Zitate mit "singen"
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Tausend Künste kennt der Teufel, / aber singen kann er nicht; / denn Gesang ist ein Bewegen / unsrer Seele nach dem Licht.
Sich über das gelinde Feuer der ehelichen Liebe lustig zu machen, um zum Preise der leidenschaftlichen Flammen Kantaten zu singen, ist ein beliebtes Thema lyrischer Jugendlichkeit, die weder die Flamme noch das Feuer kennt.
Ich darf wohl von den Sternen singen, / mich hat die Blume angeblickt, / und wird mein armes Lied gelingen, / dann wird vom Stern mir zugenickt. / O Stern und Blume, Geist und Kleid, / Lieb, Leid und Zeit und Ewigkeit.
Schläft ein Lied in allen Dingen, / die da träumen fort und fort, / und die Welt hebt an zu singen, / triffst du nur das Zauberwort.
Sterne hoch die Kreise schlingen, / aus des Schnees Einsamkeit / steigst's wie wunderbares Singen - / O du gnadenreiche Zeit.
Wer immer an der Erde klebt, / dem wird kein Lied gelingen. / Nur wer sich aus dem Staube hebt, / kann singen.
Was für ein Gedanke, unter einem Allmächtigen zu leben, von dem man weiß, daß er lachen und singen kann!
Der Maulwurf hört in seinem Loch / ein Lerchenlied erklingen / und spricht: "Wie sinnlos ist es doch, / zu fliegen und zu singen!"
Fröhlich soll mein Herze springen / dieser Zeit, da vor Freud alle Engel singen.
Sonst, wie die Alten sungen, / so zwitscherten die Jungen; / jetzt, wie die Jungen singen, / soll's bei den Alten Klingen. / Bei solchem Lied und Reigen / das Beste - ruhn und schweigen.
Wenn einer singen lernen will, sind ihm alle diejenigen Töne, die in seiner Kehle liegen, natürlich und leicht. Die anderen aber, die nicht in seiner Kehle liegen, sind ihm anfänglich äußerst schwer. Um aber ein Sänger zu werden, muß er sie überwinden; denn sie müssen ihm alle zu Gebote stehen. Ebenso ist es mit einem Dichter. Solange er bloß seine wenigen subjektiven Empfindungen ausspricht, ist er noch keiner zu nennen; aber sobald er die Welt sich anzueignen und auszusprechen weiß, ist er ein Poet. Und dann ist er unerschöpflich und kann immer neu sein.
Wen du nicht verlässest, Genius, / nicht der Regen, nicht der Sturm / haucht ihm Schauer übers Herz. / Wen du nicht verlässest, Genius, / wird dem Regengewölk, / wird dem Schloßensturm / entgegensingen / wie die Lerche.
Als neulich Schnee lag und meine Nachbarskinder ihre kleinen Schlitten auf der Straße ausprobieren wollten, sogleich war ein Polizeidiener nahe, und ich sah die armen Dingerchen fliehen, so schnell sie konnten. Jetzt, wo die Frühlingssonne sie aus den Häusern lockt und sie mit ihresgleichen vor ihren Türen gerne ein Spielchen machten, sehe ich sie immer geniert, als wären sie nicht sicher und als fürchteten sie das Herannahen irgendeines polizeilichen Machthabers. Es darf kein Bube mit der Peitsche knallen oder singen oder rufen, sogleich ist die Polizei da, es ihm zu verbieten. Es geht bei uns alles dahin, die liebe Jugend frühzeitig zahm zu machen und alle Natur, alle Originalität und alle Wildheit auszutreiben, so daß am Ende nichts übrigbleibt als der Philister.
Wer in dem Kloster gut zu schwatzen versteht, der wird im Orden erhoben, / wird zum Lesemeister, zum Kustos oder zum Prior. / Andere stehen beiseite. Die Schüsseln werden gar ungleich / aufgetragen; denn einige müssen des Nachts in dem Chore / singen, lesen, die Gräber umgehen; die anderen haben / guten Vorteil und Ruh' und essen die köstlichen Bissen.
Ein großer Teich war zugefroren. / Die Fröschlein, in der Tiefe verloren. / durften nicht ferner quaken noch springen, / versprachen sich aber, im halben Traum: / Fänden sie nur da oben Raum, / wie Nachtigallen wollten sie singen. / Der Tauwind kam, das Eis zerschmolz, / nun ruderten sie und landeten stolz / und saßen am Ufer weit und breit / und quakten wie von alter Zeit.
Wisse, daß mir sehr mißfällt, / wenn so viele singen und reden! / Wer treibt die Dichtkunst aus der Welt? / Die Poeten!
Heute geh ich. Komm ich wieder, / Singen wir ganz andre Lieder. / Wo so viel sich hoffen lässt, / Ist der Abschied ja ein Fest.
Bei der Arbeit magst du singen, / Das verleiht der Arbeit Schwingen.
Manche Sängerin hört' ich, doch hat mir nur eine von allen, / wann sie mein Ohr auch vernahm, immer das Herz noch gerührt: / An der Wiege die Mutter, durch schlichte Weisen den Liebling / einzusingen bemüht in den erquickenden Schlaf.
Warum die Rose besingen, Aristokrat! Besing die demokratische Kartoffel, die das Volk nährt!
Ein Künstler ist immer ein Egoist. Sich will er hervortun, sich will er hervordichten, sich hervormalen, sich hervorsingen.
Der Liebe Leid, dies heilet so bald mir nicht, / dies singt kein Wiegensang, den tröstend / Sterbliche singen, mir aus dem Busen.
