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Gotthold Ephraim Lessing

deutscher Schriftsteller (1729 - 1781)

226 Zitate, Sprüche & Aphorismen

  • Wer über gewisse Dinge den Verstand nicht verliert, der hat keinen zu verlieren.

  • Wenn Gott in seiner Rechten alle Wahrheit und in seiner Linken den einzigen, immer regen Trieb nach Wahrheit, obschon mit dem Zusatze, mich immer und ewig zu irren, verschlossen hielte und spräche zu mir "Wähle! " - ich fiele ihm mit Demut in seine Linke und sagte: "Vater, gib! Die reine Wahrheit ist ja doch nur für Dich allein!"

  • Der Langsamste, der sein Ziel nur nicht aus den Augen verliert, geht immer noch geschwinder als der, der ohne Ziel herumirrt.

  • Nur die Sache ist verloren, die man aufgibt.

  • Ein Vergnügen erwarten ist auch ein Vergnügen.

  • Begreifst du aber, wieviel andächtig Schwärmen leichter als gut handeln ist? Wie gern der schlaffste Mensch andächtig schwärmt, um nur - ist er zuzeiten sich schon der Absicht deutlich nicht bewußt - um nur gut handeln nicht zu dürfen?

  • Alle großen Männer sind bescheiden.

  • Deine Begierden und dein Geschmack sind jetzt deine Tyrannen. Laß es gut sein; man muß sie austoben lassen. Sich ihnen widersetzen, ist Torheit. Sie werden am sichersten eingeschläfert und endlich gar überwunden, wenn man ihnen freies Feld läßt.

  • Perlen bedeuten Tränen.

  • Wer wird nicht einen Klopstock loben? Doch wird ihn jeder lesen? - Nein. Wir wollen weniger erhoben und fleißiger gelesen sein.

  • Nicht die Kinder bloß speist man mit Märchen ab.

  • Als Zeus Europen lieb gewann, nahm er, die Schöne zu besiegen, verschiedene Gestalten an, verschieden ihr verschiedlich anzuliegen. Als Gott zuerst erschein er ihr, dann als ein Mann und endlich als ein Tier. Umsonst legt er als Gott den Himmel ihr zu Füßen: Stolz fliehet sie vor seinen Küssen. Umsonst fleht er als Mann in schmeichelhaftem Ton: Verachtung war der Liebe Lohn. Zuletzt - mein schön Geschlecht, gesagt zu deinen Ehren ! - ließ sie - von wem? - vom Bullen sich betören.

  • Bester Beweis einer guten Erziehung ist die Pünktlichkeit.

  • Die Kunst geht nach Brot.

  • Der Endzweck der Wissenschaft ist Wahrheit, der Endzweck der Künste hingegen ist Vergnügen.

  • Es ist einem jeden vergönnt, seinen eigenen Geschmack zu haben, und es ist rühmlich, sich von seinem eigenen Geschmack Rechenschaft zu geben suchen. Aber den Gründen, durch die man ihn rechtfertigen will, eine Allgemeinheit erteilen, die, wenn es seine Richtigkeit damit hätte, ihn zu dem einzigen wahren Geschmacke machen müßte, heißt aus den Grenzen des forschenden Liebhabers herausgehen und sich zu einem eigensinnigen Gesetzgeber aufwerfen.

  • Am Ganges nur gibt's Menschen.

  • Macht denn nur das Blut den Vater?

  • Der Wunder höchstes ist, daß uns die wahren, echten Wunder so alltäglich werden können.

  • Ein einzig böses Weib lebt höchsrens in der Welt. Nur schlimm, daß jeder seins für dieses einz'ge hält.

  • Die Waage gleicht der großen Welt: Das Leichte steigt, das Schwere fällt.

  • Was mich Euch zum Christen macht, das macht Euch mir zum Juden!

  • Lau ist schlimmer noch als kalt.

  • Welche Freude, wenn es heißt: Alter, du bist alt an Haaren, blühend aber ist dein Geist.

  • Das Vergnügen ist so nötig als die Arbeit.

  • Es ist so traurig, sich allein zu freuen.

  • Bei Lebzeiten und ein halb Jahrhundert nach dem Tode für einen großen Geist gehalten werden, ist ein schlechter Beweis, daß man es ist. Durch alle Jahrhunderte aber hindurch dafür gehalten werden, ist ein unwidersprechlicher.

  • Der wahre Bettler ist doch einzig und allein der wahre König.

  • Reiz ist Schönheit in Bewegung.

  • Sara Sampson, meine Geliebte! Wieviel Seligkeiten liegen in diesen Worten! Sara Sampson. meine Ehegattin! Die Hälfte dieser Seligkeiten ist verschwunden, und die andre Hälfte wird verschwinden.

  • Das wahre Genie arbeitet gleich einem reißenden Strome sich selbst seinen Weg durch die größten Hindernisse.

  • Entweder ist nichts verloren oder alles. Ruhig sein können und ruhig sein müssen - kömmt es nicht auf eines?

  • Wir Frauenzimmer sollten billig jede Beleidigung, die einer einzigen von uns erwiesen wird, zu Beleidigungen des ganzen Geschlechts und zu einer allgemeinen Sache machen.

  • Der Aberglaub', in dem wir aufgewachsen, verliert, auch wenn wir ihn erkennen, darum doch seine Macht nicht über uns.

  • Was man nicht zu verlieren fürchtet, hat man zu besitzen nie geglaubt und nie gewünscht.

  • Das Wort Zufall ist Gotteslästerung. Nichts unter der Sonne ist Zufall.

  • Still mit dem Aber! Die Aber kosten Überlegung.

  • Die fürchtende Liebe sieht weit.

  • Lügt das Sprichwort wohl, daß Mönch und Weib und Weib und Mönch des Teufels beide Krallen sind?

  • Das Lachen erhält uns vernünftiger als der Verdruß.

  • Ein einziger dankbarer Gedanke gen Himmel ist das vollkommenste Gebet!

  • Die Neugier eines ehrlichen Mannes steht da gern stille, wo Wahrheitsliebe sie nicht weiter treibt und Liebe des Nächsten sie stillzustehen bittet.

  • Wie kann ein Mann ein Ding lieben. das ihm zum Trotze auch denken will? Ein Frauenzimmer. das denkt, ist eben so ekel als ein Mann, der sich schminkt. Lachen soll es, nichts als lachen, um immerdar den gestrengen Herrn der Schöpfung bei guter Laune zu erhalten.

  • Du schmähst mich hinterrücks? Das soll mich wenig kränken. Du lobst mich ins Gesicht? Das will ich dir gedenken.

  • Borgen ist viel besser nicht als betteln, so wie leihen, auf Wucher leihen, nicht viel besser ist als stehlen.

  • Es sind nicht alle frei, die ihrer Ketten spotten.

  • Kein Mensch muß müssen.

  • Wir denken, daß das Briefeschreiben für die nicht erfunden ist, die sich mündlich miteinander unterhalten können, sobald sie wollen.

  • Seines Fleißes darf sich jedermann rühmen.

  • Wer sich Knall und Fall, ihm selbst zu leben, nicht entschließen kann, der lebet Andrer Sklav' auf immer.

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