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Blaise Pascal

französischer Mathematiker, Physiker und Philosoph (1623 - 1662)

102 Zitate, Sprüche & Aphorismen

  • Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen.

  • Das Herz hat seine Gründe, die die Vernunft nicht kennt.

  • Das wichtigste im Leben ist die Wahl des Berufes. Der Zufall entscheidet darüber.

  • Die Gerechtigkeit ist ohnmächtig ohne die Macht; die Macht ist tyrannisch ohne die Gerechtigkeit. Die Gerechtigkeit erfährt viel Widerspruch, wenn sie keine Macht hat, weil es immer böse Menschen gibt; die Macht wird angeklagt, wenn sie nicht gerecht ist. Man muß also die Gerechtigkeit und die Macht vereinigen, und dazu muß man bewirken, daß das mächtig sei, was gerecht ist, oder daß gerecht sei, was mächtig ist.

  • Der Mensch ist nur ein Schilfrohr, das schwächste in der Natur. Aber ein Schilfrohr, das denkt.

  • Der letzte Schritt der Vernunft ist die Erkenntnis, daß es eine Unendlichkeit von Dingen gibt, die sie übersteigen. Sie ist schwach, wenn sie nicht bis zu dieser Erkenntnis vordringt.

  • Wäre die Nase der Kleopatra kürzer gewesen, hätte das Antlitz der Erde ein anderes Aussehen bekommen.

  • Das Leben des Menschen ist von einer bejammernswerten Kürze. Man rechnet es zwar vom ersten Eintritt in die Welt, aber ich für meinen Teil möchte es doch erst von da ab rechnen, wo die Vernunft hervortritt und man durch die Vernunft in Bewegung gesetzt wird, / und das geschieht in der Regel nicht früher als mit zwanzig Jahren.

  • Allein aus Freude am Sehen und ohne Hoffnung, seine Eindrücke und Erlebnisse mitteilen zu dürfen, würde niemand über das Meer fahren.

  • Die Vergangenheit und die Gegenwart sind unsere Mittel. Die Zukunft allein ist unser Zweck.

  • Niemals tut man so vollständig und so gut das Böse, als wenn man es mit gutem Gewissen tut.

  • Ein witziger Mund, ein schlechter Charakter.

  • Neugierde ist nur Eitelkeit. Meistens will man nur etwas erfahren, um davon sprechen zu können.

  • Der Mensch hat alle Ursache, sich selbst für den wunderbarsten Gegenstand der Natur zu halten. Er vermag nicht zu begreifen, was der Körper, und noch weniger, was der Geist ist, und am allerwenigsten, wie ein Geist mit einem Körper verbunden sein kann.

  • Das Weltall ist ein Kreis, dessen Mittelpunkt überall, dessen Umfang nirgends ist.

  • Zu unserer Natur gehört die Bewegung. Die vollkommene Ruhe ist der Tod.

  • Eifer ist Begeisterung, gemildert durch Vernunft.

  • Das ganze Glück des Menschen besteht darin, bei anderen Achtung zu genießen.

  • Der Mensch lebt, um zu denken, und seine Pflicht ist es, gut zu denken: Der erste Grundsatz der Moral.

  • Die größte Niedertracht des Menschen ist sein Streben nach Ruhm, aber gerade dieses ist auch das Zeichen, daß er etwas Höheres ist.

  • Der Geist glaubt von Natur, und der Wille liebt von Natur, und so müssen sie sich an falsche Objekte hängen, wenn wahre fehlen.

  • Das Letzte, was man findet, wenn man ein Werk schreibt, ist, zu wissen, was man an den Anfang stellen soll.

  • Das Denken macht die Größe des Menschen aus.

  • Was diesseits der Pyrenäen Wahrheit ist, ist jenseits Irrtum.

  • Anfang und Ende der Dinge werden dem Menschen immer ein Geheimnis bleiben. Er ist ebenso unfähig, das Nichts zu sehen, aus dem er stammt, wie die Unendlichkeit zu erkennen, die ihn verschlingen wird.

  • Der dem Stolz wesensgemäße Ort ist die Weisheit: Denn man kann einem Menschen nicht zugestehn, daß er weise geworden ist, und ihm zugleich sagen, daß er unrecht hat, sich dessen zu rühmen.

  • Wir halten uns niemals an die gegenwärtige Zeit. Wir nehmen die Zukunft voraus, da sie zu langsam kommt, gleichsam um ihren Lauf zu beschleunigen. Und wir rufen die Vergangenheit zurück, um sie aufzuhalten.

