Johann Wolfgang von Goethe

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Es kommt darauf an, daß in einer Nation viel Geist und tüchtige Bildung im Kurs sei, wenn ein Talent sich schnell und freudig entwickeln soll.

Es kommt doch am Ende darauf an, dass man aushält und die andern ausdauert.

Es kommt nur immer darauf an, daß derjenige, von dem wir lernen wollen, unserer Natur gemäß sei.

Es küßt sich so süße die Lippe der Zweiten, / als kaum sich die Lippe der Ersten geküßt.

Es käme niemand mit der Brille auf der Nase in ein vertrauliches Gemach, wenn er wüßte, daß uns Frauen sogleich die Lust vergeht, ihn anzusehen und uns mit ihm zu unterhalten.

Es leben die Soldaten, / Der Bauer gibt den Braten, / Der Winzer gibt den Most, / Das ist Soldatenkost.

Es leben die Soldaten, / der Bauer gibt den Braten, / der Winzer gibt den Most, / das ist Soldatenkost. / / In Wäldern gehn wir pirschen / nach allen alten Hirschen / und bringen frank und frei / den Männern das Geweih. / / Wir schmausen wie Dynasten, / und morgen heißt es fasten, / früh reich und abends bloß, / das ist Soldatenlos.

Es lebt aber, wie ich an allem merke, in Berlin ein so verwegener Menschenschlag beisammen, dass man mit der Delikatesse nicht weit reicht, sondern dass man Haare auf den Zähnen haben und mitunter etwas grob sein muss, um sich über Wasser zu halten.

Es lernt die Gemeine das Böse; denn man sieht, so hält es der Pfaffe, da sündiget jeder.

Es liegen im Wein allerdings produktivmachende Kräfte sehr bedeutender Art; aber es kommt dabei alles auf Zustände und Zeit und Stunde an, und was dem einen nützet, schadet dem andern.

Es liegen in den verschiedenen poetischen Formen geheimnisvolle große Wirkungen. Wenn man den Inhalt meiner Römischen Elegien in den Ton und die Versart von Byrons Don Juan übertragen wollte, so müßte sich das Gesagte ganz verrucht ausnehmen.

Es liegt in der deutschen Natur, alles Ausländische in seiner Art zu würdigen und sich fremder Eigentümlichkeit zu bequemen. Dieses und die große Fügsamkeit unserer Sprache macht denn die deutschen Übersetzungen durchaus treu und vollkommen.

Es ließe sich alles trefflich schlichten, / könnte man die Sachen zweimal verrichten.

Es macht die Geburt uns / weder edel noch gut, noch kann sie zur Schande gereichen. / Aber Tugend und Laster, sie unterscheiden die Menschen.

Es macht in der Gesellschaft nichts lächerlicher, als wenn man ein fremdes, ein Kunstwort falsch anwendet.

Es müsste schlimm zugehen, wenn ein Buch unmoralischer wirken sollte als das Leben selber, das täglich der skandalösen Szenen im Überfluss, wo nicht vor unsern Augen, doch vor unseren Ohren entwickelt.

Es möchte kein Hund so weiterleben! / Drum hab' ich mich der Magie ergeben

Es plädieren in Venedig in wichtigen Sachen gewöhnlich zwei Advokaten für den Kläger und zwei für den Angeklagten! Die ersten reden mehr statarisch und gemäßigt und haben nur die ruhigen Auseinandersetzungen der Tatsachen; die zwei letzteren aber wirken auf die Leidenschaften und wenden alle Redekünste an.

Es rauschen die Wasser, / die Wolken vergehn; / doch bleiben die Sterne, / sie wandeln und stehn. / So auch mit der Liebe / der Treuen geschieht: / Sie wegt sich, sie regt sich / und ändert sich nicht.

Es schadet nichts, wenn Starke sich verstärken.

Es schien mir die Einheit des Orts so kerkermäßig ängstlich, die Einheiten der Handlung und der Zeit lästige Fesseln unsrer Einbildungskraft. Ich sprang in die freie Lust und fühlte erst, daß ich Hände und Füße hatte.