Lieber ein bißchen länger im Hinterhaus wohnen, als zu früh ins Vorderhaus ziehen und später auf dem Hof singen müssen.
Manager müssen es genießen können, einen Vogel singen zu hören.
Weiber, die fünf Jahre gewartet haben, fangen wieder an, aber Musen, die fünf Jahre nicht gesungen haben, singen nie wieder.
Die Finken, die im Lenz nicht singen, / die bringen's auf den Herbst dann ein. / Der muß dann alt erst rasend sein, / der jung es konnte nicht vollbringen.
Die Mücken singen erst, bevor sie einen stechen; / Verleumder lästern bald, die erst so lieblich sprechen.
Ein Schulmeister muß singen können.
Singen ist eine edle Kunst und Übung.
Prosa kann Abend und Mondlicht malen, aber die Morgendämmerung zu besingen, bedarf es der Dichter.
Bessere Lieder müßten sie mir singen, daß ich an ihren Erlöser glauben lerne. Erlöster müßten mir seine Jünger aussehen.
Die Anhänger eines großen Mannes pflegen sich zu blenden, um sein Lob besser singen zu können.
Manch schöne Frau gemahnt mich an den Mai, / wie ihn besingen tausend deutsche Strophen: / Von seiner Lieblichkeit geht ein Geschrei - / in Wahrheit heizt noch jeder seinen Ofen.
Hier ist des Stahles Heimatstätte, / Westfalenfaust den Hammer schwingt, / Und blitzend aus dem Wiegenbette / Das Erz in voller Woge springt / Zu Glocken, Schienen und Kanonen. / Wie wird gehämmert und schweißt! / Auch hier errang die Ehrenkrone / Der deutsche Fleiß, de deutsche Geist. / O möchten Bochums Glockenzungen / Den Frieden singen fern und nah! / Doch wird einmal das Schwert geschwungen, / Ist auch der Stahl von Bochum da.
Durch das lieblich Vögelsingen / ist die stille Ruh der Nacht / aufgelöset und erwacht, / Berg und Tal und Wäld' erklingen, / auch steht jetzt der Himmel leer, / man sieht nicht viel Sternen mehr.
Die Honigbienen, Kreaturen, / die durch die Regel der Natur uns lehren / zur Ordnung fügen ein bevölkert Reich. / Sie haben einen König und Beamte / von unterschiedenem Rang, wovon die einen / wie Obrigkeiten Zucht zu Hause halten, / wie Kaufleut' andre auswärts Handel treiben, / noch andre wie Soldaten, mit den Stacheln / bewehrt, die samtnen Sommerknospen plündern / und dann den Raub mit lust'gem Marsch nach Haus / zum Hauptgezelte ihres Kaisers bringen, / der, emsig in der Majestät, beachtet, / wie Maurer singend goldne Dächer baun, / die stillen Bürger ihren Honig kneten, / wie sich die armen Tagelöhner drängen / mit schweren Bürden an dem engen Tor, / wie mürrisch summend der gestrenge Richter / die gähnende und faule Drohne liefert / in bleicher Henker Hand.
Die Liebe ist die singende, sich in der Luft tummelnde Lerche. In der Ehe muß der Vogel gebraten auf der Schüssel liegen.
Alle haben sie Fehler, die Musiker: Unter den Freunden / wollen sie nie anheben ein Lied, durch Bitten beweget; / ohne Geheiß aber singen sie rastlos.
Der geldlose Wanderer wird in der Nähe des Räubers singen.
Bilde dir ein, daß jemand einen großen Chor von Sängern auf die Bühne stellt und verlangt, daß, statt im Einklang zu singen, jeder seine besondere Melodie anstimmt, ohne sich an die übrigen zu kehren. Nun fangen sie an, und jeder läßt sich mit seinem eigenen Liede hören, und dabei greifen sie sich auch noch gegenseitig an und eifern um die Wette, wer den anderen am lautesten überschreien kann: Was meinst du, was da für ein Gesänge herauskäme? Alle Erdenbewohner aber sind solche Choristen.
Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren / Sind Schlüssel aller Kreaturen, / Wenn die so singen, oder küssen / Mehr als die Tiefgelehrten wissen / Wenn sich die Welt ins freie Leben, / Und in die Welt wird zurückbegeben, / Wenn dann sich wieder Licht und Schatten / Zu echter Klarheit wieder gatten / Und man in Märchen und Gedichten / Erkennt die wahren Weltgeschichten, / Dann fliegt vor Einem geheimen Wort / Das ganze verkehrte Wesen fort.
Man muss sich mit Sprechen begnügen, wenn man nicht singen kann.
In der Kirche singen immer die am lautesten, die falsch singen.
Es fängt an, mich etwas zu nerven, daß das Sich-falsch-Äußern, Sich-falsch-Anziehen, das In-Rudeln-und-unter-Absingen-schrecklicher-Lieder-Auftreten als typisch deutsche Eigenschaften gelten. Man müßte mal ernsthaft untersuchen, ob es tatsächlich so ist.
Singen ist ein Abglanz der Seele.
Singen ist eine völlig nackte Kunst. Da ist richtig und falsch sofort überprüfbar.
Zwei können wohl miteinander singen, aber nicht zugleich singen.
Eine Katze, die einen Kanarienvogel gefressen hat, kann darum noch nicht singen.
Zwei können zu gleicher Zeit singen, aber nicht reden.
Wer immer hofft, stirbt singend.