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Wilhelm Busch

deutscher Dichter, Zeichner und Maler (1832 - 1908)

108 Zitate, Sprüche & Aphorismen

  • Ein jeder Wunsch, wenn er erfüllt, kriegt augenblicklich Junge.

  • Es sitzt ein Vogel auf dem Leim, / er flattert sehr und kann nicht heim. / Ein schwarzer Kater schleicht herzu, / die Krallen scharf, die Augen gluh. / Am Baum hinauf und immer höher / kommt er dem armen Vogel näher. / Der Vogel denkt: Weil das so ist / und weil mich doch der Kater frißt, / so will ich keine Zeit verlieren, / will noch ein wenig quinkelieren / und lustig pfeifen wie zuvor. / Der Vogel, scheint mir, hat Humor.

  • Früher, da ich unerfahren / und bescheidner war als heute. / hatten meine höchste Achtung / andre Leute. / Später traf ich auf der Weide / außer mir noch mehre Kälber, / und nun schätz ich sozusagen / erst mich selber.

  • Stets findet Überraschung statt / Da, wo man`s nicht erwartet hat.

  • Wer andern gar zu wenig traut, / hat Angst an allen Ecken; / wer gar zu viel auf andre baut, / erwacht mit Schrecken. / Es trennt sie nur ein leichter Zaun, / die beiden Sorgengründer: / Zuwenig und zuviel Vertraun / sind Nachbarskinder.

  • Rotwein ist für alte Knaben / eine von den besten Gaben.

  • Wer durch des Argwohns Brille schaut, / sieht Raupen selbst im Sauerkraut.

  • Vater werden ist nicht schwer, / Vater sein dagegen sehr.

  • Dauerhaftem schlechtem Wetter / mußt du mit Geduld begegnen. / Mach' es wie die Schöppenstetter: / Regnet es, so laß es regnen!

  • Wer möchte diesen Erdenball / noch fernerhin betreten, / wenn wir Bewohner überall / die Wahrheit sagen täten? / Ihr hießet uns, wir hießen euch / Spitzbuben und Halunken, / wir sagten uns fatales Zeug, / noch eh wir uns betrunken, / und überall im weiten Land / ein langbewährtes Mittel / entsproßte aus der Menschenhand / der treue Knotenkittel. / Da lob' ich mir die Höflichkeit, / das zierliche Betrügen: / Du weißt Bescheid, ich weiß Bescheid, / und allen macht's Vergnügen.

  • Hartnäckig weiter fließt die Zeit, die Zukunft wird Vergangenheit.

  • Ein gutes Tier / ist das Klavier, / still, friedlich und bescheiden. / Und muß dabei / doch vielerlei / erdulden und erleiden.

  • Dumme Gedanken hat jeder, aber der Weise verschweigt sie.

  • Scheint dir auch mal das Leben rauh, sei still und zage nicht, die Zeit, die alte Bügelfrau, macht alles wieder schlicht.

  • Es ist ein Brauch von alters her: / Wer Sorgen hat, hat auch Likör.

  • Doch schmerzlich denkt manch alter Knaster, / der von vergangenen Zeiten träumt, / an die Gelegenheit zum Laster, / die er versäumt

  • Vor allem der Politikus / gönnt sich der Rede Vollgenuss

  • Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen, Unglück oft durch die Vernachlässigung kleiner Dinge.

  • O, hüte Dich vor allem Bösen! / Es macht Pläsier, wenn man es ist, / es macht Verdruß, wenn man's gewesen.

  • Der Beste muß mitunter lügen. / Zuweilen tut er's mit Vergnügen.

  • Denen, die der Ruhe pflegen, / kommen manche ungelegen.

  • Ein Haar in der Suppe mißfällt uns sehr, / selbst wenn es vom Haupt der Geliebten wär.

  • Beim Duett sind stets zu sehn / zwei Mäuler, welche offen stehn.

  • Fortuna lächelt, doch sie mag / nur ungern voll beglücken. / Schenkt sie uns einen Sommertag, / so schenkt sie uns auch Mücken.

  • Das Gute - dieser Satz steht fest - ist stets das Böse, was man läßt.

  • "Vielleicht" ist ein schlauer Krebs, der vor- und rückwärts gehen kann.

  • Der Philosoph hat wie der Hausbesitzer immer Reparaturen.

  • Meistens hat, wenn zwei sich scheiden, / einer etwas mehr zu leiden.

  • Wo man am meisten drauf erpicht, gerade das bekommt man nicht.

  • Gute Unterhaltung besteht nicht darin, daß man etwas Gescheites sagt, sondern daß man etwas Dummes anhören kann.

  • Opportunist = Jenachdemer.

  • Die erste Pflicht der Musensöhne / ist, daß man sich ans Bier gewöhne.

  • Gute Tiere, spricht der Weise, / mußt du züchten, mußt du kaufen, / doch die Ratten und die Mäuse, / kommen ganz von selbst gelaufen.

  • Wirklich, er war unentbehrlich! / Überall, wo was geschah / zu dem Wohle der Gemeinde, / er war tätig, er war da. / Schützenfest, Kasinobälle, / Pferderennen, Preisgericht, / Liedertafel, Spitzenprobe, / ohne ihn, da ging es nicht. / Ohne ihn war nichts zu machen, / keine Stunde hatt' er frei. / Gestern, als sie ihn begruben, / war er richtig auch dabei.

  • Musik wird oft nicht schön gefunden. / weil sie stets mit Geräusch verbunden.

  • Enthaltsamkeit ist das Vergnügen / an Sachen, welche wir nicht kriegen.

  • Wie klein ist das, was einer ist, wenn man´s mit seinem Dünkel mißt.

  • Platonische Liebe kommt mir vor wie ein ewiges Zielen und Niemals-Losdrücken.

  • Ein Buch, wenn es so zugeklappt daliegt, ist ein gebundenes, schlafendes, harmloses Tierchen, welches keinem was zuleide tut. Wer es nicht aufweckt, den gähnt es nicht an. Wer ihm die Nase nicht gerade zwischen die Kiefern steckt, den beißt es auch nicht.

  • Kaum hat mal einer ein Bissel was, / gleich gibt es welche, die ärgert das.

  • Sage nie: Dann soll's geschehen! / Öffne dir ein Hinterpförtchen / durch "Vielleicht", das nette Wörtchen, / oder sag: "Ich will mal sehen! "

  • Sie stritten sich beim Wein herum, / was das nun wieder wäre: / Das mit dem Darwin wär gar zu dumm / und wider die menschliche Ehre. / Sie tranken manchen Humpen aus, / sie stolperten aus den Türen, / sie grunzten vernehmlich und kamen nach Haus / gekrochen auf allen vieren.

  • Je älter man wird, je hastiger tritt sie einem auf die Hacken, die Zeit, die sogenannte.

  • Die Welt, obgleich sie wunderlich, / Ist mehr als gut genug für mich!

  • Ja, selig ist der fromme Christ, / wenn er nur gut bei Kasse ist.

  • Die Welt ist wie Brei. Zieht man den Löffel heraus, und wär's der größte, gleich klappt die Geschichte wieder zusammen, als ob gar nichts passiert wäre.

  • Dummheit, die man bei andern sieht, wirkt meist erhebend auf's Gemüt.

  • Wer nicht auf gute Gründe hört, / dem werde einfach zugekehrt / die Seite, welche wir benützen, / um drauf zu liegen und zu sitzen.

  • Wenigstens Selbstironie sollte der Sünder haben - also jedermann.

  • Gewisse Dinge greift man so vergeblich mit Worten an wie Geister mit Waffen.

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