Zitate mit "ferne"
109 Fundstellen
Wenn ein Reisender nach Hause zurückkehrt, soll er nicht die Bräuche seiner Heimat eintauschen gegen die des fremden Landes. Nur einige Blumen von dem, was er in der Ferne gelernt hat, soll er in die Gewohnheiten seines eigenen Landes einpflanzen.
Vergiß mein nicht, du treues Herz, / bleib treu mir in der Ferne, / ohn dich ist alle Freude Schmerz, / ohn dich sind dunkel die Sterne.
Wenn das Abendrot niedergesunken, / keine freudige Farbe mehr spricht, / und die Kränze still leuchtender Funken / die Nacht um die schattichte Stirne flicht: / Wehet der Sterne / heiliger Sinn / leis durch die Ferne / bis zu mir hin.
Wer möchte diesen Erdenball / noch fernerhin betreten, / wenn wir Bewohner überall / die Wahrheit sagen täten? / Ihr hießet uns, wir hießen euch / Spitzbuben und Halunken, / wir sagten uns fatales Zeug, / noch eh wir uns betrunken, / und überall im weiten Land / ein langbewährtes Mittel / entsproßte aus der Menschenhand / der treue Knotenkittel. / Da lob' ich mir die Höflichkeit, / das zierliche Betrügen: / Du weißt Bescheid, ich weiß Bescheid, / und allen macht's Vergnügen.
Hat man ein großes Leiden, so sieht man alle Andern in weiter Ferne, wie am Ende einer ungeheueren Arena. Selbst die Stimmen scheinen von fern her zu kommen.
Diejenigen, die die Freundschaft aus ihrem Leben entfernen, scheinen nämlich die Sonne aus der Welt zu entfernen.
Es ist verständlich, wenn der Mensch stolz darauf ist, daß er, obgleich nicht durch eigene Anstrengung, die höchste Sprosse der organischen Stufenleiter erklommen hat. Die Tatsache, daß er bis dahin gelangte, anstatt von Anfang an dahingestellt worden zu sein, gibt ihm die Hoffnung, daß er in ferner Zukunft noch höher gelangen werde.
Welches möchte wohl der Gesamteindruck sein, den wir von der Kultur und dem Treiben auf einem anderen Planeten, wäre uns dahin ein Einblick vergönnt, empfangen würden? Vielleicht ein ähnlicher wie bei Reisen in ferne Länder, wo wir, bei allem Wechsel der Szenerie und der Kostüme, denselben Spielern begegnend, uns im stillen verwundern darüber, daß im Grunde alles so ähnlich ist dem, was wir zuhause verließen?
Der Mensch liebt zu schaffen und Wege zu bahnen, das ist nicht zu bestreiten. Aber weshalb liebt er auch die Zerstörung und das Chaos bis zur Leidenschaft? Vielleicht weil er instinktiv fürchtet, sein Ziel zu erreichen und das zu schaffende Gebäude zu vollenden? Woher wissen Sie, ob er nicht das Gebäude nur aus der Ferne und keineswegs in der Nähe liebt?
Wenn ich so recht niedergeschlagen, rat- und hilflos und unglücklich bin, so lege ich mich ruhig zu Bette, schließe die Augen, entferne alles und träume in selige Ruhe hinein.
Die Zeit ist gekommen, um die aussaugende, tötende Arbeit aus dem werktätigen Leben zu entfernen. Wir werden solange kein Kulturvolk sein, bis nicht die Tretmühle aus dem Tagewerk entfernt worden ist.
Die Zeit ist wie ein Bild von Mosaik, / zu nah beschaut verwirrt es nur den Blick; / willst du des Ganzen Art und Sinn verstehn, / so mußt du's, Freund, aus rechter Ferne sehn.
Die Gegenwart weiß nichts von sich, / der Abschied fühlt sich mit Entsetzen, / entfernen zieht dich hinter dich, / Abwesenheit allein versteht zu schätzen.
