In seinem Hirne, das so trocken ist / wie Überrest von Zwieback nach der Reise, / hat er seltsame Fächer, ausgestopft / mit Anmerkungen, die er brockenweise / nun von sich gibt.
In stummer Liebe muss ich untergehn, / denn solcher Liebe Last drückt mich zu sehr.
In unsrer Liebe sind wir beide eins, / nur unsre Leben trennt ein bös‘ Geschick.
In Weltgeschäften nennt man's undankbar, / mit trägem Widerwillen Schulden zahlen, / die eine milde Hand uns freundlich lieh.
Ist deine Freundlichkeit nicht Habsucht, List, / des Wuchrers Liebe? Wie ein Reicher schenkt / und hofft, daß zwanzig er für eins empfange.
Ist dies schon Tollheit, hat es doch Methode.
Ist dies schon Wahnsinn, so hat es doch Methode.
Ist es nicht seltsam, daß Schafdärme die Seele aus eines Menschen Leibe ziehen können?
Ist es nicht wunderbar, daß die Begierde das Vermögen um soviele Jahre überlebt?
Ist frei der Geist, / dann fühlt der Körper zart. Der Sturm im Geist / raubt meinen Sinnen jegliches Gefühl.
Ist Geduld schon eine abgetriebene Mähre, so schleppt sie sich doch fort.
Ist's möglich, / daß Sittsamkeit mehr unsern Sinn empört / als Leichtsinn?
Je weniger eine Hand verrichtet desto zarter ist ihr Gefühl.
Je weniger eine Hand verrichtet, desto zarter ist ihr Gefühl.
Je weniger sie verdienen, desto mehr Verdienst hat eure Güte.
Jeder kann den Schmerz bemeistern, / nur der nicht, der ihn fühlt.
Jeder mache sich nur für alle übrigen zu schaffen und keiner sorge für sich selbst; denn alles ist nur Glück.
Jeder spielt sie vom Blatt, wenn er den Schlüssel weiß. Sie ist notiert.
Jedes Ding hat seine Zeit.
Jetzt beheult der Wolf den Mond, / durstig brüllt im Forst der Tiger. / Jetzt, mit schwerem Dienst verschont, / schnarcht der arbeitsmüde Pflüger. / Jetzo schmaucht der Brand im Herd, / und das Käuzlein kreischt und jammert, / daß der Krank' es ahnend hört / und sich fest ans Kissen klammert. / Jetzo gähnt Gewölb' und Grab, / und, entschlüpft den kalten Mauern, / sieht man Geister auf und ab, / sieht am Kirchhofszaun sie lauern. / Und wir Elfen, die mit Tanz / Hekates Gespann umhüpfen / und, gescheucht vom Sonnenglanz, / träumend gleich ins Dunkel schlüpfen, / schwärmen jetzo. Keine Maus / störe dies geweihte Haus!
Kann Ehre ein Bein ansetzen? Nein Oder einen Arm? Nein. Oder den Schmerz einer Wunde stillen?
Kanntest du je einen Verschwender, / der noch geliebt ward, wenn seine Mittel dahin waren?
Kein Anseh'n in Venedig / vermag ein gültiges Gesetz zu ändern. / Es würde als ein Vorgang angeführt, / und mancher Fehltritt nach demselben Beispiel / griff' um sich in dem Staat: Es kann nicht sein.
Kein Attribut, das Mächtige verherrlicht, / nicht Königskrone, Schwert des Reichsverwesers, / des Marschalls Stab, des Richters Amtsgewand, / keins schmückt sie alle halb mit solchem Glanz, / als Gnade tut.
Kein Borger sei und auch Verleiher nicht! / Sich und den Freund verliert das Darlehn oft, / und Borgen stumpft der Wirtschaft Spitze ab.
Kein Glaube, keine Treu' noch Redlichkeit / ist unter Männern mehr. Sie sind meineidig. / Falsch sind sie, lauter Schelme, lauter Heuchler! / Wo ist mein Diener? Gebt mir Aquavit!
