Zitate mit "heimlich"
61 Fundstellen
Es gibt im Leben und in der Entwicklung des Menschen nichts, was mit solcher Heimlichkeit ins Werk gesetzt wird, wie die Errichtung des Persönlichkeitsideals.
Am meisten fühlt man sich von der Wahrheit getroffen, die man sich selbst verheimlichen wollte.
Wir alle tun in Acht und Bann / als Grobian den dreisten Mann, / der sich vermißt, von unsern Schwächen / das Nämliche schon heut zu sprechen, / was wir nach einer Flucht von Tagen / uns heimlich selbst darüber sagen.
Alle Reisen haben eine heimliche Bestimmung, die der Reisende nicht ahnt.
Es ist ein hoher, feierlicher, fast schauerlicher Gedanke für jeden einzelnen Menschen, daß sein irdischer Einfluß, der einen Anfang gehabt hat, niemals, und wäre er der Allergeringste unter uns, durch alle Jahrhunderte hindurch ein Ende haben wird. Was geschehen ist, ist geschehen, hat sich schon mit dem grenzlosen, ewig lebenden, ewig tätigen Universum verschmolzen und wirkt hier zum Guten oder zum Schlimmen, öffentlich oder heimlich durch alle Zeiten hindurch.
Die Vorsichtsmaßregeln, die man in Rußland anwendet, um sogenannte Staatsgeheimnisse zu verbergen, befestigen mich mehr, als es offene barbarische Handlungen vermöchten, in dem Gedanken, daß dieses Land nichts als eine heuchlerische Tyrannei ist. Verheimlichung ist die Maske einer großen Unmenschlichkeit; denn das Gute verschleiert man nicht so sorgfältig.
Vieles auf Erden ist uns verborgen. Als Ersatz dafür wurde uns ein geheimnisvolles, heimliches Gefühl zuteil von unserer pulsierenden Verbindung mit einer anderen Welt, einer erhabenen und höheren Welt, und auch die Wurzeln unserer Gedanken und Gefühle sind nicht hier, sondern in anderen Welten.
Was gewisse Ehen so kompliziert, ist, daß eine Frau heimlich ihren Mann doch liebt.
Wie das Zwielicht unheimlicher ist als die Nacht, so ist die halbe Bildung verderblicher als die Unwissenheit.
Ein jeder achte wohl darauf, welche Träume er im heimlichen Winkel seiner Seele hegt; denn wenn sie erst großgewachsen sind, werden sie leicht seine Herren!
Denken und Tun, Tun und Denken, das ist die Summe aller Weisheit, von jeher anerkannt, von jeher geübt, nicht eingesehen von einem jeden. Beides muß wie Aus- und Einatmen sich im Leben ewig fort hin und wider bewegen; wie Frage und Antwort sollte eins ohne das andre nicht stattfinden. Wer sich zum Gesetz macht, was einem jeden Neugebornen der Genius des Menschenverstandes heimlich ins Ohr flüstert, das Tun am Denken, das Denken am Tun zu prüfen, der kann nicht irren.
Schändlicheres begegnet nichts dem Herrscherherrn / als treuer Diener heimlich-unterschworner Zwist. / Das Echo seiner Befehle kehrt alsdann nicht mehr / in schnell vollbrachter Tat wohlstimmig ihm zurück, / nein, eigenwillig, brausend tost es um ihn her, / den selbst Verirrten, ins Vergebne Schelten.
Wer die Gefahr verheimlicht, ist ein Feind.
So verständige, so gute Menschen, fingen wegen gewisser heimlicher Verschiedenheiten untereinander zu schweigen an, jedes dachte seinem Recht und dem Unrechte des andern nach, und die Verhältnisse verwickelten und verhetzten sich dergestalt, daß es unmöglich ward, den Knoten eben in dem kritischen Momente, von dem alles abhing, zu lösen.
