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Bertolt Brecht

deutscher Schriftsteller (1898 - 1956)

40 Zitate, Sprüche & Aphorismen

  • Das große Karthago führte drei Kriege. Nach dem ersten war es noch mächtig. Nach dem zweiten war es noch bewohnbar. Nach dem dritten war es nicht mehr aufzufinden.

  • Herr Keuner war nicht für Abschiednehmen, nicht für Begrüßung, nicht für Jahrestage, nicht für Feste, nicht für das Beenden eines neuen Lebensabschnitts, nicht für Abrechnungen, nicht für Rache, nicht für abschließende Urteile. Herr Keuner war für kritische Arbeit, für tätige Vernunft. Er hatte wenig Zeit zum Feiern. Er hielt den Fortgang des Lebens für wichtiger als die Zelebration des Erreichten. Herr Keuner stellte sich nachdenklich den Problemen seiner Zeit.

  • Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren.

  • Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher!

  • Vertrauen wird dadurch erschöpft, daß es in Anspruch genommen wird.

  • Der junge Alexander eroberte Indien. Er allein? Cäsar schlug die Gallier. Hatte er nicht wenigstens einen Koch bei sich?

  • Unglücklich das Land, das Helden nötig hat.

  • Das Schicksal des Menschen ist der Mensch.

  • Die Schriftsteller können nicht so schnell schreiben, als die Regierungen Kriege machen können; denn das Schreiben verlangt Denkarbeit.

  • Ein Mann hat immer Angst vor einer Frau, die ihn zu sehr liebt.

  • Die Wahrheit ist das Kind der Zeit, nicht der Autorität.

  • Alle großen Ideen scheitern an den Leuten.

  • Ich halte dafür, daß das einzige Ziel der Wissenschaft darin besteht, die Mühseligkeiten der menschlichen Existenz zu erleichtern.

  • Auch der Haß gegen Ungerechtigkeit verzerrt die Züge.

  • Das Gedächtnis der Menschheit für erduldete Leiden ist erstaunlich kurz. Ihre Vorstellungskraft für kommende Leiden ist fast noch geringer.

  • Will man schweres bewältigen, muß man es leicht angehen.

  • Wer für den Kommunismus kämpft, hat von allen Tugenden nur eine: Daß er für den Kommunismus kämpft.

  • Wer a sagt, der muß nicht b sagen. Er kann auch erkennen, daß a falsch war.

  • Angesichts von Hindernissen mag die kürzeste Linie zwischen zwei punkten die krumme sein.

  • Es ist schlimm, in einem Lande zu leben, in dem es keinen Humor gibt. Aber noch schlimmer ist es, in einem Lande zu leben, in dem man Humor braucht.

  • Ich glaube an den Menschen, und das heißt, ich glaube an seine Vernunft! Ohne diesen Glauben würde ich nicht die Kraft haben, am Morgen aus meinem Bett aufzustehen.

  • Unrecht gewinnt oft Rechtscharakter einfach dadurch, daß es häufig vorkommt.

  • Nur belehrt von der Wirklichkeit, können wir / Die Wirklichkeit ändern.

  • Gib einem Bär Honig, und du wirst deinen Arm einbüßen, wenn das Vieh Hunger hat!

  • Wenn die Wahrheit zu schwach ist, sich zu verteidigen, muß sie zum Angriff übergehen.

  • Die Verführung, die von einem Beweis ausgeht, ist zu groß. Ihr erliegen die meisten, auf die Dauer alle.

  • Es setzt sich nur soviel Wahrheit durch, wie wir durchsetzen; der Sieg der Vernunft kann nur der Sieg der Vernünftigen sein.

  • Wer auf großem Fuße lebt, dem bezahlen sie auch den größten Stiefel.

  • Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen / Den Vorhang zu und alle Fragen offen.

  • Wer nicht fähig ist, über andern getanes Unrecht zornig zu werden, der wird nicht für große Ordnung kämpfen können.

  • Wer kocht ihn ab, der alle abkocht? Weiber!

  • Ich verachte die Leute, deren Gehirn nicht fähig ist, ihren Magen zu füllen.

  • Sehet die Jungfraun und sehet die Blüte! / Seht sie am Morgen im herrlichen Mai! / Betet zu Gott, daß er sie behüte / Ist sie gepflückt, dann ist es vorbei.

  • Die Anpassung ist ein eigenes Lehrfach; der Intelligentere bringt es darin weiter, der Widerstrebende ist ein Problem der Ärzte und Psychologen.

  • Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.

  • Der große Sport fängt da an, wo er längst aufgehört hat, gesund zu sein.

  • Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?

  • Es regnet, und ich reite auf meinen Dramen herum. Dabei liege ich auf dem Diwan. Die großen Dichter liegen immer auf dem Diwan.

  • So gut es ist, sich den guten Ratschlägen zu unterwerfen, so gefährlich ist es, sich den guten Ratgebern zu unterwerfen.

  • In meinem Lied ein Reim käme mir fast vor wie Übermut.

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