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Hans Kasper

deutscher Schriftsteller (1916 - 1990)

70 Zitate, Sprüche & Aphorismen

  • Daß vor Gott alle Menschen gleich sind, wie die Bibel lehrt, hat das Mißverständnis ausgestreut, auf der Erde seien alle Menschen gleich.

  • Ob Geduld eine Tugend ist, hängt vom Objekt ab.

  • Hat die Welt Schnupfen, niest sie Neuigkeiten.

  • Ein gekonnter Rückzug birgt mehr Siegeschancen als ein dilettantischer Vormarsch. Aber wie sich jeder Verrückte das Handwerk der Aggression zutraut, so glaubt leider jeder Zaghafte, die Kunst des Retirierens zu beherrschen.

  • Die Humanität erreichte mehr, wenn sie, statt die Gleichheit zu loben, zum Respekt vor dem Wunder der Vielfalt riete.

  • Kratz die Rakete - und die Romantik kommt zum Vorschein!

  • Querulanten sind Bürokraten, die es nicht geschafft haben.

  • Pathos ist Faulheit der Logik.

  • Die Klugheit des Fuchses wird oft überschätzt, weil man ihm auch noch die Dummheit der Hühner als Verdienst anrechnet.

  • Barbarei und Zivilisation - Vorgericht und Nachspeise der Kultur.

  • Ehe man den Kopf schüttelt, sollte man sich vergewissern, daß man einen hat.

  • Politik ist nicht die Kunst des Kompromisses, sondern die Kunst der Synthese. Kompromiß bedeutet Einigung, die Halbierung beider Positionen. Synthese heißt Einigung nach dem Prinzip der Vermehrung: Sie komponiert aus zwei Positionen eine dritte.

  • Kluge Sieger essen Eier, dumme Sieger die Hühner.

  • Die Straße des geringsten Widerstandes ist nur im Anfang asphaltiert.

  • Falschheit ohne List zu begegnen, ist nicht ehrenhaft, sondern leichtsinnig.

  • Die panische Aversion der Ratio gegen das Pathos verbirgt die Furcht, aus Mangel an Gefühl der Sentimentalität zu erliegen.

  • Die Emanzipation des Menschen wird vollkommen sein, wenn ihm Bescheidung von neuem gebietet, in einer natürlichen Hierarchie zu dienen.

  • Bildung im zwanzigsten Jahrhundert erfordert vor allem und zunächst die instinktsichere Abwehr überzähliger Informationen.

  • Schon wenn man niemanden für schlechter hält als sich selbst - reicht's nicht zum Mißtrauen?

  • Nonkonformismus ist die maulende Abhängigkeit von der herrschenden These.

  • Hochmut läßt sich köpfen. Stolz beugt sich der Stunde, die vergeht.

  • Gegen den Wind muß man kreuzen.

  • Die letzten Worte waren ihm so meisterhaft entflohen, sein Leben schien so wundersam verloschen, der Tod so sichtbar in die Szene eingetreten, daß sich kein Beifall im erstarrten Haus zu rühren wagte. "Un peu de trop", sagte er, starb am nächsten Abend etwas schlechter und hatte achtzehn Vorhänge.

  • Propaganda ist die Kunst, den Teufel mit zwei gesunden Füßen zu fotografieren.

  • Stiehl ein Kamel, und sie hängen dich. Stiehl eine Herde, und sie verhandeln mit dir.

  • Immer zwingt der Stärkere den Schwachen, über ihn nachzudenken.

  • Man spricht entweder zum Volk oder zur Sache.

  • In der Fechtkunst hat jeder Treffer zweierlei Voraussetzung: Den Stoß, den der eine führt, und die Parade, die der andere unterläßt.

  • Lautsprecher verkünden die Stimme, nicht die Argumente.

  • Sage mir, wie groß sein Bücherschrank ist, und ich sage dir, man kann niemandem trauen.

  • Die demokratische Wahlperiodizität hat den Nachteil, möglichen Talenten zu wenig Zeit zu lassen, und den vielleicht wichtigeren Vorteil, niemandem Spielraum zu geben, sich ungebührlich in der Macht einzurichten.

  • Gebet einer Jungfrau: Lieber der Spatz in der Hand sein als die Taube auf dem Dach.

  • Privileg des Ästheten: Die Risse in den Wänden rein ornamental zu betrachten.

  • Man kann Prinzipien aufstellen wie Wegweiser. Oder wie Galgen.

  • Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung.

  • Mit Fanatikern zu diskutieren, heißt mit einer gegnerischen Mannschaft Tauziehen spielen, die ihr Seilende um einen dicken Baum geschlungen hat.

  • Wenn ein Mann eine kluge Rede hält, sagt man: "Eine gute Rede." Wenn eine Frau eine gute Rede hält, sagt man: "Eine kluge Frau."

  • Der Provokation ist ein Hundeinstinkt eingeboren, der sie beim leisesten Schwächezeichen des Gegners zubeißen läßt.

  • Die Träume der Welt haben zwei Feinde: die Welt und die Träumer.

  • Der Räuber ist Bürger im Herzen. Seine Seele sehnt sich nach Plüsch und Kristall.

  • Dem Gegner Unrecht widerfahren zu lassen, kräftigt ihn moralisch.

  • Spricht der Hungrige von Freiheit, meint er Brot.

  • Ordnung in seine Gedanken bringen, aber um Himmels willen nicht System!

  • Wem der Staat auch zuprostet - der Geehrte zahlt die Getränke.

  • Gib einem Fanatiker zur Hälfte recht, und du tötest ihn.

  • Die Moral sinkt mit der Sonne.

  • Revolutionäre versuchen, neue Fehler auszudenken, Konservative versuchen, mit den vorhandenen auszukommen.

  • Lieber ein bißchen länger im Hinterhaus wohnen, als zu früh ins Vorderhaus ziehen und später auf dem Hof singen müssen.

  • Die Erde ist lange verlost. Schlechte Plätze brauchen kluge Völker.

  • Der Nimbus der Tapferkeit erspart nicht selten, sie demonstrieren zu müssen.

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