Zitate mit "leere"
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Ein liebeleeres Menschenleben / ist wie ein Quell, versiegt im Sand, / weil er den Weg zum Meer nicht fand.
Charakterschwäche und geistige Leere, mit einem Wort alles, was uns hindert, mit uns selbst allein zu sein, bewahrt viele Menschen vor dem Menschenhass.
Dieser Krieg wäre nie ausgebrochen, wenn wir nicht unter dem Druck der Amerikaner und neumodischer Gedankengänge die Habsburger aus Österreich-Ungarn und die Hohenzollern aus Deutschland vertrieben hätten. Indem wir in diesen Ländern ein Vakuum schufen, gaben wir dem Ungeheuer Hitler die Möglichkeit, aus der Tiefe der Gosse zum leeren Thron zu kriechen.
Wenn es einen Menschen gibt, der die Gewalt des Schicksals, die Wechselfälle des Lebens, die Wirkung aller denkbaren Ereignisse erträglich findet, der sich infolgedessen weder von Furcht noch von Angst berühren läßt, sich keiner Begierde hingibt und keinem leeren Wonnerausch anheimfällt: Warum soll der nicht glückselig heißen?
Den leeren Schlauch bläst der Wind auf, den leeren Kopf der Dünkel.
Ein halbleeres Glas Wein ist zwar auch ein halbvolles, aber eine halbe Lüge ist mitnichten eine halbe Wahrheit.
In früheren Zeiten konnte einer ruhig vor seinem vollen Teller sitzen und sich's schmecken lassen, ohne sich darum zu kümmern, daß der Teller seines Nachbarn leer war. Das geht jetzt nicht mehr, außer bei den geistig völlig Blinden. Allen übrigen wird der leere Teller des Nachbarn den Appetit verderben.
Nur für die Erbärmlichen ist die Welt erbärmlich, nur den Leeren leer.
Für einen leeren Sack ist es schwer, aufrecht zu stehen.
Die große Majorität der Menschheit würde der trostlosesten Langeweile verfallen, wenn sie nicht durch tausend Zwangsmaßregeln von sich selbst und ihrer inneren Leere abgelenkt würde.
Bäume sind Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt. Wir fällen sie nieder und verwandeln sie in Papier, um unsere Leere zu dokumentieren.
Wie kann ein junger Mann sich bilden, der nicht eitel ist? Eine leere, hohle Natur wird sich wenigstens einen äußern Schein zu geben wissen, und der tüchtige Mensch wird sich bald von außen nach innen bilden.
Der Mensch ist als wirklich in die Mitte einer wirklichen Welt gesetzt und mit solchen Organen begabt, daß er das Wirkliche und nebenbei das Mögliche erkennen und hervorbringen kann. Alle gesunden Menschen haben die Überzeugung ihres Daseins und eines Daseienden um sie her. Indessen gibt es auch einen hohlen Fleck im Gehirn, das heißt eine Stelle, wo sich kein Gegenstand abspiegelt, wie denn auch im Auge selbst ein Fleckchen ist, das nicht sieht. Wird der Mensch auf diese Stelle besonders aufmerksam, vertieft er sich darin, so verfällt er in eine Geisteskrankeit, ahnet hier Dinge aus einer andern Welt, die aber eigentlich Undinge sind und weder Gestalt noch Begrenzung haben, sondern als leere Nachträumlichkeit ängstigen und den, der sich nicht losreißt, mehr als gespensterhaft verfolgen.
Wenn ich von liberalen Ideen reden höre, so verwundere ich mich immer, wie die Menschen sich fern mit leeren Wortschällen hinhalten: Eine Idee darf nicht liberal sein! Kräftig sei sie, tüchtig, in sich selbst abgeschlossen, damit sie den göttlichen Auftrag, produktiv zu sein, erfülle!
Die Hoffnung wie die Furcht sind zwei leere Wesen.
Die Menschen kennen sich einander nicht. / Nur die Galeerensklaven kennen sich, / die eng an eine Bank geschmiedet keuchen, / wo keiner was zu fordern hat und keiner was zu verlieren.
Den Reichtum muß der Neid beteuern; / denn er kreucht nie in leere Scheuern.
Der einzige "Gewaltverzicht" sind leere Kasernen.
Manch einer macht die Ohren auf, wenn er es aber nicht mit dem Herzen aufnimmt, dann hat er nichts als leeren Schall.
Schwer drückt ein voller Beutel. Schwerer ein leerer.
Die Zeit ist nur ein leerer Raum, dem Begebenheiten, Gedanken und Empfindungen erst Inhalt geben.
Die Schätze von Krösus würden nicht ausgereicht haben, ihm eine Tasse Kaffee und ein Zeitungsblatt zu verschaffen, wenn er alle Operationen, die zu dem Zweck notwendig sind, individuell für sich hätte vornehmen lassen wollen. Ein Armer wird heute für wenige Groschen von mehr Menschen auf allen Teilen der Erde bedient als Krösus, wenn er seine ganze Schatzkammer hätte ausleeren wollen.
