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Richard von Weizsäcker

deutscher Politiker (CDU) (1920 - 2015)

172 Zitate, Sprüche & Aphorismen

  • Rechtsbewusstsein und Verständlichkeit haben viel damit zu tun, wie sich das Recht präsentiert. Alle Bürger werden mit Texten konfrontiert, die von Juristen verfasst sind. Wenn man sie lesen muss, sollte man wenigsten die Chance haben, sie zu verstehen.

  • Es wäre keine menschlich überzeugende Gesellschaft, der al­les als wertlos gilt, was nicht bezahlt wird.

  • Maßstäbe für den Umgang untereinander ergeben sich aus den Er­fahrungen während der Kindheit. Maßgeblich dafür ist das Bei­spiel der Älteren in der Familie, sind die Schulen, ist aber auch das Fernsehen.

  • Behindertengerecht ist menschengerecht.

  • Demokratische Freiheit ist auch in stürmischen Zeiten der beste Kompaß.

  • Zu Weihnachten empfinden wir besonders stark, wie eng wir in der Familie zusammengehören und was wir ihr verdanken.

  • Zur Kultur gehört auch eine Zuwendung der Starken zu Schwachen, also nicht nur durch eine vertikale soziale Verpflichtung des Staates, sondern auch die Hilfe einer hori­zontalen Solida­rität der Bürger unter­einander.

  • Die pränatale Diagnostik wird unser Leben nicht einfacher machen, sondern schwieriger. Denn sie wird uns nur Fakten mitteilen, nicht mehr. Wer sie hören will, begibt sich in eine Entscheidungssituation, die moralisch und ethisch höchste Anforderungen stellt.

  • Die besten Mittel, um mit einer schweren Vergangenheit fertig zu werden, sind nicht Abrechnung und Strafe, sondern offene und befreiende Aussprachen über persönliche Schicksale in bitteren Zeiten.

  • Wettbe­werb und Gewinn sind nicht das Maß der Dinge. Wert ist etwas anderes als Preis.

  • Als Bürger dürfen wir uns nicht allein auf den Staat verlassen. Gesetze und Finanzen sind wichtig, aber entscheidend ist die persönliche Zuwendung.

  • Die beste Friedenserziehung für Kinder wird es, so glaube ich, sein, Ausländerkinder in deren Familien zu besuchen und ihnen dort zu helfen. Dann erwerben sie ganz von selbst ein Empfin­den dafür, daß sich Deutsche und Ausländer gegenseitig achten und bereichern können.

  • Jung und Alt machen in der Familie wichtigste Erfahrungen fürs Leben. Kinder empfangen Liebe und Vertrauen, sie lernen Rücksicht. Ihr Gedächtnis an die Kindheit bleibt lebenslang frisch. Es erinnert sie stets mit Gewißheit daran, was gut und böse, wahr und unwahr ist.

  • Von Mehrheiten und Minderheiten wird mehr verlangt, als zählen zu können. Die Minderheit muß der Mehrheit das Recht zur Entscheidung zugestehen. Die Mehrheit hat beim Umgang mit diesem Recht die Pflicht, sich in der of­fenen Suche nach Wahrheit besonders zu engagieren. Sie muß ih­re Entscheidung auf Grundsätze stützen, die von allen eingese­hen und als legitim empfunden werden können. Die Entscheidun­gen müssen zumutbar sein. Keiner soll sich durch sie in seiner Existenz bedroht...

  • Den Utopien folgten Ernüchterung und Enttäuschung.

  • Unzureichende Informationen und Vorurteile erzeugen wechsel­seitig unbegründete Angst, die nicht weniger gefährlich sein kann als Rüstung.

  • Wo der Mensch Objekt des Rechts ist, kommt auch der Gedanke an das Opfer zu kurz.

  • Christen feiern zu Weihnachten die Geburt des Erlösers. Die Menschen suchen Erlösung aus ihrer Einsamkeit. Wir wollen uns gegenseitig dabei helfen; dann werden wir den Sinn des Weihnachtsfestes besser verstehen.

  • Wenn aber die Völker an den Zerstörungen, den Verwüstungen, den Grausamkeiten und Unmenschlichkeiten innerlich nicht zerbrachen, wenn sie nach dem Krieg langsam wieder zu sich selbst kamen, dann verdanken wir es zuerst unseren Frauen.

  • Menschlichkeit ist nicht teilbar.

  • Der Mensch hat sich im Umgang mit der Natur schier grenzenlose Möglichkeiten eröffnet. Nun stößt er an eine neue Grenze, näm­lich die seiner eigenen herkömmlichen Einsicht und Verantwortung.

  • Aufgabe der Politik ist es, die langfristigen deutschen Interessen zu erkennen und konsequent zu vertreten.

