Zitate mit "schatten"

102 Fundstellen

Wer dem Licht entgegengeht, sieht seinen Schatten nicht.

Nur unbewußte Freude ist / von trüben Wolken frei; / denn wer die Schatten nur vermißt, / der ruft sie schon herbei.

Der Abend des Lebens gibt mir geheimnisvolle Weisheit, und künftige Ereignisse werfen ihre Schatten voraus.

Der Schmerz verleiht höchste, königliche Würde; es ist oftmals schwer, von diesem Piedestal in den Schatten herabzusteigen.

Das Prinzip des geschichtlichen Unterrichts ist noch heute überall bei uns in Europa die systematische Entstellung. Indem die eigenen Leistungen immer hervorgehoben, die Errungenschaften der andern verschwiegen oder vertuscht, gewisse Dinge immer ins hellste Licht gestellt, andere im tiefsten Schatten gelassen werden, entsteht ein Gesamtbild, welches in manchen Teilen nur für das subtilste Auge von der nackten Lüge sich unterscheidet.

Der Tod ist uns so nahe, daß sein Schatten stets auf uns fällt.

Ich glaube, die Musik müsse für die Poesie dasjenige sein, was die Lebhaftigkeit der Farben und eine glückliche Mischung von Schatten und Licht für eine fehlerfreie und wohlgeordnete Zeichnung sind, indem sie nur dazu dienen, die Figuren zu beleben, ohne die Umrisse zu zerstören.

Wo viel Licht ist, ist starker Schatten.

Durch bewegter Schatten Spiele / zittert Lunas Zauberschein, / und durchs Auge schleicht die Kühle / sänftigend ins Herz hinein

Dann baut ich, grandios, mir selbst bewußt, / am luftigen Ort ein Schloß zur Lust. / Wald, Hügel, Flächen, Wiesen, Feld / zum Garten prächtig umbestellt: / Vor grünen Wänden Sammetmatten, / Schnurwege, kunstgerechte Schatten, / Kaskadensturz, durch Fels zu Fels gepaart, / und Wasserstrahlen aller Art: / Ehrwürdig steigt es dort; doch an den Seiten, / da zischts und pißts in tausend Kleinigkeiten. / Dann aber ließ ich allerschönsten Frauen / vertraut-bequeme Häuslein bauen, / verbrächte da grenzenlose Zeit / in allerliebst-geselliger Einsamkeit. / Ich sage:Fraun! den ein für allemal / denk ich dei Schönen im Plural.

Denn gestaltlos schweben umher in Persephoneias / Reiche massenweis Schatten von Namen getrennt. / Wen der Dichter aber gerühmt, der wandelt, gestaltet, / einzeln, gesellet dem Chor aller Heroen sich zu.

Wir möchten jede Tat / so groß gleich tun, als wie sie wächst und wird, / wenn jahrelang durch Länder und Geschlechter / der Mund der Dichter sie vermehrend wälzt. / Es klingt so schön, was unsre Väter taten, / wenn es, in stillen Abendschatten ruhend, / der Jüngling mit dem Ton der Harfe schlürft; / und was wir tun, ist, wie es ihnen war, / voll Müh und eitel Stückwerk!

Es ist ein großer Irrtum, wenn man denkt, ein mittelmäßiges Stück auch mit mittelmäßigen Schauspielern besetzen zu können. Ein Stück zweiten, dritten Ranges kann durch Besetzung mit Kräften ersten Ranges unglaublich gehoben und wirklich zu etwas Gutem werden. Wenn ich aber ein Stück zweiten, dritten Ranges auch mit Schauspielern zweiten, dritten Ranges besetze, so wundere man sich nicht, wenn die Wirkung vollkommen null ist. Schauspieler sekundärer Art sind ganz vortrefflich in großen Stücken. Sie wirken dann wie in einem Gemälde, wo die Figuren im Halbschatten ganz herrliche Dienste tun, um diejenigen, welche das volle Licht haben, noch mächtiger erscheinen zu lassen.

