Durch fortdauernde Anhänglichkeit und Liebe wird der Diener seinem Herrn gleich.
Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt.
Durch Liebe wird uns erst etwas zum Besitz.
Durch nichts bezeichnen die Menschen mehr ihren Charakter als durch das, was sie lächerlich finden.
Durch Trauren wird die Trauer zum Genuß.
Durch Vernünfteln wird Poesie vertrieben, / aber sie mag das Vernünftige lieben.
Eben so wollte er auch bei Instrumentalmusiken die Orchester soviel als möglich versteckt haben, weil man durch die mechanischen Bemühungen und durch die notdürftigen, immer seltsamen Gebärden der Instrumentenspieler so sehr zerstreut und verwirrt werde.
Edel sei der Mensch, / hilfreich und gut; / denn das allein / unterscheidet ihn / von allen Wesen, / die wir kennen!
Edlen Seelen vorzufühlen / ist wünschenswertester Beruf.
Ehrlichkeit macht unbesonnen, auch wohl trotzig.
Ei, bin ich darum achtzig Jahre alt geworden, daß ich immer dasselbe denken soll? Ich strebe vielmehr, täglich etwas anderes, Neues zu denken, um nicht langweilig zu werden. Man muß sich immerfort verändern, erneuen, verjüngen, um nicht zu verstocken.
Ei, wäre die Sünde / groß und schwer, wie hier und dort uns manche Gelehrte / predigen, würde der Pfaffe die Sünde selber vermeiden.
Eigentlich ergreift der Aberglaube nur falsche Mittel, um ein wahres Bedürfnis zu befriedigen.
Eigentlich ist es nur des Menschen, gerecht zu sein und Gerechtigkeit zu üben; denn die Götter lassen alle gewähren; ihre Sonne scheint über Gerechte und Ungerechte.
Eigentlich kommt alles auf die Gesinnungen an. Wo diese sind, treten auch die Gedanken hervor.
Eigentlich lernen wir nur von Büchern, die wir nicht beurteilen können. Der Autor eines Buchs, das wir beurteilen können, müßte von uns lernen.
Eigentlich weiß man nur, wenn man wenig weiß. Mit dem Wissen wächst der Zweifel.
Eigentümlichkeit des Ausdrucks ist Anfang und Ende aller Kunst.
Eignes Geschick geht mir nicht nah, / Der ich Königinnen weinen sah.
Ein alter König drängt die Hoffnungen der Menschen / in ihre Herzen tief zurück / und fesselt dort sie ein. / Der Anblick aber eines neuen Fürsten / befreit die lang' gebundnen Wünsche.
Ein alter Mann ist stets ein König Lear! / Was Hand in Hand mitwirkte, stritt, / ist längst vorbeigegangen; / was mit und an dir liebte, litt, / hat sich woanders angehangen. / Die Jugend ist um ihretwillen hier; / es wäre törig zu verlangen: / Komm, ältele du mit mir.
Ein anderes ist Nachahmen, ein anderes nach Meistern, die gewisse Formen des Vortrags durchstudiert haben, sich bilden.
Ein Aufruhr, angeflammt in wenig Augenblicken, / Ist eben auch so bald durch Klugheit zu ersticken.
Ein Baum, dessen Zweige von unten bis oben, die ältesten wie die jüngsten, gen Himmel streben, der seine dreihundert Jahre dauert, ist wohl der Verehrung wert.
Ein bedeutendes Individuum weiß uns immer für sich einzunehmen, und wenn wir seine Vorzüge anerkennen, so lassen wir das, was wir an ihm problematisch finden, auf sich beruhen.
Ein Bursche, der eine Zither und Stimme hat, schlägt sich überall durch!
Ein denkendes Nichtdenken wandelt mich manchmal an. Es ist eine Art von empfundener Gleichgültigkeit.
Ein Deutscher braucht nicht alt zu werden, und er findet sich von Schülern verlassen; es wachsen ihm keine Geistesgenossen nach. Jeder, der sich fühlt, fängt von vorn an.
Ein deutscher Schriftsteller, ein deutscher Märtyrer! - Ja, mein Guter! Sie werden es nicht anders finden! Und ich selbst kann mich kaum noch beklagen, es ist allen andern nicht besser gegangen, den meisten sogar schlechter, und in England und Frankreich ganz wie bei uns.
Ein Dienst ist wohl des andern wert.
Ein Ding mag noch so wenig taugen, / Es kömmt ein Augenblick, / und man kann alles brauchen.
Ein dramatisches Werk zu verfassen, dazu gehört Genie. Am Ende soll die Empfindung, in der Mitte die Vernunft, am Anfang der Verstand vorwalten und alles gleichmäßig durch eine lebhaft-klare Einbildungskraft vorgetragen werden.
Ein echter deutscher Mann mag keinen Franzen leiden, / Doch ihre Weine trinkt er gern.
Ein edler Mann wird durch ein gutes Wort / der Frauen weit geführt.
Ein edler Mensch kann einem engen Kreise / nicht seine Bildung danken. Vaterland / und Welt muß auf ihn wirken. Ruhm und Tadel / muß er ertragen lernen.
Ein edler Mensch zieht edle Menschen an / und weiß sie festzuhalten.
Ein edles Beispiel macht die schweren Taten leicht.
Ein edles Beispiel macht die schweren Taten leicht.
Ein Faktum unseres Lebens gilt nicht, insofern es wahr ist, sondern insofern es etwas zu bedeuten hatte.
Ein Feldherr ohne Heer scheint mir ein Fürst, / der die Talente nicht um sich versammelt.
Ein Frauenzimmer, das eine andere leidenschaftlich geliebt sieht, bequemt sich gern zu der Rolle einer Vertrauten. Sie hegt ein heimlich, kaum bewußtes Gefühl, daß es nicht unangenehm sein müßte, sich an die Stelle der Angebeteten leise, leise gehoben zu sehen.
Ein Fürst soll einzeln nicht erzogen werden. / Einsam lernt niemand je sich selbst, / noch wen'ger anderen gebieten.
Ein geliebtes Abgeschiedenes umarme ich weit eher und inniger im Grabhügel als im Denkmal.
Ein geschäftiges Weib tut keine Schritte vergebens.
Ein gewisser mittlerer Zustand ist dem Talent bei weitem zuträglicher; weshalb wir denn auch alle großen Künstler und Poeten in den mittleren Ständen finden. Byrons Hang zum Unbegrenzten hätte ihm bei einer geringeren Geburt und niederem Vermögen bei weitem nicht so gefährlich werden können. So aber stand es in seiner Macht, jede Anwandlung in Ausführung zu bringen, und das verstrickte ihn in unzählige Händel.
Ein gottgesendet Übel sieht der Mensch, / der klügste, nicht voraus und wendet's nicht vom Hause.
Ein großer Geist irrt sich so gut wie ein kleiner, jener, weil er keine Schranken kennt, und dieser, weil er seinen Horizont für die Welt nimmt.
Ein großer Teich war zugefroren. / Die Fröschlein, in der Tiefe verloren. / durften nicht ferner quaken noch springen, / versprachen sich aber, im halben Traum: / Fänden sie nur da oben Raum, / wie Nachtigallen wollten sie singen. / Der Tauwind kam, das Eis zerschmolz, / nun ruderten sie und landeten stolz / und saßen am Ufer weit und breit / und quakten wie von alter Zeit.
Ein großer Teil des Alten Testaments ist mit erhöhter Gesinnung, ist enthusiastisch geschrieben und gehört dem Felde der Dichtkunst an.
Ein großer Vorsatz scheint im Anfang toll.