Vorbei! Ein dummes Wort. Warum vorbei? / Vorbei und reines Nichts: Vollkommnes Einerlei! / Was soll uns denn das ewge Schaffen? / Geschaffenes zu Nichts hinwegzuraffen? / "Da ists vorbei!" Was ist daran zu lesen? / Es ist so gut, als wär es nicht gewesen.
Vorschnell und töricht, echt-wahrhaftes Weibsgebild! / Vom Augenblick abhängig, Spiel der Witterung, / des Glücks und Unglücks: Keins von beiden wißt ihr je / zu bestehn mit Gleichmut!
Völlig fremde und gegen einander gleichgültige Menschen, wenn sie eine Zeitlang zusammenleben, kehren ihr Inneres wechselseitig heraus, und es muß eine gewisse Vertraulichkeit entstehen.
Waget laut und klar zu nennen / sein Bemühen, seine Tugend; / denn ein herzlich Anerkennen / ist des Alters zweite Jugend!
Wahnsinn ruft man dem Kalchas, und Wahnsinn ruft man Kassandren, / eh man nach Ilion zog, wenn man von Ilion kommt. / Wer kann hören das Morgen und Übermorgen? Nicht Einer! / Denn, was gestern und ehgestern gesprochen, wer hörts?
Wahre Lieb ist die, die immer und immer sich gleichbleibt, / wenn man ihr alles gewährt, wenn man ihr alles versagt.
Wahre Neigung vollendet sogleich zum Manne den Jüngling.
Wahrhaft Liebende betrachten alles, was sie bisher empfunden, nur als Vorbereitung zum gegenwärtigen Glück.
Wahrheit ist niemals schädlich. Sie straft, und die Strafe der Mutter / bildet das schwankende Kind, wehret der schmeichelnden Magd.
Wahrheitsliebe zeigt sich darin, daß man überall das Gute zu finden und zu schätzen weiß.
Wahrlich! Wären mir nur der Mädchen ein Dutzend im Hause, / niemals wär ich verlegen um Arbeit, sie machen sich Arbeit / selber genug.
War die Henne zuerst? Oder war das Ei vor der Henne? / Wer dies Rätsel erlöst, schlichtet den Streit um den Gott.
Ward der Kelch dem Gott vom Himmel auf seiner Menschenlippe zu bitter, warum soll ich groß tun und mich stellen, als schmeckte er mir süß?
Warum der Strom des Genies so selten ausbricht, so selten in hohen Fluten hereinbraust und eure staunende Seele erschüttert? Liebe Freunde, da wohnen die gelassenen Herren auf beiden Seiten des Ufers, denen ihre Gartenhäuschen, Tulpenbeete und Krautfelder zugrunde gehen würden, die daher in Zeiten mit Dämmen und Ableiten der künftig drohenden Gefahr abzuwehren wissen.
Warum gabst du uns die tiefen Blicke, / unsre Zukunft ahnungsvoll zu schaun, / unsrer Liebe, unserm Erdenglücke, / wähnend selig nimmer hinzutraun?
Warum hofft der Mensch nur in die Nähe? Da muß er handeln und sich helfen. In die Ferne soll er hoffen und Gott vertrauen.
Warum ist der Kapellmeister seines Orchesters gewisser als der Direktor seines Schauspiels? Weil dort jeder sich seines Mißgriffs, der das äußere Ohr beleidigt, schämen muß. Aber wie selten hab ich einen Schauspieler verzeihliche und unverzeihliche Mißgriffe, durch die das innere Ohr so schnöde beleidigt wird, anerkennen und sich ihrer schämen sehen!
Warum uns Gott so wohlgefällt? / Weil er sich uns nie in den Weg stellt.
Warum werden die Dichter beneidet? / Weil Unart sie zuweilen kleidet, / und in der Welt ist's große Pein, / daß wir nicht dürfen unartig sein.
Was aber ist deine Pflicht? Die Forderung des Tages.
Was auch als Wahrheit oder Fabel / in tausend Büchern dir erscheint, / das alles ist ein Turm zu Babel, / wenn es die Liebe nicht vereint.
Was bedeutend schmückt, / es ist durchaus gefährlich.
Was belohnet den Meister? Der zart antwortende Nachklang / und der reine Reflex aus der begegnenden Brust.
Was bildet man nicht immer an unserer Jugend? Da sollen wir bald diese, bald jene Unart ablegen, und doch sind die Unarten meist eben soviele Organe, die dem Menschen durch das Leben helfen.
Was bildet schneller, was muntert reiner und lebhafter auf als freundschaftliche Teilnahme.
