So Ehre denn, wem Ehre gebührt!
So eine wahre, warme Freude ist nicht in der Welt, als eine große Seele zu sehen, die sich gegen einen öffnet.
So eingeschränkt er ist, hält er doch immer im Herzen das süße Gefühl der Freiheit und daß er diesen Kerker verlassen kann, wann er will.
So feiert ihn! Denn was dem Mann das Leben / nur halb erteilt, soll ganz die Nachwelt geben.
So finden sich zum Beispiel im Grafen Platen fast alle Haupterfordernisse eines guten Poeten: Einbildungskraft, Erfindung, Geist, Produktivität besitzt er im hohen Grade. Auch findet sich bei ihm eine vollkommene technische Ausbildung und ein Studium und ein Ernst wie bei wenigen anderen. Allein ihn hindert seine unselige polemische Richtung. Daß er in der großen Umgebung von Neapel und Rom die Erbärmlichkeiten der deutschen Literatur nicht vergessen kann, ist einem so hohen Talent gar nicht zu verzeihen.
So geht's aber dem, der still vor sich leidet und durch Klagen weder die Seinigen ängstigen noch sich erweichen mag: Wenn er endlich aus gedrängter Seele "Eli, Eli, lama asabthani" ruft, spricht das Volk: "Du hast andern geholfen, hilf dir selber!", und die besten übersetzen's falsch und glauben, er rufe dem Elias.
So gib mir auch die Zeiten wieder, / da ich noch selbst im Werden war, / da sich ein Quell gedrängter Lieder / ununterbrochen neu gebar, / da Nebel mir die Welt verhüllten, / die Knospe Wunder noch versprach, / da ich die tausend Blumen brach, / die aller Täler reichlich füllten! / Ich hatte nichts und doch genug: / Den Drang nach Wahrheit und die Lust am Trug! / Gib ungebändigt jene Triebe, / das tiefe schmerzenvolle Glück, / des Hasses Kraft, die Macht der Liebe, / gib meine Jugend mir zurück!
So herrsche denn Eros, der alles begonnen!
So ist der Begriff der Heiligkeit der Ehe eine solche Kulturerrungenschaft des Christentums und von unschätzbarem Werte, obgleich die Ehe eigentlich unnatürlich ist.
So ist die Liebe beschaffen, daß sie allein Rechte zu haben glaubt und alle anderen Rechte vor ihr verschwinden.
So ist sie von niemand abhängig und verschafft ihrem Manne die wahre Unabhängigkeit, die häusliche, die innere. Das, was er besitzt, sieht er gesichert, das, was er erwirbt, gut benutzt, und so kann er sein Gemüt nach großen Gegenständen wenden und, wenn das Glück gut ist, das dem Staate sein, was seiner Gattin zu Hause so wohl ansteht.
So nimmt ein Kind der Mutter Brust / nicht gleich im Anfang willig an; / doch bald ernährt es sich mit Lust. / So wirds euch an der Weisheit Brüsten / mit jedem Tage mehr gelüsten.
So oft ich durch eine Brille sehe, bin ich ein anderer Mensch und gefalle mir selbst nicht. Ich sehe mehr, als ich sehen sollte; die schärfer gesehene Welt harmoniert nicht mit meinem Innern, und ich lege die Gläser geschwind wieder weg, wenn meine Neugierde, wie dieses oder jenes in der Ferne beschaffen sein möchte, befriedigt ist.
So schreitet in dem engen Bretterhaus / Den ganzen Kreis der Schöpfung aus, / Und wandelt mit bedächt'ger Schnelle / Vom Himmel durch die Welt zur Hölle.
So sehnt sich der unruhigste Vagabund zuletzt wieder nach seinem Vaterlande und findet in seiner Hütte, an der Brust seiner Gattin, im Kreise der Kinder, in den Geschäften zu ihrer Unterhaltung die Wonne, die er in der weiten Welt vergebens suchte.
So sehr ein Mann sich auch selbst empfiehlt, so sehr begünstigt die Empfehlung eines Freundes die ersten Augenblicke der Bekanntschaft.
So sind die Menschen fürwahr, und einer ist doch wie der andre, / daß er zu gaffen sich freut, wenn den Nächsten ein Unglück befället!
So steige ich durch alle Stände aufwärts, sehe den Bauersmann der Erde das Notdürftige abfordern, das doch auch ein behaglich Auskommen wäre, wenn er nur für sich schwitzte. Du weißt aber, wenn die Blattläuse auf den Rosenzweigen sitzen und sich hübsch dick und grün gesogen haben, dann kommen die Ameisen und saugen ihnen den filtrierten Saft aus den Leibern. Und so geht's weiter, und wir haben es so weit gebracht, daß oben immer in einem Tage mehr verzehrt wird, als unten in einem beigebracht werden kann.
So tauml ich von Begierde zu Genuß, / und im Genuß verschmacht ich nach Begierde.
So tiefer Schmerzen heiße Qual verbürgt / dem Augenblick unendlichen Gehalt.
So verständige, so gute Menschen, fingen wegen gewisser heimlicher Verschiedenheiten untereinander zu schweigen an, jedes dachte seinem Recht und dem Unrechte des andern nach, und die Verhältnisse verwickelten und verhetzten sich dergestalt, daß es unmöglich ward, den Knoten eben in dem kritischen Momente, von dem alles abhing, zu lösen.
