William Shakespeare

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Wahrhaft groß sein heißt, / nicht ohne großen Gegenstand sich regen, / doch einen Strohhalm selber groß verfechten, / wenn Ehre auf dem Spiel.

Wahrheit ist ein Hund, der ins Loch muß und hinausgepeitscht wird, während Madame Schoßhündin am Feuer stehen und stinken darf.

Warum denn wäre Cäsar ein Tyrann? / Der arme Mann! Ich weiß, er wär kein Wolf, / wenn er nicht säh', die Römer sind nur Schafe.

Was armer, williger Eifer / zu leisten nicht vermag, schätzt edle Rücksicht / nach dem Vermögen nur, nicht nach dem Wert.

Was bedürften wir irgend der Freunde, wenn wir ihrer niemals bedürften? Sie wären ja die unnützesten Geschöpfe auf der Welt, wenn wir sie nie gebrauchten, und glichen lieblichen Instrumenten, die in ihren Kästen an der Wand hängen und ihre Töne für sich selbst behalten.

Was bei Hofe guten Sitten sind, die sind so lächerlich auf dem Lande, als ländliche Weise bei Hofe zum Spott dient.

Was die Zeit dem Menschen an Haar entzieht, das ersetzt sie ihm an Witz.

Was Eure Physiognomik betrifft, seht, da gebt Gott die Ehre und macht nicht viel Rühmens davon!

Was Fliegen sind / den müßigen Knaben, das sind wir den Göttern. / Sie töten uns zum Spaß.

Was für ein artiges Ding ein Mann ist, wenn er in Wams und Hosen herumläuft und seinen Verstand zu Hause läßt!

Was Große tun, beschwatzen gern die Kleinen.

Was hat wohl andern Wert, als wir es schätzen?

Was ich bin, lehrt mich die Not erkennen.

Was ihr nicht tut mit Lust, gedeiht euch nicht.

Was in des Feldherrn Mund ein zornig Wort, / wird beim Soldaten Gotteslästerung.

Was ist der Mensch, / wenn seiner Zeit Gewinn, sein höchstes Gut / nur Schlaf und Essen ist? Ein Vieh, nichts weiter.

Was ist ein Name? Was uns Rose heißt, wie es auch hieße, würde lieblich duften.

Was liegst du lieber, Schlaf, in rauchigen Hütten, / auf unbequemer Streue hingestreckt, / von summenden Nachtfliegen eingewiegt, / als in der Großen duftenden Palästen, / unter den Baldachinen reicher Pracht / und eingelullt von süßen Melodien ?

Was man getan hat hängt, / ganz aus der Mode, wie ein rost'ger Harnisch / als armes Monument, dem Spott verfallen.

Was man will tun, / das soll man, wenn man will; denn dies "will" ändert sich / und hat so mancherlei Verzug und Schwächung.

Was Menschen Übles tun, das überlebt sie. / Das Gute wird mit ihnen oft begraben.

Was muß der König tun? Sich unterwerfen? / Der König wird es tun. Muß er ersetzt sein? / Der König gibt sich drein. Den Namen König / einbüßen? Nun, er geh' in Gottes Namens. / Ich gebe mein Geschmeid' um Betkorallen, / den prächtigen Palast für eine Klause, / die bunte Tracht für eines Bettlers Mantel, / mein reich Geschirr für einen hölzern Becher, / mein Zepter für 'nes Pilgers Wanderstab, / mein Volk für ein paar ausgeschnitzte Heilige, / mein weites Reich für eine kleine Gruft, / ganz kleine, kleine unbekannte Gruft. / Oder auf des Königs Heerweg scharrt mich ein, / wo viel Verkehr ist, wo des Volkes Füße / das Haupt des Fürsten stündlich treten können.

Was soll es mir, daß ich mich selber preise? / Und lob' ich mich nicht selber nur in dir?

Was süß schmeckt, wird oft bitter beim Verdau'n.

Was unerforschlich ist gemeinem Sinn, / das ist des Studiums göttlicher Gewinn.

Was unheilbar, vergessen sei es!

