Töricht war ich immer, daß andre zu lehren ich glaubte. / Lehre jeden du selbst, Schicksal, wie er's bedarf!
Töricht, auf Beßrung der Toren zu harren! / Kinder der Klugheit, o habet die Narren / eben zum Narren auch, wie sichs gehört!
Um die Einsamkeit ist's eine schöne Sache, wenn man mit sich selbst in Frieden lebt und was Bestimmtes zu tun hat.
Um die Zeder stunden Sträucher. Da nun die Männer kamen vom Meer und die Axt ihr an die Wurzel legten, da erhub sich ein Frohlocken: "Also strafet der Herr die Stolzen; also demütigt er die Gewaltigen!" Und sie stürzte und zerschmetterte die Frohlocker, die verzettelt wurden unter dem Reisig.
Um eine große Persönlichkeit zu empfinden und zu ehren, muß man auch wiederum selber etwas sein. Alle, die dem Euripides das Erhabene abgesprochen, waren arme Heringe und einer solchen Erhebung nicht fähig. Oder sie waren unverschämte Scharlatane.
Um einen Gegenstand ganz zu besitzen, zu beherrschen, muss man ihn um seiner selbst willen studieren.
Um einen Gegenstand ganz zu besitzen, zu beherrschen, muß man ihn um sein selbst willen studieren.
Um Epoche in der Welt zu machen, dazu gehören bekanntlich zwei Dinge. Erstens, daß man ein guter Kopf sei, und zweitens, daß man eine große Erbschaft tue. Napoleon erbte die Französische Revolution, Friedrich der Große den Schlesischen Krieg, Luther die Finsternis der Pfaffen, und mir ist der Irrtum der Newtonischen Lehre zuteil geworden.
Um Guts zu tun, braucht's keiner Überlegung.
Um Prosa zu schreiben, muß man etwas zu sagen haben. Wer aber nichts zu sagen hat, der kann doch Verse und Reime machen, wo denn ein Wort das andere gibt und zuletzt etwas herauskommt, das zwar nichts ist, aber doch aussieht, als wäre es was.
Um Ungewisses zu suchen, / das Gewisse zu lassen ist weder rätlich noch rühmlich.
Um zu begreifen, dass der Himmel überall blau ist, braucht man nicht um die Welt zu reisen.
Um zu begreifen, daß der Himmel überall blau ist, braucht man nicht um die Welt zu reisen.
Unbedingte Tätigkeit, von welcher Art sie sei, macht zuletzt bankerott.
Unbefriedigte Lust welkt nie in dem Busen des Mannes.
Unbequem mag es manchmal sein, das glaub ich wohl, und das ist eben recht. verheiratet, das wir oft gerne los sein möchten, weil es unbequemer ist, als uns je ein Mann oder eine Frau werden könnte?
Und auf vorgeschriebenen Bahnen / zieht die Menge durch die Flur; / den entrollten Lügenfahnen / folgen alle! - Schafsnatur!
Und belehr ich mich nicht, indem des lieblichen Busens / Formen spähe, die Hand leite die Hüften hinab? / Dann versteh ich den Marmor erst recht. Ich denk und vergleiche, / sehe mit fühlendem Aug, fühle mit sehender Hand.
Und bietet aller Bildung nicht die Schauspielkunst / mit hundert Armen, ein phantast'scher Riesengott, / unendlich mannigfalt'ge, reiche Mittel dar?
Und daß deine Söhne nur lesen, sofern es zum Sinne / ihrer Bildung gehört.
Und die Knaben, versteht sich von selber, sie führt ein wackrer / gradgesinnter Mann ins Heiligtum aller Erkenntnis, / die uns die griechische Welt und die lateinische darbeut. / Und so wären die Kinder vor allem Unheil gesichert.
Und die Weisen sagen: Beurteile niemand, bis du an seiner Stelle gestanden hast.
Und hinter ihm, in wesenlosem Scheine, / lag, was uns alle bändigt, das Gemeine.
Und ich seh nicht, was es frommt, / aus der Welt zu laufen, / magst du, wenn's zum Schlimmsten kommt, / auch einmal dich raufen.