Tasso: Die goldne Zeit, wohin ist sie geflohn, / nach der sich jedes Herz vergebens sehnt? / Da auf der freien Erde Menschen sich / wie frohe Herden im Genuß verbreiteten; / da ein uralter Baum auf bunter Wiese / dem Hirten und der Hirtin Schatten gab, / ein jüngeres Gebüsch die zarten Zweige / um sehnsuchtsvolle Liebe traulich schlang; / wo klar und still auf immer reinem Sande / der weiche Fluß die Nymphe sanft umfing; / wo in dem Grase die gescheuchte Schlange / unschädlich sich verlor, der kühne Faun, / vom tapfern Jüngling bald bestraft entfloh; / wo jeder Vogel in der freien Luft / und jedes Tier, durch Berg' und Täler schweifend, / zum Menschen sprach: Erlaubt ist, was gefällt. / Prinzessin: Mein Freund, die goldne Zeit ist wohl vorbei; / allein die Guten bringen sie zurück. / Und soll ich Dir gestehen, wie ich denke: / Die goldne Zeit, womit der Dichter uns / zu schmeicheln pflegt, die schöne Zeit, sie war, / so scheint es mir, so wenig, als sie ist; / und war sie je, so war sie nur gewiß; / wie sie uns immer wieder werden kann. / Noch treffen sich verwandte Herzen an / und teilen den Genuß der schönen Welt; / nur in dem Wahlspruch ändert sich, mein Freund, / ein einzig Wort: Erlaubt ist, was sich ziemt.

Auch ich verharre meiner Pflicht; / Der Schatten weicht der Sonne nicht.

Man muß sich nie zu dem gesellen, durch den man in den Schatten gestellt wird.

Der Ruhm ist Schatten nur der Tat, / und steht kein Ding im Sonnenlicht, / sieht man gewiß den Schatten nicht.

Wenn der Mensch im Schlaf liegt, aufgelöst, nicht mehr zusammengehalten durch das Bewußtsein seiner selbst, dann verdrängt ein Gefühl der Zukunft alle Gedanken und Bilder der Gegenwart, und die Dinge, die kommen sollen, gleiten als Schatten durch die Seele, vorbereitend, warnend, tröstend.

Du verleugnest dich selbst? Warum denn? "Ich will mich behaupten, / und man duldet mich nicht, zeig' ich mein wahres Gesicht!" / Aber behauptest du dich, indem du dich heuchelnd vernichtest? / Lebst du noch selber? Es spukt dann ja ein Schatten für dich!

Weihnachten macht die Frohen und Lebenstüchtigen froher, die Betrübten aber, die schwer am Leben tragen, trauriger. Weihnachten macht bewußter als jeder andere Tag, wer im Licht und wer im Schatten lebt.

Nur einen Sommer gönnt, Ihr Gewaltigen, / und einen Herbst zu reifem Gesange mir, / daß williger mein Herz, vom süßen / Spiele gesättigt, dann mir sterbe! / Die Seele, der im Leben ihr göttlich Recht / nicht ward, sie ruht auch drunten im Orkus nicht. / Doch ist mir einst das Heilge, das am / Herzen mir liegt, das Gedicht, gelungen, / / / willkommen dann, o Stille der Schattenwelt! / Zufrieden bin ich, wenn auch mein Saitenspiel / mich nicht hinabgeleitet. Einmal / lebt ich wie Götter, und mehr bedarf's nicht.

Die Seele, der im Leben ihr göttlich Recht / nicht ward, sie ruht auch drunten im Orkus nicht; / doch ist mir einst das Heilige, das am / Herzen mir liegt, das Gedicht, gelungen, / willkommen dann, o Stille der Schattenwelt! / Zufrieden bin ich, wenn auch mein Saitenspiel / mich nicht hinabgeleitet. Einmal / lebt ich wie Götter, und mehr bedarf's nicht.

Ein Reicher ohne Freigebigkeit ist ein Baum, der weder Früchte noch Schatten gibt.

Meine Ergüsse sind die Traume eines Schattens.

Das Schattenreich ist das Paradis der Phantasten.

Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten.

Wie unser Schatten ist so mancher treue Freund: / Er bleibt solang, als uns des Glückes Sonne scheint.

Die Bescheidenheit ist für das Verdienst, was die Schatten bei den Gestalten eines Gemäldes: Sie geben ihnen Kraft und Relief.

Bescheidenheit verhält sich zum Verdienst wie Schatten zu den Gestalten eines Gemäldes: Sie erst geben Kraft und Relief.

Die Frau ist eine Blume, welche ihren Duft nur im Schatten spendet.

Das Träumen und Philosophieren hat seine Schattenseiten. Wer das zweite Gesicht hat, dem fehlt mitunter das erste.

Das Glück ist wie die Sonne. Ein wenig Schatten muß sein, wenn's dem Menschen wohl werden soll.

Staatliche Planwirtschaft ist wie ein prachtvoller Baum mit weit ausladender Krone. Aber in seinem Schatten wächst nichts.

