Wer sein Heil in echtes Blut getaucht, / der findet nur ein blutig, unrecht Heil. / Der Frevel wird die Herzen seines Volks / erkälten und den Eifer frieren machen, / daß, wenn sich nur der kleinste Vorteil regt, / sein Reich zu stürzen, sie ihn gern ergreifen. / Am Himmel kein natürlich Dunstgebild, / kein Spielwerk der Natur, kein trüber Tag, / kein leichter Windstoß, kein gewohnter Vorfall, / die sie nicht ihrem wahren Grund entreißen / und nennen werden Meteore, Wunder, / Vorzeichen, Mißgeburten, Himmelsstimmen.
Wer sich selbst preist, außer durch die Tat, vernichtet die Tat im Preise.
Wer soll bemüht sein, Frieden zu befördern, / wenn Kirchendiener sich des Haders freun?
Wer steht auf vom Mahl / mit gleicher Eßlust, als er niedersaß? / Wo ist das Pferd, das seine lange Bahn / zurückmißt, mit dem ungedämpften Feuer, / womit es sie betreten? Jedes Ding / wird mit mehr Trieb erjaget als genossen.
Wer steilen Berg erklimmt, / hebt an mit ruhigem Schritt.
Wer stets zu Haus bleibt, hat nur Witz fürs Haus.
Wer stirbt, und nimmt nicht eine Wund' ins Grab von Freundeshand?
Wer trügen will, kann einen Schein wohl stehlen.
Wer von Euch verstopft / des Hörens Tor, wenn laut Gerüchte spricht?
Wer vor der Zeit beginnt, der endigt früh.
Wer vor der Zeit beginnt, der endigt früh.
Wer weint, vermindert seines Grames Tiefe.
Wer wohl zufrieden ist, ist wohl bezahlt.
Wer Worte macht, tut wenig.
Wer Worte macht, tut wenig.
Wer's Licht hält, schaut zu!
Weshalb ist unser Leib zart, sanft und weich, / kraftlos für Müh' und Ungemach der Welt, / als daß ein weiches Herz, ein sanft Gemüte / als zarter Gast die zarte Wohnung hüte?
Weswegen doch dem Armen schmeicheln? Nein, / die Honigzunge lecke dumme Pracht, / es beuge sich des Knies gelenke Angel, / wo Kriecherei Gewinn bringt.
Wie arm sind die, die nicht Geduld besitzen! / Wie heilten Wunden als nur nach und nach?
Wie der Ochse sein Joch hat, Herr, das Pferd seine Kinnkette und der Falke seine Schellen, so hat der Mensch seine Wünsche.
Wie ein Mann, dem zwei Geschäft' obliegen, / steh' ich in Zweifel, was ich erst soll tun, / und lasse beides.
Wie ein ungezogenes, launisches Mädchen / schmollst du mit deinem Glück und deiner Liebe. / O hüte dich; denn solche sterben elend!
Wie eine Stadt mit Mauern vornehmer ist als ein Dorf, so ist die Stirn eines verheirateten Mannes ehrenvoller als die nackte Schläfe eines Junggesellen. Und um soviel besser Schutzwehr ist als Unvermögen, um soviel kostbarer ist ein Horn als keins.
Wie fällt doch ein Geheimnis Weibern schwer!
Wie genau der Bursche ist! Wir müssen nach der Schnur reden, oder er sticht uns mit Silben zu Tode.
Wie hüllt sich Sünde gern in Höflichkeit.
Wie ich ihn die Bettlaken zerknüllen sah und mit Blumen spielen und seine Fingerspitzen anlächeln, da wußte ich, daß ihm der Weg gewiesen wäre; denn seine Nase war so spitz wie eine Schreibfeder, und er faselte von grünen Feldern.
Wie im Theater wohl der Menschen Augen, / wenn ein beliebter Spieler abgetreten, / auf den, der nach ihm kommt, sich lässig wenden / und sein Geschwätz langweilig ihnen dünkt ...
