Was ich besitze, mag ich gern bewahren: / Der Wechsel unterhält, doch nutzt er kaum.
Was ich einmal für recht erkenne, möcht ich auch gleich getan sehn. Das Leben ist so kurz, und das Gute wirkt so langsam.
Was ich mir gefallen lasse? / Zuschlagen muß die Masse, / dann ist sie respektabel. / Urteilen gelingt ihr miserabel.
Was ich nicht weiß, / macht mich nicht heiß, / wenn ich nicht wüßte, / wie's werden müßte.
Was ich verstehe, versteh' ich mir, was mir gelingt, gelingt mir für andere.
Was ich weiß, kann jeder wissen. Mein Herz habe ich allein.
Was ihm aufgetragen wurde, besorgte und verrichtete er mit größtem Fleiß und Eifer. Freilich nicht mit dem heitern Fleiße, der zugleich dem Geschäftigen Belohnung ist, wenn wir dasjenige, wozu wir geboren sind, mit Ordnung und Folge verrichten, sondern mit dem stillen Fleiße der Pflicht, der den besten Vorsatz zum Grunde hat.
Was ihr den Geist der Zeiten heißt, / Das ist im Grund der Herren eigner Geist, / In dem die Zeiten sich bespiegeln.
Was im Leben uns verdrießt, / man im Bilde gern genießt.
Was im Lebensgange / dem Gatten seine Gattin fesselnd eignet, / ein Sicherheitsgefühl, ihr werd es nie / an Rat und Trost, an Schutz und Hilfe fehlen, / das flößt im Augenblick ein kühner Mann / dem Busen des gefahrumgebnen Weibes / durch Wagetat auf ewge Zeiten ein.
Was in der Zeiten Bildersaal / jemals ist trefflich gewesen, / das wird immer einer einmal / wieder auffrischen und lesen.
Was ist da viel zu definieren! Lebendiges Gefühl der Zustände und Fähigkeit, es auszudrücken, machen den Poeten.
Was ist das höchste Glück des Menschen, als daß wir das ausführen, was wir als recht und gut einsehen?
Was ist das Schwerste von allem? Was dir das Leichteste dünket: / Mit den Augen zu sehn, was vor den Augen dir lieget.
Was ist denn das, was man oft als Eitelkeit verrufen möchte? Jeder Mensch soll Freude an sich selbst haben, und glücklich, wer sie hat. Hat er sie aber, wie kann er sich verwehren, dieses angenehme Gefühl merken zu lassen?
Was ist des Menschen Klugheit, wenn sie nicht / auf jener Willen droben achtend lauscht?
Was ist ein Akademiker anderes als ein eingelerntes und angeeignetes Glied einer großen Vereinigung?
Was ist ein Philister? / Ein hohler Darm, / mit Furcht und Hoffnung ausgefüllt. / Daß Gott erbarm!
Was ist eine Novelle anders als eine sich ereignete unerhörte Begebenheit! Dies ist der eigentliche Begriff, und so vieles, was in Deutschland unter dem Titel Novelle geht, ist gar keine Novelle.
Was ist Größe, Clavigo? Sich in Rang und Ansehn über andere zu erheben? Glaub' es nicht! Wenn dein Herz nicht größer ist als anderer ihres, wenn du nicht im Stande bist, dich gelassen über Verhältnisse hinauszusetzen, die einen gemeinen Menschen ängstigen würden, so bist du mit all deinen Bändern und Sternen, bist mit der Krone selbst nur ein gemeiner Mensch.
Was ist heilig? Das ist's, was viele Seelen zusammen / bindet, bänd es auch nur leicht, wie die Binse den Kranz.
Was ist Vorsicht? Die Gefahr läßt sich nicht auslernen!
Was jeder Tag will, sollst du fragen, / was jeder Tag will, wird er sagen.
Was kann der Mensch im Leben mehr gewinnen, / als daß sich Gott-Natur ihm offenbare, / wie sie das Feste läßt zu Geist verrinnen, / wie sie das Geisterzeugte fest bewahre?
