Mit einem Herren steht es gut, / der, was er befohlen, selber tut.
Mit einem Mädchen hier zu Lande / ist's aber ein langweilig Spiel: / Zur Freundschaft fehlt's ihr am Verstande, / zur Liebe fehlt's ihr am Gefühl.
Mit Frauen soll man sich nie unterstehn zu scherzen.
Mit fremden Menschen nimmt man sich zusammen, / da merkt man auf, das sucht man seinen Zweck / in ihrer Gunst, damit sie nutzen sollen. / Allein bei Freunden läßt man sich frei gehn, / man ruht in ihrer Liebe, man erlaubt / sich eine Laune, ungezähmter wirkt / die Leidenschaft, und so verletzen wir / am ersten die, die wir am zärtesten lieben.
Mit Narren leben wird dir gar nicht schwer, / versammle nur ein Tollhaus um dich her! / Bedenke dann, das macht dich gleich gelind, / daß Narrenwächter selbst auch Narren sind!
Mit wenig Witz und viel Behagen / Dreht jeder sich im engen Zirkeltanz, / Wie junge Katzen mit dem Schwanz.
Mit Worten lässt sich trefflich streiten.
Mittelmäßigkeit ist von allen Gegnern der schlimmste. / Deine Verirrung, Genie, schreibt sie als Tugend sich an.
Mitwollende gibt's wenig, Mißwollende viel.
Mißgunst und Haß beschränken den Beobachter auf die Oberfläche, selbst wenn Scharfsinn sich zu ihnen gesellt. Verschwistert sich dieser hingegen mit Wohlwollen und Liebe, so durchdringt er die Welt und den Menschen, ja er kann hoffen, zum Allerhöchsten zu gelangen.
Musik im besten Sinne bedarf weniger der Neuheit, ja vielmehr je älter sie ist, je gewohnter man sie ist, desto mehr wirkt sie.
Mut und Bescheidenheit sind die unzweideutigsten Tugenden; denn sie sind von der Art, daß Heuchelei sie nicht nachahmen kann.
Muß ich doch heute erfahren, was jedem Vater gedroht ist: / Daß den Willen des Sohns, den heftigen, gerne die Mutter / allzugelind begünstigt.
Müsset im Naturbetrachten / immer eins wie alles achten: / Nichts ist drinnen, nichts ist draußen; / denn was innen, das ist außen.
Mystik deutet auf die Geheimnisse der Natur und Vernunft und sucht sie durch Wort und Bild zu lösen.
Mädchen, fürchtet rauher Leute / buhlerische Wollust nie! / Die im ehrfurchtvollen Kleide / viel von unschuldsvoller Freude / reden, Mädchen, fürchtet die!
Männer und Frauen sind nur mit Willen ungetreu.
Männer! Männer! Sie machen uns glücklich und elend.
Märchen, noch so wunderbar, / Dichterkünste machen's wahr.
Märchen: Das uns unmögliche Begebenheiten unter möglichen oder unmöglichen Bedingungen als möglich darstellt. Roman: Der uns mögliche Begebenheiten unter unmöglichen oder beinahe unmöglichen Bedingungen als wirklich darstellt.
Mäßigung im Willkürlichen, Emsigkeit im Notwendigen!
Möge das Studium der griechischen und römischen Literatur immerfort die Basis der höhern Bildung bleiben!
Möge deine Seele sich erweitern und die Gewißheit des großen Gefühls über dich kommen, daß außerordentliche Menschen eben auch darin außerordentliche Menschen sind, weil ihre Pflichten von den Pflichten des gemeinen Menschen abgehen; daß der, dessen Werk es ist, ein großes Ganzes zu übersehen, zu regieren, zu erhalten, sich keinen Vorwurf zu machen braucht, geringe Verhältnisse vernachlässigt, Kleinigkeiten dem Wohl des Ganzen aufgeopfert zu haben.
Nach drüben ist die Aussicht uns verrannt; / Tor, wer dorthin die Augen blinzelnd richtet, / sich über Wolken seinesgleichen dichtet! / Er stehe fest und sehe hier sich um!
Nach ewigen, ehernen, / großen Gesetzen / müssen wir alle / unseres Daseins / Kreise vollenden.
Nach Golde drängt, / Am Golde hängt / Doch alles. Ach wir Armen!
Nachher, vor allen andern Sachen, / müßt Ihr Euch an die Metaphysik machen! / Da seht, daß Ihr tiefsinnig faßt, / was in des Menschen Hirn nicht paßt! / Für was drein geht und nicht drein geht, / ein prächtig Wort zu Diensten steht.
