Wenn der Usurpator auch ein Weilchen / das Szepter führt, der Himmel ist gerecht, / und von der Zeit wird Unrecht erdrückt.
Wenn die Krankheit / verzweifelt ist, kann ein verzweifelt Mittel / nur helfen oder keins.
Wenn die Leiden kommen, / so kommen sie wie einzle Späher nicht, / nein, in Geschwadern.
Wenn die reichen Schurken der armen bedürfen, so können die armen fordern, was sie wollen.
Wenn du schwörst, / so kannst du treulos werden. Wie sie sagen, / lacht Jupiter des Meineids der Verliebten.
Wenn ein König jedermann befiehlt, ein Schurke zu sein, so ist er durch seinen Eid vertraglich gebunden, einer zu werden.
Wenn eines Menschen Verse nicht verstanden werden und eines Menschen Witz von dem geschickten Kinde Verstand nicht unterstützt wird, das schlägt einen Menschen härter nieder als eine große Rechnung in einem kleinen Zimmer.
Wenn Gnade Mörder schont, verübt sie Mord.
Wenn Hamlet von sich selbst geschieden ist / und, weil er nicht er selbst, Laertes kränkt, / dann tut es Hamlet nicht. Hamlet verleugnet's. / Wer tut es denn? Sein Wahnsinn. Ist es so, / so ist er ja auf der gekränkten Seite: / Sein Wahnsinn ist des armen Hamlets Feind.
Wenn hinterm Erdball sich das späh'nde Auge / des Himmels birgt, der untern Welt zu leuchten, / dann schweifen die Dieb' und Räuber, ungesehn, / in Mord und Freveln blutig hier umher. / Doch wenn es, um den ird'schen Ball hervor, / im Ost der Fichten stolze Wipfel glüht / und schießt sein Licht durch jeden schuldigen Winkel: / Dann stehn Verrat, Mord, Greuel, weil der Mantel / der Nacht gerissen ist von ihren Schultern, / bloß da und nackt und zittern vor sich selbst.
Wenn ich denke, sag' ich und verbrauche / meine Bosheit in meinem Atem.
Wenn ich mich nicht zu feinem Wandel füge, / mit Ehrfurcht rede, dann und wann nur fluche, / Gebetbuch in der Tasche, Kopf geneigt, / ja, selbst beim Tischgebet so vor's Gesicht / den Hut mir halte, seufz' und Amen sage, / nicht allen Brauch der Höflichkeit erfülle / wie einer, der der Großmama zulieb / scheinheilig tut: So traut mir niemals mehr!
Wenn ich sage, er ist ein guter Mann, so meine ich, versteht mich, daß er vermögend ist.
Wenn ich tausend Söhne hätte, der erste menschliche Grundsatz, den ich ihnen lehren wollte, sollte sein, dünnes Getränk abzuschwören und sich dem Sekt zu ergeben.
Wenn Leid denn immer treue Liebe traf, / so steht es fest im Rate des Geschicks. / Drum laß Geduld uns durch die Prüfung lernen, / weil Leid der Liebe so geeignet ist / wie Träume, Seufzer, stille Wünsche, Tränen, / der armen kranken Leidenschaft Gefolge.
Wenn Lieb' erkrankt und schwindet, / nimmt sie gezwungene Höflichkeit an.
Wenn Lieb' und Einfalt sich zu reden nicht erdreisten, / dann, dünkt mich, sagen sie im wenigsten am meisten.
Wenn Liebhabern (was Gott verhüte!) der Stoff ausgeht, so ist der schicklichste Behelf zu küssen.
Wenn Löwen um die Höhlen sich bekriegen, / entgelten ihren Zwist harmlose Lämmer.
Wenn Musik der Liebe Nahrung ist, spielt weiter; gebt mir im Übermaß davon.
Wenn nicht der Feldherr gleicht dem Bienenstock, / dem alle Schwärme ihre Beute zollen, / wie hofft ihr Honig?
