Johann Wolfgang von Goethe

3.067 Zitate, Sprüche & Aphorismen Autor

Nur die ungebildete Seite an uns ist es, von der her wir glücklich sind.

Nur diejenige Erzählung verdient moralisch genannt zu werden, die uns zeigt, daß der Mensch in sich eine Kraft habe, aus Überzeugung eines Bessern, selbst gegen seine Neigung zu handeln.

Nur durch der Jugend frisches Auge mag / das längst Bekannte neuerlebt uns rühren, / wenn das Erstaunen, das wir längst verschmäht, / von Kindes Munde hold uns widerklingt.

Nur durch Eifersucht auf den Besitz erhält man die Besitztümer.

Nur durch Eifersucht auf den Besitz erhält man die Besitztümer.

Nur durch geregelte Übung könnte man vorwärts kommen.

Nur durch Mäßigung erhalten wir uns.

Nur ein Fremdling, sagt man mit Recht, ist der Mensch hier auf Erden.

Nur ein Teil der Kunst kann gelehrt werden; der Künstler braucht sie ganz. Wer sie halb kennt, ist immer irre und redet viel; wer sie ganz besitzt, mag nur tun und redet selten oder spät.

Nur insofern wir mitempfinden, haben wir Ehre, von einer Sache zu reden.

Nur leidet er gar zu sehr an den affectionibus juventutis, indem er sich ein äußerst heftig absprechendes Urteil erlaubt, das denn doch oft eine große Beschränktheit andeutet. Dieses schadet ihm nicht allein innerlich, indem es ihn für guten, fördernden Rat unempfänglich macht, wie ich bei verschiedenen Gelegenheiten bemerken können, teils äußerlich, in bezug auf die Gesellschaft, indem er sich, ganz ohne Not und Zweck, Widersacher, Feinde und strenge Richter aufregt.

Nur männliche Geister werden durch Erkennen eines Irrtums erhöht und gestärkt.

Nur rastlos betätigt sich der Mann.

Nur solchen Menschen, die nichts hervorzubringen wissen, denen ist nichts da.

Nur uns Armen, die wir wenig oder nichts besitzen, ist es gegönnt, das Glück der Freundschaft in reichem Maße zu genießen. Wir können unsere Geliebten weder durch Gnade erheben, noch durch Gunst befördern, noch durch Geschenke beglücken. Wir haben nichts als uns selbst.

Nur wer die Sehnsucht kennt, weiß, was ich leide.

Nur wünschte ich, daß du als ein fleißiger Heftschreiber auch ein Reiseheft schriebst, nicht um die Gegenden zu beschreiben, sondern nur von manchen Lokalitäten, Menschen, Gasthöfen, Preisen, gegenwärtigen Zuständen, Gesinnungen und so weiter eine feste Notiz zu behalten. Dergleichen Aufsätze sind für uns und andre sehr belehrend und in der Folge, wenn wir wieder an solche Orte kommen, unschätzbar.

Nur übereilt bestimmt die Neigung sich.

Nähmen wir uns die Mühe, aus den Briefen unserer Freunde eigentümliche Bemerkungen, originelle Ansichten, flüchtige geistreiche Worte auszuzeichnen, so würden wir sehr reich werden. Briefe hebt man auf, um sie nie wieder zu lesen. Man zerstört sie zuletzt einmal aus Diskretion, und so verschwindet der schönste unmittelbare Lebenshauch.

O Freund, der Mensch ist nur ein Tor, stellt er sich Gott als seines Gleichen vor.

O gib, vom weichen Pfühle, / träumend, ein halb Gehör! / Bei meinem Saitenspiele / schlafe! Was willst du mehr?

O glaube mir, der manche tausend Jahre / an dieser harten Speise kaut, / daß von der Wiege bis zur Bahre / kein Mensch den alten Sauerteig verdaut! / Glaub unsereinem: Dieses Ganze / ist nur für einen Gott gemacht!

O glücklich der, den keine Furcht berückt! / Sein Wille bleibt sich gleich, wie hoher Götter Wille, / selbst die Gefahr macht ihn beglückt.

O glücklich, wer noch hoffen kann, / aus diesem Meer des Irrtums aufzutauchen! / Was man nicht weiß, das eben brauchte man, / und was man weiß, kann man nicht brauchen.

O Lieb, o Liebe! / So golden schön, / Wie Morgenwolken / Auf jenen Höhn!

O Liebe, leihe mir den schnellsten deiner Flügel, / und führe mich in ihr Gefild!

O schaudre nicht! Lass diesen Blick, / Lass diesen Händedruck dir sagen, / Was unaussprechlich ist.