Nachts, wenn gute Geister schweifen, / Schlaf dir von der Stirne streifen, / Mondenlicht und Sternenflimmern / dich mit ewigem All umschimmern, / scheinst du dir entkörpert schon, / wagest Dich an Gottes Thron.
Nah verwandt schienen sich die ersten Menschen, aber ihre Beschäftigungen trennten sie bald.
Napoleon gibt uns ein Beispiel, wie gefährlich es sei, sich ins Absolute zu erheben und alles der Ausführung einer Idee zu opfern.
Narr! Wenn es brennt, so lösche, / Hat's gebrannt, bau wieder auf.
Natürlich ist's, daß der Bürger von dem regiert sein will, der mit ihm geboren und erzogen ist, der gleichen Begriff mit ihm von Recht und Unrecht gefaßt hat, den er als seinen Bruder ansehen kann.
Natürlich, wenn ein Gott sich erst sechs Tage plagt, / Und selbst am Ende bravo sagt, / Da muss es was Gescheites werden.
Natürlichem genügt das Weltall kaum; / was künstlich ist, verlangt geschloßnen Raum.
Neben denen dereinst zu ruhen, die man liebt, ist die angenehmste Vorstellung, welche der Mensch haben kann, wenn er einmal über das Leben hinausdenkt. Zu den Seinigen versammelt werden, ist ein so herzlicher Ausdruck.
Nehmen Sie einen recht aufrichtigen Dank für die schönen Zeichnungen, die Sie mir geschickt haben! Mir scheint unmöglich, die Virtuosität höher zu treiben. Ich habe mich sogleich hingesetzt und eine nachgekritzelt. Man sieht die Höhe, die der Künstler erreicht hat, nicht lebhafter, als wenn man versucht, ihm einige Stufen nachzuklettern.
Nennen Sie mir einen Menschen, der übler Laune ist und so brav dabei, sie zu verbergen, sie allein zu tragen, ohne die Freude um sich her zu zerstören! Oder ist sie nicht vielmehr ein innerer Unmut über unsere eigene Unwürdigkeit, ein Mißfallen an uns selbst, das immer mit einem Neide verknüpft ist, der durch eine törichte Eitelkeit aufgehetzt wird? Wir sehen glückliche Menschen, die wir nicht glücklich machen, und das ist unerträglich.
Neuerdings hab ich mir's zur Richtschnur gemacht: In Sachen, die ich nicht verstehe, und es tut einer etwas, das ich nicht begreife, so macht er's dumm und greift's ungeschickt an; denn das, was schicklich und recht ist, begreift man auch in unbekannten Dingen; wenigstens muß es einer einem leicht und bald erklären können.
Neuere Poeten tun viel Wasser in die Tinte.
Nicht allein das Angeborene, auch das Erworbene ist der Mensch.
Nicht allen Menschen ist es eigentlich um ihre Bildung zu tun. Viele wünschen nur so ein Hausmittel zum Wohlbefinden, Rezepte zum Reichtum und zu jeder Art von Glückseligkeit.
Nicht alles dienet uns auf gleiche Weise. / Wer vieles brauchen will, gebrauche jedes / in seiner Art, so ist er wohl bedient.
Nicht das macht frei, daß wir nichts über uns anerkennen wollen, sondern eben daß wir etwas verehren, das über uns ist. Denn indem wir es verehren, heben wir uns zu ihm hinauf und legen durch unsere Anerkennung an den Tag, daß wir selber das Höhere in uns tragen und wert sind, seinesgleichen zu sein.
Nicht das Sparen allein, um spät zu genießen, / macht das Glück, es macht nicht das Glück der Haufe beim Haufen, / nicht der Acker am Acker.
Nicht größern Vorteil wüßt' ich zu nennen, / als des Feindes Verdienst erkennen.
Nicht im Augenblicke steh ich still / bei so verstockten Sündern, / und wer nicht mit mir schreiten will, / soll meinen Schritt nicht hindern.
Nicht in das Grab, nicht übers Grab verschwendet / ein edler Mann der Sehnsucht hohen Wert. / Er kehrt in sich zurück und findet staunend / in seinem Busen das Verlorne wieder.
Nicht jeden Wochenschluß macht Gott die Zeche.
Nicht jedes Mannes Absicht ist offenbar, und manches Mannes Absicht ist zu missdeuten.
Nicht Kunst und Wissenschaft allein, / Geduld will bei dem Werke sein.