Es ist doch ein Jammer, daß die großen Leute in dieser Welt mehr Aufmunterung haben, sich zu hängen und zu ersäufen, als ihre Christenbrüder.
Es ist doch hübsch, traurig zu sein und nichts zu sagen.
Es ist ein gefährlich Ding; es macht einen zur Memme. Man kann nicht stehlen, ohne daß es einen anklagt; man kann nicht schwören, ohne daß es einen zum Stocken bringt; man kann nicht bei seines Nachbars Frau liegen, ohne daß es einen verrät. Es ist ein verschämter blöder Geist, der einem im Busen Aufruhr stiftet. Es macht einen voller Schwierigkeiten. Es hat mich einmal dahin gebracht, einen Beutel voll Geld wieder herzugeben, den ich von ungefähr gefunden hatte. Es macht jeden zum Bettler, der es hegt. Es wird aus Städten und Flecken vertrieben als ein gefährlich Ding, und jedermann, der gut zu leben denkt, verläßt sich auf sich selbst und lebt ohne Gewissen.
Es ist ein Geist des Guten in dem Übel, / zög' ihn der Mensch nur achtsam da heraus.
Es ist ein Loch in deinem besten Rock, Freund Fluth. Das kommt vom Heiraten!
Es ist groß, / des Riesen Kraft besitzen, doch tyrannisch, / dem Riesen gleich sie brauchen.
Es ist nicht das Schlimmste, / solang man sagen kann: Dies ist das Schlimmste.
Es ist nicht genug, daß man rede. Man muß auch richtig reden.
Es ist nicht Hand, nicht Fuß, / nicht Arm noch Antlitz noch ein ander Teil / dem Menschen eigen.
Es nähren unvernünft'ge Kreaturen / die Brut, und, scheun sie gleich des Menschen Antlitz, / doch zur Beschirmung ihrer zarten Kleinen, / wer sah nicht oft sie mit denselben Schwingen, / die sie wohl sonst zu banger Flucht gebraucht, / auf den sich werfen, der ihr Nest erklomm, / ihr Leben bietend zu der Jungen Schutz?
Es steigt der Mut mit der Gelegenheit.
Es wird mit Blut kein fester Grund gelegt, / kein sicheres Leben schafft uns Andrer Tod.
Es wächst die Erdbeer unter Nesseln auf. / Gesunde Beeren reifen und gedeihn / am besten neben Früchten schlechtrer Art.
Eu'r Lob ist unser Lohn. Eh' treibt Ihr uns / mit einem sanften Kusse tausend Meilen / als mit dem Sport zehn Schritt nur.
Euer Drohen hat kein Schrecken, Cassius; / denn ich bin so bewehrt durch Redlichkeit, / daß es vorbeizieht wie der leere Wind.
Euer Gnaden sind zwar noch nicht ganz über die Jugend weg, aber Sie haben doch schon einen kleinen Beigeschmack vom Alter, eine Würzung vom Salze der Zeit.
Falschheit heilet Falschheit, wie das Feuer / in den versengten Adern Feuer kühlt.
Fasten, studieren, keine Frauen sehn - / klarer Verrat am Königtum der Jugend.
Feige Hunde / sind mit dem Maul am freisten, wenn ihr Wild / schon weit vorausläuft.
Feindes Übermacht nährt sich durch Weilen.
Fest beharren / im Unrechttun, vermindert Unrecht nicht, / nein, macht es schwerer.
Fraun sind Engel stets, geworben.
Freien, heiraten und bereuen sind wie eine Kurante, ein Menuett und eine Pavana: Der erste Antrag ist heiß und rasch wie eine Kurante und ebenso phantastisch. Die Hochzeit manierlich, sittsam wie ein Menuett, voll altfränkischer Feierlichkeit. Und dann kommt die Reue und fällt mit ihren lahmen Beinen in die Pavana.
Freundschaft hält Stand in allen anderen Dingen, / nur in der Liebe Dienst und Werbung nicht. / Drum brauch' ein Liebender die eigne Zunge, / es rede jeglich Auge für sich selbst, / und keiner trau' dem Anwalt: Schönheit weiß / durch Zauberkünste Treu in Blut zu wandeln.
