Steigend immer mehrt sich ihre Angst. / Bald stürzt sie sich im heftigen Gefühl / auf ihre Kinder, badet sie in Tränen, / als brächt es Lindrung ihrem großen Schmerz, / und plötzlich stößt sie sie mit Grauen weit / von sich, das Herz der Mutter ganz verleugnend. / Sie schweift umher mit ungewissem Schritt, / ihr irrer Blick scheint uns nicht mehr zu kennen.
Sterben ist nichts - doch leben und nicht sehen, / das ist ein Unglück.
Stets ist die Sprache kecker als die Tat.
Stolz will ich den Spanier.
Strebe nach Ruhe, aber durch das Gleichgewicht, nicht durch den Stillstand deiner Tätigkeit.
Strenge, wie mein Gewissen bemerkst du, wo ich gefehlet: / Darum hab' ich dich stets wie mein Gewissen geliebt.
Stürzten, flogen, schmolzen Geist und Geist zusammen; / Lippen, Wangen brannten, zitterten; / Seele rann in Seele, Erd' und Himmel schwammen / wie zerronnen um die Liebenden!
Suchst du das Höchste, das Größte? / Die Pflanze kann es dich lehren. / Was sie willenlos ist, sei du es wollend / - das ist's!
Sünder und böse Geister scheuen das Licht der Welt.
Teilt euch brüderlich darein.
Tote Gruppen sind wir, wenn wir hassen, / Götter, wenn wir liebend uns umfassen.
Treue Lieb' hilft alle Lasten heben!
Trink ihn aus, den Trank der Labe, / und vergiß den großen Schmerz! / Balsam für's zerriss'ne Herz, / wundervoll ist Bacchus Gabe.
Tränen mögen fließen für kleinre Leiden!
Träume kommen von Gott.
Um das Roß des Reiters schweben, / um das Schiff die Sorgen her. / Morgen können wir's nicht mehr, / darum laßt uns heute leben!
Um sich greift der Mensch, nicht darf man ihn der eignen Mäßigung vertraun. Ihn hält in Schranken nur das deutliche Gesetz und der Gebräuche tiefgetretne Spur.
Unaufhaltsam enteilet die Zeit! - Sie sucht das Beständige. Sei getreu, und du legst ewige Fesseln ihr an.
Und die Angst beflügelt den eilenden Fuß.
Und die Tugend, sie ist kein leerer Schall, / der Mensch kann sie üben im Leben.
Und drinnen waltet / Die züchtige Hausfrau, / Die Mutter der Kinder, / Und herrschet weise / Im häuslichen Kreise, / Und lehret die Mädchen / Und wehret den Knaben, / Und reget ohn’ Ende / Die fleißigen Hände, / Und mehrt den Gewinn / Mit ordnendem Sinn, / Und füllet mit Schätzen die duftenden Laden, / Und dreht um die schnurrende Spindel den Faden, / Und sammelt im reinlich geglätteten Schrein / Die schimmernde Wolle, den schneeigten Lein, / Und füget zum Guten den Glanz und den Schimmer, / Und ruhet nimmer.
Und ich bin mitleidswürdiger als er; / denn er schied rein hinweg, und ich bin schuldig.
Und setzet ihr nicht das Leben ein, / nie wird euch das Leben gewonnen sein.
Und so fliehen meine Tage wie die Quelle rastlos hin! / Und so bleichet meine Jugend, wie die Kränze schnell verblühn!
Und was kein Verstand der Verständigen sieht, / das übet in Einfalt ein kindlich Gemüt.
Unerträglich, daß Weiber für Weiberschwächen solche Luchsaugen haben!
Ungeheure / Verbrechen wecken unnatürliche / Gewissensangst, und die beladne Seele beichtet / dem tauben Kissen ihre Schuld.
Ungerecht, Ihr wißt es, macht das Unglück.
Unrecht leiden schmeichelt großen Seelen.
Uns hat das Volk zu seinen Sklaven groß gemacht.
Unsel'ge Falschheit, Mutter alles Bösen, / du jammerbringende, verderbest uns! / Wahrhaftigkeit, die reine, hätt' uns alle, / die welterhaltende, gerettet.
Unsinn, du siegst, und ich muß untergehn. / Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens.
Unsre stolz auftürmenden Paläste, / unsrer Städte majestät'sche Pracht / ruhen all' auf modernden Gebeinen; / deine Nelken saugen süßen Duft / aus Verwesung; deine Quellen weinen / aus dem Becken einer Menschengruft.
Unter der Erde schon liegt meine Zeit. Wohl dem, der mit der neuen nicht mehr braucht zu leben.
Unter der Hülle aller Religionen liegt die Religion selbst, die Idee eines Göttlichen.
Vaterland und Familie, Gewissen und Ehre, die heiligen Gefühle der Gesellschaft und der Natur sind immer die ersten und nächsten, mit denen Religionen sich mischen, von denen sie Stärke empfangen, und denen sie sie geben.
Verbunden werden auch die Schwachen mächtig.
Verflucht, wer mit dem Teufel spielt!
Vergeben und Vergessen ist die Rache eines braven Mannes.
Vernünftige Gründe können viel.
Verrat trennt alle Bande.
Verräterische Hoheit! Dem Wunsche süß, doch schmerzhaft dem Besitzer!
Verschwunden ist die finstre Nacht, / die Lerche schlägt, der Tag erwacht, / die Sonne kommt mit Prangen / am Himmel aufgegangen. / Sie scheint in Königs Prunkgemach, / sie scheinet durch des Bettlers Dach, / und was in Nacht verborgen war, / das macht sie kund und offenbar.
Verwandte sind sich alle starken Seelen.
Verwegner Dienst belohnt sich auch verwegen!
Veränderung nur ist das Salz des Vergnügens.
Vivos voco. Mortuos plango. Fulgura frango. Lebende rufe ich. Tote beklage ich. Blitze zerbreche ich.
Vom Mädchen reißt sich stolz der Knabe. / Er stürmt ins Leben wild hinaus, / Durchmißt die Welt am Wanderstabe. / Fremd kehrt er heim ins Vaterhaus.
Vom sichern Port läßt sich's gemächlich raten.
Von der Menschheit - du kannst von ihr nie groß genug denken; / wie du im Busen sie trägst, prägst du in Taten sie aus. / Auch dem Menschen, der dir im engen Leben begegnet, / reich ihm, wenn er sie mag, freundlich die helfende Hand! / Nur für Regen und Tau und fürs Wohl der Menschengeschlechter / laß du den Himmel, Freund, sorgen wie gestern so heut!