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William Shakespeare

englischer Dichter und Dramatiker (1564 - 1616)

992 Zitate, Sprüche & Aphorismen

  • So grenzenlos ist meine Huld, die Liebe so tief ja wie das Meer. Je mehr ich gebe, je mehr hab' ich: Beides ist unendlich.

  • Die ganze Welt ist Bühne und alle Frauen und Männer bloße Spieler, sie treten auf und gehen wieder ab.

  • Willst du schon gehn? Der Tag ist ja noch fern. Es war die Nachtigall und nicht die Lerche, die eben jetzt dein banges Ohr durchdrang. Sie singt des Nachts auf dem Granatbaum dort.

  • Welch ein Meisterwerk ist der Mensch! Wie edel durch Vernunft! Wie unbegrenzt an Fähigkeiten! In Gestalt und Bewegung wie bedeutend und wunderwürdig! Im Handeln wie ähnlich einem Engel! Im Begreifen wie ähnlich einem Gott! Die Zierde der Welt! Das Vorbild der Lebendigen! Und doch, was ist mir diese Quintessenz von Staub? Ich habe keine Lust am Manne und am Weibe.

  • Dies über alles: Sei dir selber treu! Und daraus folgt so wie die Nacht dem Tage, du kannst nicht falsch sein gegen irgendwen.

  • Entsinnst du dich der kleinsten Torheit nicht, in welche dich die Liebe je gestürzt, so hast du nicht geliebt. Und hast du nicht gesessen wie ich jetzt, den Hörer mit der Liebsten Preis ermüdend, so hast du nicht geliebt. Und brachst du nicht von der Gesellschaft los, mit eins, wie jetzt die Leidenschaft mich heißt, so hast du nicht geliebt.

  • An und für sich betrachtet, ist es ein gutes Leben; aber in Betracht, daß es ein Schäferleben ist, taugt es nichts. In Betracht, daß es einsam ist, mag ich es wohl leiden, aber in Betracht, daß es stille ist, ist es ein sehr erbärmliches Leben. Ferner, in Betracht, daß es auf dem Lande ist, steht es mir an; aber in Betracht, daß es nicht am Hofe ist, wird es langweilig. Insofern es ein mäßiges Leben ist, seht ihr, ist es nach meinem Sinn; aber insofern es nicht reichlicher dabei...

  • Lieb' ist ein Rauch, den Seufzerdämpf' erzeugten, geschürt, ein Feu'r, von dem die Augen leuchten, gequält, ein Meer, von Tränen angeschwellt. Was ist sie sonst? Verständ'ge Raserei und ekle Gall und süße Spezerei.

  • Was ist ein Name? Was uns Rose heißt, wie es auch hieße, würde lieblich duften.

  • Sein Leben lang spielt einer manche Rollen durch sieben Akte hin: Zuerst das Kind, das in der Wärtrin Armen greint und sprudelt; der weinerliche Bube, der mit Bündel und glattem Morgenantlitz wie die Schnecke ungern zur Schule kriecht; dann der Verliebte, der wie ein Ofen seufzt mit Jammerlied auf seiner Liebsten Brau'n; dann der Soldat voll toller Flüch' und wie ein Pardel bärtig, auf Ehre eifersüchtig, schnell zu Händeln, bis in die Mündung der Kanone suchend die Seifenblase Ruhm. Und...

  • Sterben - schlafen - Schlafen! Vielleicht auch träumen! - Ja, da liegt's: Was in dem Schlaf für Träume kommen mögen, wenn wir den Drang des Ird'schen abgeschüttelt, das zwingt uns stillzustehn. Das ist die Rücksicht, die Elend läßt zu hohen Jahren kommen. Denn wer ertrüg' der Zeiten Spott und Geißel, des Mächt'gen Druck, des Stolzen Mißhandlungen, verschmähter Liebe Pein, des Rechtes Aufschub, den Übermut der Ämter und die Schmach, die Unwert schweigendem Verdienst erweist, wenn...

  • Lavendel, Minze, Salbei, Majoran, die Ringelblum', die mit der Sonn' entschläft und weinend mit ihr aufsteht: Das sind Blumen aus Sommers Mitte, die man geben muß den Männern mittlern Alters.

  • Die ihr zu Freunden macht, die Herzen ihnen gebt, gewahren sie den kleinsten Stoß an eurem Glück, sie rollen wie Wellen von euch fort, nur wiederkehrend, euch zu verschlingen.

  • Laßt wohlbeleibte Männer um mich sein, mit glatten Köpfen, die des Nachts gut schlafen. Der Cassius dort hat einen hohlen Blick. Er denkt zuviel: Die Leute sind gefährlich.

  • Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage: Ob's edler im Gemüt, die Pfeil' und Schleudern des wütenden Geschicks erdulden oder, sich waffnend gegen eine See von Plagen, im Widerstand zu enden.

  • Wie Schatten flieht die Lieb', indem man sie verfolgt. Sie folgt dem, der sie flieht, und flieht den, der ihr folgt.

  • An sich ist nichts weder gut noch böse. Das Denken macht es erst dazu.

  • Der Mann, der nicht Musik hat in ihm selbst, den nicht die Eintracht süßer Töne rührt, taugt zu Verrat, zu Räuberei und Tücken; die Regung seines Sinns ist dumpf wie Nacht, sein Trachten düster wie der Erebus. Trau keinem solchen!

  • Wie kunstbegabte Götter schufen wir mit unsern Nadeln eine Blume beide nach einem Muster und auf einem Sitz, ein Liedchen wirbelnd, beid' in einem Ton, als wären unsre Hände, Stimmen, Herzen einander einverleibt. So wuchsen wir zusammen, einer Doppelkirche gleich, zum Schein getrennt, doch in der Trennung eins, zwei holde Beeren, einem Stiel entwachsen, dem Scheine nach zwei Körper, doch ein Herz. Zwei Schildern eines Wappens glichen wird, die friedlich stehn, gekrönt von einem Helm.

  • Ich wollte nun, du gingst, doch weiter nicht, als wie ein tändelnd Mädchen ihr Vögelchen der Hand entschlüpfen läßt, gleich einem Armen in der Banden Druck, und dann zurück ihn zieht am seidnen Faden. So liebevoll mißgönnt sie ihm die Freiheit.

  • Hat nicht ein Jude Augen? Hat nicht ein Jude Hände, Gliedmaßen, Werkzeuge, Sinne, Neigungen, Leidenschaften? Mit derselben Speise genährt, mit denselben Waffen verletzt, denselben Krankheiten unterworfen, mit denselben Mitteln geheilt, gewärmt und gekältet von eben dem Winter und Sommer wie ein Christ? Wenn ihr uns stecht, bluten wir nicht? Wenn ihr uns kitzelt, lachen wir nicht? Wenn er uns vergiftet, sterben wir nicht?

  • O schwöre nicht beim Mond, dem wandelbaren, der immerfort in seiner Scheibe wechselt, damit nicht wandelbar dein Lieben sei!

  • Kein steinern Bollwerk kann der Liebe wehren, und Liebe wagt, was Liebe irgend kann.

  • Romeo: Frau Mab, wer ist sie? Mercutio: Sie ist der Feenwelt Entbinderin. Sie kommt, nicht größer als der Edelstein am Zeigefinger eines Aldermanns, und führt mit 'nem Gespann von Sonnenstäubchen den Schlafenden quer auf der Nase hin. Die Speichen sind gemacht aus Spinnenbeinen, des Wagens Deck' aus eines Heupferds Flügeln, aus feinem Spinnengewebe das Geschirr, die Zügel aus des Mondes feuchtem Strahl. Aus Heimchenknochen ist der Peitsche Griff, die Schnur aus Fasern. Eine kleine Mücke...

  • Jedes Ding hat seine Zeit.

  • Es gibt Gezeiten auch für unser Tun. Nimmt man die Flut wahr, führet sie zum Glück, versäumt man sie, so muß die ganze Reise des Lebens sich durch Not und Klippen winden.

  • Schwachheit, dein Name ist Weib.

  • Bist Du ein König, wo ist Deine Krone? (Förster) Im Herzen trag' ich sie, nicht auf dem Haupt, nicht mit Demanten prangend und Gestein, noch auch zu sehn: Sie heißt Zufriedenheit, und selten freun sich Könige dieser Krone.

  • Trauern zeugt von vieler Liebe, doch zuviel trauern, zeugt von wenig Witz.

  • Die Art der Gnade weiß von keinem Zwang. Sie träufelt wie des Himmels milder Regen zur Erde unter ihm, zwiefach gesegnet: Sie segnet den, der gibt, und den, der nimmt. Am mächtigsten in Mächt'gen zieret sie den Fürsten auf dem Thron mehr als die Krone: Der Zepter zeigt die weltliche Gewalt, das Attribut der Würd' und Majestät, worin die Furcht und Scheu der Könige sitzt. Doch Gnad' ist über dieser Zeptermacht. Sie thronet in dem Herzen der Monarchen, sie ist ein Attribut der Gottheit...

  • Der Narben lacht, wer Wunden nie gefühlt.