Der Glaube ist ein häuslich heimlich Kapital, wie es öffentliche Spar- und Hülfskassen gibt, woraus man in Tagen der Not einzelnen ihr Bedürfnis reicht. Hier nimmt der Gläubige sich seine Zinsen im stillen selbst.
O weh der Lüge! Sie befreiet nicht / wie jedes andre, wahrgesprochne Wort / die Brust. Sie macht uns nicht getrost. Sie ängstet / den, der sie heimlich schmiedet, und sie kehrt, / ein losgedruckter Pfeil, von einem Gotte / gewendet und versagend, sich zurück / und trifft den Schützen.
Freilich sollten die geistlichen Herren sich besser betragen! / Manches könnten sie tun, wofern sie es heimlich vollbrächten; / aber sie schonen uns nicht, uns andere Laien, und treiben / alles, was ihnen beliebt, vor unseren Augen, als wären / wir mit Blindheit geschlagen.
Es ist mir sehr oft passiert, daß, wenn ich mit einem guten Bekannten ging und lebhaft an etwas dachte, dieser über das, was ich im Sinne hatte, sogleich an zu reden fing. So habe ich einen Mann gekannt, der, ohne ein Wort zu sagen, durch bloße Geistesgewalt eine im heitern Gespräch begriffene Gesellschaft plötzlich stille zu machen imstande war. Ja, er konnte auch eine Verstimmung hineinbringen, so daß es allen unheimlich wurde.
Ein Frauenzimmer, das eine andere leidenschaftlich geliebt sieht, bequemt sich gern zu der Rolle einer Vertrauten. Sie hegt ein heimlich, kaum bewußtes Gefühl, daß es nicht unangenehm sein müßte, sich an die Stelle der Angebeteten leise, leise gehoben zu sehen.
Das Laster, dem man selbst heimlich nahesteht, verurteilt man am eifrigsten.
Den bängsten Traum begleitet / ein heimliches Gefühl, / daß alles nichts bedeutet, / und wär' es noch so schwül. / Da spielt in unser Weinen / ein Lächeln hold hinein. / Ich aber möchte meinen, / so sollt es immer sein.
Sie sang vom irdischen Jammertal, / von Freuden, die bald zerronnen, / vom Jenseits, wo die Seele schwelgt, / verklärt in ewigen Wonnen. / Sie sang das alte Entsagungslied, / das Eiapopeia vom Himmel, / womit man einlullt, wenn es greint, / das Volk, den großen Lümmel. / / Ich kenne die Weise, ich kenne den Text, / ich kenn' auch die Herren Verfasser; / ich weiß, sie tranken heimlich Wein / und predigten öffentlich Wasser.
Leute mit Mut und Charakter sind den anderen Leuten immer sehr unheimlich.
Mädchen: lieblich wilde Frische. Weltanfühlende Blume, sinkend holde Heimlichkeit. Kelche des Lebens.
Man sollte der Moral im allgemeinen treu sein - schon um sich, ist man ihr einmal untreu, nicht des heimlichen Vergnügens zu berauben, daß man etwas Außergewöhnliches erlebt.
Der Beifall, der neuen Größen gespendet wird, entstammt nur zu oft dem heimlichen Neid auf die bereits anerkannten.
Die Faulheit ist der heimliche Vater des Fortschritts.
Die hitzigsten Verteidiger einer Wissenschaft, die nicht den geringsten scheelen Seitenblick auf dieselbe vertragen können, sind gemeiniglich solche Personen, die es nicht sehr weit in derselben gebracht haben und die sich dieses Mangels heimlich bewußt sind.
Armut hat die unheimliche Macht, sich selbst fortzupflanzen.
Nachrichten interessierten Thomas Mann im Fernsehen überhaupt nicht; die kurze Information war ihm unheimlich.
Jeder von uns hat etwas Unbehauenes, Unerlöstes in sich, daran unaufhörlich zu arbeiten seine heimlichste Lebensaufgabe bleibt.
Jeder auserlesene Mensch trachtet instinktiv nach seiner Burg und Heimlichkeit, wo er von der Menge, den vielen, den allermeisten erlöst ist, wo er die Regel "Mensch" vergessen darf als deren Ausnahme.