Gar freundliche Gesellschaft leistet uns ein ferner Freund, wenn wir ihn glücklich wissen.
Wenn ich im Zimmer auf- und abgehe, mich mit entfernten Freunden laut unterhalten kann und eine vertraute Feder meine Worte auffängt, so kann etwas in die Ferne gelangen. Mich hinzusetzen und selbst zu schreiben, hat etwas Peinliches und Ängstliches, das mir den guten Humor, ja ich möchte beinah sagen die Vertraulichkeit lähmt.
"Warum willst du dich von uns allen / und unsrer Meinung entfernen?" / Ich schreibe nicht, euch zu gefallen; / ihr sollt was lernen!
Überhaupt hat das Gebirgsleben etwas Menschlicheres als das Leben auf dem flachen Lande. Die Bewohner sind einander näher und, wenn man will, auch ferner, die Bedürfnisse geringer, aber dringender.
Wohl ist sie schön, die Welt! In ihrer Weite / bewegt sich so viel Gutes hin und her. / Ach, daß es immer nur um einen Schritt / von uns sich zu entfernen scheint / und unsre bange Sehnsucht durch das Leben / auch Schritt vor Schritt bis nach dem Grabe lockt!
Wehe mir! Welch streng Geschick / verfolgt mich, überall der Männer Busen / so zu betören, daß sie weder sich / noch sonst ein Würdiges verschonten. Raubend jetzt, / verführend, fechtend, hin und her entrückend, / Halbgötter, Helden, Götter, ja Dämonen, / sie führten mich im Irren her und hin. / Einfach die Welt verwirrt ich, doppelt mehr; / nun dreifach, vierfach bring ich Not auf Not. / Entferne diese Guten, laßt ihn frei! / Den Gottbetörten treffe keine Schmach!
Laßt mich nur auf meinem Sattel gelten! / Bleibt in euern Hütten, euern Zelten! / Und ich reite froh in alle Ferne, / über meiner Mütze nur die Sterne.
So oft ich durch eine Brille sehe, bin ich ein anderer Mensch und gefalle mir selbst nicht. Ich sehe mehr, als ich sehen sollte; die schärfer gesehene Welt harmoniert nicht mit meinem Innern, und ich lege die Gläser geschwind wieder weg, wenn meine Neugierde, wie dieses oder jenes in der Ferne beschaffen sein möchte, befriedigt ist.
Dieser Teekessel diente schon meinen Eltern und war ein Zeuge unserer abendlichen Familienversammlungen; dieser kupferne Kaminschirm schützt mich noch immer vor dem Feuer, das diese alte mächtige Zange anschürt; und so geht es durch alles durch. Anteil und Tätigkeit konnt' ich daher auf gar viel andere Gegenstände wenden, weil ich mich mit der Veränderung dieser äußeren Bedürfnisse, die so vieler Menschen Zeit und Kräfte wegnimmt, nicht weiter beschäftigte.
Warum hofft der Mensch nur in die Nähe? Da muß er handeln und sich helfen. In die Ferne soll er hoffen und Gott vertrauen.
Es steht manches Schöne isoliert in der Welt, doch der Geist ist es, der Verknüpfungen zu entdecken und dadurch Kunstwerke hervorzubringen hat. Die Blume gewinnt erst ihren Reiz durch das Insekt, das ihr anhängt, durch den Tautropfen, der sie befeuchtet, durch das Gefäß, woraus sie allenfalls ihre letzte Nahrung zieht. Kein Busch, kein Baum, dem man nicht durch die Nachbarschaft eines Felsens, einer Quelle Bedeutung geben, durch eine mäßige einfache Ferne größern Reiz verleihen könnte.
"Willst dich nicht gern vom Alten entfernen? / Hat denn das Neue so gar kein Gewicht?" / Umlernen müßte man immer, umlernen! / Und wenn man umlernt, da lebt man nicht.
