William Shakespeare

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Der Narben lacht, wer Wunden nie gefühlt.

Der Narr hält sich für weise, aber der Weise weiß, daß er ein Narr ist.

Der Ort an sich bringt Grillen der Verzweiflung / auch ohne weitern Grund in jedes Hirn, / der soviel Klafter niederschaut zur See / und hört sie unten brüllen.

Der Rabe schilt auf die Schwärze!

Der reinste Schatz in diesem ird'schen Lauf, / mein teurer Fürst, ist unbefleckte Ehre, / ohn' die der Mensch bemalter Leim nur wäre.

Der Rest ist Schweigen.

Der soll mit dem Finger meines Reichtums keinen Knoten in sein Glück knüpfen.

Der Teufel Angewöhnung, der des Bösen / Gefühl verschlingt, ist hierin Engel doch: / Er gibt der Übung schöner, guter Taten / nicht minder eine Kleidung oder Tracht, / die sich gut anlegt.

Der Teufel hat Gewalt, sich zu verkleiden in lockende Gestalt.

Der Teufel kann sich auf die Schrift berufen.

Der Trübsal süße Milch, Philosophie.

Der ungezähmten junger Füllen Schar, / sie machen Sprünge, blöken, wiehern laut, / wie ihres Blutes heiße Art sie treibt: / Doch schallt nur die Trompete oder trifft / sonst eine Weise der Musik ihr Ohr, / so seht ihr, wie sie miteinander steh'n. / Ihr wildes Auge schaut mit Sittsamkeit, / durch süße Macht der Tön'. Drum lehrt der Dichter, / gelenkt hab' Orpheus Bäume, Felsen, Fluten, / weil nichts so stöckisch hart und voll Wut, / das nicht Musik auf eine Zeit verwandelt.

Der Vater sollte wie ein Gott euch sein, / der euren Reiz gebildet, ja wie einer, / dem ihr nur seid wie ein Gepräg' in Wachs / von seiner Hand gedrückt, wie's ihm gefällt, / es stehn zu lassen oder auszulöschen.

Der verdient zu haben, / der kühn und sicher zu erlangen weiß.

Der verruchteste Frevler auf der Welt / kann streng erscheinen, keusch, gerecht, vollkommen.

Der Wahrheit, die Ihr sagt, fehlt etwas Milde / und die gelegene Zeit: Ihr reibt den Schaden, / statt Pflaster aufzulegen.

Der Ärger gleicht / 'nem überhitzigen Pferd, das, gebt ihr Freiheit, / am eignen Feu'r ermüdet.

Des Dichters Aug', in schönem Wahnsinn rollend, / blitzt auf zum Himmel, blitzt zur Erd' hinab, / und wie die schwang're Phantasie Gebilde / von unbekannten Dingen ausgebiert, / gestaltet sie des Dichters Kiel, benennt / das luft'ge Nichts und gibt ihm festen Wohnsitz.

Des Himmels Beistand muß ergriffen werden / und nicht versäumt.

Des Ruhmes Würdigkeit verliert an Wert, / wenn der Gepries'ne selbst mit Lob sich ehrt.

Des Scherzes Anerkennung ruht im Ohr / des Hörenden allein, nicht in der Zunge / des, der ihn spricht.

Des Todes Schmerz liegt in der Vorstellung.

Des Verschwenders Lauf ist gleich / der Sonne, doch erneut sich nicht wie sie.

Die Arbeit, die uns freut, wird zum Ergötzen.

Die Art der Gnade weiß von keinem Zwang. / Sie träufelt wie des Himmels milder Regen / zur Erde unter ihm, zwiefach gesegnet: / Sie segnet den, der gibt, und den, der nimmt. / Am mächtigsten in Mächt'gen zieret sie / den Fürsten auf dem Thron mehr als die Krone: / Der Zepter zeigt die weltliche Gewalt, / das Attribut der Würd' und Majestät, / worin die Furcht und Scheu der Könige sitzt. / Doch Gnad' ist über dieser Zeptermacht. / Sie thronet in dem Herzen der Monarchen, / sie ist ein Attribut der Gottheit selbst, / und irdische Macht kommt göttlicher am nächsten, / wenn Gnade bei dem Recht steht.

Die auf Gemütsruh zielen, schmeicheln sich, / daß sie des Glückes erste Sklaven nicht, / noch auch die letzten sind: Wie arme Toren, / die, in den Stock gelegt, der Schmach entgehn, / weil vielen das geschah und noch geschehn wird. / In dem Gedanken finden sie dann Trost, / ihr eignes Unglück tragend auf dem Rücken / von andern, die zuvor das gleiche traf.

