Zitate mit "ohr"
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Gemeinschaftsgefühl ist, »mit den Augen eines anderen zu sehen, mit den Ohren eines anderen zu hören, mit dem Herzen eines anderen zu fühlen.«"
Wer mit den Augen eines anderen sehen, mit den Ohren eines anderen hören und mit dem Herzen eines anderen fühlen kann, der zeichnet sich durch Gemeinschaftsgefühl aus.
Weit ist der Weg vom Ohr zum Herzen, aber noch weiter ist der Weg zu den helfenden Händen.
Daß Weisheit nach der Anmut strebt, / hat man auf Erden oft erlebt. / Doch daß die Anmut gern ihr Ohr / der Weisheit leiht, kommt selten vor.
Diplomaten sehen mit den Ohren. Die Luft ist ihr Element, nicht das Licht.
Merke nicht nur auf das, was die Leute sagen, sondern auch darauf, wie sie es sagen. Wenn du einigen Scharfsinn hast, wirst du mehr Wahrheit durch die Augen entdecken als durch die Ohren. Die Leute können sagen, was sie wollen, können sich aber nicht genau eine Miene nach ihrem Willen geben.
Herr Luchs spricht keinem Menschen nach dem Mund, / und doch gelang es ihm, so hoch zu steigen? / Ja, denn der Schalk versteht die feinre Kunst, / den großen Herren nach dem Ohr zu schweigen.
Rhythmus ist das einzige, was musikalisch nicht gebildete Ohren in einem Tonstück fühlen und begreifen können.
Ein äußerer Schaden, der vor ungefähr dreizehn Jahren, sehr unschuldig scheinend, am rechten Nasenflügel, nicht weit vom Augenwinkel, entstand - der eigentlich nicht Krebs nach allen Symptomen, aber darin völlig krebsartig ist, daß er sich nicht nur nach der Oberfläche, sondern im kubischen Verhältnisse sich erweitert und ebenso tief aushöhlt, als er weit sich ausbreitet, und der endlich allen Heilmitteln widerstand, zu welchen freilich der Nachbarschaft des Auges wegen keine ätzenden Mittel, vielleicht die wirksamsten in solchen Fällen, gebraucht werden konnten - dieser Schaden hat nunmehr das ganze rechte Auge und einen Teil der rechten Wange verzehrt, hat eine ebenso große Höhle in den Kopf gebohrt und Zerstörungen einer seltenen Art angerichtet. Es scheint unmöglich, daß ein Mensch dabei leben könne; es scheint noch unmöglicher, daß er dabei denken und selbst mit einem gewissen Scharfsinn und einer Exaltation des Gemütes denken könne: Und doch ist beides wahr. Dieser unwahrscheinliche aber glückliche Umstand hat mir, der ich von Schwäche und Schmerz wechselweise geplagt und von der menschlichen Gesellschaft entfernt bin, die vorzüglichste Erleichterung und den Trost meines Lebens verschafft. Nie habe ich die Schönheit eines Verses, die Bündigkeit eines Räsonnements und die Annehmlichkeit einer Erzählung deutlicher wahrgenommen und mit mehr Vergnügen empfunden.
Ideen, ich gestehe es, interessieren mich mehr als Menschen, interessieren mich über alles. Ideen leben, kämpfen und sterben ganz wie die Menschen. Freilich kann man sagen, daß wir sie nur durch die Menschen kennenlernen, gleicherweise wie man das Wehen des Windes an der Bewegung des Schilfrohres erkennt, das er niederbeugt. Aber der Wind ist von größerer Bedeutung als das Schilf.
Ein Pferd, dem Schweif und Mähne abgeschnitten, ein Hund mit gestutzten Ohren, ein Baum, dem man die mächtigsten Zweige genommen und das übrige kugelförmig geschnitzelt hat, und über alles eine Jungfrau, deren Leib von Jugend auf durch Schnürbrüste verdorben und entstellt worden, alles dieses sind Dinge, von denen sich der gute Geschmack abwendet.
Man denke an den Orpheus, der, als ihm ein großer wüster Bauplatz angewiesen war, sich weislich an dem schicklichsten Ort niedersetzte und durch die belebenden Töne seiner Leier den geräumigen Marktplatz um sich her bildete. Die von kräftig gebietenden, freundlich lockenden Tönen schnell ergriffenen, aus ihrer massenhaften Ganzheit gerissenen Felssteine mußten, indem sie sich enthusiastisch herbei bewegten, sich kunst- und handwerksgemäß gestalten, um sich sodann in rhythmischen Schichten und Wänden gebührend hinzuordnen. Und so mag sich Straße zu Straßen anfügen! An wohlschützenden Mauern wird's auch nicht fehlen. / Die Töne verhallen, aber die Harmonie bleibt. Die Bürger einer solchen Stadt wandeln und weben zwischen ewigen Melodien; der Geist kann nicht sinken, die Tätigkeit nicht einschlafen. Das Auge übernimmt Funktion, Gebühr und Pflicht des Ohres, und die Bürger am gemeinsten Tage fühlen sich in einem ideellen Zustand: Ohne Reflexion, ohne nach dem Ursprung zu tragen, werden sie des höchsten sittlichen und religiösen Genusses teilhaftig. Man gewöhne sich, in Sankt Peter auf und ab zu gehen, und man wird ein Analogon desjenigen empfinden, was wir auszusprechen gewagt. / Der Bürger dagegen in einer schlecht gebauten Stadt, wo der Zufall mit leidigem Besen die Häuser zusammenkehrte, lebt unbewußt in der Wüste eines düstern Zustandes; dem fremden Eintretenden jedoch ist es zu Mute, als wenn er Dudelsack, Pfeifen und Schellentrommeln hörte und sich bereiten müßte, Bärentänzen und Affensprüngen beiwohnen zu müssen.