  • Mitleid widerspricht nicht dem Egoismus. Im Gegenteil: Wir sind froh über die Gelegenheit, unsere Freundschaft beweisen und in den Ruf des Empfindsamen gelangen zu können, ohne daß wir dafür etwas geben müssen.

  • Die Großen und die Kleinen unter den Menschen unterliegen den gleichen Zufällen, dem gleichen Ärger und den gleichen Leidenschaften. Nur daß die Kleinen sich am Rande des Rades befinden, die Großen aber in der Nähe des Mittelpunktes, weshalb sie von den gleichen Bewegungen weniger erschüttert werden.

  • Das Christentum ist befremdend. Es fordert vom Menschen, daß er sich selbst als erbärmlich, ja verächtlich erkenne, und es fordert von ihm, daß er wünsche, Gott ähnlich zu sein. Ohne ein solches Gegengewicht würde ihn diese Erhöhung unerträglich eitel und diese Erniedrigung unerträglich gemein machen.

  • Ohne Zerstreuung gibt es für den Menschen keine Freude, mit Zerstreuung keine Trauer.

  • Jeder trägt in sich das Urbild der Schönheit, deren Abbild er in der großen Welt such.

  • Die kleinste Bewegung ist für die ganze Natur von Bedeutung.

  • Es ist gefährlich, den Menschen zu merken zu lassen, wie sehr er den Tieren gleicht, ohne ihm seine Größe zu zeigen. Es ist auch gefährlich, ihn zu sehr seine Größe fühlen zu lassen, ohne ihm seine Niedrigkeit zu zeigen.

  • Willst du, daß man Gutes von dir sage, so sag es nicht selbst!

  • Wieviel jemand auf Erden auch besitzen mag, welcher Gesundheit und wahrhafter Annehmlichkeiten er sich auch erfreuen mag, er ist nicht zufrieden, wenn er bei den Menschen keine Achtung genießt. Dies geht so weit, daß selbst diejenigen, welche den Menschen am meisten verachten und ihn den Tieren gleichsetzen, doch noch von ihm bewundert sein wollen.

  • Ich habe herausbekommen, daß alles menschliche Unglück aus einer einzigen Ursache herkommt, nämlich der, daß man nicht ruhig in seinem Zimmer zu bleiben vermag.

  • Was ist schwerer: Geboren werden oder wieder auferstehen? Daß sei, was niemals gewesen ist, oder daß das was gewesen ist, abermals sei? Ist es schwerer, zum Sein zu gelangen oder dahin zurückzugelangen? Die Gewohnheit macht uns das eine leicht, das Fehlen der Gewohnheit macht uns das andere unmöglich: Eine pöbelhafte Art zu urteilen!

  • Es gibt Größe, die auf menschlicher Konvention beruht, und natürliche Größe.

  • Je mehr Geist man hat, desto mehr originelle Menschen entdeckt man. Alltägliche Leute finden bei den Menschen keine Unterschiede.

  • Wenn die Menschen an dem, was sie sagen, nicht innerlich beteiligt sind, so darf man daraus nicht schließen, daß sie nicht lügen. Es gibt Leute, die um der Lüge willen lügen.

  • Wir brennen vor Begier, alles zu ergründen und einen Turm aufzuführen, der bis in die Unendlichkeit reicht. Aber unser ganzes Gebäude kracht, und die Erde öffnet sich bis in die Tiefen.

  • Ein Wunder ist eine Wirkung, welche die für sie eingesetzten natürlichen Mittel übersteigt.

  • Es muß verschiedene Rangstufen geben, da alle Menschen herrschen wollen und nicht alle es können.

  • Es gibt Leute, die gut reden und nicht gut schreiben. Sie brauchen Zuhörer, die sie anfeuern und dadurch veranlassen, daß ihr Geist gibt, was er ohne diese Anregung nicht herzugeben vermag.

  • Der eigentliche Sinn des Reichtums ist, freigiebig davon zu spenden.

  • Nichts gibt Sicherheit außer der Wahrheit. Nichts gibt Ruhe als das ehrliche Suchen nach der Wahrheit.

  • Die Sinne betrügen die Vernunft, und die Leidenschaften der Seele verwirren die Sinne: Sie lügen und betrügen sich um die Wette.

  • Bewunderung durch andere verdirbt den Menschen von Kindheit an.

  • Niemand spricht in unserer Gegenwart so von uns wie in unserer Abwesenheit.

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