Friede selbst muß nicht ein Königreich / so schläfrig machen, wenn auch nicht die Rede / vom Kriege wär' und ausgemachtem Streit, / daß Landwehr, Musterung und Rüstung nicht / verstärkt, gehalten und betrieben würde, / als wäre die Erwartung eines Kriegs.
Furcht gibt Sicherheit.
Fürs erste habt Ihr gelernt wie Herr Proteus, Eure Arme ineinander zu winden, wie ein Mißvergnügter, an einem Liebesliede Geschmack zu finden wie ein Rotkehlchen, zu ächzen wie ein Schulknabe, der sein Abc verloren hat, zu weinen wie eine junge Dirne, die ihre Großmutter begrub, zu fasten wie einer, der in der Hungerkur liegt, zu wachen wie einer, der Einbruch fürchtet, winselnd zu reden wie ein Bettler am Allerheiligentage. Ihr pflegtet sonst, wenn Ihr lachtet, wie ein Hahn zu krähen, wenn Ihr einherginget, wie ein Löwe zu wandeln. Wenn Ihr fastetet, war es gleich nach dem Essen, wenn Ihr finster blicktet, war es, weil Euch Geld fehlte. Und jetzt sei Ihr von Eurer Dame verwandelt, daß, wenn ich Euch ansehe, ich Euch kaum für meinen Herrn halten kann.
Gebt mir den Mann, der seine Leidenschaft / nicht macht zum Sklaven, und ich will ihn hegen / im Herzensgrund, ja in des Herzens Herzen!
Gedanken sind Minuten, und sie picken / mit Seufzern ihre Zahlen an das Ziffernblatt / der Augen, wo mein Finger wie ein Zeiger / stets hinweist, sie von Tränen reinigend.
Geduld, nie aufgereizt, wird leicht geübt. / Sanftmütig bleibt der wohl, den nichts betrübt.
Gefühl, an Inhalt reicher als an Worten, / ist stolz auf seinen Wert und nicht auf Schmuck. / Nur Bettler wissen ihres Guts Betrag.
Gefährliche Gedanken sind gleich Giften, / die man zuerst kaum wahrnimmt am Geschmack, / allein nach kurzer Wirkung auf das Blut / gleich Schwefelminen glühn.
Gehn die Väter nackt, / so werden die Kinder blind. / Kommen sie geldbepackt, / wie artig scheint das Kind.
Gehorchen lern' ich, eh' ich lieben will.
Gehorchen mag, wer nicht zu herrschen weiß.
Geister sind schön geprägt zu schönem Zweck.
Geld ist ein guter Soldat, mein Herr, und macht sich Bahn.
Gemäßigte Klage ist das Recht des / Toten, übertriebener Gram der Feind / des Lebenden.
Geradheit ist 'ne Törin, / die das verfehlt, wonach sie strebt.
Gerücht ist eine Pfeife, / die Argwohn, Eifersucht, Vermutung bläst.
Geschwindigkeit wird nie so sehr bewundert / als von Saumseligen.
Gesegnet, die auf Erden Frieden stiften!
Gesinnung schändet einzig die Natur, / und häßlich heißt mit Recht der Böse nur.
Gewinn ist Segen, wenn man ihn nicht stiehlt.
Gewissen ist ein Wort für Feige nur, / zum Einhalt für den Starken erst erdacht: / Uns ist die Wehr Gewissen, Schwert Gesetz.
Gewohnheit stören, heißt alles stören.
Gibt nicht der Hagdorn einen süßern Schatten / dem Schäfer, der die fromme Herd' erblickt, / als wie ein reich gestickter Baldachin / dem König, der Verrat der Bürger fürchtet?
Gibt's einen Harnisch wie des Herzens Reinheit? / Dreimal bewehrt ist der gerechte Streiter / und nackt ist der, obschon in Stahl verschlossen, / dem Unrecht das Gewissen angesteckt.
Gleißner sind wie Pferde, heiß im Anlauf. / Sie prangen schön mit einem Schein von Kraft, / doch sollen die den blut'gen Sporn erdulden, / so sinkt ihr Stolz, und falschen Mähren gleich / erliegen sie der Prüfung.
Glücklich sind, die erfahren, was man an ihnen aussetzt, und sich danach bessern können.