Wie jeder Narr mit den Worten spielen kann! Bald, denke ich, wird sich der Witz am besten durch Stillschweigen bewähren und Gesprächigkeit bloß noch an Papageien gelobt werden.
Wie Knaben aus der Schul’, eilt Liebe hin, zum Lieben, wie Knaben an ihr Buch, wird sie hinweggetrieben.
Wie kunstbegabte Götter schufen wir / mit unsern Nadeln eine Blume beide / nach einem Muster und auf einem Sitz, / ein Liedchen wirbelnd, beid' in einem Ton, / als wären unsre Hände, Stimmen, Herzen / einander einverleibt. So wuchsen wir / zusammen, einer Doppelkirche gleich, / zum Schein getrennt, doch in der Trennung eins, / zwei holde Beeren, einem Stiel entwachsen, / dem Scheine nach zwei Körper, doch ein Herz. / Zwei Schildern eines Wappens glichen wird, / die friedlich stehn, gekrönt von einem Helm.
Wie leicht wird's hübschen Gleißnern nicht, ihr Bild / der Weiber weichen Herzen einzuprägen!
Wie manche Feige, die Gefahren stehn / wie Spreu dem Winde, tragen doch am Kinn / den Bart des Herkules und finstern Mars, / fließt gleich in ihrem Herzen Blut wie Milch.
Wie oft bewirkt die Wahrnehmung der Mittel / zu böser Tat, daß man sie böslich tut. / Wenn du nicht dagewesen wärst, ein Mensch / gezeichnet von den Händen der Natur / und ausersehn zu einer Tat der Schmach, / so kam mir dieser Mord nicht in den Sinn.
Wie Schatten flieht die Lieb', indem man sie verfolgt. / Sie folgt dem, der sie flieht, und flieht den, der ihr folgt.
Wie schleunig die Natur in Aufruhr fällt, / wird Gold ihr Gegenstand!
Wie schäm' ich mich, daß Frau'n so albern sind! / Sie künden Krieg und sollten knien um Frieden. / O, daß sie herrschen, lenken, trotzen wollen, / wo sie nur schweigen, lieben, dienen sollen!
Wie so sauer wird / Musik, so süß sonst, wenn die Zeit verletzt / und das Verhältnis nicht geachtet wird!
Wie Sommerfliegen schwärmt gemeines Volk, / und wohin fliegen Mücken als zur Sonne?
Wie treffend manchmal seine Antworten sind! Dies ist ein Glück, das die Tollheit oft hat.
Wie weit die kleine Kerze Schimmer wirft! / So scheint die gute Tat in arger Welt.
Wie wir den Rücken wenden / von dem Gefährten, den das Grab verschlang: / So schleichen vom begrabnen Glück sich alle / die Freund', hinwerfend ihm die hohlen Schwüre / gleich leeren Beuteln, und sein armes Selbst, / ein Bettler nur, der Luft anheimgefallen / mit seiner Krankheit, allvermiedner Armut, / geht nun wie Schmach allein.
Wie wird dem Menschen Übung doch Gewohnheit!
Wie Überfüllung strenge Fasten zeugt, / so wird die Freiheit, ohne Maß gebraucht, / im Zwang verkehrt.
Wie zahm, wenn Mann und Frau alleingelassen, / der lahmste Wicht die tollste Spröde stimmt.
Wieviel besser ist es, über die Freude zu weinen, als sich am Weinen zu freuen.
Wilde Freude nimmt ein wildes Ende.
Wildeste Zerrüttung, / wenn sie beharret, fühlt sich selbst nicht mehr.
Willst du durchaus heiraten, nimm einen Narren; denn gescheite Männer wissen allzu gut, was ihr für Ungeheuer aus ihnen macht.
Willst du schon gehn? Der Tag ist ja noch fern. / Es war die Nachtigall und nicht die Lerche, / die eben jetzt dein banges Ohr durchdrang. / Sie singt des Nachts auf dem Granatbaum dort.