O süße Stimme! Vielwillkommner Ton / der Muttersprach' in einem fremden Lande!

O weh der Lüge! Sie befreiet nicht / wie jedes andre, wahrgesprochne Wort / die Brust. Sie macht uns nicht getrost. Sie ängstet / den, der sie heimlich schmiedet, und sie kehrt, / ein losgedruckter Pfeil, von einem Gotte / gewendet und versagend, sich zurück / und trifft den Schützen.

O weiser Brauch der Alten, das Vollkommne, / das ernst und langsam die Natur geknüpft, / des Menschenbilds erhabne Würde, gleich / wenn sich der Geist, der wirkende, getrennt, / durch reiner Flammen Tätigkeit zu lösen! / Und wenn die Glut mit tausend Gipfeln sich / zum Himmel hob und zwischen Dampf und Wolken, / des Adlers Fittich deutend, sich bewegte, / da trocknete die Träne, freier Blick / der Hinterlaßnen stieg dem neuen Gott / in des Olymps verklärte Räume nach.

O Welt, vor deinem häßlichen Schlund / wird guter Wille selbst zunichte. / Scheint das Licht auf einen schwarzen Grund, / so sieht man nichts mehr von dem Lichte.

O wie froh ist die Zeit, wenn mit / der Braut sich der Bräutigam / Schwinget im Tanze, den Tag der / gewünschten Verbindung erwartend.

O wie glücklich ist der, dem Vater und Mutter das Haus schon wohlbestellt übergeben.

O, daß der Sinnen doch so viele sind! / Verwirrung bringen sie ins Glück herein. / Wenn ich dich sehe, wünsch ich taub zu sein, / wenn ich dich höre, blind.

O, hätte doch jeder am Vorhaupt geschrieben, / wie er gedenkt!

O, verzeih, mein trefflicher Freund, daß ich, selbst an dem Arm dich / haltend, bebe! So scheint dem endlich gelandeten Schiffer / auch der sicherste Grund des festesten Bodens zu schwanken.

Ob der Koran von Ewigkeit sei? / Darnach frag ich nicht! / Ob der Koran geschaffen sei? / Das weiß ich nicht! / Daß er das Buch der Bücher sei / Glaub ich aus Mosleminen-Pflicht. / Daß aber der Wein von Ewigkeit sei / Daran zweifl ich nicht; / Oder daß er vor den Engeln geschaffen sei / Ist vielleicht auch kein Gedicht. / Der Trinkende, wie es auch immer sei / Blickt Gott frischer ins Angesicht.

Ob die Mathematik Pfennige oder Guineen berechne, die Rhetorik Wahres oder Falsches verteidige, ist beiden vollkommen gleich.

Ob du der Klügste seist, daran ist wenig gelegen, / aber der Biederste sei so wie bei Rate zu Haus.

Ob ein Mensch gewohnt ist mit rechtlichen Menschen zu leben, / ob er ein Gänsehirt ist, seht ihr beim ersten Blick.

Ob er dir gefallen kann? / Die Augen musst du fragen. / Ob's ein braver guter Mann? / Das muss das Herz dir sagen.

Ob ich gleich selbst am besten wissen muß, wo in meinem Stall die Zäume hängen, so ist es doch immer sehr interessant, sich mit einem verständigen und einsichtsvollen Manne über sich selbst zu unterhalten.

Offen steht das Grab! Welch herrlich Wunder! Der Herr ist / auferstanden! - Wer's glaubt! Schelmen, ihr trugt ihn ja weg.

Oft begrub schon der Kranke den Arzt, der das Leben ihm kürzlich abgesprochen.

Oft quälen mich Durchreisende mit langweiligen Besuchen, und da ich mich jetzt mit Osteologie beschäftige, so lege ich ihnen zuweilen meine vorhandenen Knochen vor. Das erregt den Besuchenden Langeweile, und sie empfehlen sich.

Oh, was ist der Mensch, daß er über sich klagen darf?

Ohne Hilfe gegen Trutz und Härte / hat die Natur den Schwachen nicht gelassen. / Sie gab zur List ihm Freude, lehrt' ihn Künste: / Bald weicht er aus, verspätet und umgeht.

Ohne Umschweife / begreife, / was dich mit der entzweit! / Nicht will sie Gemüt, will Höflichkeit.

Original, fahr hin in deiner Pracht! / Wie würde dich die Einsicht kränken: / Wer kann was Dummes, wer was Kluges denken, / das nicht die Vorwelt schon gedacht!

Ovid liebt klassisch auch im Exil: Er sucht sein Unglück nicht in sich, sondern in seiner Entfernung von der Hauptstadt der Welt.

 Top