Es gibt kaum etwas Empörenderes als die sklavische Furcht, die der Autoritätsglaube dem Menschen einprägt und einbrennt; ein Gefühl, dessen blasse Nachtschatten bis in die späte Reife des Denkenden hineinreichen. Wie lange währt es, bis man diese beschämenden Fußfesseln des freien Gedankens nicht nur ganz abgeschüttelt, nein, auch sich völlig aus den Augen geschafft hat!

Im dämmernden Schatten des Laubes versteckt, / da reifen die Früchte der Reben! / So muß, wer gedeihen im Innersten will, / sich des äußeren Schimmers begeben.

Am Brunnen vor dem Tore, / Da steht ein Lindenbaum, / Ich träumt' in seinem Schatten / So manchen süßen Traum. / Ich schnitt in seine Rinde / So manches liebe Wort, / Es zog in Freud' und Leide / Zu ihm mich immer fort.

Die alten Menschen: Wohl sind sie lange Schatten, und ihre Abendsonne liegt kalt auf der Erde, aber sie zeigen alle nach Morgen.

Historie und Politik unterscheiden sich fast so, wie theoretische und praktische Philosophie; die eine bezieht sich auf die Schule und geschäftlose Menschen, die andre mehr auf den Markt, auf Zwiespalt und öffentliche Streitigkeiten; die eine wird im Schatten, die andre mehr im Lichte des Tages geübt; für die eine genügt es, zu erhalten, die andre erhält nicht nur, sondern schafft auch Neues.

Das Schicksal will, dass die großen Begabungen für gewöhnlich eher Rivalen als Freunde sind; sie wachsen und leuchten für sich aus Furcht, einander zu beschatten. Die Schafe müssen sich zusammenrotten, aber die Löwen leben für sich allein.

Leben, beglückendes Leben, / zeitlos in Kraft und Jugend, / Traum ohne Bewusstsein, / im Lichte ewiger Sonne, / im Schatten ewiger Berge!

Der Einsame ist nur der Schatten eines Menschen.

Wagt doch / der Kaufmann um geringe Güter Schiff / und Mannschaft an ein wildes Element; / es jagt der Held dem Schattenbild des Ruhms / durchs blut'ge Feld des Todes nach. und nur / die Schönheit wär gefahrlos zu erwerben, / die aller Güter erstes, höchstes ist?

Leicht gezimmert nur ist Thephis' Wagen, / und er ist gleich dem acheront'schen Kahn: / Nur Schatten und Idole kann er tragen, / und drängt das rohe Leben sich heran, / so droht das leichte Fahrzeug umzuschlagen, / das nur die flücht'gen Geister fassen kann. / Der Schein soll nie Wirklichkeit erreichen, / und siegt die Natur, so muß die Kunst entweichen.

Was ist Leben? / Ein Schatten, der vorüberstreicht! Ein armer Gaukler, / der seine Stunde lang sich auf der Bühne / zerquält und tobt; dann hört man ihn nicht mehr.

Da unstreitig der Ruhm nur das Sekundäre ist, das bloße Echo, Abbild, Schatten, Symptom des Verdienstes, und da jedenfalls das Bewunderte mehr Wert haben muß als die Bewunderung, so kann das eigentlich Beglückende nicht im Ruhme liegen, sondern in dem, wodurch man ihn erlangt, also im Verdienste selbst.

Der gute Stil, hauptsächlich darauf beruhend, daß man wirklich etwas zu sagen habe, erhält die Schönheit vom Gedanken, dessen Schattenriß er ist.

Der Ruhm ist der Schatten der Tugend; er folgt ihr auch ungeheißen.

Ich, roh geprägt, entblößt von Liebes-Majestät, / vor leicht sich dreh'nden Nymphen mich zu brüsten; / ich, um dies schöne Ebenmaß verkürzt, / von der Natur um Bildung falsch betrogen, / entstellt, verwahrlost, vor der Zeit gesandt / in diese Welt des Atmens, halb kaum fertig / gemacht, und zwar so lahm und ungeziemend, / daß Hunde bellen, hink' ich wo vorbei: / Ich nun, in dieser schlaffen Friedenszeit, / weiß keine Lust, die Zeit mir zu vertreiben, / als meinen Schatten in der Sonne spähn / und meine eigne Mißgestalt erörtern. / Und darum, weil ich nicht als ein Verliebter / kann kürzen diese fein beredten Tage, / bin ich gewillt, ein Bösewicht zu werden.

Das Wesen jedes Leids hat zwanzig Schatten, / die aussehn wie das Leid, doch es nicht sind: / Das Aug' des Kummers überglast von Tränen, / zerteilt ein Ding in viele Gegenstände.

Wie Schatten flieht die Lieb', indem man sie verfolgt. / Sie folgt dem, der sie flieht, und flieht den, der ihr folgt.

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