Was bin ich denn gegen das All?
Was bleibt uns denn viel Reelles vom Leben als das Verhältnis zu vorzüglichen Gleichzeitigen?
Was der Dichter diesem Bande / glaubend, hoffend anvertraut, / werd im Kreise deutscher Lande / durch des Künstlers Wirken laut. / So im Handeln, so im Sprechen / liebevoll verkünd es weit: / Alle menschliche Gebrechen / sühnet reine Menschlichkeit.
Was der Künstler tut oder getan hat, setzt uns in die Stimmung, in der er selber war, als er es machte. Eine freie Stimmung des Künstlers macht uns frei, dagegen eine beklommene macht uns bänglich.
Was der Mensch als Gott verehrt, / ist sein eigenstes Innere herausgekehrt.
Was die Franzosen tournure nennen, ist eine zur Anmut gemilderte Anmaßung. Man sieht daraus, daß die Deutschen keine tournure haben können: Ihre Anmaßung ist hart und herb, ihre Anmut mild und demütig.
Was die Menschen überhaupt betrifft, so tu ihnen nur soviel Gefälligkeiten, als du kannst, ohne Dank von ihnen zu erwarten. Im einzelnen hat man alsdann manchen Verdruß, im ganzen bleibt immer ein gutes Verhältnis.
Was die Weiber lieben und hassen, / das wollen wir ihnen gelten lassen; / wenn sie aber urteilen und meinen, / da will's oft wunderlich erscheinen.
Was diese Wissenschaft betrifft, / es ist so schwer, den falschen Weg zu meiden; / es liegt in ihr so viel verborgnes Gift, / und von der Arzenei ists kaum zu unterscheiden.
Was du ererbt von deinen Vätern hast, Erwirb es, um es zu besitzen.
Was du ererbt von deinen Vätern hast, / erwirb es, um es zu besitzen! / Was man nicht nützt, ist eine schwere Last.
Was einem gehört, wird man nicht los, und wenn man es wegwürfe.
Was euch nicht angehört, / müsset ihr meiden! / Was euch das Innre stört, / dürft ihr nicht leiden!
Was fragst du viel; Wo will's hinaus? / Wo oder wie kann's enden? / Ich dächte, Freund, du bliebst zu Haus / und sprächst mit deinen Wänden.
Was geschehen werde, sinnst du nicht aus! / Königin, schreite dahin / guten Muts! / Gutes und Böses kommt / unerwartet dem Menschen.
Was gibst du dir mit Lieb und Ehre / und andern Dingen so viele Pein! / Wenn ein tüchtiger S. nur wäre, / die Weiber würden sämtlich zufrieden sein.
Was gibt einer Begebenheit den Reiz? Nicht ihre Wichtigkeit, nicht der Einfluß. den sie hat, sondern die Neuheit. Nur das Neue scheint gewöhnlich wichtig, weil es ohne Zusammenhang Verwunderung errregt und unsere Einbildungskraft einen Augenblick in Bewegung setzt, unser Gefühl nur leicht berührt und unseren Verstand völlig in Ruhe läßt.
Was glänzt, ist für den Augenblick geboren; / Das Echte bleibt der Nachwelt unverloren.
Was haben diese Sterne droben / für ein Recht an mich, / daß sie mich begaffen?
Was hat mehr das Recht, Jahrhunderte / zu bleiben und im stillen fortzuwirken, / als das Geheimnis einer edlen Liebe, / dem holden Lied bescheiden anvertraut?
Was heißt denn "Sein Vaterland lieben" und was heißt denn "Patriotisch wirken"? Wenn ein Dichter lebenslänglich bemüht war, schädliche Vorurteile zu bekämpfen, engherzige Ansichten zu beseitigen, den Geist seines Volkes aufzuklären, dessen Geschmack zu reinigen und dessen Gesinnungs- und Denkweise zu veredeln - was soll er denn da Besseres tun? Und wie soll er denn da patriotischer wirken?
Was heißt zärtlicher Tadel? Der deine Schwäche verschonet? / Nein, der deinen Begriff von dem Vollkommenen stärkt.
Was heute wirkt, es wirkt aufs ganze Leben.
Was hilft Euch Schönheit, junges Blut? / Das ist wohl alles schön und gut, / allein man läßts auch alles sein; / man lobt Euch halb mit Erbarmen. / Nach Golde drängt, / am Golde hängt / doch alles! Auch, wir Armen!
Was hilfts, wenn ihr ein Ganzes dargebracht? / Das Publikum wird es Euch doch zerpflücken.