Willst du mit reinem Gefühl der Liebe Freuden genießen, / o, laß Frechheit und Ernst ferne vom Herzen dir sein! / Jene will Amorn verjagen, und dieser denkt ihn zu fesseln. / Beiden das Gegenteil lächelt der schelmische Gott.
Ihr strebt nach fernen Gütern, / und euer Streben muß gewaltsam sein. / Ihr wagt es, für die Ewigkeit zu handeln, / wenn wir ein einzig nah beschränktes Gut / auf dieser Erde nur besitzen möchten / und wünschen, daß es uns beständig bliebe.
Ein großer Teich war zugefroren. / Die Fröschlein, in der Tiefe verloren. / durften nicht ferner quaken noch springen, / versprachen sich aber, im halben Traum: / Fänden sie nur da oben Raum, / wie Nachtigallen wollten sie singen. / Der Tauwind kam, das Eis zerschmolz, / nun ruderten sie und landeten stolz / und saßen am Ufer weit und breit / und quakten wie von alter Zeit.
Was man mündlich ausspricht, muß der Gegenwart, dem Augenblick gewidmet sein; was man schreibt, widme man der Ferne, der Folge.
Wenn daher ein Schriftsteller aus verschiedenen Stufen seines Lebens Denkmale zurückläßt, so kommt es vorzüglich darauf an, daß er ein angeborenes Fundament und Wohlwollen besitze, daß er auf jeder Stufe rein gesehen und empfunden und daß er ohne Nebenzwecke grade und treu gesagt habe, wie er gedacht. Dann wird sein Geschriebenes, wenn es auf der Stufe recht war, wo es entstanden, auch ferner recht bleiben.
Wie soll einer (Victor Hugo) nicht schlechter werden und das schönste Talent zugrunderichten, wenn er die Verwegenheit hat, in einem einzigen Jahre zwei Tragödien und einen Roman zu schreiben, und ferner, wenn er nur zu arbeiten scheint, um ungeheure Geldsummen zusammenzuschlagen.
Du sollst nicht töten. Als wenn irgend ein Mensch im mindesten Lust hätte, den andern totzuschlagen! Man haßt einen, man erzürnt sich, man übereilt sich, und in Gefolg von dem und manchem andern kann es wohl kommen, daß man gelegentlich einen totschlägt. Aber ist es nicht eine barbarische Anstalt, den Kindern Mord und Totschlag zu verbieten? Wenn es hieße: "Sorge für des andern Leben; entferne, was ihm schädlich sein kann; rette ihn mit deiner eigenen Gefahr! Wenn du ihn beschädigst, denke, daß du dich selbst beschädigst!" das sind Gebote, wie sie unter gebildeten vernünftigen Völkern statthaben.
Wirst du deinesgleichen kennen lernen, / so wirst du dich gleich wieder entfernen.
Die Überzeugung unserer Fortdauer entspringt mir aus dem Begriff der Tätigkeit; wenn ich bis an mein Ende rastlos wirke, so ist die Natur verpflichtet, mir eine andere Form des Daseins anzuweisen, wenn die jetzige meinen Geist nicht ferner auszuhalten vermag.
Ein König sagt nicht, wie gemeine Menschen, / verlegen zu, daß er den Bittenden / auf einen Augenblick entferne, noch / verspricht er auf den Fall, den er nicht hofft: / Dann fühlt er erst die Höhe seiner Würde, / wenn er den Harrenden beglücken kann.
Jeder Künstler wie jeder Mensch ist nur ein einzelnes Wesen und wird nur immer auf eine Seite hängen. Deswegen hat der Mensch auch das, was seiner Natur entgegengesetzt ist, theoretisch und praktisch, insofern es ihm möglich wird, in sich aufzunehmen. Der Leichte sehe nach Ernst und der Strenge sich um, der Strenge habe ein leichtes und bequemes Wesen vor Augen, der Starke die Lieblichkeit, der Liebliche die Stärke, und jeder wird seine eigene Natur nur desto mehr ausbilden, je mehr er sich von ihr zu entfernen scheint.
