Worin besteht die Barbarei anders als darin, daß man das Vortreffliche nicht anerkennt?
Worte sind des Dichters Waffen.
Wunderlichstes Buch der Bücher ist das Buch der Liebe.
Wunderlichstes Buch der Bücher / ist das Buch der Liebe; / aufmerksam hab ich's gelesen: / Wenig Blätter Freuden, / ganze Hefte Leiden; / einen Abschnitt macht die Trennung, / Wiedersehn ein klein Kapitel, / Fragmentarisch!
Wundern kann es mich nicht, daß die Menschen die Hunde so lieben; / denn ein erbärmlicher Schuft ist wie der Mensch so der Hund.
Wundertätig ist die Liebe, die sich im Gebet enthüllt.
Wüchsen die Kinder in der Art fort, wie sie sich andeuten, so hätten wir lauter Genies.
Würde ein Mensch, ein Vater zürnen können, dem sein unvermutet rückkehrender Sohn um den Hals fiele und riefe: Ich bin wieder da, mein Vater! Zürne nicht, daß ich die Wanderschaft abbreche, die ich nach deinem Willen länger aushalten sollte?
Während aber die Deutschen sich mit Auflösung philosophischer Probleme quälen, lachen uns die Engländer mit ihrem großen praktischen Verstande aus und gewinnen die Welt.
Wär ich ein häusliches Weib und hätte, was ich bedürfte, / treu sein wollt ich und froh, herzen und küssen den Mann. / So sang unter andern, gemeinen Liedern ein Dirnchen / mir in Venedig, und nie hört ich ein frömmer Gebet.
Wär nicht das Auge sonnenhaft, / die Sonne könnt es nie erblicken. / Läg nicht in uns des Gottes eigne Kraft, / wie könnt uns Göttliches entzücken?
Wäre die Schweiz flach wie ein Pfannkuchen, wäre sie größer als Preußen.
Wäre es Gott darum zu tun gewesen, daß die Menschen in der Wahrheit leben und handeln sollten, so hätte er seine Errichtung anders machen müssen.
Wärt ihr stets bei Einer geblieben, / wie könntet ihr noch immer lieben? / Das ist die Kunst, das ist die Welt, / daß eins ums andere gefällt.
Über allen Gipfeln / ist Ruh. / In allen Wipfeln / spürest du / kaum einen Hauch. / Die Vögelein schweigen im Walde. / Warte nur, balde / ruhest du auch.
Über das Absurde schreit jedermann auf und freut sich, etwas so tief unter sich zu sehen. Über das Mittelmäßige erhebt man sich mit Behaglichkeit.
Über das Herz zu siegen ist groß, ich verehre den Tapferen, / aber wer durch sein Herz sieget, der gilt mir doch mehr.
Über ein Ding wird viel geplaudert, / viel beraten und lange gezaudert, / und endlich gibt ein böses Muß / der Sache widrig den Beschluß.
Über Geschichte kann niemand urteilen, als wer an sich selbst Geschichte erlebt hat. So geht es ganzen Nationen.
Überall bedarf der Mensch Geduld, überall muß er Rücksicht nehmen.
Überall lernt man nur von dem, den man liebt.
Überall raste die Wut und die feige, tückische Schwäche. / Möcht ich die Menschen doch nie in dieser schnöden Verirrung / wiedersehn! Das wütende Tier ist ein besserer Anblick.
Überall treibt man auf Akademien viel zuviel und gar zuviel Unnützes. Auch dehnen die einzelnen Lehrer ihre Fächer zu weit aus, bei weitem über die Bedürfnisse der Hörer.
Überhaupt glaubt man nicht, wie sehr das Theater wenn man so zehn Jahre lang es alle Abende besucht, bildet. Da kommt denn doch alles vor: Welt, Kunst, Moral
Überhaupt hat das Gebirgsleben etwas Menschlicheres als das Leben auf dem flachen Lande. Die Bewohner sind einander näher und, wenn man will, auch ferner, die Bedürfnisse geringer, aber dringender.
Überhaupt lernt niemand etwas durch bloßes Anhören, und wer sich in gewissen Dingen nicht selbst tätig bemüht, weiß die Sachen nur oberflächlich.
