt, / trägst du den schweren Schatz nur einen Tag, / und Tod entlastet dich. Freund' hast du keine; / denn selbst dein Blut, das Vater dich begrüßt, / die Wirkung deiner eignen innern Kraft, / flucht deiner Gicht, dem Aussatz und der Lähmung, / daß sie nicht schneller mit dir enden. / Du hast zu eigen Jugend nicht noch Alter, / nein, gleichsam nur 'nen Schlaf am Nachmittag, / der beides träumt; denn all dein Jugendglanz / hat nichts voraus und fleht vom welken Alter / die Zehrung sich: Und bist du alt und reich, / hast du nicht Glut noch Triebe, Mark noch Schönheit, / der Güter froh zu sein.

Sterben - schlafen - / Schlafen! Vielleicht auch träumen! - Ja, da liegt's: / Was in dem Schlaf für Träume kommen mögen, / wenn wir den Drang des Ird'schen abgeschüttelt, / das zwingt uns stillzustehn. Das ist die Rücksicht, / die Elend läßt zu hohen Jahren kommen. / Denn wer ertrüg' der Zeiten Spott und Geißel, / des Mächt'gen Druck, des Stolzen Mißhandlungen, / verschmähter Liebe Pein, des Rechtes Aufschub, / den Übermut der Ämter und die Schmach, / die Unwert schweigendem Verdienst erweist, / wenn er sich selbst in Ruhstand setzen könnte / mit einer Nadel bloß? Wer trüge Lasten / und stöhnt' und schwitzte unter Lebensmüh'? / Nur daß die Furcht vor etwas nach dem Tod - / das unentdeckte Land, von des Bezirk / kein Wanderer wiederkehrt - den Willen irrt, / daß wir die Übel, die wir haben, lieber / ertragen, als zu unbekannten fliehn.

Stets war's der Brauch, Geduld zu rühmen / dem Armen, den die Last des Kummers beugt.

Stets war's ein Merkmal der Vortrefflichkeit, / durch Larve die Vollendung zu entstellen.

Stolz ist sein eigner Spiegel, seine eigne Trompete, seine eigne Chronik.

Stolz soll der Beutel sein, der Anzug arm.

Stolzierend wie ein Bühnenheld, des Geist / im Kniebug wohnt und den's erhaben dünkt, / der Bretter Schall und hölzern Echo hören, / wenn er mit steifem Fuß den Boden stampft.

Stürzt gleich des Glückes Bosheit meine Größe, / mein Sinn geht über seines Rades Kreis.

Suchst du um Recht schon an, erwäge dies: / Daß nach dem Lauf des Rechtes unser keiner / zum Heile käm'! Wir beten all' um Gnade, / und dies Gebet muß uns der Gnade Taten / auch üben lehren.

Sündentsproßne Werke / erlangen nur durch Sünden Kraft und Stärke.

Taub sind die Götter raschen, törigen Eiden: / Das sind entweihte Spenden, mehr verhaßt / als fleckige Lebern eines Opfertiers!

Tausend Söhne hat die Ruhmbegier, / und einer drängt den andern. Gibt du Raum, / lenkst du zur Seit' und weichst vom gradsten Weg, / gleich eingetretener Flut stürzt alles vor und läßt dich weit zurück. / Oder du fällst, ein edles Roß, im Vorkampf / und liegst als Damm für den verworfnen Troß, / zerstampft und überrannt.

Tilg Abstufung, verstimme diese Saite, / und höre dann den Mißklang! Alles träf' / auf offnen Widerstand. Empört dem Ufer / erschwöllen die Gewässer über's Land, / daß sich in Schlamm die feste Erde löste. / Macht würde der Tyrann der blöden Schwäche. / Der rohe Sohn schlüg' seinen Vater tot. / Kraft hieße Recht. Nein, Recht und Unrecht, deren / endlosen Streit Gerechtigkeit vermittelt, / verlören wie Gerechtigkeit den Namen. / Dann löst sich alles auf nur in Gewalt, / Gewalt in Willkür, Willkür in Begier, / und die Begier, ein allgemeiner Wolf, / zwiefältig stark durch Willkür und Gewalt, / muß dann die Welt als Beute an sich reißen / und sich zuletzt verschlingen.

Tod um Ehbruch? Nein! / Der Zeisig tut's, die kleine goldene Fliege. / Vor meinen Augen buhlt sie. / Laßt der Vermehrung Lauf!

Tollkühn sein, / heißt aus der Furcht geschreckt sein: So gelaunt, / hackt auf den Weih' die Taub.

Torheit der Narrn ist minder scharf geprägt / als Narrheit, die im weisen Mann sich regt; / denn alle Kraft des Witzes muß ihm nützen, / auf Scharfsinn seine Albernheit zu stützen.

Trau ich vor Scheu mich nicht, dir zu gestehn, / dass ich dich liebe, wie es üblich wär’.

Trauern zeugt von vieler Liebe, / doch zuviel trauern, zeugt von wenig Witz.

 Top