Und jeder geht in der aufsteigenden Linie seiner Ausbildung fort, so wie er angefangen.
Und kann ich nur einmal / Recht einsam sein, / Dann bin ich nicht allein.
Und nun sei ein heiliges Vermächtnis / brüderlichem Wollen und Gedächtnis: / Schwerer Dienste tägliche Bewahrung, / sonst bedarf es keiner Offenbarung.
Und so gewohnt, für andere zu leben, schien Mühe nur ihm Fröhlichkeit zu geben.
Und so im Wandlen eigentlichst belehrt: / Unschätzbar ist, was niemals wiederkehrt.
Und so lang du das nicht hast, / dieses Stirb und Werde, / bist du nur ein trüber Gast / auf der dunklen Erde.
Und so sag ich zum letzten Male: / Natur hat weder Kern noch Schale. / Du prüfe dich nur allermeist, / ob du Kern oder Schale seist!
Und so wuchs ich heran, um viel vom Vater zu dulden, / der statt anderer mich gar oft mit Worten herum nahm, / wenn bei Rat ihm Verdruß in der letzten Sitzung erregt ward; / und ich büßte den Streit und die Ränke seiner Kollegen.
Und was die Bühne künstlich vorgestellt, / erträgt man leichter in der Werkelwelt; / die Toren läßt man durcheinander rennen, / weil wir sie schon genau im Bilde kennen.
Und wenn der Mensch in seiner Qual verstummt, / gab mir ein Gott, zu sagen, wie ich leide.
Und wenn euch der Liebste mit Eifersucht plagt, / sich über ein Nicken, ein Lächeln beklagt, / mit Falschheit euch necket, von Wankelmut spricht, / dann singet und tanzet, da hört ihr nicht hin!
Und wenn ich dich lieb habe, was geht's dich an?
Und wenn man auch den Tyrannen ersticht, / ist immer noch viel zu verlieren. / Sie gönnten Cäsarn das Reich nicht / und wußten's nicht zu regieren.
Und wenn sie auch / die Absicht hat, den Freunden wohl zu tun, / so fühlt man Absicht, und man ist verstimmt.
Und wer franzet oder britet, / italienert oder teutschet, / einer will nur wie der andre, / was die Eigenliebe heischet.
Und wie den Göttern wenig Weihrauch gnügen mag / zum frommen Opfer, also bleibt beim Tafelfest / zuletzt des Salzes Krume, die man prüfend streut, / ein trefflich Sinnbild dessen, was begeisternd wirkt, / Geselligkeit belebet, Freund und Feind bewährt.
Und wie der Dichter eher ist als der Kritiker, so müssen wir auch vieles sehen, lesen und hören, ehe wir uns einfallen lassen wollen zu urteilen.
Und wie der Mensch nur sagen kann: Hier bin ich! / daß Freunde seiner schonend sich erfreuen, / so kann ich auch nur sagen: Nimm es hin!
Und wären die Mädchen noch so blöde, / und wären die Weiber noch so spröde: / Doch allen wird so liebebang, / bei Zaubersaiten und Gesang.
Und wärst du auch zum fernsten Ort, / zur kleinsten Hütte durchgedrungen, / was hilft es dir? Du findest dort / Tabak und böse Zungen.
Uneigennützige Liebe kann der Mund / mit Frechheit oft beteuern, wenn im Herzen / der Selbstsucht Ungeheuer lauschend grinst. / Die Tat allein beweist der Liebe Kraft.
Unendlich ist das Werk, das zu vollführen / Die Seele dringt.
Ungern entschließt sich der Mensch zur Ehrfurcht oder vielmehr entschließt sich nie dazu; es ist ein höherer Sinn, der seiner Natur gegeben werden muß.
Ungezogen genug sind schon die Menschen, und jeder / hegt noch mit viel Bedacht seinen verzogenen Hund.
Unglück bildet den Menschen und zwingt ihn, sich selber zu erkennen.
Unhöflich sind der Niedrigkeit Genossen.