Übersetzer sind als geschäftige Kuppler anzusehen, die uns eine halbverschleierte Schöne als höchst liebenswürdig anpreisen: Sie erregen eine unwiderstehliche Neigung nach dem Original.
Übrigens ist mir alles verhasst, was mich bloß belehrt, ohne meine Tätigkeit zu vermehren oder unmittelbar zu beleben.
Übrigens wird mir denn doch bei dieser Gelegenheit immer deutlicher, was ich schon lange im stillen weiß, daß diejenige Kultur, welche die Mathematik dem Geiste gibt, äußerst einseitig und beschränkt ist.
Zahnreihen aber, junge, neidlos anzusehn, / Das ist die größte Prüfung mein, des Alten.
Zart Gedicht wie Regenbogen / wird nur auf dunklen Grund gezogen. / Darum behagt den Dichtergenie / das Element der Melancholie.
Zeichnen nötigt zur Aufmerksamkeit, und sie ist doch die höchste aller Fertigkeiten.
Zeige man doch dem Jüngling des edel reifenden Alters / Wert und dem Alter die Jugend, daß beide des ewigen Kreises / sich erfreuen und so sich Leben im Leben vollende!
Zensur und Preßfreiheit werden immerfort miteinander kämpfen. Zensur fordert und übt der Mächtige, Preßfreiheit verlangt der Mindere. Jener will weder in seinen Planen noch seiner Tätigkeit durch vorlautes widersprechendes Wesen gehindert, sondern gehorcht sein; diese wollen ihre Gründe aussprechen, den Ungehorsam zu legitimieren.
Zerronnen / Wie gewonnen.
Zerstreuung ist wie eine goldene Wolke, die den Menschen, wär' es auch nur auf kurze Zeit, seinem Elend entrückt.
Zerstückle das Leben, du machst dir's leicht! / Vereinige es, und du machst dir's schwer!
Zu allen Zeiten sind es nur die Individuen, welche für die Wissenschaft gewirkt, nicht das Zeitalter. Das Zeitalter war's, das den Sokrates durch Gift hinrichtete, das Zeitalter, das Hussen verbrannte. Die Zeitalter sind sich immer gleich geblieben.
Zu den glücklichen Umständen, welche Shakespeares geborenes großes Talent frei und rein entwickelten, gehört auch, daß er Protestant war; er hätte sonst wie Kalidasa und Calderon Absurditäten verherrlichen müssen.
Zu erfinden, zu beschließen, / bleibe, Künstler, oft allein! / Deines Wirkens zu genießen, / eile freudig zum Verein! / dort im Ganzen schau, erfahre / deinen eignen Lebenslauf, / und die Taten mancher Jahre / gehn dir in dem Nachbar auf.
Zu Hause kann einer unnütz sein, ohne daß es eben sogleich bemerkt wird; außen in der Welt ist der Unnütze gar bald offenbar.
Zu schwer bezahlt man oft ein leicht Versehen.
Zu strenge Fordrung ist verborgner Stolz.
Zudem sind die Natur Gottes, die Unsterblichkeit, das Wesen unserer Seele und ihr Zusammenhang mit dem Körper ewige Probleme, worin uns die Philosophen nicht weiterbringen.
Zuerst belehre man sich selbst, dann wird man Belehrung von andern empfangen.
Zuerst belehre man sich selbst, dann wird man Belehrung von andern empfangen.
Zufälligerweise kann ein Koch mit auf die Jagd und gut schießen; er würde aber einen bösen Fehlschuß tun, wenn er behauptete, um gut zu schießen, müsse man Koch sein. So kommen mir die Mathematiker vor, die behaupten, daß man in physischen Dingen nichts sehen, nichts finden könne, ohne Mathematiker zu sein, da sie doch immer zufrieden sein können, wenn man ihnen in die Küche bringt, das sie mit Formeln spicken und nach Belieben zurichten können.
Zuletzt, bei allen Teufelsfesten, / wirkt der Parteihaß doch zum besten.
Zum Leben braucht's nicht just, daß man so tapfer ist, / man kommt auch durch die Welt mit Schleichen und mit List.
Zum Lichte des Verstandes können wir immer gelangen; aber die Fülle des Herzens kann uns niemand geben.