William Shakespeare

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Leid bricht die Zeiten und der Ruhe Stunden, / schafft Nacht zum Morgen und aus Mittag Nacht.

Leid sitzt um so schwerer, / wo es bemerkt, daß man nur schwach es trägt.

Leid steckt an.

Leid steckt an: Denn meine Augen, / da sie des Grames Perlen sahn in deinen, / begannen sie zu fließen.

Lerne zu rechter Zeit spaßen; jedes Ding hat seine Zeit.

Leugnen will ich nicht, / in dem Gerichte, das auf Tod erkennt, / sei unter zwölf Geschwornen oft ein Dieb, / wohl zwei, noch schuldiger als der Angeklagte. / Wer offenbar dem Rechte ward, / den straft das Recht. Was kümmert's das Gesetz, / ob Dieb den Dieb verurteilt?

Leutselig sei, doch keineswegs gemein!

Lieb herrscht mit allem Lieben im Verein, / mit Lieben, die ich längst schon abgeschrieben.

Lieb und Demut, Lord, ziemt frommen Hirten mehr als Sucht der Ehre.

Lieb' ist ein Rauch, den Seufzerdämpf' erzeugten, / geschürt, ein Feu'r, von dem die Augen leuchten, / gequält, ein Meer, von Tränen angeschwellt. / Was ist sie sonst? Verständ'ge Raserei / und ekle Gall und süße Spezerei.

Liebe ich gleich das Volk, / doch wünsch' ich nicht, zur Schau mich ihm zu stellen. / Ob wohlgemeint, doch mundet mir nicht wohl / sein lauter Ruf, sein ungestümes Jauchzen, / noch scheint mir der ein Mann von reifem Urteil, / der sich daran erfreut.

Liebe ist eine bloße Tollheit, und ich sage Euch, verdient ebensogut eine dunkle Zelle und Peitsche wie andere Tolle. Und die Ursache, warum sie nicht so gezüchtigt und geheilt wird, ist, weil sich diese Mondsucht so gemein gemacht hat, daß die Zuchtmeister selbst verliebt sind.

Liebe spricht mit besserer Einsicht und Einsicht mit mehr Liebe.

Liebende verfehlen / die Stunde nur, um vor der Zeit zu kommen.

Lieber will ich einem Holländer meine Butter, Pfarrer Hugh, dem Walliser, meinen Käse, einem Irländer meine Aquavitflasche und einem Diebe meinen Wallach, den Paßgänger, zu reiten anvertrauen, als meine Frau sich selbst.

Man kann / nur nach Verdienst das loben, was man liebt.

Man lernt den Mann nicht aus in einem Jahr. / Sie alle sind nur Magen, wir nur Kost. / Sie schlingen uns hinab, und sind sie satt, / spei'n sie uns aus.

Man pflegt zu sagen, die beste Zeit, eine Frau zu verführen, sei, wenn sie sich mit ihrem Manne überworfen hat.

Man rühmt nicht, was man nicht verkaufen will.

Man sagt, alte Leute werden wieder Kinder.

Man sagt, daß auch Feige, wenn sie verliebt sind, sich zu höherer Gesinnung erheben.

Man sagt, jeder Liebhaber schwöre, mehr zu vollbringen, als ihm möglich ist, und behalte dennoch Kräfte, die er nie in Anwendung bringt. Er gelobe, mehr als zehn auszuführen, und bringe kaum den zehnten Teil von dem, was einer vermöchte, zustande.

Man speist am besten / daheim. Doch auswärts macht die Höflichkeit / den Wohlgeschmack der Speisen.

Man sprengt mit stumpfem Keil / den harten Klotz.

Man späht nach allen meinen Fehlern, zeichnet / sie in ein Denkbuch, lernt sie aus dem Kopf, / wirft sie mir in die Zähne.

Man traf die Stunde nicht, vor Tische war's. / Und sind die Adern leer, ist kalt das Blut. / Dann schmollen wir dem Morgen, sind unwillig / zu gegen und vergeben. Doch gefüllt / die Röhren und Kanäle unsers Bluts / mit Wein und Nahrung, macht die Seele geschmeidiger / als priesterliches Fasten.

Manchen, welcher an der Schwelle stolpert, / verwarnt dies, drinnen laure die Gefahr.

Mancher edle Schoß / trug schlechte Söhne schon.

Manches Dieners Zunge schwatzt nur seines Herrn Verderben herbei.

Manieren und Komplimente sind das Zubehör der Bewillkommnung.

Mannheit und Ehre, / wenn sie mit Gründen nur sich mästeten / gewännen Hasenherz.

Mehr Inhalt, weniger Kunst!

Mein Cupido läßt die Flügel hängen, und ich fange an zu lieben, wie ein alter Mann das Geld liebt: Ohne Appetit!

Mein Fuß kann nicht zur Lust ein Zeitmaß halten, / indes mein Herz kein Maß im Grame hält.

Mein Prinz, die reine Tugend Eurer Jahre / ergründete noch nicht der Welt Betrug / Ihr unterscheidet nichts an einem Mann / als seinen äußeren Schein, und der, weiß Gott, / stimmt selten oder niemals mit dem Herzen.

Meinem Herzen / ist's Wonne, daß ich noch im ganzen Leben / nicht einen fand, der nicht getreu mir war.

Melancholie, / wer maß je deine Tiefe? Fand den Boden, / zu raten, welche Küst' am leichtesten / der schwerbeladen Sorg' als Hafen dient?

Menschen deuten oft nach ihrer Weise / die Dinge, weit entfernt vom wahren Sinn.

Menschen, / sie raten, trösten, heilen nur den Schmerz, / den sie nicht selber fühlen. Trifft er sie, / dann wird zur wilden Wut derselbe Trost, / der eben noch Arznei dem Gram vorschrieb.

Merk' auf, o Welt! / Aufrichtig sein und redlich bringt Gefahr.

Mich dünkt, die Nach ist nur ein krankes Tagslicht. / Sie sieht ein wenig bleicher. 's ist ein Tag, / wie's Tag ist, wenn die Sonne sich verbirgt.

Mich kränkt nicht der Verlust des flücht'gen Lebens, / wie dein in mir ersiegter Ruhm. / Der trifft den Sinn mehr als dein Schwert mein Fleisch.

Mich rührten Bitten, bät ich, um zu rühren.

Mich zu verlassen ist dein gutes Recht, / warum ich liebe, weiß ich selbst nicht recht.

Millionen leben rings, / die nächtlich ruhn auf preisgegebenem Lager, / das sie ihr eigen wähnen.

Mir gilt die Welt nur wie die Welt, Graziano: / Ein Schauplatz, wo man eine Rolle spielt.

Mir wär's gleichviel, die Laus eines Aussätzigen zu werden, müßt' ich nur nicht Menelaus sein.

Mit der Andacht Mienen / und frommem Wesen überzuckern wir / den Teufel selbst.

Mit Schweigen, Neffe, treibe Politik!

Mitleid ist die Tugend des Gesetzes. / Nur Tyrannei braucht es zur Grausamkeit.

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