Was verlangt ihr, Hunde, / die Krieg nicht wollt, noch Frieden? Jener schreckt euch, / und dieser macht euch frech. Wer euch vertraut, / find't euch als Hasen, wo er Löwen hofft, / wo Füchse, Gäns'. Ihr seid nicht sichrer, nein, / als glühnde Feuerkohlen auf dem Eis, / Schnee in der Sonne. Eure Tugend ist, / den adeln, den Verbrechern niedergetreten, / dem Recht zu fluchen, das ihn schlägt. Wer Größe / verdient, verdient auch euern Haß, und eur' Verlangen / ist eines Kranken Gier, der heftig wünscht, / was nur sein Übel mehrt. Wer sich verläßt / auf eure Gunst, der schwimmt mit bleiernen Flossen / und haut mit Binsen Eichen nieder. Hängt euch! / Euch traun? / Ein Augenblick, so ändert ihr den Sinn / und nennt den edel, den ihr eben haßtet, / den schlecht, der euer Abgott war. Was gibt's, / daß ihr, auf jedem Platz der Stadt gedrängt, / schreit gegen den Senat, der doch allein / zunächst den Göttern euch in Furcht erhält? / Ihr fräßt einander sonst.

Was wir an Niedern rühmen als Geduld, / ist blasse Feigheit in der edlen Brust.

Weckt den schlafenden Wolf nicht auf!

Weh, wer zu spät bereut!

Weiberfurcht hält Schritt mit ihrem Lieben: / In beiden gar nichts oder übertrieben.

Weibergedanken eilen immer ihren Handlungen voraus.

Weil das Los der Menschen niemals sicher, / laßt uns bedacht sein auf den schlimmsten Fall.

Weise jammern nie vorhandenes Weh, / sie schneiden gleich des Jammers Wege ab.

Weise sein und lieben vermag kein Mensch.

Weise Tat, / vollbracht mit Vorsicht, schirmt sich selbst vor Zweifeln.

Weiser Zweifel / wird dem Klugen Leuchte, dem Arzte Sonde, / der Wunde Grund zu prüfen.

Weiß ich doch, / wenn das Blut kocht, wie das Gemüt der Zunge / freigebig Schwüre leiht.

Welch ein Hanswurst aus dem Verstande werden kann, wenn er auf verbotenen Wegen schleicht!

Welch ein Meisterwerk ist der Mensch! Wie edel durch Vernunft! Wie unbegrenzt an Fähigkeiten! In Gestalt und Bewegung wie bedeutend und wunderwürdig! Im Handeln wie ähnlich einem Engel! Im Begreifen wie ähnlich einem Gott! Die Zierde der Welt! Das Vorbild der Lebendigen! Und doch, was ist mir diese Quintessenz von Staub? Ich habe keine Lust am Manne und am Weibe.

Wem der Neid, / die krumme Arglist, Nahrung gibt, des Biß / wagt an die Besten sich.

Wem wirft der Löwe sanfte Blicke zu? / Dem Tier nicht, das sich drängt in seine Höhle. / Und wessen Hand ist's, die der Waldbär leckt? / Nicht dessen, der sein Junges vor ihm würgt. / Wer weicht der Schlange Todesstachel aus? / Nicht wer den Fuß auf ihren Rücken setzt. / Der kleinste Wurm, getreten, windet sich, / und Tauben picken, ihre Brut zu schützen.

Wen Reue nicht entwaffnen kann, der frommt / nicht Erd' noch Himmel: Beide fühlen mild. / Durch Reue wird des Ewigen Zorn gestillt.

Wenige richten sich nach ihrem Stern.

Wenn alle Tag' im Jahr gefeiert würden, / so würde Spiel so lästig sein wie Arbeit: / Doch seltne Feiertage sind erwünscht.

Wenn das Blut durch den Genuß abgekühlt ist, dann bedarf es - um sich aufs neue zu entflammen und der Sättigung neue Begier zu wecken - Anmut der Gestalt, Übereinstimmung in Jahren, Gesittung und Schönheit.

Wenn das Glück den Menschen wohltun will, / so blickt es sie mit drohenden Augen an.

Wenn deine Liebe alles ausgegeben, / es Zeit wird, eine Schlussbilanz zu ziehen.

Wenn dem Lamm der Löwe liebkost, / so hört das Lamm nie auf, ihm nachzugehn.

Wenn der Bestohlne nicht vermißt den Raub, / sagt ihr's ihm nicht, so ist er nicht bestohlen.

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