  • Wenn Leid denn immer treue Liebe traf, so steht es fest im Rate des Geschicks. Drum laß Geduld uns durch die Prüfung lernen, weil Leid der Liebe so geeignet ist wie Träume, Seufzer, stille Wünsche, Tränen, der armen kranken Leidenschaft Gefolge.

  • Die Nacht, die uns der Augen Dienst entzieht, macht, daß dem Ohr kein leister Laut entflieht. Was dem Gesicht an Schärfe wird benommen, muß doppelt dem Gehör zugute kommen.

  • Vor der Genesung einer heftigen Krankheit, im Augenblick der Kraft und Besserung ist am heftigsten der Anfall. Jedes Übel, das Abschied nimmt, erscheint am übelsten.

  • Liebe ist eine bloße Tollheit, und ich sage Euch, verdient ebensogut eine dunkle Zelle und Peitsche wie andere Tolle. Und die Ursache, warum sie nicht so gezüchtigt und geheilt wird, ist, weil sich diese Mondsucht so gemein gemacht hat, daß die Zuchtmeister selbst verliebt sind.

  • Aber sterben! Gehn, wer weiß wohin, daliegen, kalt und regungslos, und faulen! Dies lebenswarme fühlende Bewegen verschrumpft zum Kloß! Und der entzückte Geist getaucht in Feuerfluten oder schaudernd umstarrt von Wüsten ewiger Eisesmassen! Gekerkert sein in unsichtbare Stürme und mit rastloser Wut gejagt rings um die schwebende Erde! Oder Schlimmeres werden, als selbst das Schlimmste, was Fantasie wild schwärmend, zügellos, heulend erfindet: Das ist zu entsetzlich! Das schwerste,...

  • Ihr wollt auf mir spielen. Ihr stellt Euch, als kennet Ihr meine Griffe. Ihr wollt in das Herz meines Geheimnisses eindringen. Ihr wollt mich von meiner tiefsten Note bis zum Gipfel meiner Stimme hinauf prüfen: Und in dem kleinen Instrument hier ist viel Musik, eine vortreffliche Stimme, dennoch könnt Ihr es nicht zum Sprechen bringen. Wetter! denkt Ihr, daß ich leichter zu spielen bin als eine Flöte? Nennt mich, was für ein Instrument Ihr wollt: Ihr könnt mich zwar verstimmen, aber nicht...

  • Was unheilbar, vergessen sei es!

  • Der Rest ist Schweigen.

  • Nicht durch die Schuld der Sterne, lieber Brutus, durch eigne Schuld nur sind wir Schwächlinge.

  • Was ihr nicht tut mit Lust, gedeiht euch nicht.

  • Allein wie Tugend nie sich reizen läßt, buhlt Unzucht auch um sie in Himmelsbildung, so Lust, gepaart mit einem lichten Engel, wird dennoch eines Götterbettes satt und hascht nach Wegwurf.

  • Ach, Mutter! Von Herzen dank' ich dir für meinen Vater.

  • Sprich zum Leben so: Verlier ich dich, so geb' ich hin, was nur ein Tor festhielte. Sprich: Du bist ein Hauch, abhängig jedem Wechsel in der Luft, der diese Wohnung, die dir angewiesen, stündlich bedroht. Du bist nur Narr des Todes; den durch die Flucht strebst du ihm zu entgehn und rennst ihm ewig zu. Du bist nicht edel; denn alles Angenehme, das dich freut, erwuchs aus Niederm. Tapfer bist du nicht; du fürchtest ja die zartgespaltne Zunge des armen Wurms. Dein bestes Ruhn ist Schlaf. Den...

  • Auf zeitigen Frühling währt der Sommer wenig.

  • O, große Kräfte sind's, weiß man sie recht zu pflegen, die Pflanzen, Kräuter, Stein' in ihrem Innern hegen.

  • Das ist ein weiser Vater, der sein eigenes Kind kennt.

  • Ich trotze allen Vorbedeutungen: Es waltet eine besondere Vorsehung über den Fall eines Sperlings. Geschieht es jetzt, so geschieht es nicht in Zukunft; geschieht es in der Zukunft, so geschieht es jetzt; geschieht es jetzt nicht, so geschieht es doch einmal in Zukunft. Bereit sein ist alles.

  • Ein guter spanischer Sekt hat eine zwiefache Wirkung an sich. Er steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle die albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus. Die zweite Eigenschaft unsers vortrefflichen Sekts ist die Erwärmung des Bluts, welches zuvor kalt und ohne Bewegung die Leber...

  • Bewahrt Euch, Herr, vor Eifersucht, dem grüngeaugten Scheusal, das besudelt die Speise, die es nährt.

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