So viel ist gewiß, daß außer dem Angeborenen der Rasse sowohl Boden und Klima als Nahrung und Beschäftigung einwirkt, um den Charakter eines Volkes zu vollenden. Auch ist zu bedenken, daß die frühesten Stämme meistenteils von einem Boden Besitz nahmen, wo es ihnen gefiel und wo also die Gegend mit dem angeborenen Charakter der Menschen bereits in Harmonie stand.
So wahr und gut es wäre, den Kindern frühzeitig Geographie zu lehren, so bin ich doch der Meinung, daß man mit den nächsten Umgebungen der bildenden Natur anfangen müsse. Alles, was auf ihre Augen und Ohren Eindruck macht, erregt Aufmerksamkeit: Sonne, Mond und Sterne, Feuer, Wasser, Schnee, Eis, Wolken, Gewitter, Tiere, Pflanzen und Steine.
So war Apoll den Hirten zugestaltet, / daß ihm der schönsten einer glich; / denn wo Natur im reinen Kreise waltet, / ergreifen alle Welten sich.
So wendet voll Vertraun zum Arzte sich / der tief Erkrankte, fleht um Linderung, / fleht um Erhaltung schwer bedrohter Tage. / Als Gott erscheint ihm der erfahrne Mann.
So wenig der Gärtner sich durch andere Liebhabereien und Neigungen zerstreuen darf, so wenig darf der ruhige Gang unterbrochen werden, den die Pflanze zur dauernden oder zur vorübergehenden Vollendung nimmt. Die Pflanze gleicht den eigensinnigen Menschen, von denen man alles erhalten kann, wenn man sie nach ihrer Art behandelt. Ein ruhiger Blick, eine stille Konsequenz, in jeder Jahreszeit, in jeder Stunde das ganz Gehörige zu tun, wird vielleicht von niemand mehr als vom Gärtner verlangt.
So wie der Weihrauch einer Kohle Leben erfrischet, so erfrischet das Gebet die Hoffnungen des Herzens.
So wie ein Dichter politisch wirken will, muß er sich einer Partei hingeben, und so wie er dieses tut, ist er als Poet verloren.
So wunderbar ist dies Geschlecht gebildet, / so vielfach ist's verschlungen und verknüpft, / daß keiner in sich selbst noch mit den andern / sich rein und unverworren halten kann.
So wunderlich ist der Mensch gesinnt, daß er von dem Unwert irgendeines geliebten Gegenstandes zwar überzeugt sein, sich Von ihm abwenden, sogar ihn verwünschen kann, aber ihn doch nicht von andern auf gleiche Weise behandelt wissen will.
So üb ich nun des Richters erste Pflicht, / Beschuldigte zu hören. Rede denn!
So überschlägt sich die Zeit wie ein Stein vom Berge herunter, und man weiß nicht, wo sie hinkommt und wo man ist.
Sobald die Tyrannei aufgehoben ist, geht der Konflikt zwischen Aristokratie und Demokratie unmittelbar an.
Sobald du dir vertraust, sobald weißt du zu leben.
Sobald man die reine Lehre und Liebe Christi, wie sie ist, wird begriffen und in sich eingelebt haben, so wird man sich als Mensch groß und frei fühlen und auf ein bißchen so oder so im äußeren Kultus nicht mehr sonderlichen Wert legen. Auch werden wir alle nach und nach aus einem Christentum des Wortes und Glaubens immer mehr zu einem Christentum der Gesinnung und Tat kommen.
Sobald man in Gesellschaft ist, nimmt man vom Herzen den Schlüssel ab und steckt ihn in die Tasche. Diejenigen. welche ihn stecken lassen, sind Dummköpfe.
Sobald man spricht, beginnt man schon zu irren.
Sogar dies Wort hat nicht gelogen: / Wen Gott betrügt, der ist wohl betrogen.
Sogar ist es selten, daß jemand im höchsten Alter sich selbst historisch wird und daß ihm die Mitlebenden historisch werden, so daß er mit niemandem mehr kontrovertieren mag noch kann.
Solang man nüchtern ist, / gefällt das Schlechte. / Wie man getrunken hat, / weiß man das Rechte.
Solang man trinken kann, läßt sich's noch glücklich sein.
Solange einer lebt und sich rührt, findet er immer seine Nahrung, und wenn sie auch gleich nicht die reichlichste ist.
Solange man sich im Allgemeinen hält, kann es uns jeder nachmachen; aber das Besondere macht uns niemand nach. Warum? Weil es die anderen nicht erlebt haben.
Solch ein Gewimmel möcht ich sehn, / Auf freiem Grund mit freiem Volke stehn.
Soll dein Kompaß richtig leiten, / hüte dich vor Magnetstein', die dich begleiten!
Soll dich das Alter nicht verneinen, / So musst du's gut mit andern meinen; / Musst viele fördern, manchem nützen, / Das wird dich vor Vernichtung schützen.
Soll ich dir die Gegend zeigen, / mußt du erst das Dach besteigen.
Sollen dich die Dohlen nicht umreih'n, / mußt nicht Knopf auf dem Kirchturm sein.
Sollten nicht, sagte er manchmal im stillen zu sich selbst, uns in der Jugend wie im Schlafe die Bilder zukünftiger Schicksale umschweben und unserm unbefangenen Auge ahnungsvoll sichtbar werden?
Sonne kann nicht ohne Schein, / Mensch nicht ohne Liebe sein.