In dieser Oper werde ich auch für die Rührung sorgen, welche die Darstellung der Zärtlichkeit so leicht erregt und wonach das gemeine Publikum so sehr sich sehnt. Es ist auch natürlich. Jeder Laffe und jede Läffin sind einmal zärtlich gewesen, und an diesen Saiten ist leicht klimpern. Um höhere Leidenschaften und Geist, Laune und Geschmack mitzuempfinden, muß man ihrer auch fähig sein, sie auch besitzen.
In dieser Welt, meine Beste, hat niemand eine reichere Ernte als der dramatische Schriftsteller.
In ein reinliches Haus zu kommen ist eine Freude, wenn es auch sonst geschmacklos gebauet und verziert ist.
In einem Hause, wo so viele Zimmer sind, daß man einige derselben leer stehen läßt und im ganzen Jahr vielleicht nur drei-, viermal hineinkommt, mag eine solche Liebhaberei hingehen, und man mag auch ein gotisches Zimmer haben, so wie ich es ganz hübsch finde, daß Madam Panckoucke in Paris ein chinesisches hat. Allein sein Wohnzimmer mit so fremder und veralteter Umgebung auszustaffieren, kann ich gar nicht loben. Es ist immer eine Art von Maskerade, die auf die Länge in keiner Hinsicht wohltun kann, vielmehr auf den Menschen, der sich damit befaßt, einen nachteiligen Einfluß haben muß.
In einem jeden neuen Kreise muß man zuerst wieder als Kind anfangen, leidenschaftliches Interesse auf die Sache werfen, sich erst an der Schale freuen, bis man zu dem Kerne zu gelangen das Glück hat.
In einen Taumel treibt uns ihre Gunst, / und wir gewöhnen uns leicht zu vergessen, / was wir der eignen Würde schuldig sind. / Die Gnade scheinet ein so hoher Preis, / daß wir den ganzen Wert von unsrem Selbst / zur Gegengabe viel zu wenig achten.
In ganz gemeinen Dingen hängt viel von Wahl und Wollen ab; das Höchste, / was uns begegnet, kommt, wer weiß, woher.
In jedem Kleide werd ich wohl die Pein / des engen Erdelebens fühlen. / Ich bin zu alt, um nur zu spielen, / zu jung, um ohne Wunsch zu sein.
In jedem Staat, besonders aber in einer Republik, ist es höchst wichtig, daß der Mittelstand geachtet werde und sich selbst achte.
In jeder großen Trennung liegt ein Keim von Wahnsinn; man muß sich hüten, ihn nachdenklich auszubrüten und zu pflegen.
In meinem Leben habe ich so oft bemerkt, daß Menschen, die sonst zuverlässig sind, gegen jemand, der eine Stelle zu vergeben hat, gar kein Gewissen haben. Man will die Leute anbringen, und wir mögen nachher sehen, wie wir sie los werden.
In meinem Revier / sind Gelehrte gewesen. / Außer ihrem eignen Brevier / konnten sie keines lesen.
In New York, sagt man, finden sich neunzig christliche Kirchen abweichender Konfession, und nun wird diese Stadt besonders seit Eröffnung des Eriekanals überschwenglich reich. Wahrscheinlich ist man der Überzeugung, daß religiöse Gedanken und Gefühle, von welcher besondern Art sie auch seien, dem beruhigenden Sonntag angehören, angestrengte Tätigkeit, von Frommen Gesinnungen begleitet, den Werkeltagen.
In seinem reiferen Leben, wo Schiller der physischen Freiheit genug hatte, ging er zur ideellen über, und ich möchte fast sagen, daß diese Idee ihn getötet hat; denn er machte dadurch Anforderungen an seine physische Natur, die für seine Kräfte zu gewaltsam waren.
In unseren Gesichtern verlaufen die Züge regellos durch- und ineinander, oft ohne irgendeinen Charakter anzudeuten, oder es hält wenigstens schwer, das Original herauszufinden. Man kann sagen: In einem deutschen Gesicht ist die Hand Gottes weniger leserlich als auf einem italienischen.
In unsers Busens Reine wogt ein Streben, / sich einem Höhern, Reinern, Unbekannten / aus Dankbarkeit freiwillig hinzugeben, / enträtselnd sich den ewig Ungenannten. / Wir heißens: Fromm sein!
In welchen seligen Zustand versetzt uns die Treue? Sie gibt dem vorübergehenden Menschenleben eine himmlische Gewißheit.
In Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten, überall ist der Irrtum obenauf, und es ist ihm wohl und behaglich im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist.
Indem das Angenehme einer Person sich auch über ihre Hülle verbreitet, so glaubt man sie immer wieder von neuem und anmutiger zu sehen, wenn sie ihre Eigenschaften einer neuen Umgebung mitteilt.
Indem wir uns gewöhnen, über die Vorzüge anderer zu denken, stellen sich die unsern unvermerkt selbst an ihren Platz.
Ironie ist das Körnchen Salz, das das Aufgetischte überhaupt erst genießbar macht.
Irrend lernt man.
Ist das Geschäft vollbracht, kommt Zeit zum Schmuck.
Ist denn die Wahrheit ein Zwiebel, von dem man die Häute nur abschält? / Was ihr hinein nicht gelegt, ziehet ihr nimmer heraus.
