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Joseph Joubert

französischer Schriftsteller und Moralist (1754 - 1824)

170 Zitate, Sprüche & Aphorismen

  • Üble Nachrede ist die Erleichterung der Bösartigkeit.

  • Biene und Wespe saugen an den gleichen Blüten, finden aber nicht den gleichen Honig.

  • Das Geistreiche ist der Wahrheit sehr nahe.

  • In jederlei Kunstwerk bildet die augenscheinliche oder verborgene Symmetrie den sichtbaren oder geheimen Grund des Vergnügens, das wir empfinden. Alles Zusammengesetzte bedarf irgendeiner Wiederholung in seinen Teilen, um verstanden zu werden, um im Gedächtnis haften zu bleiben und uns als ein Ganzes zu erscheinen.

  • Der Mensch liebt es, von der Stelle zu rücken, was beweglich ist. So prägt jedes Jahrhundert den Sprachen eine Veränderung auf, und derselbe, immer fortbestehende Erfindungsgeist, der sie erschaffen hat, verdirbt sie auch.

  • Geistreiche Gespräche mit Männern ergeben Einklang, mit Frauen Zusammenklang. Jene befriedigen, diese entzücken.

  • Was beim Licht der Lampe wahr ist, ist noch nicht beim Licht der Sonne wahr.

  • Man ist meistens nur durch das Nachdenken unglücklich.

  • Ihre Entstehung verdanken die Meisterwerke dem Genie, ihre Vollendung dem Fleiß.

  • Höflichkeit ist die Blüte der Menschlichkeit. Wer nicht höflich genug ist, ist auch nicht menschlich genug.

  • Um in der Welt Erfolg zu haben, braucht man Tugenden, die beliebt, und Fehler, die gefürchtet machen.

  • Die Wahrheit gleicht dem Himmel und die Meinung den Wolken.

  • Zeichnung ist Sprache für die Augen, Sprache Malerei für das Ohr.

  • Genie ist Fleiß.

  • Lehren heißt: Die Dinge zweimal lernen.

  • Durchschneide nicht, was du lösen kannst!

  • Die Hoffnung ist eine Anleihe auf das Glück.

  • Es ist besser, ein Problem zu erörtern, ohne es zu entscheiden, als zu entscheiden, ohne es erörtert zu haben.

  • Nur der Überzeugte überzeugt.

  • Es liegt nicht genug Weisheit oder Tugend in unseren Urteilen und Gefühlen, wenn in ihnen nicht genug Geduld liegt.

  • Am leichtesten erträgt man noch die Gewalt, die man eines Tages selbst auszuüben hofft.

  • Suchen wir unser Licht in unsern Gefühlen! In ihnen liegt eine Wärme, die viel Klarheit in sich schließt.

  • Wer für die Zukunft sorgen will, muß die Vergangenheit mit Ehrfurcht und die Gegenwart mit Mißtrauen aufnehmen.

  • Wer Phantasie ohne Erziehung besitzt, hat wohl Flügel, aber keine Füße.

  • Nicht Sieg sollte der Zweck der Diskussion sein, sondern Gewinn.

  • Ordnung ist die Basis der Erziehung.

  • Der eine spricht gern über das, was er weiß, der andere lieber über das, was er denkt.

  • Alle Formen des Stils sind gut, wenn man sie nur geschmackvoll anwendet. Es gibt eine Menge Ausdrücke, die Fehler bei dem einen, Schönheiten bei dem anderen sind.

  • Illusion und Weisheit zusammen bilden das Entzücken des Lebens und der Kunst.

  • Es ist, als ob die Völker die Gefahren liebten, weil sie sich solche schaffen, wenn es keine gibt.

  • Beschäftigung mit anderen erheitert; Beschäftigung mit sich selbst verstimmt. Daher die Schwermut verschlossener Menschen.

  • In der Musik des Gesprächs dient die Aufmerksamkeit des Hörers als Begleitung.

  • Revolutionen sind Zeiten, in denen der Arme seiner Rechtschaffenheit, der Reiche seines Reichtums und der Unschuldige seines Lebens nicht sicher ist.

  • Den Völkern schmeicheln bei politischen Stürmen, heißt den Wogen sagen, daß sie das Schiff lenken sollen.

  • Das poetische Talent entsteht in lebhaften Seelen aus der Unfähigkeit, etwas verstandesmäßig zu bewältigen.

  • Der Raum ist dem Ort, was die Ewigkeit der Zeit ist

  • Es gibt keine angenehmere Musik als die Variationen bekannter Melodien.

  • Bei dem einen entsteht der Stil aus den Gedanken, bei dem andern entstehen Gedanken aus dem Stil.

  • Die Zeit ist Bewegung im Raum.

  • Klopft man vergebens an die Tür mancher Wahrheiten, so muß man versuchen, durchs Fenster einzudringen.

  • Manche Leute unterhalten in ihren Köpfen Fremdenzimmer für die Meinungen anderer Menschen.

  • Werke des Geistes werden mit Schmerzen empfangen und mit Entzücken geboren.

  • Die Literatur der Völker beginnt mit Sagen und endet mit Romanen.

  • Die Leidenschaften sind nur Natur, aber Nicht-Bereuen ist Verdorbenheit.

  • Zärtlichkeit ist das Ruhen der Leidenschaft.

  • Maximen sind für den Intellekt das, was Gesetze für die Handlungen sind: Sie erleuchten nicht, aber sie leiten und führen und, obgleich selbst blind, sind sie Schutz.

  • In Gefahren steigert die Musik die Gedanken.

  • Adel ist eine Würde, die auf der Vermutung beruht, daß wir edel handeln, weil es unsere Vorfahren taten.

  • Hat die Idee die höchste Stufe der Vollkommenheit erreicht, so bricht das Wort auf wie eine Blüte.

  • Vorzügliche Schriftsteller schreiben nur wenig, weil sie viel Zeit brauchen, um ihren Reichtum und ihren Überfluß zu ordnen, zu verdichten und als geschlossene Kunstwerke hinausgehen zu lassen.

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