Personen, die der erste Anblick empfiehlt, sollten die Bescheidenheit nicht so weit treiben.
Pfeile, durchdringet mich, / Lanzen, bezwinget mich, / Keulen, zerschmettert mich, / Blitze, durchwettert mich! / Daß ja das Nichtige / alles verflüchtige, / glänze der Dauerstern, / ewiger Liebe Kern!
Pfingsten, das liebliche Fest, war gekommen; es grünten und blühten / Feld und Wald. Auf Hügeln und Höhn, in Büschen und Hecken / übten ein fröhliches Lied die neuermunterten Vögel. / Jede Wiese sproßte von Blumen in duftenden Gründen, / festlich heiter glänzte der Himmel und farbig die Erde.
Pflicht: Wo man liebt, was man sich selbst befiehlt.
Phantasie und Witz finden mehr ihre Rechnung, sich mit dem Häßlichen zu beschäftigen als mit dem Schönen. Aus dem Häßlichen läßt sich viel machen, aus dem Schönen nichts.
Preise dem Kinde die Puppen, wofür es begierig die Groschen / hinwirft, so bist du fürwahr Krämern und Kindern ein Gott!
Prophete rechts, Prophete links, das Weltkind in der Mitten.
Proselyten zu machen ist der natürlichste Wunsch eines jeden Menschen.
Prüft das Geschick dich, weiß es wohl warum: / Es wünschte dich enthaltsam. Folge stumm!
Prächtig habt ihr gebaut. Du lieber Himmel! Wie treibt man, / nun er so königlich er wohnet, den Irrtum heraus?
Rat zu geben ist das dümmste Handwerk, das einer treiben kann. Rate sich jeder selbst und tue, was er nicht lassen kann.
Raubt der König ja selbst so gut als einer, wir wissen's. / Was er selber nicht nimmt, das läßt er Bären und Wölfe / holen und glaubt, es geschähe mit Recht. Da findet sich keiner, / der sich getraute, ihm die Wahrheit zu sagen, so weit hinein ist es / böse, keine Beichtiger, kein Kaplan; sie schweigen! Warum das? / Sie genießen es mit, und wär nur ein Rock zu gewinnen.
Recht zu handeln, / Grad zu wandeln, / Sei des edlen Mannes Wahl. / Soll er leiden, / Nicht entscheiden, / Spreche Zufall auch einmal.
Reichtum und Schnelligkeit ist, was die Welt bewundert und wonach jeder strebt, Eisenbahnen, Schnellposten, Dampfschiffe und alle mögliche Fazilitäten der Kommunikation sind es, worauf die gebildete Welt ausgeht, sich zu überbieten, zu überbilden und dadurch in der Mittelmäßigkeit zu verharren.
Republiken hab ich gesehn, und das ist die beste, / die dem regierenden Teil Lasten, nicht Vorteil gewährt.
Ruh und Frieden! Ich glaubs wohl! Den wünscht jeder Raubvogel, die Beute nach Bequemlichkeit zu verzehren.
Rückkehr, die frohe, reicher Ernte gleichet sie, / wo scheidend herzlich stille Tränen wir gesät.
Sag ich's euch, geliebte Bäume, / Die ich ahndevoll gepflanzt, / Als die wunderbarsten Träume / Morgenrötlich mich umtanzt?
Sage mir, mit wem du umgehst, so sage ich dir wer du bist! Weiß ich, womit du dich beschäftigst, so weiß ich, was aus dir werden kann.
Saget, was nützt mein Gedicht, o Musen! Wenn es den Edlen / weckt in dem Augenblick, wenn er sich selber vergißt.
Schaut in die Klüfte des Berges hinein, / Ruhig entwickelt sich Stein aus Gestein.
Schaut mit den Augen des Geistes hinan! In euch lebe die bildende Kraft, die das Schönste, das Höchste hinauf, über die Sterne das Leben trägt.