  • Die Weihnachtsbotschaft stützt sich nicht auf Angst, sondern auf Vertrauen, auf Hoffnung und Liebe. In der Liebe ist mehr Kraft als in irgendeiner anderen Macht. Jeder Mensch kann sie erfahren, sie einem anderen zugänglich machen. Sie ist der Frieden.

  • Die Familie ist immer wieder schweren Belastungen ausgesetzt. Und doch erweist sie sich stets von neuem als wichtigste Quelle unserer Kraft. In ihr lernen wir die Probe des Lebens bestehen. Daraus kann menschliches Glück erwachsen. Es wird größer, wenn man es mit anderen teilt.

  • Humanes Zusammenleben, Integration, braucht zuerst und vor allem Raum in den Köpfen und Herzen der Menschen.

  • Der Staat hat keine Bevölkerungspolitik zu betreiben. Es geht nur um die Freiheit, sich ohne wirtschaftliche Not für Kinder entscheiden zu können.

  • Frieden unter den Völkern kann nur gedeihen, wenn wir auch im eigenen Volk friedlich miteinander umgehen lernen.

  • Die Form der Einheit ist gefunden. Nun gilt es, sie mit Inhalt und Leben zu erfüllen.

  • Jedes Leben hat seinen Sinn und seine eigene Würde.

  • Den Ertrag des Bodens kurzfristig zu steigern, haben wir ge­lernt. Können wir aber auch verhindern, dass der Boden auf die­se Weise langfristig abstirbt?

  • Wir sind kein Volk verwirrter Gefühle oder romantischer Grübeleien. Wir sind auch keine wandernden Missionare zwischen den Welten. Wir sind Menschen wie andere auch.

  • Mütter trauern in allen Ländern auf dieselbe Weise um ihre Kinder.

  • Um jungen Menschen ein behutsames und haltbares Rechtsbewusstsein nahezubringen, müssen sie verstehen, dass niemand ein ethisch-moralisches Monopol besitzt, und dass es um so wichtiger ist, zu einem Konsens in den Grundfragen unserer sittlich-rechtlichen Ordnung beizutragen.

  • Der Frieden liegt uns allen am Herzen.

  • Der Mensch kann das Wichtigste dazu beitragen, unsere Gesellschaft lebenswert zu machen.

  • Wir sind nicht Herren der Natur, sondern nur ihr Teil.

  • Es ist auch eine Gefahr, wenn Gesellschaft, Werbung und manche Medien ein Ehe- und Familienbild als reine Freizeitpartnerschaft vermitteln. Gewiß, Übereinstimmung beim Hobby ist etwas Schönes. Nur reicht sie nicht aus, um Krisen zu überstehen.

  • Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Teilung Deutschlands der zentrale Ausdruck der Teilung Europas. [...] Niemand bei uns wird vergessen, daß es ohne den von Deutschland unter Hitler begonnenen Krieg nie zur Teilung gekommen wäre.

  • Wir brauchen und wir haben die Kraft, der Wahrheit, so gut wir es können, ins Auge zu sehen, ohne Beschönigung und ohne Einseitigkeit.

  • Die Zeit bringt unaufhaltsam neue Entwicklungen hervor, neue Gefahren und Chancen.

  • Geborgenheit und Schutz bieten sich im Glauben, in der Familie, aber auch im täglichen menschlichen Umfeld. Dort können wir nicht nur Geborgenheit finden, sondern vor allem auch geben - durch die Bereitschaft zur Verständigung.

  • Die Hoffnung führt uns weiter als die Furcht.

  • Der Blick ging zurück in einen dunklen Abgrund der Vergangenheit und nach vorn in eine ungewisse dunkle Zukunft.

  • über ihre reine Effizienz hinaus hängt die Qualität der Bildung vor allem von den Werten und Zielen im Zusammenle­ben der Menschen ab.

  • Tut einer etwas freiwillig für andere, dann erprobt er die alte Wahrheit: "Wer gibt, dem wird gegeben."

  • Was dem eigenen Leben Sinn und Erfüllung bieten kann, ist anderen etwas zu geben und füreinander einzutreten.

  • Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie wiederholt ihre Lehren.

  • Es ist normal, verschieden zu sein. Es gibt keine Norm für das Menschsein.

  • Die Verfassung ist weder Orakel noch Motor der gesellschaftlichen Entwicklung. Sie lebt von Voraussetzungen, die sie selbst nicht schaffen oder erneuern kann.

  • Es macht unser Leben reicher, wenn wir uns gegenseitig dabei helfen, aus Fehlern zu lernen und wieder zusammenzufinden. So ist es auch in der Geschichte und Politik.

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