Es sind nur wenige, die den Sinn haben und zugleich zur Tat fähig sind. Der Sinn erweitert, aber lähmt; die Tat belebt, aber beschränkt.

Es soll sich regen, schaffend handeln, / erst sich gestalten, dann verwandeln; / nur scheinbar stehts Momente still. / Das Ewige regt sich fort in allen; / denn alles muß in Nichts zerfallen, / wenn es im Sein beharren will.

Es steht manches Schöne isoliert in der Welt, doch der Geist ist es, der Verknüpfungen zu entdecken und dadurch Kunstwerke hervorzubringen hat. Die Blume gewinnt erst ihren Reiz durch das Insekt, das ihr anhängt, durch den Tautropfen, der sie befeuchtet, durch das Gefäß, woraus sie allenfalls ihre letzte Nahrung zieht. Kein Busch, kein Baum, dem man nicht durch die Nachbarschaft eines Felsens, einer Quelle Bedeutung geben, durch eine mäßige einfache Ferne größern Reiz verleihen könnte.

Es tönt der Klage Lauf am liebsten in der Nacht.

Es verdrießt die Leute, daß die Wahrheit so einfach ist.

Es vergeht bei mir kaum ein Tag, wo ich nicht von durchreisenden Fremden besucht werde. Wenn ich aber sagen sollte, daß ich an den persönlichen Erscheinungen, besonders junger deutscher Gelehrter aus einer gewissen nordöstlichen Richtung, große Freude hätte, so müßte ich lügen. Kurzsichtig, blaß, mit eingefallener Brust, jung ohne Jugend, das ist das Bild der meisten, wie sie sich mir darstellen. Und wie ich mit ihnen mich in ein Gespräch einlasse, habe ich sogleich zu bemerken, daß ihnen dasjenige, woran unsereiner Freude hat, nichtig und trivial erscheint, daß sie ganz in der Idee stekken und nur die höchsten Probleme der Spekulation sie zu interessieren geeignet sind.

Es vergnügt sie, einen stolzen Menschen, wie ich bin, an ihrem Fußschemel angekettet zu sehen. Sie hat weiter nicht auf ihn acht, solange er ruhig liegt. Will er sich aber losreißen, dann fällt er ihr erst wieder ein; ihre Liebe erwacht wieder.

Es wandelt niemand ungestraft unter Palmen, und die Gesinnungen ändern sich gewiß in einem Lande, wo Elefanten und Tiger zu Hause sind.

Es war die Art zu allen Zeiten, / (...) / Irrtum statt Wahrheit zu verbreiten.

Es war nicht Schillers Sache, mit einer gewissen Bewußtlosigkeit und gleichsam instinktmäßig zu verfahren, vielmehr mußte er über jedes, was er tat, reflektieren; woher es auch kam, daß er über seine poetischen Vorsätze nicht unterlassen konnte, sehr viel hin und her zu reden, so daß er alle seine späteren Stücke Szene für Szene mit mir durchgesprochen hat.

Es war überall eine gute Zeit, als ich mit Merck jung war. Die deutsche Literatur war noch eine reine Tafel, auf die man mit Lust viel Gutes zu malen hoffte. Jetzt ist sie so beschrieben und besudelt, daß man keine Freude hat, sie anzublicken.

Es war, als wenn meine Seele ohne Gesellschaft des Körpers dachte; sie sah den Körper selbst als ein ihr fremdes Wesen an, wie man etwa ein Kleid ansieht.

Es wechselt Pein und Lust. / Genieße, wenn du kannst, und leide, wenn du mußt.

Es werden die Sachen / Nicht durch Übereilung gebessert.

Es wird einem nichts erlaubt. Man muß es nur sich selber erlauben. Dann lassen sich's die andern gefallen oder nicht.