Wenn sich jemand herzlich bei mir bedankt, so ist mir, als hätte ich ihm einen Pfennig gegeben und er sagte Gotteslohn dafür.
Wenn süße Liebe läßt von Art, / wird sie zum tödlichsten und herbsten Haß.
Wenn wir bauen wollen, / beschaun wir erst den Platz, ziehn einen Riß: / Und sehn wir die Gestalt des Hauses nun, / dann müssen wird Baues Aufwand schätzen. / Ergibt sich's, daß er über unsre Kräfte, / was tun wir, als den Riß von neuem ziehn / mit wenigen Gemächern oder ganz / abstehn vom Bau?
Wenn wir um Lohn den Schändlichen gepriesen, / dämpft es den Glanz des wohlgelungenen Reimes, / des Kunst den Edlen singt.
Wenn wir uns nicht Schlechteres von ihnen einbilden als sie selbst, so mögen sie für vortreffliche Leute gelten.
Wer aus dem Weizen einen Kuchen haben will, muß das Mahlen abwarten.
Wer bessern will, macht oft das Gute schlimmer.
Wer da stirbt, zahlt alle Schulden.
Wer dem Leben zwanzig Jahre raubt, / der raubt der Todesfurcht soviele Jahre.
Wer die Gewalt hat, doch ihr Wirken hemmt, / der ist des Himmels Liebling.
Wer die Schmeichelei liebt, ist des Schmeichlers würdig.
Wer dies Jahr stirbt, ist für das nächste quitt.
Wer einen Bart hat, ist mehr als ein Jüngling, und wer keinen hat, weniger als ein Mann.
Wer einsam duldet, fühlt die tiefste Pein. / Fern jeder Lust, trägt er den Schmerz allein: / Doch kann das Herz viel Leiden überwinden, / wenn sich zur Qual und Not Genossen finden.
Wer ernten will, muß erst den Samen streun.
Wer Fehler schminkt, wird einst mit Spott verlacht.
Wer hastig läuft, der fällt.
Wer hoch steht, den kann mancher Windstoß treffen, / und wenn er fällt, so wird er ganz zerschmettert.
Wer in unserem Zeitalter sich nicht selber eine Grabschrift aufsetzt, ehe er stirbt, der wird nicht länger im Gedächtnis leben, als die Glocke läutet und die Witwe weint.
Wer ist so fest, den nichts verführen kann?
Wer lebt, der nicht gekränkt ist oder kränkt?
Wer liebt, des Auge schaut den Adler blind. / Wer liebt, des Ohr vernimmt den schwächsten Laut, / wo selbst des Diebs argwöhnisch Horchen taub ist. / Die Liebe fühlt empfindlicher und feiner / als der beschalten Schnecke hartes Horn. / Schmeckt sie, wird Bacchus' leckre Zunge stumpf.
Wer mehr im Krieg tut, als sein Feldherr kann, / wird seines Feldherrn Feldherr; und der Ehrgeiz, / des Kriegers Tugend, wählt Verlust wohl lieber / als Sieg, der ihn verdunkelt.
Wer mein Land ackert, spart mir mein Gespann und schafft mir Zeit, dir Frucht unter Dach zu bringen. Wenn ich sein Hahnrei bin, ist er mein Knecht.
Wer mein Weib tröstet, sorgt für mein Fleisch und Blut. Wer für mein Fleisch und Blut sorgt, liebt mein Fleisch und Blut. Wer mein Fleisch und Blut liebt, ist mein Freund: Ergo wer meine Frau küßt, ist mein Freund.
Wer meinen Beutel stiehlt, nimmt Tand; 's ist etwas / und nichts. Mein war es, ward das Seine nun / und ist der Sklav von Tausenden gewesen. / Doch wer den guten Namen mir entwendet, / der raubt mir das, was ihn nicht reicher macht, / mich aber bettelarm.
Wer nicht bei Tage gehn darf, schleicht bei Nacht.
Wer Rätsel beichtet, wird / In Rätseln losgesprochen.
Wer schwindlicht ist, der denkt, die Welt geht rund.