Kein Großmaul weiß sein Eselsohr zu hehlen.
Kein König seufzte je / allein und ohn' ein allgemeines Weh.
Kein steinern Bollwerk kann der Liebe wehren, / und Liebe wagt, was Liebe irgend kann.
Kein Weiser jammert um Verlust, er sucht mit freud'gem Mut ihn zu ersetzen.
Kein Weiser jammert um Verlust. / Er sucht mit freudigem Mut, ihn zu ersetzen.
Kein Wesen gibt's, das nicht gebunden wär', / sei's auf der Erde, sei's in Luft und Meer. / Tier, Fisch und Vogel folgt als seinem König / dem Manne stets und ist ihm untertänig. / Den Menschen, göttlicher, den Weltgebieter, / der weiten Erd' und wilden Fluren Hüter, / dem sein Verstand und seines Wissens Kraft / den Vorrang über Fisch und Vogel schafft, / verehrt das Weib als machtbegabten Herrn: / Drum dien' auch du, und folg ihm treu und gern!
Kein Wissen gibt's, / der Seele Bildung im Gesicht zu lesen.
Keinen Menschen gibt's, / der, weil er Mensch ist, irgend Ehre hat: / Er hat nur Ehre jener Ehre halb, / die Zutat ist als Reichtum, Rang und Gunst.
Kirchen muß er stiften, sonst denkt man nicht an ihn.
Komm, ernste Nacht, du züchtig stille Frau, / ganz angetan mit Schwarz, und lehre mir / ein Spiel, wo jedes reiner Jugend Blüte / zum Pfande setzt, gewinnend zu verlieren!
Kommt nie das Glück mit beiden Händen voll? / Schreibt seine schönsten Wort' in garst'gen Zügen? / Es gibt entweder Eßlust ohne Speise / wie oft dem Armen oder einen Schmaus / und nimmt die Eßlust weg.
Krankheit verabsäumt jeden Dienst, zu dem / Gesundheit ist verpflichtet. Wir sind nicht wir, / wenn die Natur, im Druck, die Seele zwingt, / zu leiden mit dem Körper.
Krieg und Liederlichkeit, die bleiben immer in Mode.
Krösus' Reichtum ist so arm als Winter / für den, der immer fürchtet, er verarme.
Lasst mich beizeiten Amen sagen, / ehe mir der Teufel einen Querstrich / durch mein Gebet macht.
Lavendel, Minze, Salbei, Majoran, / die Ringelblum', die mit der Sonn' entschläft / und weinend mit ihr aufsteht: Das sind Blumen / aus Sommers Mitte, die man geben muß / den Männern mittlern Alters.
Laß ab, mich anzuziehn, / so hab' ich, dir zu folgen, keine Macht.
Laß ja die Hand los, wenn ein großes Rad den Hügel hinabrollt, damit dir's nicht den Hals breche!
Laß uns einsehen, daß Unbesonnenheit uns manchmal dient, wenn tiefe Plane scheitern.
Laßt Priester, Memmen, Leisetreter schwören, / verdorrte Greis' und solche Jammerseelen, / die selbst für Unrecht danken. Schwören laßt / bei bösen Händeln Volk, dem man nicht traut.
Laßt wohlbeleibte Männer um mich sein, / mit glatten Köpfen, die des Nachts gut schlafen. / Der Cassius dort hat einen hohlen Blick. / Er denkt zuviel: Die Leute sind gefährlich.
Lehrt ihn, daß, wenn Jungfraun flehn, die Männer / wie Götter geben!
Leicht wird ein kleines Feuer ausgetreten, / das, erst geduldet, Flüsse nicht mehr löschen.
Leichte, lose Tracht / ziemt minder nicht der Jugend, die sie trägt, / als dem gesetzten Alter Pelz und Mantel / Gesundheit schafft und Ansehn.