Ich blick in die Ferne, / ich seh in der Näh, / den Mond und die Sterne, / den Wald und das Reh. / So seh ich in allen / die ewige Zier, / und wie mir's gefallen, / gefall ich auch mir.
Es ist mit der Ferne wie mit der Zukunft! Ein großes dämmerndes Ganzes ruht vor unserer Seele, unsere Empfindung verschwimmt darin wie unser Auge, und wir sehnen uns ach! unser ganzes Wesen hinzugeben, uns mit aller Wonne eines einzigen, großen, herrlichen Gefühls ausfüllen zu lassen. Und ach! Wenn wir hinzueilen, wenn das Dort und Hier wird, ist alles vor wie nach, und wir stehen in unserer Armut, in unserer Eingeschränktheit, und unsere Seele lechzt nach entschlüpftem Labsale.
Ich halte dafür, daß der, der nötig zu haben glaubt, vom sogenannten Pöbel zu entfernen, um den Respekt zu erhalten, ebenso tadelhaft ist als ein Feiger, der sich vor seinem Feinde verbirgt, weil er zu unterliegen fürchtet.
In der Ferne zeigt sich alles reiner, / was in der Gegenwart uns nur verwirrt.
Ja! Ich rechne mir's zur Ehre, / wandle fernerhin allein! / Und wenn es ein Irrtum wäre, / soll es doch nicht eurer sein!
Das Talent faßt sein Ziel scharf und bestimmt ins Auge und sucht es auf dem nächsten Wege zu erreichen, was ihm, wenn es ein echtes ist, auch gelingt. Nie aber erreicht es mehr. Das Genie weiß auch recht gut, wohin es soll, aber vor innerem Drang und Überfülle macht es allerlei Kreuz- und Quersprünge, die es scheinbar vom Ziel entfernen, aber nur, damit es umso reicher ankomme.
Ruhm besteht nicht im Beifall der Menge, sondern im Urteil der Geschichte. Je größer ein Mensch ist, desto länger kann er darauf warten, daß man ihn versteht, sei es auch erst in fernen Tagen.
Das Angenehme dieser Welt hab ich genossen, / die Jugendstunden sind, wie lang! Wie lang! verflossen, / April und Mai und Junius sind ferne, / ich bin nichts mehr, ich lebe nicht mehr gerne.
In der Vergangenheit ist reichlicher Stoff zur Freude und Wehmut, zur Zufriedenheit mit sich und zur Reue, da hat man mit sich, mit andern, mit dem Geschicke gekämpft, gesiegt und unterlegen; was da gefunden wird, das ist wahrhaft gewesen, das ist, wenn es schmerzlich war, untilgbar wie eine Narbe, und wenn es freudig war, unentreißbar wie ein der Seele eingewachsener Gedanke; es ist ferner rein von der Ängstlichkeit, der Besorgnis der Zukunft
Daß große Leute nur in der Ferne schimmern und ein Fürst vor seinem Kammerdiener viel verliert, kommt daher, weil kein Mensch groß ist.
Recht ist die Einschränkung der Freiheit eines jeden auf die Bedingung ihrer Zusammenstimmung mit der Freiheit von jedermann, insoferne diese nach einem allgemeinen Gesetz möglich ist.
Man muß viel Ferne getrunken haben, um den Zauber des Nächsten zu fassen.
Das einzige Mittel, die Welt zu verbessern, ist die Erfüllung der nächstliegenden Pflichten, nicht die Jagd nach großen, in der Ferne gesuchten Zielen.
Menschen und Dinge verlangen verschiedene Perspektiven. Es gibt manche, die man aus der Nähe sehen muß, um sie richtig zu beurteilen, und andere, die man nie richtiger beurteilt, als wenn man sie aus der Ferne sieht.