Wie über die Menschen, so auch über die Denkmäler lässt sich die Zeit ihr Recht nicht nehmen.
Wie zieret den bescheidnen Mann der Kranz!
Wie? Wann? Und Wo? Die Götter bleiben stumm. / Du halte dich ans Weil und frage nicht Warum!
Wieviel bist du von andern unterschieden? / Erkenne dich, leb mit der Welt in Frieden!
Wilhelm befand sich noch in den glücklichen Zeiten, da man nicht begreifen kann, daß an einem geliebten Mädchen, an einem verehrten Schriftsteller irgend etwas mangelhaft sein könne. Unsere Empfindung von ihnen ist so ganz, so mit sich selbst übereinstimmend, daß wir uns auch in ihnen eine solche vollkommene Harmonie denken müssen.
Will der Neid sich doch zerreißen, / Lass ihn seinen Hunger speisen.
Willkür bleibet ewig verhaßt den Göttern und Menschen, / wenn sie in Taten sich zeigt, auch nur in Worten sich kundgibt; / denn so hoch wir auch stehn, so ist der ewigen Götter / ewigste Themis allein.
Willkürlich handeln ist des Reichen Glück! /
Willst aber du die Meinung beherrschen, beherrsche durch Tat sie, nicht durch Geheiß und Verbot.
Willst d genau erfahren, was sich ziemt, / so frage nur bei edlen Frauen an; / denn ihnen ist am meisten dran gelegen, / daß alles wohl sich zieme, was geschieht. / Die Schicklichkeit umgibt mit einer Mauer / das zarte, leicht verletzliche Geschlecht. / Wo Sittlichkeit regiert, regieren sie, / und wo die Frechheit herrscht, da sind sie nichts. / Und wirst du die Geschlechter beide fragen: / Nach Freiheit strebt der Mann, das Weib nach Sitte.
Willst du das Gute tun, mein Sohn, / so lebe nur lange, da gibt sichs schon! / Solltest du aber zu früh ersterben, / wirst du von Künftigen Dank erwerben.
Willst du dein Wyb soll schwanger syn, / schick sie ins Bad und geh nit hin!
Willst du den März nicht ganz verlieren, / So lass nicht in April dich führen.
Willst du dich als Dichter beweisen, / so mußt du nicht Helden noch Hirten preisen. / Hier ist Rhodus! Tanze, du Wicht, / und der Gelegenheit schaff ein Gedicht!
Willst du dich am Ganzen erquicken, / so mußt du das Ganze im Kleinsten erblicken.
Willst du dich deines Wertes freuen, / so muß der Welt du Wert verleihen.
Willst du dir aber das Beste tun, / so bleib nicht auf dir selber ruhn, / sondern folg eines Meisters Sinn! / Mit ihm zu irren ist dir Gewinn.
Willst du ein braves Weib, so sei ein rechter Mann!
Willst du immer weiter schweifen? / Sieh, das Gute liegt so nah. / Lerne nur das Glück ergreifen: / Denn das Glück ist immer da.
Willst du in Deutschland wirken als Autor, so triff sie nur tüchtig; / denn zum Beschauen des Werks finden sich wenige nur!
Willst du jenem den Preis verschaffen, zähle die Fehler, / willst du dieses erhöhn, zähle die Tugenden ab!
Willst du mit mir hausen, / so laß die Bestie draußen!
Willst du mit reinem Gefühl der Liebe Freuden genießen, / o, laß Frechheit und Ernst ferne vom Herzen dir sein! / Jene will Amorn verjagen, und dieser denkt ihn zu fesseln. / Beiden das Gegenteil lächelt der schelmische Gott.
Willst du nach den Früchten greifen, / eilig nimm dein Teil davon! / Diese fangen an zu reifen, / und die andern keimen schon. / Gleich mit jedem Regengusse / ändert sich dein holdes Tal, / ach, und in demselben Flusse / schwimmst du nicht zum zweitenmal.
Willst du nichts Unnützes kaufen, / mußt du nicht auf den Jahrmarkt laufen.
Willst du viele befrein, / so wag es, vielen zu dienen.
Willst lustig leben, / geh mit zwei Säcken, / einen zum Geben, / einen um einzustecken. / Da gleichst du Prinzen, / plünderst und beglückst Provinzen.
Wir andern, die wir von der Gesellschaft abhängen, müssen uns nach ihr bilden und richten, ja wir dürfen eher etwas tun, das ihr zuwider ist, als was ihr lästig wäre, und lästiger ist ihr in der Welt nichts, als wenn man sie zum Nachdenken und zu Betrachtungen auffordert.
Wir behalten von unseren Studien am Ende doch nur das, was wir praktisch anwenden.
Wir bewundern die Tragödien der alten Griechen; allein, recht besehen, sollten wir mehr die Zeit und die Nation bewundern, in der sie möglich waren.
Wir bilden uns ein, fromm zu sein, indem wir ohne Überlegung hinschlendern, uns durch angenehme Zufälle determinieren lassen und endlich dem Resultate eines solchen schwankenden Lebens den Namen einer göttlichen Führung geben.