Die bei euch die Narren spielen, laßt sie nicht mehr sagen, als in ihrer Rolle steht; denn es gibt ihrer, die selbst lachen, um einen Haufen alberner Zuschauer zum Lachen zu bringen, wenn auch zu derselben Zeit irgendein notwendiger Punkt des Stückes zu erwägen ist. Das ist schändlich und beweist einen jämmerlichen Ehrgeiz.

Die beste Hilf' ist Ruhe.

Die beste Wärterin der Natur ist Ruhe.

Die Demut ist der jungen Ehrsucht Leiter. / Wer sie hinanklimmt, kehrt den Blick ihr zu. / Doch hat er erst die höchste Spross' erreicht, / dann kehret er der Leiter seinen Rücken, / schaut himmelan, verschmäht die niederen Tritte, / die ihn hinaufgebracht.

Die Dummheit selbst hat mich ergründet. Macht mit mir, was ihr wollt!

Die Erde gähnt, die Hölle brennt, / die Teufel brüllen, Heilige beten, / auf daß er schleunig werde weggerafft. / Vernichte, lieber Gott, ich fleh dich an, / den Pfandschein seines Lebens, daß ich noch / dies Wort erleben mag: Der Hund ist tot!

Die Freundschaft, welche Weisheit nicht knüpfte, kann Torheit leicht auflösen.

Die Furcht macht Teufel aus Engeln.

Die ganze Welt ist Bühne und alle Frauen und Männer bloße Spieler, sie treten auf und gehen wieder ab.

Die Gegenwart rühmt Gegenwärtiges nur.

Die gute Tat, die ungepriesen stirbt, / würgt tausend andre, die sie zeugen könnte.

Die Honigbienen, Kreaturen, / die durch die Regel der Natur uns lehren / zur Ordnung fügen ein bevölkert Reich. / Sie haben einen König und Beamte / von unterschiedenem Rang, wovon die einen / wie Obrigkeiten Zucht zu Hause halten, / wie Kaufleut' andre auswärts Handel treiben, / noch andre wie Soldaten, mit den Stacheln / bewehrt, die samtnen Sommerknospen plündern / und dann den Raub mit lust'gem Marsch nach Haus / zum Hauptgezelte ihres Kaisers bringen, / der, emsig in der Majestät, beachtet, / wie Maurer singend goldne Dächer baun, / die stillen Bürger ihren Honig kneten, / wie sich die armen Tagelöhner drängen / mit schweren Bürden an dem engen Tor, / wie mürrisch summend der gestrenge Richter / die gähnende und faule Drohne liefert / in bleicher Henker Hand.

Die Hündin, die den Löwen wünscht zum Gatten, / muß liebend sterben.

Die Hölle ist leer, und alle Teufel sind hier.

Die ihr zu Freunden macht, / die Herzen ihnen gebt, gewahren sie / den kleinsten Stoß an eurem Glück, sie rollen / wie Wellen von euch fort, nur wiederkehrend, / euch zu verschlingen.

Die irdischen Paten, die im Himmelsheer, / Gevattern gleich, jedweden Stern benennen, / erfreun sie sich der hellen Nächte mehr, / als die umhergehn und nicht einen kennen? / Allzuviel wissen heißt mit Worten kramen, / und jeglicher Gevatter kann benamen.

Die Jungen steigen, wenn die Alten fallen.

Die Kappe macht den Mönch nicht aus.

Die Kleidung kostbar, wie's dein Beutel kann, / doch nicht ins Grillenhafte: Reich, nicht bunt; / denn es verkündigt oft die Tracht den Mann.

Die Klugheit lehrt, daß, wer / voll Scham nachtschwarze Tat nicht flieht, / kein Mittel scheut, das sie dem Licht entzieht.

Die Krähe singt so lieblich wie die Lerche, / wenn man auf keine lauschet, und mir däucht, / die Nachtigall, wenn sie bei Tage sänge, / wo alle Gänse schnattern, hielt man sie / für keinen besseren Spielmann als den Spatz.

Die Kunst der Not ist wundersam: Sie macht / selbst Schlechtes köstlich.

Die Lieb' ist blind. Das Dunkel ist ihr recht.

Die Lieb' ist voller Eigensinn und Unart, / mutwillig wie ein Kind, abspringend, eitel, / erzeugt durch's Aug und deshalb gleich dem Auge / voll flücht'ger Bilder, Formen, Phantasien, / und wechselt bunt, wie in des Auges Spiegel / der Dinge Wechsel schnell vorüberrollt.

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