Denken und Tun, Tun und Denken, das ist die Summe aller Weisheit, von jeher anerkannt, von jeher geübt, nicht eingesehen von einem jeden. Beides muß wie Aus- und Einatmen sich im Leben ewig fort hin und wider bewegen; wie Frage und Antwort sollte eins ohne das andre nicht stattfinden. Wer sich zum Gesetz macht, was einem jeden Neugebornen der Genius des Menschenverstandes heimlich ins Ohr flüstert, das Tun am Denken, das Denken am Tun zu prüfen, der kann nicht irren.
Sein Auge weilt auf dieser Erde kaum; / sein Ohr vernimmt den Einklang der Natur; / was die Geschichte reicht, das Leben gibt, / sein Busen nimmt es gleich und willig auf: / Das weit Zerstreute sammelt sein Gemüt, / und sein Gefühl belebt das Unbelebte. / Oft adelt er, was uns gemein erschien, / und das Geschätzte wird vor ihm zu nichts. / In diesem eignen Zauberkreise wandelt / der wunderbare Mann und zieht uns an, / mit ihm zu wandeln.
Was kann die Welt mir wohl gewähren? / Entbehren sollst du! Sollst entbehren! / Das ist der ewige Gesang, / der jedem an die Ohren klingt, / den, unser ganzes Leben lang, / uns heiser jede Stunde singt.
Ein Ton scheint sich dem andern zu bequemen, / und hat ein Wort zum Ohre sich gesellt, / ein andres kommt, dem ersten liebzukosen.
Manche Töne sind mir Verdruß, doch bleibet am meisten / Hundegebell mir verhaßt. Kläffend zerreißt es mein Ohr.
Wer Ohren hat, soll hören, / wer Geld hat, soll's verzehren.
Mikroskope und Fernrohre verwirren eigentlich den reinen Menschensinn.
Der Anblick der Imhof hat mir wehgetan, da sie Dir so ähnlich ist und doch nicht Du. Sie ist wie eine Septime, die das Ohr nach dem Akkorde verlangen macht.
Wer befehlen soll, / muß im Befehlen Seligkeit empfinden; / ihm ist die Brust von hohem Willen voll, / doch was er will, es darf's kein Mensch ergründen. / Was er den Treuesten in das Ohr geraunt, / es ist getan, und alle Welt erstaun. / So wird er stets der Allerhöchste sein, / der Würdigste!
Unsre Miliz war doch noch ein lustig Volk. Sie nahmen sich was heraus, stunden mit ausgegrätschten Beinen da, hatten den Hut überm Ohr, lebten und ließen leben; diese Kerle aber sind wie Maschinen, in denen ein Teufel sitzt.
Das Ohr der Majestät ist selten taub, nur ist unsere Stimme meist zu schwach, bis dahinauf zu reichen.
Ihr sagt, das Sujet tauge nicht, aber ihr hättet es ignoriert und euch an der trefflichen Musik erfreuet. Ich bewundere wirklich die Einrichtung eurer Natur und wie eure Ohren imstande sind, anmutigen Tönen zu lauschen, während der gewaltigste Sinn, das Auge, von den absurdesten Gegenständen geplagt wird.
Was Rat! Hat Rat bei Menschen je gegolten? / Ein kluges Wort erstarrt im harten Ohr. / Sooft auch Tat sich grimmig selbst gescholten, / bleibt doch das Volk selbstwillig wie zuvor.
Der gebildete Pariser sieht die klassischen Stücke seiner großen Dichter so oft, daß er sie auswendig weiß und für die Betonung einer jeden Silbe ein geübtes Ohr hat. Hier in Weimar hat man mir wohl die Ehre erzeigt, meine Iphigenie und meinen Tasso zu geben; allein wie oft? Kaum alle drei bis vier Jahre einmal. Das Publikum findet sie langweilig. Sehr begreiflich. Die Schauspieler sind nicht geübt, die Stücke zu spielen, und das Publikum ist nicht geübt, sie zu hören. Würden die Schauspieler durch öftere Wiederholung sich in ihre Rollen so hineinspielen, daß die Darstellung ein Leben gewönne, als wäre es nicht eingelernt, sondern als entquölle alles aus ihrem eigenen Herzen, so würde das Publikum sicher auch nicht ohne Interesse und Empfindung bleiben.