Man soll in den ersten sechs Jahren keinem Kinde befehlen, etwas zu verschweigen, und wäre es eine Freude, die man einem geliebten Wesen heimlich zubereitet. Den offenen Himmel der kindlichen Offenherzigkeit darf nichts verschließen, nicht einmal die Morgenröte der Scham. An euren Geheimnissen werden sie sonst bald eigne verstecken lernen. Die Heldentugend der Verschwiegenheit fordert zu ihrer Übungszeit die Kraft der angreifenden Vernunft. Nur die Vernunft lehrt schweigen; das Herz lehrt reden.
Das Gespräch der meisten Gelehrten untereinander ist weiter nichts als ein gegenseitiges heimliches, höfliches Examen.
Alles ist von Skepsis und Ideologieverdacht angefressen. Der "warme unheimliche Atem des Tauwinds", den Nietzsche spürte, hat sein Werk getan.
Anmut ohne Schönheit ist ein Magnet, der heimlich, aber fest zieht, ein Glanz, der nicht blendet, aber wohltut, ein Zauber, der nicht überrascht, aber beseligt.
Das Zeichen, woran man am unmittelbarsten den echten Dichter sowohl höherer als niederer Gattung erkennt, ist die Ungezwungenheit seiner Reime. Sie haben sich wie durch göttliche Schickung von selbst eingefunden. Seine Gedanken kommen ihm schon in Reimen. Der heimliche Prosaiker hingegeben sucht zum Gedanken den Reim, der Pfuscher zum Reim den Gedanken.
Es ist gar nicht selbstverständlich, daß der Kranke gesund werden will. Etwas im Kranken steht im heimlichen Komplott mit seiner Krankheit.
Viele suchen in allem, was sie anfangen, heimlich nur sich selbst, ohne es zu merken.
Achtet auf eure Augen / öffentlich und heimlich, / laßt sie gute Sitten spähen / und die schlechten übersehen.
Kunst offenbaren und den Künstler verheimlichen ist das Ziel der Kunst.
Minne niemand pflegen mag / so heimlich einen halben Tag, / daß es nicht wissen längst vorher / vier oder sechs, vielleicht noch mehr.
Wohl aber gelingt es ihm, heimlich in die gemeinsame Behausung der Athene und des Hephaistos einzudringen, diese Werkstätte ihrer Kunstliebe. Da stiehlt er die Feuerkunst des Hephaistos und die anders geartete Kunst der Athene und macht sie dem Menschen zum Geschenk. Damit wird der Grund gelegt zu der leiblichen Wohlfahrt des Menschen. Den Prometheus aber traf später infolge der Torheit des Epimetheus, wie die Sage erzählt, die Strafe für den Diebstahl. Da aber der Mensch nun göttlicher Güter teilhaftig geworden war, war er unter allen Geschöpfen wegen dieser Verwandtschaft mit den Göttern das einzige, das an Götter glaubte.
Unheimlich kann auch tiefes Schweigen sein.
Lesen war immer ein Abenteuer für mich. In meiner Kindheit sogar ein doppeltes. Mit der Taschenlampe heimlich unter der Bettdecke und mit der Angst erwischt zu werden durchs wilde Kurdistan.
Es ist besser frei strafen, denn heimlich Haß tragen.
Die unheimlichste aller Erfindungen ist der Spiegel. Woher nehmen die Menschen nur den Mut, da hineinzuschauen?
Wir schämen uns für alle, die offen und klammheimlich dem Rechtsvandalismus und dem Rechtsradikalismus in Deutschland Beifall geben.
Man bringt immer etwas im Zimmer an, damit es häuslich, heimlich und schön sei. Man bringt immer etwas im Leben der anderen an, damit es dem Nächsten wohl wird: Wahrheit, Ruhe, Liebe und Glaube.
Offenbare nicht eines andern Heimlichkeit.