Wir blicken so gern in die Zukunft, weil wir das Ungefähre, was sich in ihr hin und her bewegt, durch stille Wünsche so gern zu unsern Gunsten heranleiten möchten.
Wir brauchen in unserer Sprache ein Wort, das, wie Kindheit sich zu Kind verhält, so das Verhältnis Volkheit zum Volke ausdrückt. Der Erzieher muß die Kindheit hören, nicht das Kind, der Gesetzgeber und Regent die Volkheit, nicht das Volk. Jene spricht immer dasselbe aus, ist vernünftig, beständig, rein und wahr; dieses weiß niemals vor lauter Wollen, was es will. Und in diesem Sinne soll und kann das Gesetz der allgemein ausgesprochene Wille der Volkheit sein, ein Wille, den die Menge niemals ausspricht, den aber der Verständige vernimmt, den der Vernünftige zu befriedigen weiß und der Gute gern befriedigt.
Wir bringen wohl Fähigkeiten mit, aber unsere Entwicklung verdanken wir tausend Einwirkungen einer großen Welt, aus der wir uns aneignen, was wir können und was uns gemäß ist. Ich verdanke den Griechen und Franzosen viel, ich bin Shakespeare, Sterne und Goldsmith Unendliches schuldig geworden. Allein damit sind die Quellen meiner Kultur nicht nachgewiesen.
Wir Deutschen fallen mit unserer Meinung gerne gerade heraus und haben es im Indirekten noch nicht sehr weit gebracht.
Wir fassen ein Gesetz begierig an, / das unsrer Leidenschaft zur Waffe dient.
Wir finden, daß alle geistig wie körperlich durchaus naturkräftig ausgestatteten Menschen in der Regel die bescheidensten sind, dagegen alle besonders geistig Verfehlten weit eher einbilderischer Art. Es scheint, daß die gütige Natur allen denen, die bei ihr in höherer Hinsicht zu kurz gekommen sind, die Einbildung und den Dünkel als versöhnendes Ausgleichungs- und Ergänzungsmittel gegeben hat.
Wir führen doch im Grunde alle ein isoliertes armseliges Leben! Aus dem eigenen Volke kommt uns sehr wenig Kultur entgegen, und unsere sämtlichen Talente und guten Köpfe sind über ganz Deutschland ausgesäet.-...Nun aber denken Sie sich eine Stadt wie Paris, wo die vorzüglichsten Köpfe eines großen Reiches auf einem einzigen Fleck beisammen sind und in täglichem Verkehr, Kampf und Wetteifer sich gegenseitig belehren und steigern; wo das Beste aus allen Reichen der Natur und Kunst des ganzen Erdbodens der täglichen Anschauung offen steht; diese Weltstadt denken Sie sich, wo jeder Gang über eine Brücke oder einen Platz an eine große Vergangenheit erinnert und wo an jeder Straßenecke ein Stück Geschichte sich entwikkelt hat.
Wir führen uns nicht selbst. Bösen Geistern ist Macht über uns gelassen, daß sie ihren höllischen Mutwillen an unserem Verderben üben.
Wir glauben den Männern! In den Augenblicken der Leidenschaft betrügen sie sich selbst. Warum sollten wir nicht betrogen werden?
Wir haben alle etwas von elektrischen und magnetischen Kräften in uns und üben, wie der Magnet selber, eine anziehende und abstoßende Gewalt aus.
Wir haben in der Literatur Poeten, die für sehr produktiv gehalten werden, weil von ihnen ein Band Gedichte nach dem andern erschienen ist. Nach meinem Begriff aber sind diese Leute durchaus unproduktiv zu nennen, denn was sie machten, ist ohne Leben und Dauer.
Wir irrten uns aneinander, / es war eine schöne Zeit.
Wir können die Kinder nach unserem Sinne nicht formen; so wie Gott sie uns gab, so muß man sie haben und lieben; sie erziehen aufs beste und jeglichen gewähren lassen.
Wir können nichts machen, als was wir machen, und der Beifall ist eine Gabe des Himmels.
Wir Menschen werden wunderbar geprüft; / wir könnten's nicht ertragen, hätt' uns nicht / den holden Leichtsinn die Natur verliehn.
Wir merken erst, wie traurig und unangenehm ein trüber Tag ist, wenn ein einziger durchdringender Sonnenblick uns den aufmunternden Glanz einer heiteren Stunde darstellt.
Wir Mädchen sind doch eine wunderliche Nation. Kaum heben wir den Kopf nur ein wenig wieder, so ist gleich Putz und Band, was uns beschäftigt.
Wir möchten jede Tat / so groß gleich tun, als wie sie wächst und wird, / wenn jahrelang durch Länder und Geschlechter / der Mund der Dichter sie vermehrend wälzt. / Es klingt so schön, was unsre Väter taten, / wenn es, in stillen Abendschatten ruhend, / der Jüngling mit dem Ton der Harfe schlürft; / und was wir tun, ist, wie es ihnen war, / voll Müh und eitel Stückwerk!
Wir mögen die Welt kennenlernen, wie wir wollen: Sie wird immer eine Tag- und eine Nachtseite behalten.