Ist denn jede Bewegung eine Erhebung? Erhebt sich, wer gewaltsam aufgestöbert wird?
Ist doch wahre Kunst, rief er aus, wie gute Gesellschaft: Sie nötigt uns auf die angenehmste Weise, das Maß zu erkennen, nach dem und zu dem unser Innerstes gebildet ist.
Ist es das erste Mal in Eurem Leben, / daß Ihr falsch Zeugnis ablegt! / Habt Ihr von Gott, der Welt und was sich drin bewegt, / vom Menschen, was sich ihm in Kopf und Herzen regt, / Definitionen nicht mit großer Kraft gegeben, / mit frecher Stirne, kühner Brust? / Und wollt Ihr recht ins Innre gehen, / habt Ihr davon - Ihr müßt es grad gestehen! - / soviel als von Herrn Schwerdtleins Tod gewußt?
Ist es doch immer die Individualität eines jeden, die ihn hindert, die Individualitäten der andern in ihrem ganzen Umfang gewahr zu werden.
Ist es wohl Scheltens wert, auch andre schön zu finden?
Ist Gehorsam im Gemüte, / wird nicht fern die Liebe sein.
Ist ja in den Bergwerken auch nicht alles lauteres Metall, und man muss, um sich Raum zu machen, mitunter taubes Gestein ans Tageslicht bringen.
Ist um mich her ein wildes Brausen, / als wogte Wald und Felsengrund, / und doch stürzt, liebevoll im Sausen, / die Wasserfülle sich zum Schlund, / berufen, gleich das Tal zu wässern; / der Blitz, der flammend niederschlug, / die Atmosphäre zu verbessern, / die Gift und Dunst im Busen trug; / Sind Liebesboten! Sie verkünden, / was ewig schaffend uns umwallt.
Ist vielleicht nur die Welt ein großer Kerker? Und frei ist / wohl der Tolle, der sich Ketten zu Kränzen erkiest.
Ist wohl der ein würdiger Mann, der, im Glück und im Unglück, / sich nur allein bedenkt und Leiden und Freuden zu teilen / nicht verstehet?
Ist's möglich, daß ich Liebchen dich kose, / vernehme der göttlichen Stimme Schall! / unmöglich scheint immer die Rose, / unbegreiflich die Nachtigall.
Ja das Bild der Geliebten kann nicht alt werden, denn jeder Moment ist seine Geburtsstunde.
Ja! Ich rechne mir's zur Ehre, / wandle fernerhin allein! / Und wenn es ein Irrtum wäre, / soll es doch nicht eurer sein!
Ja! Wer eure Verehrung nicht kennte: / Euch, nicht ihm, baut ihr Monumente.
Ja, ein Mädchen ist sie! Und die sich geschwinde dem einen / gibt, kehret sich auch schnell zu dem andern herum.
Ja, ich weiß, wie behaglich ein Weibchen im Hause sich findet, / das ihr eignes Gerät in Küch und Zimmern erkennet / und das Bette sich selbst und den Tisch sich selber gedeckt hat. / Nur wohl ausgestattet möcht ich im Hause die Braut sehn; / denn die Arme wird doch nur zuletzt vom Manne verachtet, / und er hält sie als Magd, die als Magd mit dem Bündel hereinkam.
Ja, mit dem besten Willen leisten wir / So wenig, weil uns tausend Willen kreuzen.
Ja, so schätzet der Mensch das Leben als heiliges Kleinod, / daß er jenen am meisten verehrt, der es trotzig verschmähet. / Manche Tugenden gibt's der hohen verständigen Weisheit, / manche der Treu und der Pflicht und der alles umfassenden Liebe; / aber keine wird so verehrt von sämtlichen Menschen / als der festere Sinn, der, statt dem Tode zu weichen, / selbst der Keren Gewalt zum Streite mutig heranruft.
Ja, was hilft dich's, der Beste zu sein, es bleiben die Besten / doch nicht unberedet in diesen Zeiten vom Volke.
Jakobi hatte mich persönlich lieb, ohne an meinen Bestrebungen teilzunehmen oder sie wohl gar zu billigen. Es bedurfte daher der Freundschaft, um uns aneinander zu halten. Dagegen war mein Verhältnis mit Schiller so einzig, weil wir das herrlichste Bindungsmittel in unseren gemeinsamen Bestrebungen fanden und es für uns keiner sogenannten besonderen Freundschaft weiter bedurfte.
Jammer wird Wollust, wenn wir seine klemmende, stechende Empfindung, die unser Herz ängstigt, durch Klagen lindern und zu einem sanften Kützel verwandeln.
Januar, Februar, März, / du bist mein liebes Herz. / Mai, Juni, Juli, August, / mir ist nichts mehr bewußt.
Je früher der Mensch gewahr wird, dass es ein Handwerk, dass es eine Kunst gibt, die ihm zur geregelten Steigerung seiner natürlichen Anlagen verhelfen, desto glücklicher ist er.
Je höher ein Mensch, desto mehr steht er unter dem Einfluß der Dämonen, und er muß nur immer aufpassen, daß sein leitender Wille nicht auf Abwege gerate.
Je mehr ihr das Ding rüttelt und schüttelt, desto trüber wird's.
Je näher wir der Natur sind, desto näher fühlen wir uns der Gottheit.