Was kann die Welt mir wohl gewähren? / Entbehren sollst du! Sollst entbehren! / Das ist der ewige Gesang, / der jedem an die Ohren klingt, / den, unser ganzes Leben lang, / uns heiser jede Stunde singt.
Was kann erwünschter sein als entschiedenes Andenken des Höchsten aus einer Zeit, die nicht wiederkommt?
Was kann uns zu höherem Vorteil gereichen, als in die Ansichten solcher Männer einzugehen, die mit Tief- und Scharfsinn ihre Aufmerksamkeit auf ein einziges Ziel hinrichten?
Was klagst du über Feinde? / Sollten solche je werden Freunde, / denen das Wesen, wie du bist, / im Stillen ein ewiger Vorwurf ist?
Was kündest du für Feste mir? Sie lieb ich nicht; / Erholung reichet Müden jede Nacht genug. / Des echten Mannes wahre Feier ist die Tat!
Was können wir denn unser Eigenes nennen als die Energie, die Kraft, das Wollen! Wenn ich sagen könnte, was ich alles großen Vorgängern und Mitlebenden schuldig geworden bin, so bliebe nicht viel übrig.
Was man durch einen gleichgesinnten Freund erfährt, ist nahezu, als wenn man es selbst erfahren hätte.
Was man erringt, behauptet man hartnäckiger als das, was man ererbt hat.
Was man Idee nennt: Das, was immer zur Erscheinung kommt und daher als Gesetz aller Erscheinungen uns entgegentritt.
Was man in der Jugend wünscht, hat man im Alter die Fülle.
Was man mündlich ausspricht, muß der Gegenwart, dem Augenblick gewidmet sein; was man schreibt, widme man der Ferne, der Folge.
Was man nicht bespricht, bedenkt man auch nicht recht.
Was man nicht liebt, kann man nicht machen.
Was man nicht versteht, besitzt man nicht.
Was man schwarz auf weiß besitzt, / kann man getrost nach Hause tragen.
Was man so heftig fühlt, fühlt man nicht allzulang.
Was mir in der Gegenwart angenehm ist, sich abwesend von mir immer darstellt, den Wunsch des erneuerten Gegenwärtigseins immerfort erregt, bei Erfüllung dieses Wunsches von einem lebhaften Entzücken, bei Fortsetzung dieses Glücks von einer immer gleichen Anmut begleitet wird, das eigentlich lieben wir, und hieraus folgt, daß wir alles lieben können, was zu unserer Gegenwart gelangen kann.
Was mit mir das Schicksal gewollt? Es wäre verwegen, / das zu fragen; denn meist will es mit vielen nicht viel.
Was Mitwelt sonst an ihm beklagt, getadelt, / es hat's der Tod, es hat's die Zeit geadelt.
Was nicht originell ist, daran ist nichts gelegen, und was originell ist, trägt immer die Gebrechen des Individuums an sich.
Was nicht reizt, ist tot.
Was nützet mir der Erde Geld? / Kein kranker Mensch genießt die Welt!
Was Rat! Hat Rat bei Menschen je gegolten? / Ein kluges Wort erstarrt im harten Ohr. / Sooft auch Tat sich grimmig selbst gescholten, / bleibt doch das Volk selbstwillig wie zuvor.
Was räucherst du nun deinem Toten? / Hättst du's ihm so im Leben geboten!
Was sich täglich im Dichter von Gedanken und Empfindungen aufdrängt, das will und soll ausgesprochen sein. Hat man aber ein größeres Werk im Kopfe, so kann nichts daneben aufkommen, so werden alle Gedanken zurückgewiesen, und man ist für die Behaglichkeit des Lebens selbst so lange verloren.
Was sie im Himmel wohl suchen, das, Freunde, will ich euch sagen: / Vorderhand suchen sie nur Schutz vor der höllischen Glut.