Ich kann wieder ein Zwiegespräch mit mir führen und starre nicht so in vollständige Leere. Nur auf diesem Wege gibt es für mich eine Besserung.
Maske ist blicklos; aber die leeren Höhlen schreien mehr nach Gesichten als Augen, die von viel Halberblicktem abgenutzt sind.
Dem Bedürfnis nach Einsamkeit genügt es nicht, dass man an einem Tisch allein sitzt. Es müssen auch leere Sessel herumstehen. Wenn mir der Kellner so einen Sessel wegzieht, auf dem kein Mensch sitzt, verspüre ich eine Leere und es erwacht meine gesellige Natur. Ich kann ohne freie Sessel nicht leben.
Galanterie besteht darin, leere Dinge auf angenehme Weise zu sagen.
Stets geht Amand mit unbedecktem Kopf. / Was soll der Deckel auch auf einem leeren Topf?
Seltsam, wie schwer es ist - sogar in leeren Köpfen -, ein Echo hervorzurufen.
Es gibt so große leere Worte, daß man darin ganze Völker gefangen halten kann.
Der Umgang mit Menschen wäre sehr viel einfacher, wenn auch leere Köpfe gelegentlich knurren würden.
Es gibt eine Art von leerem Geschwätz, dem man durch Neuigkeit des Ausdrucks und unerwartete Metaphern das Ansehen von Fülle gibt.
Ein voller Geldsack ist leichter zu tragen als ein leerer Bettelsack.
Als die Propheten aus der Wüste das Licht gebracht, gingen die Asceten wieder in die Wüste, die leere Laterne zu suchen.
Ich weiß vielmehr. daß wir bei Menschen höherer Art die Fesseln jener leeren Konvenienz, die sich in jedem Land verändert und die zwischen gemeinen Menschen oft heilsame Schranken setzt, kühn zerbrechen können und daß gebildetere Wesen sich an die Sache selbst halten.
Je hohler ein Kopf ist, desto mehr bemüht er sich, sich zu entleeren.
Stößt du an ein leeres Faß, / dröhnend wälzt sich's um und um; / ist mit Wein es angefüllt, / bleibt es liegen, fest und stumm.
Man nehme sich vor allen Personen in acht, welche das bittere Gefühl des Fischers haben, der nach mühevollem Tagewerk am Abend mit leeren Netzen heimfährt!
Leben heißt etwas Aufgegebenes erfüllen. In dem Maße, wie wir vermeiden, unser Leben an etwas zu setzen, entleeren wir es.
Der Mensch sieht nur das Spinnrad des Schicksals, aber nicht die Spindel. Daher sagt er: "Seht ihr nicht den ewigen leeren Kreislauf der Welt?"
Glück ist heutzutage, wenn man im neu gekauften Auto mit 150km/h durch die innere Leere fährt.
Ein Gotteskasten ist des Armen leerer Bauch, / und wer ihn füllt, erfüllt den Willen Gottes auch.
Mit Vorliebe behaupten überbürdete Männer der Geschäftswelt, sie hätten sich ihr Lebtag nur deshalb abgerakkert, damit ihre Kinder es einmal recht gut hätten. Denen aber wäre es viel lieber, der Vater gäbe ihnen bei Lebzeiten dann und wann einmal einen Zehnmarkschein und ein freundliches Wort, statt ihnen nach seinem Tod ein Vermögen zu hinterlassen. Zudem fühlen die Kinder ganz richtig heraus, daß der Vater seinen Geschäften nachgeht, weil er nicht anders kann und durchaus nicht aus elterlicher Liebe zu ihnen. Der Sohn ist daher ebenso durchdrungen davon, daß sein Vater ein leerer Schwätzer, wie der Vater, daß sein Sohn ein Nichtsnutz ist.
Wonach das Leben messen? Nach den Jahren? / Der Freunde Innerlichkeit? Können Bilder / Der schönsten Stunden wohl die leeren Wände / Des Alters decken?
Warum nicht einem leeren, hohlen Hut? / Bückst du dich doch vor manchem hohlen Schädel.
Majestät der Menschennatur! Dich soll ich beim Haufen / suchen? Bei wenigen nur hast du von jeher gewohnt! / Einzelne wenige zählen, die übrigen alle sind blinde / Nieten: ihr leeres Gewühl hüllet die Treffer nur ein.
Wenn auch des Betrügers Witz den Betrug nicht adelt, so adelt doch der Preis den Betrüger. Es ist schimpflich, eine Börse zu leeren. Es ist frech, eine Million zu veruntreuen. Aber es ist namenlos groß, eine Krone zu stehlen. Die Schande nimmt ab mit der wachsenden Sünde.
Die Treue, sie ist doch kein leerer Wahn.
Und die Tugend, sie ist kein leerer Schall, / der Mensch kann sie üben im Leben.
Ein Geist, der sich allein liebt, ist ein schwimmendes Atom im unermesslichen leeren Raume.
Ein leeres Vorurteil ist das Alter, die schnöde Frucht von dem tollen Wahn, dass der Geist abhänge vom Körper.