Warum ist der Kapellmeister seines Orchesters gewisser als der Direktor seines Schauspiels? Weil dort jeder sich seines Mißgriffs, der das äußere Ohr beleidigt, schämen muß. Aber wie selten hab ich einen Schauspieler verzeihliche und unverzeihliche Mißgriffe, durch die das innere Ohr so schnöde beleidigt wird, anerkennen und sich ihrer schämen sehen!
So wahr und gut es wäre, den Kindern frühzeitig Geographie zu lehren, so bin ich doch der Meinung, daß man mit den nächsten Umgebungen der bildenden Natur anfangen müsse. Alles, was auf ihre Augen und Ohren Eindruck macht, erregt Aufmerksamkeit: Sonne, Mond und Sterne, Feuer, Wasser, Schnee, Eis, Wolken, Gewitter, Tiere, Pflanzen und Steine.
Die alte Wahrheit behält ihr Recht, daß wir eigentlich nur Augen und Ohren für das haben, was wir kennen.
Man darf das nicht vor keuschen Ohren nennen, / was keusche Herzen nicht entbehren können.
Das Auge bevorteilt gar leicht das Ohr und lockt den Geist von innen nach außen.
Es müsste schlimm zugehen, wenn ein Buch unmoralischer wirken sollte als das Leben selber, das täglich der skandalösen Szenen im Überfluss, wo nicht vor unsern Augen, doch vor unseren Ohren entwickelt.
Das Kruzifix ist eine Zierat geworden, die man im Ohre hängen hat.
Manch einer macht die Ohren auf, wenn er es aber nicht mit dem Herzen aufnimmt, dann hat er nichts als leeren Schall.
Suche, willst du glücklich sein, / nicht wie tausend Toren / nur mit deinen Augen, nein, / auch mit deinen Ohren!
Manche Sängerin hört' ich, doch hat mir nur eine von allen, / wann sie mein Ohr auch vernahm, immer das Herz noch gerührt: / An der Wiege die Mutter, durch schlichte Weisen den Liebling / einzusingen bemüht in den erquickenden Schlaf.
Fürsten haben lange Arme, Pfaffen haben lange Zungen, und das Volk hat lange Ohren.
Der Realist will das Publikum ohrfeigen, der Idealist will dasselbe berauschen. Manche Leute ziehen einen Rausch einer Ohrfeige vor.
Zeichnung ist Sprache für die Augen, Sprache Malerei für das Ohr.
Der Dichter ist das Sprachrohr der Ratlosigkeit seiner Zeit.
Eh' noch der Held den Dolch, die Heldin Gift erkohr, / starb schon das Drama selbst den sanften Tod: Erfror.
Wärst du ein wenig minder Frau von Ehre / und rissest mir dafür die Ohren nicht / mit deinen ew'gen Zänkereien ab!
Drauf - wie ich übern Lindengang mich nähere, / bei Marthens, wo die Reihen dicht gewölbt / und dunkel wie der Dom zu Utrecht sind, / hör' ich die Gartentüre fernher knarren. / Sieh da, da ist die Eve noch, sag ich / und schicke freudig Euch, von wo die Ohren / mir Kundschaft brachten, meine Augen nach / und schelte sie, da sie mir wiederkommen, / für blind und schicke auf der Stelle sie / zum zweitenmal, sich besser umzusehen, / und schimpfe sie nichtswürdige Verleumder, / Aufhetzer, niederträcht'ge Ohrenbläser / und schicke sie zum drittenmal und denke, / sie werden, weil sie ihre Pflicht getan, / unwillig los sich aus dem Kopf mir reißen / und sich in einen andern Dienst begeben: / Die Eve ist's, am Latz erkenn ich sie.
Nimm mir / das Aug', so hör' ich ihn, das Ohr, ich fühl' ihn, / mir das Gefühl hinweg, ich atm' ihn noch! / Nimm Aug' und Ohr, Gefühl mir und Geruch, / mir alle Sinn' und gönne mir das Herz, / so läßt du mir die Glocke, die ich brauche: / Aus einer Welt noch find ich ihn heraus.
Radio geht ins Ohr, Fernsehen ins Auge.
Alles reformiert sich: Musik war ehemals Lärm, Satire war Pasquill, und da, wo man heutzutage sagt: Erlauben Sie gütigst, schlug man einem vor alters hinter die Ohren.
Die Erschütterung der Luft wird erst Schall, wo ein Ohr ist.
Wo der Geldsack ist daheim, ist die Kunst verreiset. / Selten daß sich Wissenschaft, wo viel Reichtum, weiset. / Ob nun gleich ein goldnes Tuch kann den Esel decken, / sieht man ihn doch immerzu noch die Ohren recken.
Durus hört manch spitzig Wort, / wird dadurch doch nicht bewogen, / hat den Ohren, wie man meint, / einen Harnisch angezogen.
Und der Arbeiter, der zwölf Stunden webt, spinnt, bohrt, dreht, baut, schaufelt, Steine klopft, trägt usw. - gilt ihm dies zwölfstündige Weben, Spinnen, Bohren, Drehen, Bauen, Schaufeln, Steinklopfen als Äußerung seines Lebens, als Leben?