Es wird schwer halten, daß das deutsche Publikum zu einer Art von reinem Urteil komme, wie man es etwa in Italien und Frankreich findet. Und zwar ist uns besonders hinderlich, daß auf unseren Bühnen alles durcheinander gegeben wird. An derselbigen Stelle, wo wir gestern Hamlet sahen, sehen wir heute den Staberle, und wo uns morgen die Zauberflöte entzückt, sollen wir übermorgen an den Späßen des Neuen Sonntagskindes Gefallen finden.

Es wäre nicht der Mühe wert, siebzig Jahr alt zu werden, wenn alle Weisheit der Welt Torheit wäre vor Gott.

Es ziemt dem Menschen, nicht mehr zu grübeln, wo er nicht mehr wirken soll.

Euch, Alter, soll es zum Lobe gereichen, wenn Ihr Euch auf die hiesige Landsart und auf die Witterung versteht und Euer Säen und Ernten danach einrichtet. Fremde Länder laßt für sich sorgen und den politischen Himmel betrachtet allenfalls einmal sonn- und festtags.

Eugenie: Bist du in deinem Hause Fürst? / Gerichtsrat: Ich bin's / und jeder ist's, der Gute wie der Böse. / Reicht eine Macht denn wohl in jenes Haus, / wo der Tyrann die holde Gattin kränkt, / wenn er nach eignem Sinn verworren handelt, / durch Launen, Worte, Taten jede Lust / mit Schadenfreude sinnreich untergräbt? / Wer trocknet ihre Tränen? Welch Gesetz, / welch Tribunal erreicht den Schuldigen? / Er triumphiert, und schweigende Geduld / senkt nach und nach verzweifelnd sie ins Grab. / Notwendigkeit, Gesetz, Gewohnheit gaben / dem Mann so große Rechte; sie vertrauten / auf seine Kraft, auf seinen Biedersinn.

Eure Freude macht mich glücklich, eure Liebe tröstet mich.

Fahre so fort, mit heiterem Sinn auf zwei Dinge zu achten: Erstlich, wo die Menschen hinauswollen, und zweitens, wie sie sich deshalb maskieren.

Fahrt fort in unmittelbarer Beachtung der Pflicht des Tages und prüft dabei die Reinheit eures Herzens und die Sicherheit eures Geistes. Wenn ihr sodann in freier Stunde aufatmet und euch zu erheben Raum findet, so gewinnt ihr auch gewiß eine richtige Stellung gegen das Erhabene.

Falsche Worte gelten zum höchsten, wenn sie Masken unserer Taten sind. Ein Vermummter, der kenntlich ist, spielt eine armselige Rolle.

Fanden sie sich in einem Saale, so dauerte es nicht lange, und sie standen, sie saßen nebeneinander. Nur die nächste Nähe konnte sie beruhigen, aber auch völlig beruhigen, und diese Nähe war genug; nicht eines Blickes, nicht eines Wortes, keiner Gebärde, keiner Berührung bedurfte es, nur des reinen Zusammenseins. Dann waren es nicht zwei Menschen, es war nur ein Mensch im bewußtlosen vollkommenen Behagen, mit sich selbst zufrieden und mit der Welt.

Fehler der so genannten Aufklärung: dass sie Menschen die Vielseitigkeit gibt, deren einseitige Lage man nicht ändern kann.

Fehlst du, laß dich's nicht betrüben; / denn der Mangel führt zum Lieben. / Kannst dich nicht vom Fehl befrein, / wirst du andern gern verzeihn.

Fehlt es dem protestantischen Kultus im ganzen an Fülle, so untersuche man das einzelne, und man wird finden, der Protestant hat zu wenig Sakramente, ja er hat nur eins, bei dem er sich tätig erweist, das Abendmahl: denn die Taufe sieht er nur an andern vollbringen, und es wird ihm nicht wohl dabei.

Feiger Gedanken / bängliches Schwanken, / weibisches Zagen, / ängstliches Klagen / wendet kein Elend, / macht dich nicht frei. / Allen Gewalten / zum Trutz sich erhalten; / nimmer sich beugen, / kräftig sich zeigen, / rufet die Arme / der Götter herbei.

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