Schiller war so wie alle Menschen, die zu sehr von der Idee ausgehen: Er hatte keine Ruhe und konnte nie fertig werden.
Schilt nicht, o König, unser arm Geschlecht! / Nicht herrlich wie die euern, aber nicht / unedel sind die Waffen eines Weibes.
Schlaf ich, so schlaf ich mir bequem, / arbeit ich, ja, ich weiß nicht wem.
Schließt eure Herzen sorgfältiger als eure Tore! Es kommen die Zeiten des Betrugs.
Schließt eure Herzen sorgfältiger als eure Tore. Es kommen die Zeiten des Betrugs, es ist ihm Freiheit gegeben. Die Nichtswürdigen werden regieren mit List, und der Edle wird in ihre Netze fallen.
Schlummer und Schlaf, zwei Brüder, zum Dienste der Götter berufen, / bat sich Prometheus herab, seinem Geschlechte zum Trost. / Aber, den Göttern so leicht, doch schwer zu ertragen den Menschen, / ward nun ihr Schlummer uns Schlaf, ward nun ihr Schlaf uns zum Tod.
Schmachtende Liebe vermeidet den Tanz.
Schmeichelt der Menge nur immer! Der Paroxysmus verschwindet, / und sie lacht euch zuletzt, wie nun wir einzelnen, aus.
Schon lange kenn ich diese Tyrannei / der Freundschaft, die von allen Tyranneien / die unerträglichste mir scheint. Du denkst / nur anders, und du glaubst, deswegen / schon recht zu denken. Gern erkenn' ich an: / Du willst mein Wohl. Allein verlange nicht, / daß ich auf deinem Weg es finden soll. /
Schon wieder Krieg! Der Kluge hört's nicht gern.
Schrecklich blicket ein Gott da, wo Sterbliche weinen.
Schreibe nur, wie du reden würdest, und so wirst du einen guten Brief schreiben.
Schreiben ist geschäftiger Müßiggang.
Schwach ist immer die Bürgschaft, die einem Schwachen gelobt wird.
Schwerlich / wird mich des herzlichsten Wunsches Erfüllung jemals erfreuen, / daß der Sohn dem Vater nicht gleich sei, sondern ein Beßrer.
Schädliche Wahrheit, ich ziehe sie vor dem nützlichen Irrtum. / Wahrheit heilet des Schmerz, den sie vielleicht uns erregt.
Schädlicher als Beispiele sind dem Genius Prinzipien.
Schändlicheres begegnet nichts dem Herrscherherrn / als treuer Diener heimlich-unterschworner Zwist. / Das Echo seiner Befehle kehrt alsdann nicht mehr / in schnell vollbrachter Tat wohlstimmig ihm zurück, / nein, eigenwillig, brausend tost es um ihn her, / den selbst Verirrten, ins Vergebne Schelten.
Schätze das Leben nicht höher / als ein anderes Gut, und alle Güter sind trüglich.
Schöneres ist nichts in der Welt als Neigung, durch Vernunft und Gewissen geleitet.
Schönheit bändigt allen Zorn.
Schönheit ist überall ein gar willkommener Gast.
Seele des Menschen, / wie gleichst du dem Wasser! / Schicksal des Menschen, / wie gleichst du dem Wind!
Seele legt sie auch in den Genuß, noch Geist ins Bedürfnis, / Grazie selbst in die Kraft, noch in die Hoheit ein Herz.
Seelenleiden, in die wir durch Unglück oder eigne Fehler geraten, sie zu heilen vermag der Verstand nichts, die Vernunft wenig, die Zeit viel, entschlossene Tätigkeit hingegen alles.
Segen denen, die gefunden früher Liebe Rosenstunden!
Sei das Wort die Braut genannt, / Bräutigam der Geist.
Sei gefühllos! / Ein leichtbewegtes Herz / ist ein elend Gut / auf der wankenden Erde.